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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2026

Ffions dritter Fall

Die Toten der anderen
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Eine Immobilienmaklerin wird tot aufgefunden, sie treibt in einem Kajak auf einem walisischen See. Detective Constable Ffion Morgan geht von Mord aus. Im englischen Cheshire hat Detective Sergeant Leo ...

Eine Immobilienmaklerin wird tot aufgefunden, sie treibt in einem Kajak auf einem walisischen See. Detective Constable Ffion Morgan geht von Mord aus. Im englischen Cheshire hat Detective Sergeant Leo Brady ebenfalls viel zu tun, eine Einbruchsserie erschüttert das noble Viertel The Hill. Im Laufe der Ermittlung ergeben sich plötzlich Parallelen zwischen den Fällen und bald ist klar, dass diese zusammenhängen.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den dritten Teil der großartigen Reihe mit Ffion Morgan und Leo Brady. Man muss die vorherigen Bücher nicht zwingend gelesen haben, allerdings würde ich dies, zumindest was den ersten Band betrifft, empfehlen, denn das Aufeinandertreffen der beiden Protagonisten sowie deren persönliche Situation und Entwicklung sind maßgeblich für das bessere Verständnis ihrer Beziehung untereinander sowie der zu anderen Beteiligten. Wer dies nicht möchte: Die wichtigsten Aspekte werden am Rande in diesem Buch wiederholt und erklärt, sodass es keine Probleme geben dürfte, die Zusammenhänge zu verstehen.

Nach einem phänomenalen ersten Teil und einer etwas schwächeren Fortsetzung war ich gespannt, wie es mit Ffion und Leo weitergeht. Meine Vorfreude wurde nicht enttäuscht, der aktuelle Kriminalroman war genau nach meinem Geschmack. Der ermittlungstechnische Anteil ist diesmal deutlich geringer, die Geschichte mehr Roman als Krimi, aber dies hat meinen Lesegenuss nicht geschmälert, eher im Gegenteil! Ein bisschen True Crime, ein wenig Drama, eine große Prise Desperate Housewives und fertig ist eine Geschichte, die, zumindest für mich, keine Wünsche offen ließ. Ich habe mich köstlich amüsiert, wäre bereit für ein weiteres Treffen mit den beiden Akteuren und freue mich drauf.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Traf leider nicht meinen Geschmack

Weißes Licht
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Cece plant ihre Hochzeit mit Charlie an einem idyllisch gelegenen Bergsee in Montana. Da Charlie mit seinem Medizinstudium beschäftigt ist, bittet er seinen besten Freund Garrett, nach Cece zu sehen. Garrett ...

Cece plant ihre Hochzeit mit Charlie an einem idyllisch gelegenen Bergsee in Montana. Da Charlie mit seinem Medizinstudium beschäftigt ist, bittet er seinen besten Freund Garrett, nach Cece zu sehen. Garrett hat sich seit einem tragischen Vorfall zurückgezogen, arbeitet als Gepäckabfertiger am Flughafen und kümmert sich um seinen kranken Vater. Als er Cece kennenlernt, kehrt seine Lebenslust wieder zurück. Auch Cece fühlt sich zu Garrett hingezogen, was beide in eine unangenehme Situation bringt.

»Cece sah Garrett in die Augen und senkte dann den Blick, als hätte sie ihn nicht bemerkt. Garrett blieb das Herz stehen. Er musste etwas Drastisches tun. Er konnte Charlie nicht umbringen, aber irgendwas musste geschehen. Die Zeit lief ihm davon.« (Seite 127)

Nach einer Leseprobe brannte ich darauf, das vorliegende Buch lesen zu können, die Vorfreude war wirklich groß. Leider musste ich ziemlich schnell feststellen, dass die Leseprobe fast der spannendste Abschnitt des Buches war. Natürlich ist die Geschichte nichts Neues, sondern eher ein Klassiker, wenn sich Menschen verlieben in einen Freund. Trotzdem klang der Klappentext anziehend genug, auch wegen dem Schauplatz in Montana. In Wellen wechselten sich die unterhaltsamen Passagen mit solchen ab, die langatmig waren, um nicht zu sagen völlig banal. Dazu kam, dass ich einfach keine Beziehung zu den Figuren aufbauen konnte, ihre Gefühle und Beweggründe blieben mir bis zum Schluss fremd. So klappte ich das Buch am Ende zu und war gedanklich schnell weit weg. Für mich persönlich war dies nicht das richtige Buch. Leider.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Wenn ein Geist zum Leben erwacht

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
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In diesem Buch begibt sich der Autor, der Redakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT ist, auf die Spuren seiner Urgroßmutter Anna. Diese Reise führt ihn zurück in das Jahr 1887, tief ins Sauerland hinein, als ...

In diesem Buch begibt sich der Autor, der Redakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT ist, auf die Spuren seiner Urgroßmutter Anna. Diese Reise führt ihn zurück in das Jahr 1887, tief ins Sauerland hinein, als Anna Kaltoff auf dem Weg ins Dorf Cobbenrode ist, um dort die neue Lehrerin zu werden. Anhand von alten Bildern, Postkarten und Briefen rekonstruiert Henning Sussebach unter Zuhilfenahme von Einträgen in diversen Ämtern, dem Studium von Geburtenregistern und anderen Dokumenten, soweit überhaupt noch erhalten, das Leben seiner Verwandten bis zu deren Tod.

»Partie, ein antiquarisches Wort, mittlerweile so veraltet, dass es Anführungszeichen braucht. Majuskeln, Chamberetten, Pilaster. Je tiefer ich in der Vergangenheit wühle, desto mehr alte Begriffe erobern dieses Buch. Wer bemächtigt sich hier eigentlich wessen Geschichte? (Seite 46)

Teils Sachbuch, teils Roman und zum Teil ein Buch darüber, wie die Welt sich weiterentwickelt hat, konnte mich das relativ schmale Büchlein sehr gut unterhalten. Dabei war es für mich in erster Linie gar nicht die Geschichte von Anna, die mich fasziniert hat, denn diese ist so persönlich, dass deren Leben zwar interessant, aber nicht aufregend genug war, um mich zu fesseln. Dies meine ich keinesfalls abwertend, sondern nüchtern und wertfrei. Was mich mehr als erfreut hat, waren die eingestreuten Fakten, was Erfindungen, geschichtliche Ereignisse und gesellschaftliche Entwicklungen angeht. Danke dafür.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Spannung pur!

Dorn. Ruf der Toten
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Simon Dorn, Ex-Kriminalpsychologe beim Bundeskriminalamt in Wien, wird über das Internet von einer mysteriösen Klientin kontaktiert und beauftragt. Trotz seines unguten Gefühls nimmt er den Auftrag an, ...

Simon Dorn, Ex-Kriminalpsychologe beim Bundeskriminalamt in Wien, wird über das Internet von einer mysteriösen Klientin kontaktiert und beauftragt. Trotz seines unguten Gefühls nimmt er den Auftrag an, der Kontakt bricht allerdings kurz darauf ab. Dorn bittet Lea Wagner, nach der Frau zu schauen, die diese jedoch nur noch leblos vorfindet; sie ist verdurstet, allerdings bereits Wochen zuvor. Dorn sieht Parallelen zu einem alten Fall und beginnt zusammen mit Wagner weiterzugraben. Derweil läuft einem weiteren Opfer die Zeit davon.

»Meine Anweisungen lauten, deinen Tod abzuwarten. Aber wenn ich deinen Platz einnehme - wenn ich du bin -, dann darf ich nicht zulassen, dass du stirbst. Ich muss eingreifen. Jetzt.« (Seite 304)

Vor über einem Jahr durfte ich den Reihenauftakt der neuen Buchserie von Jan Beck lesen und hatte einiges kritisiert. Unter anderem störte mich, dass es fast die Hälfte des Buches gedauert hat, bis die Story mich mitgerissen hat. Natürlich war einer der Gründe dafür darin zu finden, dass es der Beginn einer Buchreihe war, sodass die einzelnen Charaktere vorzustellen waren. Dennoch ging es mir damals nicht schnell genug. Dies ist hier, im vorliegenden zweiten Band, anders, denn fast sofort ist man drin in der Geschichte und ab da gibt es wenige Stellen im Buch, die Platz zum verschnaufen lassen. Schlag auf Schlag wechselt die Perspektive, faszinierende Komponenten hinsichtlich der KI kommen hinzu, im privaten Bereich gibt es Ärger und auch der Fall selbst entwickelt sich anders, als ich dachte. Nach dem Fall ist vor dem Fall, sodass ich bereits auf den letzten Seiten ahne, dass etwas Großes auf uns zukommen. Ich freue mich unbändig darauf!

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Spuren eines Lebens

Muttermale
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»Ich stelle dir nach, ich fahnde nach dir, ich nehme dich in Beschlag - und du bringst mich in große Verlegenheit, denn du hast keinen Namen. Mutter. Behausung. Kerker. Verschlusssache. Oberbefehlshaberin.« ...

»Ich stelle dir nach, ich fahnde nach dir, ich nehme dich in Beschlag - und du bringst mich in große Verlegenheit, denn du hast keinen Namen. Mutter. Behausung. Kerker. Verschlusssache. Oberbefehlshaberin.« (Seite 11)

Die Mutter der Autorin ist einst aus Preußen geflohen, also spürt Dagmar Leupold deren Spuren nach, versucht zu ergründen, wer diese Frau war und wie sie durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre geprägt worden ist. Hierbei springt sie zwischen eigenen Erlebnissen mit der Mutter als auch denen, die sich lange vor ihrer Zeit ereigneten, hin und her, was es für mich unmöglich macht, mitzukommen. Die Erzählung selbst ist so persönlich, so unfassbar intim, dass nur nahestehende Personen darin etwas finden.

Gegenstände wurden erwähnt, Situationen analysiert und an Tragödien erinnert, die bei mir selbst keinen Eindruck hinterließen, keinen solchen hinterlassen können, weil sie so personenbezogen sind. Dies machte das Lesen des Buches leider etwas schwierig, es erlaubte mir nicht, es mir in der Geschichte bequem zu machen, wie ich es mir gewünscht hätte. Dennoch war es bereichernd, einige Situationen fand ich berührend und erinnerte mich an eigene Erlebnisse mit meiner Familie. Ein leiser Roman mit einer sprachlichen Eleganz, die durch die Seiten fließt.

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