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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

unterhaltsam

Drei auf Reisen
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Meine Erwartungen waren hoch. Die Leseprobe war spritzig und ich kenne bereits ein Buch von David Nicholls. Auch wenn ich zugeben muss, dass diesmal die Protagonisten etwas älter sein, als ich es so aus ...

Meine Erwartungen waren hoch. Die Leseprobe war spritzig und ich kenne bereits ein Buch von David Nicholls. Auch wenn ich zugeben muss, dass diesmal die Protagonisten etwas älter sein, als ich es so aus eigener Sicht kenne.
Connie will Douglass nach vielen Jahren Ehe verlassen. Das Ganze scheint erst mal ziemlich rational und kühl berechnend, denn sie will genau so lange warten, bis der Sohn auszieht. Damit die Veränderung einfach und ohne großes Trara für den Sohn über die Bühne geht. Das ist auch ein Markenzeichen Connie. Sie handelt überlegt und rational will aber gleichzeitig, dass ihr Mann anders reagiert, als er eigentlich ist. Aber Douglas ist natürlich aus der Bahn geworfen, hat wohl nicht damit gerechnet, dass seine Frau ihn so einfach verlassen will.
Schritt für Schritt wird nun erzählt, wie die beiden sich kennengelernt haben und wie ihre Beziehung, ihre Ehe verlaufen ist. Dabei gab es einige gravierende Tiefpunkte, wie den Tod der gemeinsamen Tochter. Douglas ist sicherlich ein Mannes, der vor allem Pragmatiker und als Biochemiker nicht gerade der liebevollste und impulsivste Mensch ist. Aber hat Connie das nicht gewusst und vielleicht auch gerade geschätzt an ihm? Seine Ruhe, seine Zuverlässigkeit, seine abgeklärte Art mit den Dingen des Lebens umzugehen. Douglas beschließt, um seine Frau zu kämpfen.
Auf einer großen langen Urlaubsreise versucht er seiner Frau wieder näher zu kommen. Aber er verzettelt sich. Vor allem, weil auch sein Sohn mit von der Partie ist und die beiden ebenfalls große Beziehungsprobleme haben. Douglass hat es einfach nicht verstanden, mit seiner Familie so umzugehen, dass sie ihm erhalten bleibt. Und nun fällt es ihm schwer, mit den Folgen umzugehen.
Seine Reise wird zusehends verzweifelter und ohne zu viel zu verraten steht er irgendwann alleine da und ist hilflos und unglücklich. Wie soll er jetzt bloß weitermachen.
Ob es ein Happy End gibt verrate ich nicht. Mir hat das Buch gut gefallen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

sehr spannend

Und morgen du (Ein Fabian-Risk-Krimi 1)
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Fabian Rist ist ein neuer Charakter auf dem großen nordischen Kommsissaren-Feld. Er agiert in Helsingborg, einer kleinen schwedischen Stadt, die auch sein Heimatort ist. Mit Frau und Kindern zieht er aus ...

Fabian Rist ist ein neuer Charakter auf dem großen nordischen Kommsissaren-Feld. Er agiert in Helsingborg, einer kleinen schwedischen Stadt, die auch sein Heimatort ist. Mit Frau und Kindern zieht er aus Stockholm dorthin zurück und ermittelt alsbald in seinem ersten Mordfall. Der Krimi nutzt alle gängigen Spannungsmittel und reiht sich auf interessante Weise in die Reihe der schwedischen Autoren ein. Im besten Sinne ist er ein skandinavischer Thriller. Die Morde sind sehr brutal. Man sollte keine zu schwachen Nerven haben. Da wird einiges Blut vergossen und schon mal Körperteile abgehackt. Die Grausamkeiten und ein altes Klassenfoto deuten auf einen Racheakt hin. Geschehnisse in der lang zurück liegenden Schulzeit könnten ein Motiv sein für die Morde. Und Fabian Risk ist auch auf diesem Klassenfoto und damit kennt er die Opfer und wahrscheinlich auch den Täter persönlich.

Risk ist ein Kommissar, wie der Leser ihn mag. Er hat eine bewegte Vergangenheit und ein etwas unruhiges Familienleben, welches immer wieder eine Rolle spielt, und auch in der Arbeit ist er manchmal etwas sperrig und provoziert Ärger durch diverse Alleingänge und Widerworte bei der neuen Chefin. Diese Reibungen sind aber in angemessenem Rahmen und durchaus glaubwürdig, keineswegs kontraproduktiv. Außerdem bilden sie nur den Rahmen für die trickreiche und kniffelige Krimihandlung. Perspektivwechsel bringen zusätzliches Tempo in die Geschichte und durch diverse Cliffhanger bleibt man tatsächlich gerne am Ball bei diesem Buch. Schön finde ich immer, wenn ich durch überraschende Wendungen nochmal zusätzlich unterhalten und überrascht werde und hier wurde ich in diesem Krimi sehr gut bedient. Meine Vermutungen wurden ein paar Mal über den Haufen geschmissen und der Showdown ist nochmal ein Höhepunkt der Story.

Mein Fazit: Ein wirklich lesenswerter erster Band. Solide und ohne große Ungereimtheiten. Sicherlich werde ich auch Folgebände im Auge behalten.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Bennie ermittelt wieder

Cobra
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Bennie Griessel wird diesmal auf ein Weingut gerufen. Dort finden er und seine Kollegen mehrere erschossene Männer und der Besitzer des Anwesens gibt zu Protokoll, dass ein Engländer diese Männer als Leibwächter ...

Bennie Griessel wird diesmal auf ein Weingut gerufen. Dort finden er und seine Kollegen mehrere erschossene Männer und der Besitzer des Anwesens gibt zu Protokoll, dass ein Engländer diese Männer als Leibwächter engagiert hatte und dieser nun verschwunden ist. Die scheinbare Entführung führt die Fahnder ins Bankenmillieu, denn es geht um ein ganz spezielles Computerprogramm, welches so einiges in der Strafverfolgung verbessern könnte. In rasantem Erzähltempo geht die Geschichte voran. Für zusätzliche Verwirrung und Action sorgt der kleine Gauner Tyrone, der sich mit Diebstählen durchs Leben schlägt und plötzlich einen gefährlichen Verfolger im Nacken hat, der ihm ein ganz bestimmtes Diebesgut wieder abnehmen möchte, wenn es sein muss auch mit Gewalt. Es dauert eine ganze Weile, bis man auf die Zusammenhänge zwischen den beiden Fällen kommt und auch Bennie erkennt erst spät, was wirklich gespielt wird.

Ich habe mich wieder gefreut über ein Wiedersehen mit Bennie Griessel. Auch wenn er eigentlich ein Antiheld ist, denn er ist Alkoholiker, lebt getrennt von seiner Familie und ist einer von denen, die immer wieder an sich zweifeln. Gleichzeitig ist er aber auch ein überaus fähiger Polizist mit dem richtigen Spürsinn und einem hartnäckigen Jagdinstinkt, der bis jetzt noch jeden Mörder irgendwann zur Strecke gebracht hat.

Deon Meyer versteht es, seinen Plot geschickt und glaubwürdig zu erzählen und er hat sich diesmal ein sehr aktuelles Thema ausgesucht. Dennoch versäumt er es nicht, seine Geschichte wider in das ganz spezielle Ambiente Südafrikas zu verpacken, in dem es von typisch afrikanischen Charakterköpfen nur so wimmelt. Ich war ja persönlich noch nie in Afrika und vielleicht faszinieren mich die Krimis von Meyer auch deshalb weil ich das Gefühl habe, ich würde ein bisschen was von diesem Land, seiner verzwickten politischen Lage und den gesellschaftlichen Zwängen und Ungleichgewichten erfahren. Mir hat dieser Thriller wirklich sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf einen neuen Fall mit Bennie. Vor allem weil ich gerne wissen würde, wie es mit Bennie und Alexa weitergeht und ob sie beide trocken bleiben.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Sommerlektüre

Der Klang der Lüge
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Der Einstieg in das Buch fällt leicht. Liv Winterberg beginnt die Geschichte mit einem dramatischen Prolog, in dem ein kleines Mädchen von seiner Mutter im Wald zurückgelassen wird. Sollte sie die Nacht ...

Der Einstieg in das Buch fällt leicht. Liv Winterberg beginnt die Geschichte mit einem dramatischen Prolog, in dem ein kleines Mädchen von seiner Mutter im Wald zurückgelassen wird. Sollte sie die Nacht überleben ist sie vielleicht kein Wechselbalg und der liebe Gott hat es gut mit ihr gemeint. Aber das Baby hat Glück. Sybilla findet sie und nimmt sich ihrer an. Die eigentliche Geschichte beginnt viel später, als Alissende bereits eine junge Frau ist und mit zwei Brüdern durch das Land zieht auf Suche nach Arbeit. Auch die geliebte Sybilla hat sie verloren und sie ist allein und arm. Die drei landen zufällig im Dorf Sériol und sie scheinen endlich einmal Glück zu haben, denn die Leute dort nehmen sie gerne auf, sind freundlich und unvoreingenommen und geben ihnen Arbeit und Essen und Unterkunft. Aber dem Dorf droht bereits großes Unheil, da Bischof Durand im Land fanatisch nach Andersgläubigen sucht, die er dingfest machen und dann vernichten kann. Und er hat bereits ein Auge auf das kleine Dorf geworfen. Seine Macht scheint grenzenlos und mit Folter, Gewalt und Geld schaffte er es, dass alle Erwachsenen des Dorfes inhaftiert und fort geschafft werden. Die Kinder und Jugendlichen sind alleine und Sybilla versucht ihnen zu helfen und sich selbst und ihre neue Liebe zu retten.
Das Buch liest sich flüssig und schnell. Man ist gespannt wie es weitergeht, weiß aber ziemlich schnell wie der Hase in der Geschichte läuft. Das ist auch mein größter Kritikpunkt, dass es kaum überraschende Wendungen oder Unvorhergesehenes gibt und auch die Protagonisten ziemlich eindimensional beschrieben werden. Teilweise mag dies den tatsächlichen Geschehnissen geschuldet sein, die diesem Roman wohl zu Grunde liegen. Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen, denn man brauch ja nicht immer einen komplizierten Roman sondern auch mal was für den Strand und die leichtere Unterhaltung. Die Heldin ist mir sympathisch gewesen und das Thema der Verfolgung aus Glaubensgründen wird etwas oberflächlich aber treffend geschildert . Deshalb wurde ich durchaus gut unterhalten und empfehle das Buch zur Sommerlektüre und zum Entspannen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

tolles Buch

Sechs Millionen Kekse im Jahr
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Jessica Thome hat ein Jahr lang ein Buch über ihren Alltag geschrieben. Ich denke, sie hat die Form eines Tagebuchs mit Absicht gewählt und will hier nicht ihr Seelenleben auf den Prüfstand stellen, sondern ...

Jessica Thome hat ein Jahr lang ein Buch über ihren Alltag geschrieben. Ich denke, sie hat die Form eines Tagebuchs mit Absicht gewählt und will hier nicht ihr Seelenleben auf den Prüfstand stellen, sondern mit täglichen kleinen und großen Szenen aufzeigen, wie ein durch eine Krankheit im Leben zeitweise Behinderter Mensch dieses jedoch gut meistert und dabei keineswegs den Humor und den Spaß verliert. Sie gewährt dem Leser Einblicke in Geschehnisse und Abläufe, die für einen Gesunden mit Selbstverständlichkeit und gedankenloser Leichtigkeit erledigt werden – z.B. das Fahren in öffentlichen Verkehrsmittel – die aber im Falle von Jessica zu peinlichen und frustrierenden Situationen führen können und die die Autorin auch frustriert an der Menschheit zweifeln lassen. Ich war hier wirklich manchmal sehr bewegt und habe auch laut geschimpft über das Unverständnis der Mitmenschen. Allerdings muss ich gestehen, dass es sicherlich für einen Laien in Unkenntnis schwer ist, die verbalen Ausbrüche einzuordnen, die Jessica von sich geben kann und muss.
Die Schwierigkeit zwischen ihren verbalen Ticks mit anderen Menschen ein sinnvolles Gespräch zu führen und auch Fremde davon zu überzeugen, dass sie keine fluchende Irre, sondern eine liebenswerte Tourette-Kranke ist, gehen zu Herzen und machen dennoch auch Spaß zu lesen. Ihre Art, gerade die sprachlichen Ticks als Ausdruck ihres lebhaften Geistes zu sehen und damit fast spielerisch umzugehen, mit Freunden darüber zu Scherzen, macht Mut und öffnet die Augen für diese Krankheit.
Traurig macht, dass die Krankheit weiter voranschreitet und vor allem dann auch zu körperlichen Problemen, in Jessicas Fall vor allem mit den Beinen, führt, die zu Stürzen führen und dazu, dass sie ohne fremde Hilfe oft nicht aufstehen und weitergehen kann.
Ich kann mir nun ansatzweise vorstellen, wie das Leben mit Tourette-Syndrom ist. An dieser Stelle empfehle ich auch den Film „Einen Tick anders“. Falls der mal irgendwann wieder läuft, unbedingt anschauen. Auch hier ist eine liebenswerte Tourette-Dame im Mittelpunkt. Mit Leichtigkeit und Charme erzählt, wie dieses Buch hier.