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Veröffentlicht am 07.02.2022

Schöne (keine) heile Welt

Im Auftrag der Toten
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Ich liebe True Crime und so war mir schnell klar, dass ich das neue Buch von Axel Petermann unbedingt lesen möchte. In diesem Buch stellt der Profiler Petermann drei Altfälle vor, von denen zwei offen ...

Ich liebe True Crime und so war mir schnell klar, dass ich das neue Buch von Axel Petermann unbedingt lesen möchte. In diesem Buch stellt der Profiler Petermann drei Altfälle vor, von denen zwei offen sind. Der letzte vorgestellte Fall wurde bereits vor vielen Jahren durch ein rechtskräftiges Urteil abgeschlossen, allerdings beteuert der Verurteilte bis heute seine Unschuld. Ich finde es wichtig, darauf hinzuweisen, dass es im Endergebnis keine bahnbrechenden Erkenntnisse gibt. Der Autor schafft es zwar, Zweifel zu säen, aber auch sein Bericht ist einseitig; etwas, das er den ermittelnden Behörden vorwirft. Ich wollte nicht enttäuscht sein, weil es keinen großen Knall gab als Fazit seiner Ermittlungen, bin es aber trotzdem, denn eine Suche nach der Wahrheit, wie es auf der Rückseite steht, stelle ich mir etwas anders vor. Dies ist natürlich meine persönliche Wahrnehmung, die ich aber trotzdem klar benennen möchte. Einen Einfluss auf meine Gesamtbewertung hat dieser Umstand aber nicht, denn ich kann mir die Welt nicht so zurechtrücken, wie es mir gefällt und das kann Axel Petermann auch nicht.

Der erste Fall im Buch hat mich unglaublich fasziniert, es war aufregend und spannend, Petermann über die Schulter zu schauen auf seinen Reisen. Was er da alles rausgefunden hat, ist unglaublich und hier würde ich es tatsächlich begrüßen, wenn seine Erkenntnisse etwas bewirken würden. Der zweite Fall hat mich nicht mehr abgeholt. Der vierzig Jahre alte Fall und die vielen ausschweifenden Erklärungen sowie permanenten Wiederholungen der immer gleichen Vorgänge sorgten dafür, dass meine Aufmerksamkeit fast gegen Null tendierte. Da war es nicht hilfreich, dass sich als Fazit keine neuen Erkenntnisse ergaben. Eine Straffung der Erzählung hätte hier Wunder gewirkt. Der dritte Fall war interessant, die wahnsinnige Spannung, wie ich sie im ersten Teil empfunden habe, wollte sich aber einfach nicht einstellen. Mir war es hier zu chaotisch und stellenweise zu wissenschaftlich.

Alles in allem ein unterhaltsames Buch für True Crime Fans. Mich hat es leider nicht gänzlich überzeugt, obwohl es einige Stellen gab, die wirklich interessant waren. Von mir gibt es drei Sterne.

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Veröffentlicht am 04.02.2022

Hochzeit mit Hindernissen

Gebrochen ist dein Herz
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Endlich ist es soweit und Laurie Morans Hochzeit mit Alex Buckley steht nichts mehr im Wege. Vor der Hochzeit wollen die Verlobten mit ihren engsten Verwandten ein paar schöne Tage am Meer erleben, als ...

Endlich ist es soweit und Laurie Morans Hochzeit mit Alex Buckley steht nichts mehr im Wege. Vor der Hochzeit wollen die Verlobten mit ihren engsten Verwandten ein paar schöne Tage am Meer erleben, als Johnny, der siebenjährige Neffe von Alex, spurlos verschwindet. Schnell ist klar, dass der Junge entführt wurde. Lauries Vater Leo ist überzeugt davon, dass ein verurteilter Mörder, der gerade alles daran setzt, aus dem Gefängnis zu kommen und behauptet, Leo hätte ihn seinerzeit mittels einer Lüge ins Gefängnis gebracht, dafür verantwortlich sein muss. Er befürchtet, durch Johnnys Entführung würde man ihn erpressen wollen, seine Aussage zu ändern.

Dies ist der siebte Teil der Reihe um Laurie Moran und im Hinblick auf den Tod der wunderbaren Autorin Mary Higgins Clark bedauerlicherweise wohl der letzte, an dem sie mitgewirkt hat. Das Buch fängt ganz gemächlich an und plätschert anfangs fast vor sich hin, bis die Geschichte dann plötzlich total packend wird. Die Spannung steigert sich immer mehr und im letzten Drittel war ich mehrmals versucht, vorzublättern, weil ich es kaum noch ausgehalten habe! Ich bin mehrfach auf falsche Fährten geschickt worden, habe versucht, zu raten, was passiert sein könnte, aber tatsächlich bin ich nicht auf diese Auflösung gekommen. Auch wenn die Story das ein oder andere mal ins kitschige abrutscht, wie es in allen Teilen der Reihe der Fall ist, mochte ich es, einfach weil es passt. Ich kann kaum glauben, dass die Reihe nun zu Ende sein soll. Danke für spannende und tolle Lesestunden. Von mir gibt es fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 02.02.2022

Sauber, adrett, Mord

The Maid
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Molly Gray ist Zimmermädchen im Londoner Regency Grand Hotel und liebt ihren Job. Für sie gibt es nichts schöneres, als für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen, die Zimmer in einen Zustand der Perfektion ...

Molly Gray ist Zimmermädchen im Londoner Regency Grand Hotel und liebt ihren Job. Für sie gibt es nichts schöneres, als für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen, die Zimmer in einen Zustand der Perfektion zu versetzen. Die immer gleiche Routine ist ihr dabei sehr wichtig, denn Molly ist anders, um nicht zu sagen einzigartig. Ausgeprägte autistische Züge machen ihr Leben für Außenstehende kompliziert, aber Molly selbst kennt es nicht anders. Als sie eines Tages des Multimillionär Black tot in seinem Zimmer findet, führt ihr Verhalten leider dazu, dass die Polizei sie des Mordes verdächtigt.

Cosy-Krimis (im englischen steht cosy für gemütlich, behaglich) sind eigentlich nicht mein bevorzugtes Genre, sodass ich hier anfangs skeptisch war, ob das Buch mich überzeugen wird. Anfangs war ich auch recht überfordert von dem wirklich großartigen Humor, der größtenteils dem Wesen von Molly und der hieraus entstehenden Situationskomik geschuldet ist. Hierbei sind es einerseits Mollys autistische Züge, die für viele kuriose, manchmal sogar skurrile Situationen sorgen, andererseits aber der Umstand, dass Molly bei ihrer Oma aufgewachsen ist und diese ein großer Fan alter Sitten, Gebräuche sowie vieler mittlerweile veralteter Begriffe und Redewendungen war, die sie ihrer Enkelin beibrachte. Dazu kommt, dass ich mich einfach nicht damit anfreunden konnte, wie Molly behandelt wird; ich hätte am liebsten eingegriffen und die junge Frau beschützt. Es war sehr schwer auszuhalten, weil Molly so ein liebenswerter und freundlicher Charakter war. Unglaublicherweise hat die Geschichte mich dann irgendwann trotzdem so gepackt, dass ich förmlich durch die Seiten geflogen bin und das Buch nicht habe aus der Hand legen können. Der Einfallsreichtum der Autorin hat mich mehrfach überrascht und die Wendungen erfreut. Ein humorvoller, unblutiger Wohlfühlkrimi, bei dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt. Letztendlich wurde ich sehr überrascht und vollends überzeugt, vergebe vier Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 31.01.2022

Wie tief muss man graben…

So schweige denn still
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Die freiberufliche Journalistin Gina Kane wird anonym kontaktiert von einer Person, die sich C. Ryan nennt; ob Frau oder Mann ist anfangs unklar. Die unbekannte Person behauptet, dass sie in einem der ...

Die freiberufliche Journalistin Gina Kane wird anonym kontaktiert von einer Person, die sich C. Ryan nennt; ob Frau oder Mann ist anfangs unklar. Die unbekannte Person behauptet, dass sie in einem der größten und bekanntesten Nachrichtensender des Landes schreckliche Erfahrungen gemacht hätte und es weitere Personen gäbe, denen es ebenfalls so geht. Gina versucht alles, um mit C. Ryan Kontakt aufzunehmen, aber die Person schweigt plötzlich. Es stellt sich heraus, dass die Informantin verstorben ist und es große Zweifel daran gibt, dass es ein Unfall war. Gina fängt an zu recherchieren und kommt einer ungeheuerlichen Sache auf die Spur, die auch ihr gefährlich werden kann.

Das Buch fängt sehr gemächlich an, die ersten hundert Seiten sind eher ein Roman, richtige Spannung kommt nicht bei mir an. Das mag daran liegen, dass anfangs überhaupt nicht klar ist, worauf das Ganze hinausläuft, genauso wie Gina tappe ich im Dunkeln und bin etwas enttäuscht. Dann aber gibt es eine Rückblende, ich erfahre endlich, was vor zwei Jahren passiert ist, und dieser Teil hat es so in sich, dass ich fast damit anfange, meine Nägel zu kauen, weil es so aufregend wird! Es ist ungeheuerlich, was da enthüllt wird, welche Machenschaften enttarnt. Ich schwanke zwischen Wut, Entsetzen und Abscheu, kann kaum glauben, was passiert. Es wird gelogen und betrogen, vertuscht und getäuscht. Die kriminelle Energie der Beteiligten ist unglaublich! Als die Erzählstränge dann aufeinander treffen, wird es etwas ruhiger, aber nicht minder spannend. Die Auflösung ist schlüssig und sehr befriedigend.

Ich bin froh, durchgehalten zu haben und wurde mit einem weiteren tollen Thriller der leider bereits verstorbenen Autorin belohnt, die zu den erfolgreichsten Thrillerautorinnen weltweit zählt. Ich werde ihre Bücher sehr vermissen! Von mir gibt es fünf Sterne und natürlich eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 28.01.2022

Verschwunden im Schnee

Grenzfall - Ihr Schrei in der Nacht
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Eine junge Frau ist auf dem Weg nach Hause, als sie spurlos verschwindet. Erst vermutet man, sie könnte sich wegen einem Schneesturm verirrt haben, als kurze Zeit später weitere Personen verschwinden. ...

Eine junge Frau ist auf dem Weg nach Hause, als sie spurlos verschwindet. Erst vermutet man, sie könnte sich wegen einem Schneesturm verirrt haben, als kurze Zeit später weitere Personen verschwinden. Alexa Jahn und ihr Partner Florian Huber haben in Oberbayern alle Hände voll zu tun. Gleichzeitig verschwinden auf der österreichischen Seite zwei Studentinnen aus ihrem Wohnheim, niemand hat etwas bemerkt, keiner was gehört. Bernhard Krammer und seine Kollegin Roza Szabo nehmen die Ermittlungen auf und ahnen noch nicht, dass die Fälle wieder einmal grenzübergreifend miteinander verbunden sind.

Dies ist der zweite Fall um Alexa Jahn und Bernhard Krammer, der aber lückenlos an den ersten Teil anschließt. Wieder konnte ich den Ermittlungen in Deutschland und Österreich folgen, die hier, anders als im Vorgängerband, lange Zeit parallel, aber unabhängig voneinander erfolgten, sodass wichtige Zusammenhänge von den Beamten nicht erfasst wurden, mir aber früh klar wurden. Das Buch war für mich überwiegend mehr ein Roman als ein Krimi, ich empfand die Handlung etwas gedrosselt und hätte mir oft etwas mehr Tempo gewünscht. Erst im letzten Drittel zog die Geschichte etwas an, die Ereignisse überschlugen sich und es stand ein furioses Finale an. Ich ahnte bereits früh, wer die Taten begangen hat, aber dennoch hat es Spaß gemacht, den Protagonisten bei der Suche über die Schulter zu schauen. Für mich eine etwas schwächere Fortsetzung, die aber nicht weniger lesenswert ist. Ich vergebe vier Sterne und empfehle, die Reihenfolge einzuhalten, da das Privatleben der Hauptpersonen zwar nicht übermäßig im Vordergrund steht, aber dennoch einen gewissen Platz beansprucht.

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