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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2022

Spannungsroman ohne Spannung - Aufgabe verfehlt

Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen
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Ich bin mit großen Erwartungen an das Buch heran gegangen, da „Girl on the Train“ ein großer Bestseller war. Ich selbst habe ihn nicht gelesen, aber trotzdem war die Freude auf das neue Buch von Paula ...

Ich bin mit großen Erwartungen an das Buch heran gegangen, da „Girl on the Train“ ein großer Bestseller war. Ich selbst habe ihn nicht gelesen, aber trotzdem war die Freude auf das neue Buch von Paula Hawkins groß. Der Klappentext verspricht einen spannenden Roman mit interessanten, tiefgründigen Charakteren, die alle einen Grund haben, den jungen Mann zu ermorden. Ein bisschen Krimiflair und aufwühlende Hintergrundgeschichten. Darauf habe ich mich wirklich gefreut. Das Cover, welches zum Klappentext und zum Titel passt, und der Klappentext haben mich angezogen. Aber nachdem ich angefangen habe zu lesen, war diese Vorfreude schnell vorbei.
Zu Beginn findet man eine Karte von London, in welcher alle Orte, die von Bedeutung sind, eingezeichnet sind. Das ist eine kleine Hilfe, da der Leser sehr oft den Ort und die Charaktere wechselt. Im Allgemeinen hat mich das beschriebene Setting nicht begeistert. Es hat sich alles in diesem Radius abgespielt, wobei diese Orte mich auch nicht angesprochen haben. Innerhalb der Orte war wenig Persönlichkeit und nichts wurde schön beschrieben. Nicht nötig bei einem Spannungsroman, aber ich konnte keinerlei Verbindung zu den Orten herstellen.
Dasselbe Problem hatte ich mit den Charakteren. Die Geschichte wird aus fünf unterschiedlichen Perspektiven erzählt und es gibt sieben Charaktere, die für die Geschichte eine Bedeutung haben. Zu Beginn war ich überfordert mit dieser Anzahl an Charaktere, weil sie nicht sofort in Verbindung zueinander gesetzt werden. Erst mit der Zeit wird klar, wer mit wem verwandt ist oder was zwischen den Charakteren in der Vergangenheit passiert ist. Allerdings sind es mir zu viele Charaktere. Ich konnte zu keinem Charakter eine Verbindung aufbauen, da die Charaktere eher unnahbar und oberflächlich sind. Die Hälfte der Zeit wird über die Vergangenheit der einzelnen Charaktere gesprochen. Das hat mir gar nicht gefallen. Ich wollte, dass sich die Geschichte um den Mord, die Ermittlungen und die möglichen Täterinnen dreht. Leider ging es sehr viel um Familienkonstellationen, Probleme in der Vergangenheit und eine parallellaufende Geschichte. Das konnte mich gar nicht fesseln.
Dafür, dass es ein Spannungsroman war, war keine Spannung vorhanden. Die ersten zwei bis drei Kapitel waren für mich mit etwas Spannung bestückt, da es in diesen um den Mord ging. Danach wurde das Thema kaum mehr erwähnt und wurde nur noch angeschnitten. Es ist wenig Handlung vorhanden, da es die meiste Zeit, um die Vergangenheit ging. Mit der Zeit ist so wenig passiert, dass mir langweilig wurde. Und für mich ist Langeweile das schlimmste Gefühl, welches ich beim Lesen empfinden kann. Wenn ich Langeweile bei einem Buch empfinde, ist das Buch für mich Zeitverschwendung. Leider musste ich das Buch abbrechen, weil es für mich keinen Sinn gemacht hätte das Buch weiterzulesen. Es hat mich gelangweilt und die Zeit geklaut, in welcher ich andere, tolle Bücher hätte lesen können.
Fazit:
Gefallen hat mir das Cover und der Klappentext. Das war es leider. Für mich war „Wer das Feuer entfacht“ von Paula Hawkins leider ein absoluter Flop. Ein Spannungsroman, welcher den Leser langweilt, hat seine Aufgabe verfehlt.

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Veröffentlicht am 02.02.2022

Einblick in die Islamistenszene

Undercover
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Vor fünf Jahren und einem Monat geschah in Berlin der schlimmste islamistische Anschlag in der Geschichte von Deutschland. Vielleicht erinnern sich einige von euch noch an den Moment als sie davon gehört ...

Vor fünf Jahren und einem Monat geschah in Berlin der schlimmste islamistische Anschlag in der Geschichte von Deutschland. Vielleicht erinnern sich einige von euch noch an den Moment als sie davon gehört haben. An die Gefühle von Wut, Sprachlosigkeit, Trauer oder Angst. Viele Menschen verloren damals ihr Leben. 12 Menschen starben durch den Anschlag von Anis Amri. Der Tunesier war den Behörden vorher als Gefährder bekannt. Ein V-Mann hat eine Beziehung zu ihm aufgebaut und konnte den Behörden rechtzeitig erklären, dass von ihm eine große Gefahr ausgeht. Leider haben die Behörden nicht rechtzeitig gehandelt.
Das Buch "Undercover - Ein V-Mann packt aus" erzählt die Geschichte von Murat Cem. Dem V-Mann der den gefährlichsten Islamisten Deutschlands nah war. Es war für mich eine spannende Erfahrung zu lesen, wie ein Junge aus dem Türkenviertel mit der Polizei zusammenarbeitet und Verbrecher auffliegen lässt. Solch einen Einblick in die Islamistenszene zu bekommen, war heftig. Ich war zwischendurch sprachlos, wütend und traurig. Am Ende des Buches war ich sauer auf den Staat. Aus unterschiedlichen Gründen.
Der Schreibstil der Autoren war fesselnd. Eine Mischung aus neutral, emotional und spannend. Man selbst wird in die Geschichte von Murat reingezogen und kommt da nicht so einfach wieder raus. Ich habe, nachdem ich das Buch beendet habe, ein paar Artikel gelesen und mir Videos angeschaut. Überall liest man von dem bekannten V-Mann. Das macht das Gelesene nochmal viel lebendiger, weil man merkt, dass alles, was in dem Buch geschehen ist, Wirklichkeit ist.
Fazit:
„Undercover“ ist eine Biografie, die unter die Haut geht und den Leser vollkommen vereinnahmt. Eine spannende, traurige und schockierende Geschichte. Das Buch hat in mir viele Emotionen ausgelöst, weshalb es definitiv ein Highlight in meinem Bücherregal ist.

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Veröffentlicht am 01.01.2022

Komplexes Familiendrama

SCHWEIG!
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„Schweig!“ ist das erste Buch, welches ich von Judith Merchant gelesen habe und es wird nicht das Letzte bleiben. Angefangen mit dem Cover, welches den Leser dazu einlädt, diesen guten Thriller zu lesen. ...

„Schweig!“ ist das erste Buch, welches ich von Judith Merchant gelesen habe und es wird nicht das Letzte bleiben. Angefangen mit dem Cover, welches den Leser dazu einlädt, diesen guten Thriller zu lesen. Aus dem Klappentext kann der Leser noch nicht viel herausfinden. Es geht um zwei Schwester und den Tag vor Heiligabend. Ansonsten stürzt man sich in eine unbekannte Geschichte. Diese konnte mich inhaltlich mit komplexen Charakteren und einer interessanten Storyline überzeugen.
Die beiden Schwestern Sue und Esther spiegeln als Protagonisten zwei unterschiedliche Charaktere wider. Man erfährt, was in der Kindheit der beiden Mädchen passiert ist und kann daraus schließen, wieso sie sich zu den Frauen entwickelt haben, die sie heute sind. Zusätzlich gibt es Rückblicke zum letzten Weihnachten, welches eine wichtige Rolle im Verlauf der Geschichte einnimmt. Neben den beiden Schwestern wird auch aus der Sicht von Martin, Esthers Ehemann, erzählt, wie er die Geschehnisse wahrnimmt. Zwischenzeitlich kommen Details ans Licht, sodass der Leser nicht mehr erahnen kann, wie die Geschichte ausgehen wird. Ich hatte bis zum Ende keine Ahnung, wie das Buch enden wird, da alle Charaktere vielseitige Eigenschaften aufgewiesen haben. Es hätte alles passieren können.
Durch das Buch hindurch entstand eine Spannung, die zeitweise zum Zerreißen stark war. Kapitelweise folgen die Seiten an mir vorbei, da es immer komplexer und spannender wurde. Leider konnte ich ein paar wenige Plottwists erahnen. Dadurch wurde zum Ende hin, die Spannung zeitweise etwas unterbrochen. Aber den Höhepunkt habe ich nicht erahnen können. Dieser hat mich wirklich schockiert. Dazu hat außerdem der prägnante Schreibstil der Autorin beigetragen. Mir hat ihre Schreibweise gut gefallen. Diese schwankt zwischen Neutral, Emotional und Brutal, wodurch die Spannung gut aufgebaut werden konnte.
Fazit:
Mit „Schweig!“ hat mich ein komplexes Familiendrama überzeugt und überrascht. Die vielseitigen Charaktere und ihre Kindheitsgeschichten machen den Thriller umso spannender. Mit ihrer besonderen Schreibweise hat mir Judith Merchant einige spannende Lesestunden bereitet. Leider waren einige Details vorhersehbar. Dies war etwas schade, aber hat dem großen Plottwist nicht geschadet.

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Veröffentlicht am 15.07.2021

Heiligt der Zweck die Mittel?

Klima
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Der Thriller „Klima – Deine Zeit läuft ab“ von David Klass erzählt die Geschichte eines Mannes, welcher mithilfe von Anschlägen die Welt retten möchte. Allein der Klappentext und die Grundidee bringt viel ...

Der Thriller „Klima – Deine Zeit läuft ab“ von David Klass erzählt die Geschichte eines Mannes, welcher mithilfe von Anschlägen die Welt retten möchte. Allein der Klappentext und die Grundidee bringt viel Spannung mit sich. Die Spannung beginnt anfangs langsam und steigt mit der Zeit immer mehr an, bis sie am Ende ihren Höhepunkt erreicht. Hierbei hilft der ausgezeichnete Schreibstil von Klass.
Während dem Lesen springt man zwischen unterschiedlichen Charakteren hin und her. Dabei sind die Protagonisten Green Man und Tom am häufigsten vertreten. Spannend finde ich, dass der Leser auch Green Mans Sicht kennenlernt. Man lernt den Mann hinter den Anschlägen kennen, erfährt einiges über seine Motive, seine Gefühle und sein Vorgehen. Dies hat mir gut gefallen und ich fand es sehr beeindruckend hinter die Fassade eines Umwelt-Terroristen zu schauen. Tom, welcher neu bei dem FBI arbeitet, rutscht in die Ermittlungen mit rein und entpuppt sich als jemand mit guten Menschenkenntnissen. Er wirkt auf den Leser nahbar, sympathisch und nicht überheblich. Obwohl er mit der Zeit befördert wird und irgendwann hautnah mit dem Chef zusammenarbeitet, bleibt er bodenständig und authentisch. Der Verlauf der Ermittlungen schien aus meiner Sicht realistisch und sehr komplex, was beim Lesen Spaß gebracht hat. Die Agenten und Mitarbeiter des FBIs haben in viele Richtungen ermittelt, mit Möglichkeiten, an die ich gar nicht gedacht habe. Durch diese Vielfältigkeit wurde der Geschichte Spannung eingeflößt.
Im Vordergrund der Geschichte steht das Thema Klimawandel. Während dem Lesen musste ich ständig darüber nachdenken, ob ich das, was Green Man dort tut, gut finde oder es verachte. Diese Frage stellt sich auch Tom immer wieder. Es wird darüber nachgedacht, ob es moralisch richtig ist, Menschen zu töten, um die ganze Welt zu retten. Heiligt der Zweck die Mittel? Das Buch bringt einen selbst dazu über den Klimawandel nachzudenken. Außerdem lernen wir Klimaaktivisten kennen, die das Thema innerhalb des Buches häufig ansprechen. Ansonsten würde es zwischen den FBI-Ermittlungen untergehen.
Fazit:
In seinem Thriller „Klima – Deine Zeit läuft ab“ spricht Klass ein aktuelles Thema an mit einer moralischen Hintergrundfrage. Der Leser erlebt eine spannende Geschichte mit einem sympathischen Mann, der die Welt retten möchte. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich mag es, wenn mich Bücher zum Nachdenken inspirieren. Das hat dieser Thriller geschafft.

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Veröffentlicht am 24.03.2021

Brutal, furchteinflößend, einzigartig - ein weltklasse Auftakt dieser High-Fantasy-Reihe

Das Lied der Nacht
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Zu Beginn hatte ich keine Ahnung, was mich erwartet. Die Leseprobe habe ich im Vorfeld nicht gelesen und der Klappentext gibt nicht viele Informationen. Aber als ich dann angefangen habe zu lesen, war ...

Zu Beginn hatte ich keine Ahnung, was mich erwartet. Die Leseprobe habe ich im Vorfeld nicht gelesen und der Klappentext gibt nicht viele Informationen. Aber als ich dann angefangen habe zu lesen, war ich sofort drin. Ich habe vorher noch nie etwas von C.E. Bernhard gelesen und wusste nicht, ob ich mit dem Schreibstil zurechtkommen würde. Aber ihr Schreibstil hat es mir unfassbar leicht gemacht in die Geschichte einzutauchen. Man wird anfangs in die Geschichte geworfen und es geht sofort los. Keine Schonfrist, sondern Spannung und Adrenalin.
Der Spannungsbogen hat mir in dem Buch sehr gut gefallen. Es beginnt spannend und zieht sich durch das ganze Buch. Ein paar ruhige Passagen lassen sich finden, aber die sind sehr schön, um den Charakteren nahe zu sein und möglicherweise Verlust zu verarbeiten. Denn, wenn man etwas über dieses Buch wissen muss, dann, dass es brutal und herzlos ist. Es passieren Dinge, die mir die Kehle zugeschnürt haben. Es gibt viele Beschreibungen zum Thema Blut, Mord, sexueller Missbrauch und so weiter. Es ist nichts für schwache Nerven. Dem Leser wird immer wieder das Herz gebrochen und nur manchmal wieder zusammengesetzt. Aber genau das konnte mich komplett beeindrucken. Es wurde keine Rücksicht genommen, sondern die Geschichte hat ihren rücksichtslosen Lauf genommen. Ich bin ein großer Fan dieses brutalen Verlaufs und der ständigen Spannung. Dass der erste Band aber mit so einem fiesen Cliffhanger endet, hat mir mein Herz rausgerissen. Das Ende war echt fies.
Der Schreibstil von Bernard hat mich sofort vom ersten Kapitel an beeindruckt. Er ist poetisch, charmant und wundervoll. Aber angepasst an die Härte und Furcht, die in dem Buch herrscht. Die Autorin konnte die Furcht, die Brutalität und die Emotionen der Charaktere sehr lebhaft vermitteln. Für mich ist dies der beste Schreibstil, den ich je in einem Buch gelesen habe. Sie verwendet sehr viele Stilmittel, die ich gerne mag und gestaltet ihre Geschichte künstlerisch. Es wird Aussagen viel Platz gegeben, Nebensätze reihen sich aneinander und es gibt einen Erzähler am Lagerfeuer. Im Prinzip sitzt der Leser mit dem Erzähler am Lagerfeuer und bekommt diese Geschichte erzählt. Keine Sorge, der Erzähler tritt nur sehr selten auf und nur zu passenden Zeitpunkten. Außerdem spielt die Geschichte manchmal parallel. Manchmal werden zwei Geschehnisse, die an unterschiedlichen Orten passieren, gleichzeitig in einem fließenden Text erzählt. Das verleiht der Geschichte etwas Besonderes und verleiht Stimmung. Wenn in einer Kammer gerade Freude herrscht und in weiter Entfernung um Leben und Tod gekämpft wird. Das Leseerlebnis war sehr einzigartig und wundervoll.
Die Welt und das Setting sind richtig gut getroffen. Ein magisches, gespaltenes Königreich mit einem eisernen Baron und einer finsteren Nacht. Die Nacht und die Finsternis sind das Schmuckstück des Buches. Es geht um Furcht und Finsternis, die durch Angst geschürt werden. Es geht um den Zusammenhalt von Freunden, die alle eine unterschiedliche Stärke mit sich bringen. Es hat einen leichten Herr-der-Ringe-Vibe, aber das liebe ich total. Zu den Charakteren möchte nicht allzu viel sagen, denn die müsst ihr selbst kennenlernen. Aber ich kann euch versichern, dass ihr viele von ihnen in euer Herz schließen werdet.
Fazit:
Dies ist mit Abstand das beste High-Fantasy-Buch, welches ich bis jetzt gelesen habe. Die Spannung, der Schreibstil, die Charaktere und die Geschichte. Alles passt perfekt zusammen und geht ineinander über. Ein einmaliges Erlebnis, welches ich jedem Leser ans Herz legen kann. Ich freue mich so dermaßen auf „Das Flüstern des Zwielichts“!

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