Spannungsroman ohne Spannung - Aufgabe verfehlt
Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessenIch bin mit großen Erwartungen an das Buch heran gegangen, da „Girl on the Train“ ein großer Bestseller war. Ich selbst habe ihn nicht gelesen, aber trotzdem war die Freude auf das neue Buch von Paula ...
Ich bin mit großen Erwartungen an das Buch heran gegangen, da „Girl on the Train“ ein großer Bestseller war. Ich selbst habe ihn nicht gelesen, aber trotzdem war die Freude auf das neue Buch von Paula Hawkins groß. Der Klappentext verspricht einen spannenden Roman mit interessanten, tiefgründigen Charakteren, die alle einen Grund haben, den jungen Mann zu ermorden. Ein bisschen Krimiflair und aufwühlende Hintergrundgeschichten. Darauf habe ich mich wirklich gefreut. Das Cover, welches zum Klappentext und zum Titel passt, und der Klappentext haben mich angezogen. Aber nachdem ich angefangen habe zu lesen, war diese Vorfreude schnell vorbei.
Zu Beginn findet man eine Karte von London, in welcher alle Orte, die von Bedeutung sind, eingezeichnet sind. Das ist eine kleine Hilfe, da der Leser sehr oft den Ort und die Charaktere wechselt. Im Allgemeinen hat mich das beschriebene Setting nicht begeistert. Es hat sich alles in diesem Radius abgespielt, wobei diese Orte mich auch nicht angesprochen haben. Innerhalb der Orte war wenig Persönlichkeit und nichts wurde schön beschrieben. Nicht nötig bei einem Spannungsroman, aber ich konnte keinerlei Verbindung zu den Orten herstellen.
Dasselbe Problem hatte ich mit den Charakteren. Die Geschichte wird aus fünf unterschiedlichen Perspektiven erzählt und es gibt sieben Charaktere, die für die Geschichte eine Bedeutung haben. Zu Beginn war ich überfordert mit dieser Anzahl an Charaktere, weil sie nicht sofort in Verbindung zueinander gesetzt werden. Erst mit der Zeit wird klar, wer mit wem verwandt ist oder was zwischen den Charakteren in der Vergangenheit passiert ist. Allerdings sind es mir zu viele Charaktere. Ich konnte zu keinem Charakter eine Verbindung aufbauen, da die Charaktere eher unnahbar und oberflächlich sind. Die Hälfte der Zeit wird über die Vergangenheit der einzelnen Charaktere gesprochen. Das hat mir gar nicht gefallen. Ich wollte, dass sich die Geschichte um den Mord, die Ermittlungen und die möglichen Täterinnen dreht. Leider ging es sehr viel um Familienkonstellationen, Probleme in der Vergangenheit und eine parallellaufende Geschichte. Das konnte mich gar nicht fesseln.
Dafür, dass es ein Spannungsroman war, war keine Spannung vorhanden. Die ersten zwei bis drei Kapitel waren für mich mit etwas Spannung bestückt, da es in diesen um den Mord ging. Danach wurde das Thema kaum mehr erwähnt und wurde nur noch angeschnitten. Es ist wenig Handlung vorhanden, da es die meiste Zeit, um die Vergangenheit ging. Mit der Zeit ist so wenig passiert, dass mir langweilig wurde. Und für mich ist Langeweile das schlimmste Gefühl, welches ich beim Lesen empfinden kann. Wenn ich Langeweile bei einem Buch empfinde, ist das Buch für mich Zeitverschwendung. Leider musste ich das Buch abbrechen, weil es für mich keinen Sinn gemacht hätte das Buch weiterzulesen. Es hat mich gelangweilt und die Zeit geklaut, in welcher ich andere, tolle Bücher hätte lesen können.
Fazit:
Gefallen hat mir das Cover und der Klappentext. Das war es leider. Für mich war „Wer das Feuer entfacht“ von Paula Hawkins leider ein absoluter Flop. Ein Spannungsroman, welcher den Leser langweilt, hat seine Aufgabe verfehlt.