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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.10.2024

bayerisches Flair

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
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Erst mal - ein herrliches Cover hat dieser neue Kluftinger-Krimi. Auch wenn es mit dem Inhalt diesmal wenig zu tun hat. Klufti ermittelt in einem Mordfall in den eigenen Reihen bei einer internen Übung. ...

Erst mal - ein herrliches Cover hat dieser neue Kluftinger-Krimi. Auch wenn es mit dem Inhalt diesmal wenig zu tun hat. Klufti ermittelt in einem Mordfall in den eigenen Reihen bei einer internen Übung. Aber diesmal ist er nicht bei der Sache, möchte er doch in der Lokalpolitik einen Sitz erringen.

Wer Kluftinger-Bücher liest, von denen es ja bereits 13 Stück gibt, der erwartet eine ganz bestimmte Mischung. Zum einen ist dass das Personal, dass etwas schrullig und mit bayerischem Lokalkolorit ausgestattet ist. Allen voran der Klufti, der manchmal etwas schwerfällig wirkt, aber im Ernstfall schneller agiert, als gedacht. Der mit der aktuellen Technik eher mal auf Kriegsfuß steht aber das Herz am rechten Fleck hat. Der von seinen Freunden geliebt und den Feinden unterschätzt wird.

Und dann gibt es da noch den Kriminalfall, der ebenfalls auf die ein oder andere Art meist eine bayerische Note bekommt.

Also im Großen und Ganzen bekommt man genau das, was man erwartet. Wie in den letzten Jahren meiner Meinung nach immer, lässt die Spannung zu Wünschen übrig. Also ich lese das nicht wegen des Crime-Factors sondern wegen des Heimatfeelings.

Veröffentlicht am 01.09.2024

volle Punktzahl

Feuerjagd
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Mir war leider nicht bewusst, dass es sich um eine Fortsetzung handelt. Auch wenn es eine ist, die einige Jahre nach "Der Sucher" einsetzt. Und ich für meinen Teil habe mich sofort sehr gut zurechtgefunden ...

Mir war leider nicht bewusst, dass es sich um eine Fortsetzung handelt. Auch wenn es eine ist, die einige Jahre nach "Der Sucher" einsetzt. Und ich für meinen Teil habe mich sofort sehr gut zurechtgefunden und habe auch ohne Vorkenntnisse nichts vermisst. Aber was sollte man vermissen, wenn man nicht weiß, ob es da etwas gab. Also werde ich den ersten Band noch nachschieben.

Feuerjagd erzählt von einer jungen Frau, die es nicht leicht hatte im Leben. Und gerade als sie denkt, es würde besser werden - auch dank ihrem väterlichen Freund und Unterstützer Cal - da taucht der Vater wieder auf. Und die Autorin versteht es, mit wenigen Sätzen klar zumachen, dass dieser Mann nichts Gutes bedeutet und dass das Mädchen Trey weiß, dass sie und ihre Familie durch ihn in große Gefahr geraten werden. Und Trey ist kein Kind mehr. Sie beschließt, den ungeliebten Vater dorthin zu schicken, wo der Pfeffer wächst. Koste es, was es wolle.

Was für tolle Bilder die Autorin im Kopf machen kann. Ich bin hin und weg von dieser Klarheit, dieser klugen Erzählweise. Volle Punktzahl

Veröffentlicht am 01.09.2024

magisch-geheimnisvoll

Starling House
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Opal hält sich mit Gelegenheitsjobs und kleineren Gaunereien über Wasser. Als sie einen Putzjob in Starlinghouse bekommt, ist sie froh, denn nun kann sie ihren jüngeren Bruder im Studium unterstützen. ...

Opal hält sich mit Gelegenheitsjobs und kleineren Gaunereien über Wasser. Als sie einen Putzjob in Starlinghouse bekommt, ist sie froh, denn nun kann sie ihren jüngeren Bruder im Studium unterstützen. Außerdem übt das Haus bald einen unglaublichen Sog auf sie aus. Am Tage versucht sie der geheimnisvollen Vergangenheit der ehemaligen Bewohner auf die Spur zu kommen, nachts träumt sie von Starlinghouse.

Am meisten gefällt mir an den Büchern von Alix E. Harrow der malerische Erzählstil. Sie malt Bilder mit ihren Worten. Bilder, in denen ich mich gut zurechtfinde, die eine gewisse Magie in sich haben, der ich mich als Leserin schwer entziehen kann. Außerdem lässt sie sie Zeit für ihre Darsteller und lässt sie auf eine angenehme Weise ganz normal und dadurch real wirken. Die Beziehungen der Personen sind wichtig aber nicht aufgesetzt. Alles wirkt, als könnte es wirklich so irgendwo passieren und dennoch ist da dieser geheimnisvolle Unterton, der von Anfang an fesselt.

Mir hat das Buch gut gefallen.

Veröffentlicht am 01.09.2024

eine ungewöhnliche Freundschaft

Pi mal Daumen
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Der sechzehnjährige Oscar ist ein Mathegenie. Und irgendwie ist er auch seltsam unbeholfen im Umgang mit dem Rest der Welt, weswegen man bei ihm wohl autistische Züge vermuten darf. In der erste Vorlesung ...

Der sechzehnjährige Oscar ist ein Mathegenie. Und irgendwie ist er auch seltsam unbeholfen im Umgang mit dem Rest der Welt, weswegen man bei ihm wohl autistische Züge vermuten darf. In der erste Vorlesung an der Uni lernt er Moni kennen, eine Frau, die dem Alter nach locker seine Großmutter sein könnte und neben zahlreichen Jobs nun auch die Unibank drücken will, da sie von Mathematik fasziniert ist. Oscar spürt schnell, dass hier eine verwandte Seele ist und er sich dieser leichter öffnen kann. Auch weil Moni laut, unkonventionell, etwas schrill ist und Oscar wie einen ganz normalen Typen gehandelt.

Am besten hat mir gefallen, wie diese zwei unterschiedlichen Charakter miteinander agieren, wie sie langsam mehr über einander herausfinden, wie Oscar Monis Umfeld in sich aufsaugt. Er der in einer spröden Grafenfamilie aufwächst wird in eine ganz andere Welt geschleudert. Aber die gemeinsame Liebe zur Mathematik hilft ihnen über alle Unterschiede hinweg. Alter, Herkunft, Geschlecht, Voruteile. Irgendwie prallt das alles bald an ihrer Freundschaft ab.

Ein Buch, welches nachdenklich macht. Ein Buch, welches ich mir gut als Verfilmung vorstellen könnte.

Veröffentlicht am 01.09.2024

beglückend

Das Wesen des Lebens
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Die Stellersche Seekuh, vor 300 Jahren endeckt, wird durch die Zeiten als eine Art begleitet, die der Mensch gefunden, ein wenig erforscht, gejagt, ihres Lebensraumes beraubt und dann ausgerottet hat. ...

Die Stellersche Seekuh, vor 300 Jahren endeckt, wird durch die Zeiten als eine Art begleitet, die der Mensch gefunden, ein wenig erforscht, gejagt, ihres Lebensraumes beraubt und dann ausgerottet hat. Diese Tierart fungiert stellvertretend für viele ausgestorbenen Tiere. Aber es wird auch erzählt, wie der Mensch und die Gesellschaft und die Welt sich verändert haben.

Das Buch ist kein eigentlicher Roman. Das sollte man wissen, wenn man mit der Lektüre beginnt. Man muss sich auf die Art einlassen, mit der der Text aufbereitet wurde. In drei Abschnitte wird ein Panoptikum aufgeblättert. Viele verschiedenen Menschen und Geschichten werden teil lose durch das Schicksal der Seekuh miteinander verbunden. Expeditionen, Wissenschafter, Schiffsbesatzungen alle bilden einen Reigen um das Aussterben der Gattung.

Die Sprache ist wunderbar zurückgenommen, sehr sachlich und doch gleichzeitig warmherzig und sehr aufmerksam. Ich war fasziniert von diesem Buch. Ein überraschendes und glücklich machendes Leseerlebnis, auch wenn das Schicksal der Seekuh ein trauriges ist.

Ein Statement für mehr Aufmerksamkeit für die Natur und ihre wunderbaren Lebewesen.