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Veröffentlicht am 29.10.2025

Das Monster Mensch

Der Knochenwald
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Joah, nicht schlecht, aber auch längst nicht so gut wie erwartet. Optisch natürlich ein absoluter Hingucker im Bücherregal, aber der Inhalt reicht da leider nicht ganz ran. Über weite Strecken konnte mich ...

Joah, nicht schlecht, aber auch längst nicht so gut wie erwartet. Optisch natürlich ein absoluter Hingucker im Bücherregal, aber der Inhalt reicht da leider nicht ganz ran. Über weite Strecken konnte mich die Geschichte wirklich fesseln und es gab einige sehr nervenaufreibende Momente, die ich in ihrer Intensität nicht erwartet hatte - das war eine positive Überraschung. Überhaupt wurde die Handlung von einer unterschwelligen Dringlichkeit beherrscht, die mich in fast permanenter Spannung gefangen hielt. Und dennoch hatte das Buch auch viele Längen und wirkte sehr wiederholend. Mag sein dass es an der Ich-Perspektive lag, die dementsprechend nicht nur das Geschehen beschrieb, sondern auch immer wieder die Gedankengänge, und das wurde auf Dauer etwas viel. Zwar fing die Autorin sehr gut ein, wie Matty aufgrund ihrer Situation so weltfremd und naiv sein konnte und von verqueeren Vorstellungen gefangengenommen wurde, aber irgendwann wusste man es und hätte sich lieber wieder auf das Geschehen konzentriert. Und leider, leider war ich am Ende sehr enttäuscht, dass das Geheimnis um die mysteriöse Kreatur so gar nicht aufgelöst wurde. Da hatte ich mir einfach mehr Antworten erhofft. Fazit: tolle Idee, meist spannend umgesetzt.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Unheimlich

Schneegrab
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Die Handlung liest sich wie ein Tagebuch-Bericht, der aus der Sicht von Stephen, einem der Teilnehmer, erzählt wird. Dabei fängt die verwendete Sprache bzw. das Vokabular oder auch Beschreibungen des Verhaltens ...

Die Handlung liest sich wie ein Tagebuch-Bericht, der aus der Sicht von Stephen, einem der Teilnehmer, erzählt wird. Dabei fängt die verwendete Sprache bzw. das Vokabular oder auch Beschreibungen des Verhaltens der privilegierten Engländer gegenüber den einheimischen Trägern der Expedition die historische Zeit, in der die Geschichte spielt, hervorragend ein und vermittelt ein gutes Bild der damals herrschenden Ansichten. Und obwohl lange Zeit nichts gruseliges passiert, haben mich Stephens Beobachtungen total gefesselt, denn der Kampf der Männer gegen die eisige Witterung und den Berg an sich war unglaublich spannend. Als vor allem Stephen dann merkwürdige Beobachtungen macht, schleicht sich langsam, fast unbemerkt, das Grauen in die Gruppe. Was ist damals bei einer früheren Expedition, die dem jetzigen Vorhaben als großes Vorbild dient, tatsächlich auf dem Berg passiert, als nur zwei Männer lebend zurückkehrten? Bis zuletzt habe ich mitgefiebert, ob die Gruppe um Stephen ein ähnliches Schicksal erleiden wird oder ob die Männer den Berg unbeschadet wieder verlassen können. Und dabei war es irgendwann unmöglich, den Aberglauben abzuschütteln, der sich im Lager breitgemacht hat - zu mysteriös sind die Ereignisse, die man anfangs noch als Trugbilder abtut, die sich dann aber nicht mehr leugnen lassen.
Fazit: auf beeindruckend subtile Weise erzählt die Autorin eine Geistergeschichte, die einem nicht nur aufgrund der eisigen Kälte in die Knochen fährt.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Eiskalte Spannung

Das kalte Schweigen der See
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Der Titel ist leider ein wenig nichtssagend, mich hat vor allem das Coverbild angesprochen, das Buch zu lesen. Die Geschichte erzählt von einem grausigen Leichenfund am Nordpolarmeer: eine Studentin wurde ...

Der Titel ist leider ein wenig nichtssagend, mich hat vor allem das Coverbild angesprochen, das Buch zu lesen. Die Geschichte erzählt von einem grausigen Leichenfund am Nordpolarmeer: eine Studentin wurde anscheinend von einem Eisbären getötet. Während die Ermittlungen der Polizei sowohl in das von den Russen bewachte Pyramiden als auch an die Universität führen, untersucht andernorts ein Journalist den angeblichen Selbstmord seiner ehemaligen Kollegin, die sich vehement für den Tierschutz eingesetzt und damit Feinde vor allem bei den Fischern gemacht hat. Lange Zeit werden so zwei Geschichten parallel erzählt, aber man ahnt natürlich, dass die beiden Fälle wohl irgendwie zusammenhängen. Die Auflösung bringt einige Überraschungen mit sich, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Dies ist ein Krimi, der vor allem vom spannenden Geschehen lebt, da ich die Charaktere trotz aller persönlichen Einblicke etwas farblos fand. Interessant dagegen waren die vielen Einblicke in das Leben am Nordpolarmeer, die unterschiedlichen Ansichten der Menschen und auch geschichtliche Hintergründe. Auch das eiskalte Lokalkolorit trug zur ein oder anderen Gänsehaut bei.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Ein ganz besonderes Buch

Das Buch der verlorenen Stunden
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In dem Buch vermischen sich politische Intrigen, eine dramatische Liebesgeschichte und die immerwährende Zeit und ein Raum voller Erinnerungen zu einem fantastischen Leseerlebnis. Geschichten über Zeitreisen, ...

In dem Buch vermischen sich politische Intrigen, eine dramatische Liebesgeschichte und die immerwährende Zeit und ein Raum voller Erinnerungen zu einem fantastischen Leseerlebnis. Geschichten über Zeitreisen, Zeitsprünge oder ähnliches verursachen mir gerne einen Knoten im Hirn, weil ich irgendwann den Überblick verliere und dem Geschehen nicht mehr folgen kann. Das ist hier nicht so: es wird sehr genau und verständlich erklärt, was es mit dem Zeitraum, in dem Erinnerungen archiviert werden, auf sich hat. Dabei begleiten wir Lisavet Levy von Kindesbeinen an bis ins Erwachsenenleben, und dabei durchlebt sie nicht nur ein Leben, sondern durch das Eintauchen in Erinnerungen ganz viele. So wird Lisavet, die sich jahrelang im Zeitraum aufhält, zu einem ganz besonderen Menschen, und als die Geheimdienste auf sie aufmerksam werden, auch zu einer Zielscheibe. Denn Lisavet will alle Erinnerungen bewahren, während andere Gruppen die Erinnerung an und die Vergangenheit selbst durch das gezielte Auslöschen von Erinnerungen zu ihren Gunsten verändern wollen. Obwohl ich Polit-Thriller normalerweise nicht mag, hat dieser Aspekt mich bei diesem Buch ganz besonders gereizt. Zudem haben die vielen realen historischen Meilensteine, die hier eingeflochten werden, die Fantasy, die mit dem Zeitraum einhergeht, relativiert und geerdet, so dass sich eine sehr bodenständige Mischung ergab, die trotz ihrer Unglaublichkeit irgendwie auch glaubhaft wirkte. Lisavet selbst ist eine sehr komplexe Figur, ihr isoliertes Heranwachsen, ihr Unkenntnis der Geschehnisse in der Welt, ihre erste Liebe, ihre Entscheidungen und vor allem auch ihre Fehlentscheidungen, die schwerwiegende Folgen mit sich bringen, machen sie sehr menschlich und nahbar. Im Kontrast dazu stehen die Zeithüter, die im Auftrag ihrer Befehlshaber handeln und den Zeitraum als Mittel zum Zweck betrachten, während er für Lisavet Heimat bedeutet. Ihre Liebe zu einem der Zeithüter ist sehr romantisch, aber was darauf folgt ist herzzerreissend in seiner Konsequenz und dem, was im Anschluss passiert. Fazit: ein beeindruckender dystopischer Roman, der eine tief bewegende Geschichte erzählt.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Solider Serieneinstieg mit Potential

Aschenputtel
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Ein Mädchen verschwindet aus einem Zug, der Vater gerät in Verdacht. Doch so einfach ist es dann doch nicht, und als die Leiche des Mädchens auftaucht steht die Polizei vor einem Rätsel. Geschickt konstruiert ...

Ein Mädchen verschwindet aus einem Zug, der Vater gerät in Verdacht. Doch so einfach ist es dann doch nicht, und als die Leiche des Mädchens auftaucht steht die Polizei vor einem Rätsel. Geschickt konstruiert die Autorin einen Plot mit vielen unerwarteten Wendungen und gutem Tempo, dass lediglich durch die vielen Einschübe privater Problemchen des Ermittlungsteams etwas ausgebremst wird. Zwar wird das Team so gut eingeführt, aber die vielen Nebenschauplätze verwässerten auch ein wenig die Spannung, die der schockierende Fall mit sich brachte. Mir waren es einfach zu viele Beziehungsdramen und wäre für den ersten Band in dieser Ausführlichkeit noch nicht nötig gewesen. Abgesehen davon hat mich die Geschichte von Aschenputtel bei der Stange gehalten und bis zuletzt miträtseln lassen.

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