Das Buch klang nach perfekter Urlaubslektüre und so habe ich spontan zugegriffen. Leider bin ich mit Anni Gade, der Hauptperson, nicht so richtig warm geworden, Hugo und Jan sind mir dagegen durchaus ans ...
Das Buch klang nach perfekter Urlaubslektüre und so habe ich spontan zugegriffen. Leider bin ich mit Anni Gade, der Hauptperson, nicht so richtig warm geworden, Hugo und Jan sind mir dagegen durchaus ans Herz gewachsen. Vor allem konnte ich ihre unüberlegten Handlungen und Alleingänge nicht nachvollziehen - auch wenn sie natürlich nötig waren, um die Story voranzutreiben. Der "Fall" selbst war aber geschickt und nicht zu einfach konstruiert und hat mich einigermaßen dafür entschädigt. Manchmal stimmt die Chemie einfach nicht, aber unterhaltsam war die Geschichte trotzdem.
Dafür, dass es sich um ein Kinderbuch handeln soll, war die Handlung unglaublich komplex, raffiniert und düster geschrieben, so dass auch erwachsene Kinder - so wie ich - ihre Freude daran haben werden. ...
Dafür, dass es sich um ein Kinderbuch handeln soll, war die Handlung unglaublich komplex, raffiniert und düster geschrieben, so dass auch erwachsene Kinder - so wie ich - ihre Freude daran haben werden. Mika lebt im Waisenhaus, und alleine dieser Umstand verleiht dem Ganzen schon etwas düsteres und kaltes, auch wenn Mika das beste aus ihrer Situation zu machen versucht und vor allem für die kleineren Kinder sorgt. Als nachts ein Säugling abgegeben wird und anschliessend ein Mord geschieht, wird Mika in die Geschehnisse hineingezogen, hat sie doch als einzige den jungen Mann gesehen, der das Kind ins Waisenhaus brachte. Doch er ist nicht der Tote, und da Hoff, der Polizei-Ermittler, Mikas scharfe Beobachtungsgabe sofort erkennt, rekrutiert er sie kurzerhand als zweites Paar Augen, das ihm bei seinen Ermittlungen helfen soll. Und tatsächlich sind Mikas Auffassungsgabe und Erfindungsgeist so beeindruckend, dass sie Hoff glatt in den Schatten stellt. Gemeinsam folgen sie den Spuren, die sie unweigerlich zum Nachtraben führen - einem Mörder, der vor vielen Jahren hingerichtet wurde. Die Geschichte ist so unglaublich spannend und clever konstruiert, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Mikas Talent ist jedes Meisterdetektivs würdig und es war sehr unterhaltsam zu lesen, wie sie Hoff mehr als einmal einen entscheidenden Hinweis lieferte, der sie in dem Fall weiterbrachte. Zu meiner großen Freude ist dies Band 1 einer neuen Reihe, und ich kann es kaum erwarten gemeinsam mit Mika ein neues Abenteuer zu erleben. Absolute Leseempfehlung für (fast) jedes Alter.
Die Idee, die hinter diesem Buch steckt, hat mich neugierig gemacht: wie leben die Menschen weiter, wenn ihre Körper nicht mehr altern? Vor allem die Kinder - wie gehen sie mit diesem Stillstand um? Die ...
Die Idee, die hinter diesem Buch steckt, hat mich neugierig gemacht: wie leben die Menschen weiter, wenn ihre Körper nicht mehr altern? Vor allem die Kinder - wie gehen sie mit diesem Stillstand um? Die Autorin beobachtet unterschiedliche Menschen - Rentner, ein werdendes Elternpaar, eine krebskranke Mutter mit Familie, eine Gruppe junger Leute - und schildert deren Reaktion und Aktion angesichts dieses unnatürlichen Naturphänomens. Wie lebt es sich, wenn um einen herum die Natur weiterwächst und vergeht, die Menschen aber weder sterben noch geboren werden? Einige Personen im Roman leben ihr gewohntes Leben weiter, andere probieren Neues aus, suchen die Veränderung, wollen die gewonnene Zeit nutzen und noch all das erleben, was ihnen sonst verwehrt geblieben wäre. Aber was hat diesen Stillstand ausgelöst und wie kann man ihn beenden? Hier waren mir die Informationen viel zu dürftig, und bis zum Ende wurde die Frage nicht befriedigend beantwortet. Das hat mich ein bisschen frustriert, und die Einblicke in das Leben der Menschen waren somit kaum mehr als Beobachtungen unterschiedlicher Leben, aber so richtig packend war das letztlich nicht. Fazit: ein sehr unaufgeregtes Buch mit einer interessanten Voraussetzung.
Das Cover schreit es einem förmlich ins Gesicht: Werwolf-Horror! Und ganz unrecht hat es damit nicht, auch wenn die Ripper oder Heuler in diesem Buch nicht ganz dem Archetypen des haarigen Monsters entsprechen. ...
Das Cover schreit es einem förmlich ins Gesicht: Werwolf-Horror! Und ganz unrecht hat es damit nicht, auch wenn die Ripper oder Heuler in diesem Buch nicht ganz dem Archetypen des haarigen Monsters entsprechen. In Tremorglade verwandeln sich alle Erwachsenen bei Vollmond in reißende Bestien - weswegen sie von ihren eigenen Kindern einmal im Monat in Stahlkäfigen eingesperrt werden. In der Sperrnacht haben die Kinder dann freie Bahn, fühlen sich aber aufgrund der sogenannten "Flaute" nicht immer gut. Einige merkwürdige Vorkommnisse machen Sel und seine beste Freundin Elena misstrauisch, und sie beginnen in Tremorglade Nachforschungen anzustellen. Was machen die vielen Drohnen am Himmel? Und wieso verhalten sich der Bürgermeister und der Polizeichef so verdächtig? Nach und nach kommen die Freunde einem dunklen Geheimnis auf die Spur, das ihre kühnsten Befürchtungen übersteigt.
Die Geschichte wird mit viel unheimlicher Spannung und Dramatik, aber auch einer Prise Humor erzählt, und man merkt gar nicht wie die Seiten nur so vorüberfliegen. Das Ende wartet dann nochmal mit einer unerwarteten und unglaublichen Wendung auf, die alles auf den Kopf stellt. Fazit: einmal eine ganz neue Geschichte über Werwölfe.
Freiwillig wäre Loyal nie zurück nach Jacknife gezogen, in das trostlose Kaff am Rande der Sümpfe. Doch sie glaubt, das schuldet sie ihrer an Demenz erkrankenden Mutter, die sie vor vielen Jahren verlassen ...
Freiwillig wäre Loyal nie zurück nach Jacknife gezogen, in das trostlose Kaff am Rande der Sümpfe. Doch sie glaubt, das schuldet sie ihrer an Demenz erkrankenden Mutter, die sie vor vielen Jahren verlassen hat. Und auch ihrer Jugendfreundin Cutter schuldet Loyal eine Entschuldigung - doch dazu soll es nicht mehr kommen, als Cutter tot aufgefunden wird. Was die Polizei allzu schnell als Unfall zu den Akten legen will, weckt Loyals journalistische Neugier, und außerdem will sie mit der Aufklärung des Mordes - denn davon ist sie fest überzeugt- Wiedergutmachung leisten. Und so begibt sich Loyal gemeinsam mit Sasha, der auch für die Lokalzeitung arbeitet, auf Spurensuche in den Sumpf, und nicht nur den tatsächlichen. Nach und nach decken die beiden ein Netz aus Lügen und Ungereimtheiten auf, das immer weitere Kreise zieht und Loyal immer wieder in die Vergangenheit führt. Ein ständiger Begleiter sind dabei auch die allgegenwärtigen Alligatoren, die vielen Einwohnern die Existenz sichern.
Die trostlose und drückende Atmosphäre, die das gesamte Buch durchzieht, lässt einen den heissen Atem der schwülen Hitze Louisianas genauso spüren wie die Hoffnungslosigkeit, die in der von Armut, Aberglauben und Misstrauen geprägten Gegend herrscht. Das Buch ist so packend geschrieben, das man es nicht mehr aus der Hand legen mag. Absolute Leseempfehlung!
Fazit: mit dem vorliegenden Buch ist der Autorin ein erstklassiger und beeindruckender Southern Noir Krimi gelungen.