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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.09.2025

Für mich leider zu politisch

Teddy
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Teddy heiratet den Diplomaten David und zieht mit ihm nach Rom. Dort will sie das glamouröse und aufregende Leben einer Diplomatengattin führen, was anfangs gelingt. Dann aber holt sie nicht nur ihre Vergangenheit ...

Teddy heiratet den Diplomaten David und zieht mit ihm nach Rom. Dort will sie das glamouröse und aufregende Leben einer Diplomatengattin führen, was anfangs gelingt. Dann aber holt sie nicht nur ihre Vergangenheit ein, bestimmte Umstände führen zu Unannehmlichkeiten, die drohen, den schönen Schein zum Platzen zu bringen.

»Ich hatte ein paar schlechte Angewohnheiten. Ein paar Neigungen, mit denen ich mir gelegentlich Probleme einhandelte - Dinge, die ich meist vor meiner Familie verbergen konnte, die ein Ehemann jedoch irgendwann bemerken würde.« (Seite 35)

Der Klappentext versprach, was der Inhalt nicht halten konnte. Ich hatte eine Geschichte erwartet über eine Frau in den 1960er Jahren, die für Frauen bekanntlich mit vielen Einschränkungen behaftet waren, um es lapidar auszudrücken. In Teilen bekam ich diese auch, dazu aber zusätzlich eine Frauenfigur, die mir nicht nur unsympathisch, sondern - und ich entschuldige mich, aber mir fallen andere Begriffe für Teddy nicht ein - naiv, oberflächlich, verwöhnt, faul und bedauerlicherweise auch völlig hohl war. Schön und modisch angezogen zu sein, war ihr wichtiger als eine eigene Meinung zu haben. Partys und Empfänge sowie verschiedene Pillen, um zu funktionieren, standen im Vordergrund, obwohl sie keinerlei Pflichten zu erfüllen hatte. Sie hinterfragte nichts, die Hauptsache war, in einem schönen Kleid zu feiern und wichtige Persönlichkeiten zu treffen. Das wurde mir auf die Dauer leider etwas langweilig.

»Ich zerlegte mich selbst. Ich wollte jedem Mann, der Interesse zeigte, ein Stück von mir geben, bis nichts mehr da war, weswegen man sich Sorgen machen musste. Bis ich völlig verschwunden war.« (Seite 300)

Zusätzlich zum verdrehten Frauenbild und einer Protagonistin, die völlig darin aufging, war ich überrascht von der Menge an Politik im Buch. Ja, natürlich war es die Zeit des Kalten Krieges, die Zeit der Spione und der Spannungen, das ist mir schon klar. Jedoch waren meine Erwartungen gänzlich andere, sodass auch in dieser Hinsicht mein Lesegenuss sehr geschmälert wurde. Daran änderte auch die überraschende Wendung, die einiges ins andere Licht rückte, nichts. Insgesamt ein Buch, das für mich persönlich eine Enttäuschung war.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Trügerische Erinnerungen

Before we were innocent
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Bess hat Joni seit langer Zeit nicht mehr gesehen, nicht seit die gemeinsame Freundin Evangeline vor zehn Jahren im Urlaub auf der griechischen Insel Mykonos tödlich verunglückt ist. Damals standen Bess ...

Bess hat Joni seit langer Zeit nicht mehr gesehen, nicht seit die gemeinsame Freundin Evangeline vor zehn Jahren im Urlaub auf der griechischen Insel Mykonos tödlich verunglückt ist. Damals standen Bess und Joni unter Verdacht, wurden allerdings von jeder Schuld freigesprochen. Nun fordert Joni bei Bess einen Gefallen ein, sie soll ihr ein Alibi geben, ohne zu erfahren, um was genau es geht. Denn Bess steht in Jonis Schuld seit der Tragödie vor einem Jahrzehnt, als beide einen Pakt geschlossen und gelogen haben.

»Wir sind wieder da, wo wir so unbedarft und schamlos und lebendig sein konnten, wie wir wollten, keinen Gedanken daran zu verschwenden, uns zu zügeln oder dass irgendetwas davon uns je wieder einholen könnte.« (Seite 331)

Die Übersetzung des englischen Titels lautet »Bevor wir unschuldig wurden« und genau darum handelt das Buch. Drei Freundinnen fahren in den Urlaub, nur zwei von ihnen kehren zurück. Was dort passiert, erfahren wir auf zwei Zeitebenen und aus der Sicht von Bess, die sich quälend langsam daran erinnert und uns daran teilhaben lässt. Für mich war der langsame Aufbau des Buches noch knapp im Rahmen, man muss aber schon mögen, dass der Weg zur Auflösung schwierig und langwierig ist. Wer durchhält, erhält eine großartige Story über das Älterwerden, die Freundschaft und darüber, was passiert, wenn ein ungleiches Verhältnis herrscht zwischen drei Personen, die befreundet, aber eigentlich ziemlich unterschiedlich sind. In der zweiten Hälfte zieht das Tempo dramatisch an, Geheimnisse kommen ans Licht und meine Vermutungen lösen sich im Nichts auf. Einige großartige Wendungen später komme ich ans Ziel und lege das Buch zufrieden und beglückt zur Seite.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Herrlich unterhaltsam

Wut und Liebe
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Der ziemlich erfolglose Künstler Noah wird von seiner Freundin Camilla verlassen, die nicht mehr dazu bereit ist, ihn durchzufüttern, weil sie sich mehr vom Leben verspricht. Als Noah die ältere Betty ...

Der ziemlich erfolglose Künstler Noah wird von seiner Freundin Camilla verlassen, die nicht mehr dazu bereit ist, ihn durchzufüttern, weil sie sich mehr vom Leben verspricht. Als Noah die ältere Betty kennenlernt und diese ihm ein zweifelhaftes Angebot macht, schlägt Noah ein, nicht ahnend, worauf er sich einlässt.

»Wenn du ihn liebst, aber das Leben mit ihm nicht, musst du dich für eines von beiden entscheiden.« (Seite 166)

Dieses Buch war ganz anders als erwartet, es war Roman, Liebesgeschichte, Drama, Tragödie und Krimi in einem, sogar Anteile eines Spionagethrillers konnte man darin finden. Gelesen habe ich es mit einem kleinen Augenzwinkern, was notwendig war, da mir beide Protagonisten von Anfang an unsympathisch waren, was sicherlich Absicht gewesen ist. Im Laufe der Geschichte, die amüsant und voller unerwarteter Wendungen war, änderte sich dies aber, was an dem großartigen Plot lag. Immer wenn ich dachte, dass nun alles offengelegt wurde, gab es einen Twist, der mich verblüffte. Insgesamt eine geniale und brillante Erzählung, die unterstreicht, was für ein meisterhafter Erzähler der Autor ist. Lesen!

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Holly ist zurück!

Kein Zurück
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Bei der Polizei geht ein anonymes Schreiben ein, ein Unbekannter kündigt an, Menschen umbringen zu wollen. Er schreibt unter anderem: »Ich werde 13 Unschuldige und 1 Schuldigen töten. Damit werden alle ...

Bei der Polizei geht ein anonymes Schreiben ein, ein Unbekannter kündigt an, Menschen umbringen zu wollen. Er schreibt unter anderem: »Ich werde 13 Unschuldige und 1 Schuldigen töten. Damit werden alle leiden, die für den Tod des Unschuldigen verantwortlich waren. Dies ist ein Akt der SÜHNE.« Das erste Opfer ist eine unbeteiligte Frau, die in der Hand einen Zettel hält mit dem Namen einer Geschworenen, die mit anderen Geschworenen dazu beigetragen hat, dass ein Unschuldiger verurteilt wurde, der nun im Gefängnis erstochen worden ist. Die zuständige Ermittlerin zieht Holly Gibney hinzu, die allerdings gerade damit beschäftigt ist, eine berühmte Feministin zu schützen, die auf Tournee ist.

Holly Gibney ist ein Charakter, der mir anfangs mehr als unsympathisch war, mittlerweile aber zu meinen absoluten Favoriten im King-Universum zählt. Die kleine unscheinbare, grauhaarige zarte Person, die sich am liebsten im Hintergrund hält, was im Privatdetektiv-Gewerbe sicherlich von Vorteil ist, hat in den letzten Büchern mein Herz erobert, sodass ich das vorliegende Werk ungeduldig erwartet habe und nicht enttäuscht worden bin.

Wie bereits im letzten Teil, wurde auch hier der Täter bereits früh verraten, was allerdings eher mehr zum Nervenkitzel beigetragen hat, als andersherum. Weitere lieb gewonnene Figuren aus vorherigen Büchern sowie neue, faszinierende Persönlichkeiten kamen hinzu, vervollständigt durch eine weitere verbrecherische Person, die mitgemischt und erheblich zur Unterhaltung beigetragen hat. Der feine Humor fehlte auch hier nicht und zusammen mit den mal mehr und mal weniger überraschenden Wendungen ergab sich eine Geschichte, die mich einfach nur begeistert zurückließ und bereits jetzt ungeduldig auf weitere Abenteuer von Holly und ihren Gefährten warten lässt. Für mich persönlich war keine Seite zu viel, der Meister hat abgeliefert und mich restlos glücklich gemacht.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Ohne große Überraschungen

Die Rache des Uhrmachers
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Der Uhrmacher ist wieder da! Nachdem er vor Jahren geschworen hat, seinen größten Widersacher Lincoln Rhyme zu töten, ist er nun in die Stadt gekommen, um sein Versprechen einzulösen. Währenddessen ist ...

Der Uhrmacher ist wieder da! Nachdem er vor Jahren geschworen hat, seinen größten Widersacher Lincoln Rhyme zu töten, ist er nun in die Stadt gekommen, um sein Versprechen einzulösen. Währenddessen ist Rhyme zusammen mit Sachs damit beschäftigt, einen Attentäter zu finden, der es auf Baukräne abgesehen hat. Eine politische Gruppe hat sich zum ersten Anschlag bekannt und weitere angekündigt.

Bereits zum sechzehnten Mal ermittelt der geniale Forensiker Lincoln Rhyme zusammen mit seiner Ehefrau Amelia Sachs sowie weiteren Beteiligten und für mich persönlich scheint nun die Luft raus zu sein aus dieser langjährigen, bisweilen sehr aufregenden und spannenden Reihe. Die Fälle werden kontinuierlich unspektakulärer, die Ermittlungen folgen dem immer gleichen Schema und die permanenten Wiederholungen einfachster Tatsachen lassen mich wie einen Grundschüler fühlen, dem etwas beigebracht werden soll, das dieser vielleicht nicht richtig verstanden hat. So die Annahme des Autors, der anscheinend deswegen immer wieder darauf rumkaut. Die Verbrecher sind dumm, fast niemand stirbt, weil Rhyme nicht nur um die Ecke denkt, sondern zehn Schritte im Voraus mindestens. Dies ist so vorhersehbar wie langweilig gleichermaßen, Wendungen sind Fehlanzeige und wenn etwas Spektakuläres passiert, dann weiß jeder Bescheid, lediglich mir als Leserin wurde vergessen, dies rechtzeitig zu erklären. Wahrscheinlich ist das notwendig, um ein wenig Spannung zu erzeugen, allerdings beleidigt dies auch meine Intelligenz.

Ich bedanke mich bei Jeffery Deaver für viele großartigen Bücher mit Geschichten von und über Lincoln Rhyme und seinen genialen Verstand. Es war eine aufregende Reise voller Nervenkitzel und Abenteuer, die nun leider zu Ende geht. Milder ist der Autor geworden, zurückhaltender und soft. Dafür bin ich noch nicht bereit und sage leise Tschüss. Toll war es!

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