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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.12.2025

Hat leider nicht meinen Geschmack getroffen

Die Briefeschreiberin
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Die 73 Jahre alte Sybil van Antwerp ist im Ruhestand, sie war Juristin und verbringt ihren Lebensabend nun vorrangig damit, handschriftliche Briefe zu verfassen und zu beantworten. Die Menschen, denen ...

Die 73 Jahre alte Sybil van Antwerp ist im Ruhestand, sie war Juristin und verbringt ihren Lebensabend nun vorrangig damit, handschriftliche Briefe zu verfassen und zu beantworten. Die Menschen, denen sie schreibt, sind so unterschiedlich wie die Themen, nicht selten kommen dabei Dinge zur Sprache, die nach vielen Jahren oder Jahrzehnten ans Licht wollen, ob gewollt oder nicht.

»Du möchtest wissen, wie ich schreibe? Ich setze mich mit einem Stapel Briefpapier und meinen Lieblingsstiften an den Schreibtisch. Der steht vor einem kleinen Fenster mit Blick auf den Fluss.« (Seite 176)

Der Klappentext klang interessant und ich mag Bücher in Briefform sehr, sodass ich mich auf das Buch gefreut hatte. Leider war es mir jedoch von Anfang an nicht möglich, eine Verbindung zu Sybil van Antwerp aufzubauen, bis zuletzt blieb sie mir fremd. Ihre Brief- und E-Mail-Freundschaften waren für mich nur mäßig interessant, der Funke wollte einfach nicht überspringen, denn es fehlte mir das gewisse Etwas, das mich sonst oft in den Bann zieht. Die ausgetauschten Texte kamen mir manchmal belanglos vor, in die Länge gezogene Ausführungen, die nicht selten banal gewesen sind. Das im Klappentext erwähnte große Geheimnis war tragisch, ohne Frage, aber etwas Neues und Ungewöhnliches war es sicherlich nicht. Eine Geschichte, die mir eher nicht lange im Gedächtnis bleiben wird.

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Gewohnt verwirrend und spannend!

Der Nachbar
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Die ehemalige Strafverteidigerin Sarah Wolff ist mit ihrer Tochter in ein Haus am Stadtrand von Berlin gezogen. Bald fällt ihr auf, dass sich seltsame Vorkommnisse häufen, allerdings sind diese alle positiver ...

Die ehemalige Strafverteidigerin Sarah Wolff ist mit ihrer Tochter in ein Haus am Stadtrand von Berlin gezogen. Bald fällt ihr auf, dass sich seltsame Vorkommnisse häufen, allerdings sind diese alle positiver Natur; eine unbekannte Person hilft ihr, indem sie den Müll rechtzeitig rausstellt oder Einkäufe erledigt, ohne sich zu erkennen zu geben. Bald jedoch überwiegt das Gefühl der Angst, als Sarah erkennt, dass sie in keiner Minute alleine ist.

Sehr schnell und einfach kam ich ins Buch rein, die Geschichte entwickelte recht früh einen unheimlichen Sog. Nach einigen Kapiteln hatte ich das in den Geschichten des Autors fast schon fest verankerte Gefühl, außen vor zu sein und nicht wirklich zu verstehen, um was es nun ging. Ich wusste aber natürlich, dass dies die übliche Verschleierungstaktik von Sebastian Fitzek ist, um mich zu verwirren und kurz darauf mit einer spektakulären Wendung zu überraschen. So kam es dann auch! Es blieb nicht bei einem Twist, denn Sarah blieb nichts erspart, sodass es im weiteren Verlauf ziemlich turbulent zugegangen ist. Zum Ende hin fuhr der Autor noch einmal richtig schwere Geschütze auf, was dazu führte, dass ich kurz davor war, die Augen zu verdrehen, zum Glück aber nur fast. Der Showdown war dramatisch, die Auflösung passend und bei der unterhaltsamen Danksagung normalisierte sich auch mein Blutdruck wieder. Das war großartig!

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Sehr lesenswert!

Schwiegermutter
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Als in der Wohnung ihres Sohnes Andreas Wasserleitungen ausgetauscht werden müssen, bietet Åsa ihm und seiner Freundin Josefin an, solange bei ihr einzuziehen. Das Zusammenleben gestaltet sich schwierig, ...

Als in der Wohnung ihres Sohnes Andreas Wasserleitungen ausgetauscht werden müssen, bietet Åsa ihm und seiner Freundin Josefin an, solange bei ihr einzuziehen. Das Zusammenleben gestaltet sich schwierig, trotz umfangreicher Bemühungen seitens Åsa, mit ihrer Schwiegertochter in Spe eine gute Beziehung aufzubauen. Je mehr Åsa sich bemüht, umso mehr zieht sich das Paar zurück, bis die Situation schließlich untragbar wird und eskaliert.

»Hätte ich doch nur nicht. Hätte ich stattdessen. Wäre ich doch nur. Ich konnte nicht aufhören, darüber nachzudenken, was geschehen wäre, wenn ich mich anders verhalten hätte.« (Seite 26)

Den überwiegenden Teil der Geschichte bestreitet Åsa als Ich-Erzählerin, man muss sich als Leserin und Leser also darauf verlassen, dass sie wahrheitsgemäß wiedergibt, was passiert sein muss, bevor die Situation völlig außer Kontrolle geraten ist. Und das tut Åsa auf ihre ganz eigene Weise. Ich brauche lange, um zu durchschauen, wie ihre Denkweise funktioniert und auch dann komme ich einfach nicht dahinter, was ausgelassen wird. Erst als im letzten Teil des Buches die Perspektive wechselt und das Geschehen später von außen betrachtet wird, setze ich für mich die Puzzleteile zusammen, die dadurch ein stimmiges Bild ergeben, dies aber nur vielleicht, denn so richtig klar wird alles dadurch nicht. Klingt kompliziert, ist es jedoch nicht.

»War das jetzt meine Strafe? Ich hatte doch schon ein schlechtes Gewissen. Jetzt hätte ich es am liebsten ungeschehen gemacht. Ich hatte keine bösen Absichten gehabt, aber natürlich war es unverzeihlich, dass ich die Lage so falsch eingeschätzt hatte. Ich schämte mich.« (Seite 110)

Der Weg zur Auflösung war lang, aber langatmig war er deswegen nicht. Es faszinierte mich ungemein, von Åsa zu erfahren, was geschehen ist, sowie mir nach und nach eine Meinung bilden zu können, die keine endgültige war. Bis zuletzt schwankte ich zwischen Sympathie und Unglauben, hatte Spaß, fühlte aber auch Wut. Ein großartiges Familiendrama, das mich perfekt unterhalten hat. Lesen!

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Still und kraftvoll zugleich

Kaltblut
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Stubber ist ein Einzelgänger, scheu und wortkarg ist er, seit er zurückkam aus der Großstadt, nachdem seine Eltern verstorben sind. Er arbeitet als Sprengmeister, da braucht er nicht gesellig zu sein. ...

Stubber ist ein Einzelgänger, scheu und wortkarg ist er, seit er zurückkam aus der Großstadt, nachdem seine Eltern verstorben sind. Er arbeitet als Sprengmeister, da braucht er nicht gesellig zu sein. Als elf Männer bei einer Explosion sterben, gibt man ihm die Schuld, schließlich war es sein Sprengstoff, da kann es anders nicht sein. Als sein Alibi bestätigt wird, sucht man im Tal den Täter, Stubber aber geht in die Berge, weil die Schuld ihn erdrückt. Die Schuld und die Sehnsucht nach seiner Frau.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um das Romandebüt des bekannten Schauspielers Wolfgang Maria Bauer. In bildhafter Sprache und Sätzen so karg wie die Landschaft, in der die Handlung spielt, erzählt er die Geschichte von Stubber. Mir hat der Roman gut gefallen, obwohl ich nicht sicher bin, die vielen ungesagten, zwischen den Zeilen stehenden Hinweise richtig verstanden zu haben. Manchmal verschwamm die Grenze zwischen der Realität und der Fiktion, ein bisschen Wahnsinn brach durch, ergab nicht immer, zumindest für mich, einen Sinn. Insgesamt ein außergewöhnlicher und stimmungsvoller Roman.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Solide Unterhaltung

Das Internat
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Einen Tag nach Halloween wird in den Wäldern, am Fuße eines berühmt- berüchtigten Turms, die Leiche eines Mädchens gefunden, bekleidet mit einem weißen Kleid und einer seltsamen Vogelmaske im zerschmetterten ...

Einen Tag nach Halloween wird in den Wäldern, am Fuße eines berühmt- berüchtigten Turms, die Leiche eines Mädchens gefunden, bekleidet mit einem weißen Kleid und einer seltsamen Vogelmaske im zerschmetterten Gesicht. Schnell ist klar, dass es sich um eine Schülerin des in der Nähe befindlichen Privatinternats handelt. Detective Ben Chase wird mit den Ermittlungen betraut, obwohl seine Tochter das Internat besucht, in dem seine Ex-Frau arbeitet, nicht ahnend, welche Verstrickungen es in diesem Zusammenhang gibt.

»Zögernd lässt sie den Blick den Körper entlang nach oben wandern, auf der Suche nach einem Gesicht, doch da ist keins, da sind nur blau verfärbte Lippen, leicht geöffnet wie zu einem letzten Atemzug, darüber schimmerndes, schwarzes Gefieder, ein krummer Schnabel, der im Morgenlicht matt glänzt.« (Seite 17)

Ich habe das neue Buch von Hannah Richell sehnsüchtig erwartet, ihr letzter Thriller »Das Wochenende« ist mir positiv in Erinnerung geblieben. Nach einem gruseligen Prolog sprang die Story direkt zum Abend des Verbrechens und dann ging es direkt auch schon los. Der Schreibstil der Autorin war hier sehr bildhaft, um nicht zu sagen ausschweifend, was zu Lasten der Geschichte ging, denn von einem Thriller erwarte ich nicht so viele Nebensächlichkeiten, wie mir hier präsentiert wurden. Die Spannung wurde hier regelrecht totgeredet, oft auch totgedacht, wenn einzelne Figuren sich gedanklich im Kreis drehten, was mich an mancher Stelle schier wahnsinnig machte. Dies ist schade, denn interessant genug war er ja der Plot. Insgesamt ein solider Spannungsroman, der mich auf den letzten Metern fast verloren hat. Für Fans ruhiger Bücher sicherlich die richtige Lektüre.

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