Profilbild von misspider

misspider

Lesejury Star
offline

misspider ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit misspider über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2025

Achtung: Zuckerschock

Love & Lebkuchen
0

Diese romantische Weihnachtsgeschichte hat alle Zutaten, um ein extra süßes Leseerlebnis zu bescheren: klassische Romanze mit Hindernissen, bei der Sie und Er anfangs Gegenspieler sind, sich aber gleichermaßen ...

Diese romantische Weihnachtsgeschichte hat alle Zutaten, um ein extra süßes Leseerlebnis zu bescheren: klassische Romanze mit Hindernissen, bei der Sie und Er anfangs Gegenspieler sind, sich aber gleichermaßen voneinander angezogen fühlen. Es gibt einen Wettbewerb, in dem beide gegeneinander antreten, dazu hitzige Wortgefechte, aber auch gemeinsame Momente zu zweit zum Annähern, verschiedene Missverständnisse, die das Misstrauen schüren und aus dem Weg geräumt werden müssen, Drama und Kitsch am und ohne Ende...kurz gesagt: genau das was man von diesem Genre erwartet. Am Ende warten dann noch einige ausgewählte Rezepte aus der Geschichte - leider fehlt ausgerechnet das für Lebkuchen. Fazit: nach gewohntem Schema, macht aber trotzdem oder gerade deswegen gute Laune und verbreitet Weihnachtsstimmung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.10.2025

Bücher, Liebe und Meer

Die kleine Inselbibliothek
0

Altbekanntes Schema im neuen Gewand: diese sommerliche Romanze spielt sich auf einer Insel ab, es gibt eine Buchhandlung, eine Tauschbibliothek, und der Hafen soll umgebaut werden, um der Insel höhere ...

Altbekanntes Schema im neuen Gewand: diese sommerliche Romanze spielt sich auf einer Insel ab, es gibt eine Buchhandlung, eine Tauschbibliothek, und der Hafen soll umgebaut werden, um der Insel höhere Einnahmen zu bescheren. Klar, dass Logan, der die Planung übernehmen soll, erst einmal auf Ablehnung bei den Inselbewohnern trifft. Allen voran Lucy, der die örtliche Buchhandlung gehört und die die Interessen der Inselbewohner und lokalen Händler vertritt. Gemeinsam sollen sie Vorschläge erarbeiten, mit welchen Maßnahmen die Insel vor dem finanziellen Ruin zu retten ist. Bauen vs. Denkmalschutz, Modernisierung vs. Tradition - man kann sich denken in welche Richtung die Geschichte laufen wird. Hinzu kommt eine Art Brieffreundschaft, in der "Inselfee" und "Gatsby-Fan" Nachrichten über die Tauschbibliothek austauschen - und sich natürlich unweigerlich näher kommen. Zumindest platonisch, denn sie wissen ja nicht wer jeweils hinter dem Pseudonym steckt. Wir als Leser:innen natürlich schon, und so ist es nur eine Frage des Wann, nicht des Ob, die beiden es selbst herausfinden. Soweit so gut: der Ablauf ist vorgegeben, Lucy und Logan finden sich anziehend, gleichzeitig stehen ihnen die beruflichen Interessen im Wege und daher versuchen sie ihre Gefühle im Zaum zu halten. Zudem wird Logan die Insel bald verlassen, und Lucy wurde zu oft enttäuscht um eine weitere Beziehung zu riskieren. Es gibt das also übliche Hin und Her, die bewähren Missverständnisse und Auseinandersetzungen, bei denen es aber unterschwellig doch immer auch knistert zwischen den beiden. Lucy und Logan waren mir beide leider zu stereotyp und vorhersehbar, es fehlte das gewisse Etwas, um dieses Buch aus der Masse des Genres herauszuheben. Und es ist wohl kein Spoiler wenn verraten wird dass das Ende mehr als happy ausfällt. Fazit: das Rad wird hier nicht neu erfunden, aber es gibt ein paar nette Ideen, um die Geschichte aufzumotzen und interessant zu machen, so dass sie auf jeden Fall für ein paar vergnügliche Lesestunden gut ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.10.2025

Ein Kater auf Rachefeldzug

Moribundus
0

Kater Garv geht es gut: er lebt bei einem kleinen Mädchen, das ihn hingebungsvoll liebt und verwöhnt. Wäre da nicht der Vater, der Garv nicht leiden kann und ihn ständig malträtiert. Und wäre da nicht ...

Kater Garv geht es gut: er lebt bei einem kleinen Mädchen, das ihn hingebungsvoll liebt und verwöhnt. Wäre da nicht der Vater, der Garv nicht leiden kann und ihn ständig malträtiert. Und wäre da nicht die Freundin des Vaters mit ihrer Katzenallergie, die Garv hasst und dies auch auf brutale Weise zeigt. Ein süßer kleiner Hund wäre doch eigentlich viel besser als Haustier geeignet, oder? Also wird Garv aussortiert und gerät auch bei Alessa schnell in Vergessenheit wie ein abgeliebtes Spielzeug. Doch Garv, gequält, vernachlässigt und an der Schwelle zum Hungertod, bekommt von unerwarteter Seite Unterstützung - und sinnt schon bald auf blutige Rache. Diese unglaubliche Mischung aus Animal, Body und Revenge Horror ist wahrlich nichts für schwache Nerven, aber ein echtes (Gore) Fest für alle Horrorfans. Und das nicht einfach nur um des Effekts willen, trägt die Geschichte doch eine wichtige Botschaft an die Leserschaft heran. Somit ist dies nicht nur eine erschreckende Horrorgeschichte, sondern auch ein flammender Appell für Tierrechte und gegen Tierquälerei. Auf eindringlichste und sehr explizite Weise beschreibt der Autor das Geschehen, und alleine die genial bildhafte Schreibweise macht das Lesen zu einem echten Vergnügen - beim Inhalt fühlt sich dieses Wort irgendwie falsch, ja fast pervers an, aber trotzdem habe ich jede Zeile dieses Buches verschlungen und Garv am Ende zugejubelt, als er die wahren Monster, natürlich wieder einmal die Menschen, ihrer verdienten Strafe zuführt. Dass das Buch aus der Sicht des Katers erzählt wird, gibt dem Geschehen zudem eine ganz neue Perspektive und regt zum Nachdenken darüber an, was in unseren tierischen Mitbewohnern vorgeht, was sie fühlen und wie sie die Welt wahrnehmen. Fazit: Ein unglaublich intensiver Höllenritt, für den man einen starken Magen und noch stärkere Nerven braucht. Ich werde der Animal Lane definitiv einen weiteren Besuch abstatten!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2025

Spannend mit Luft nach oben

Das erkaufte Glück
0

Der erste Fall für Lea Nielsen war wirklich spannend und mit gut ausgedachten nicht vorhergesehenen Wendungen konstruiert Somit hat mich das Buch richtiggehend gefesselt und ich habe es fast in einem Rutsch ...

Der erste Fall für Lea Nielsen war wirklich spannend und mit gut ausgedachten nicht vorhergesehenen Wendungen konstruiert Somit hat mich das Buch richtiggehend gefesselt und ich habe es fast in einem Rutsch durchgelesen. Einziger, und leider auch großer, Kritikpunkt ist die Liebesgeschichte zwischen Lea, die ja gerade erst nach Wittmund gezogen ist, und ihrem Bootsnachbarn Jan. Eigentlich will Lea keine neue Beziehung, lässt sich dann aber innerhalb kürzester Zeit doch darauf ein - das war extrem unglaubwürdig. Dass Jan immer "zufällig" da war wenn Lea zurückkam und dann auch noch wie aus dem Nichts einen passenden Kommentar zum Fall hatte, fand ich dann auch höchst verdächtig, um nicht zu sagen unheimlich. Besser gefunden hätte ich es, wenn sich die Beziehung mit der Zeit und über die nächsten Bände der Reihe hinweg aufbaut - was soll denn da jetzt noch geboten werden? Gut gefallen hat mir aber alles andere: rund um den Fall: das merkwürdig kalte, verdächtige Verhalten der Eltern der entführten Maya sowie die nach und nach enthüllten Geheimnisse um ihre Person und ihre Freundschaften. Auch das Zusammenraufen von Lea mit dem neuen Team, das sie nicht gerade mit offenen Armen empfängt, und die schwierige Situation mit dem dementen Vater, um den sich Lea kümmern muss, fand ich sehr überzeugend. Fazit: starker erster Auftritt von Lea Nielsen, der leider durch die unnötig gehetzte Liebesgeschichte verwässert wird. Eine Fortsetzung würde ich aber unbedingt lesen wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2025

Die Länge

Die Kälte
0

Der Anfang des Buches gestaltet sich einigermaßen zäh, und zwischendurch fand ich es sogar richtiggehend langweilig, womit sich die Leute auf der Station die Zeit vertrieben. Auch die Beschreibung der ...

Der Anfang des Buches gestaltet sich einigermaßen zäh, und zwischendurch fand ich es sogar richtiggehend langweilig, womit sich die Leute auf der Station die Zeit vertrieben. Auch die Beschreibung der Gedankengänge und Gefühlswelt vor allem der Protagonistin waren recht langatmig. Vermutlich sollte die Veränderung im Gemütszustand und Verhalten der Crewmitglieder veranschaulicht werden, aber irgendwie fand ich die entsprechenden Beschreibungen überhaupt nicht fesselnd hier hätte ich mir knackig-kurze, drastischere Szenen gewünscht. Hat man die erste Hälfte dann aber erst einmal hinter sich gebracht, wird es doch noch recht spannend, auch wenn mir die Autorin letztlich zu viele Geheimnisse und Auflösungen in die Geschichte hineingepackt hat, daraus hätte man gut zwei etwas kürzere, dafür konzentriertere Bücher machen können. Fazit: gute Ideen, aber das Buch hätte gerade in der ersten Hälfte deutlich gestrafft werden können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere