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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2025

Atmosphärisch und packend, aber mit Schwächen

Let's Split Up - Ein verfluchtes Haus. Vier Freunde. Eine verhängnisvolle Entscheidung.
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Das Cover besticht durch sein dunkles Farbschema. Mich sprach es sofort an, da es eine unheimlich mysteriöse Stimmung vermittelt. Die angedeuteten Blutspritzer und die intensiven Farbverläufe versprechen ...

Das Cover besticht durch sein dunkles Farbschema. Mich sprach es sofort an, da es eine unheimlich mysteriöse Stimmung vermittelt. Die angedeuteten Blutspritzer und die intensiven Farbverläufe versprechen von Beginn an einen klassischen Horror-Young-Adult-Thriller.

Die Geschichte spielt in der Kleinstadt Sanera in Kalifornien. Im Prolog erfährt man von einem alten Herrenhaus, das unter den Einwohnern schon seit langer Zeit als Spukhaus gilt. Seit Generationen kursieren die Gerüchte, dass dort eine unheimliche Gestalt – ein „Ghul“ – ihr Unwesen treibt, nachdem dieser vor über hundert Jahren selbst in dem Haus ums Leben gekommen sein soll.

Die beiden beliebten Schüler Brad und Shelley wagen sich dorthin und werden brutal ermordet. Daraufhin beschließen vier Teenager – Cam, Jonesy, Amber und Billy – eigene Nachforschungen anzustellen. Doch damit geraten sie selbst ins Visier des Grauens.

Mich konnte das Buch wirklich überzeugen. Die Horror- und Thriller-Elemente sind atmosphärisch umgesetzt und sorgen für viele spannende, teils richtig gruselige Momente. Auch die vier Hauptfiguren sind gut ausgearbeitet: Jede von ihnen bringt eigene Stärken und Schwächen mit, und zusammen ergeben sie ein glaubwürdiges Team, das man gerne begleitet.

Allerdings lässt der Spannungsverlauf gegen Ende etwas nach, und als „erfahrener“ Thriller-Leser war ich von den Plottwists nicht mehr wirklich überrascht. Trotzdem war Let’s Split Up für mich eine lohnende Lektüre. Es gibt einige echte Gänsehaut-Szenen, die die Schwächen im Finale ausgleichen.

Ich vergebe daher 4 von 5 Sternen – einzig das Ende war mir zu schwach für die volle Punktzahl.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Kopf hoch… oder ab?

Star-Crossed Hearts
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Star-Crossed Hearts erzählt die Vorgeschichte der Herzkönigin Catherine aus der bekannten Geschichte Alice im Wunderland. Catherine träumt davon, ihre große Leidenschaft, das Backen, zum Beruf zu machen ...

Star-Crossed Hearts erzählt die Vorgeschichte der Herzkönigin Catherine aus der bekannten Geschichte Alice im Wunderland. Catherine träumt davon, ihre große Leidenschaft, das Backen, zum Beruf zu machen und eine eigene Bäckerei zu eröffnen. Doch ihre wohlhabenden Eltern haben andere Pläne für sie: Sie soll den Herzkönig heiraten und Herzkönigin werden.

Auf einem Ball trifft sie den geheimnisvollen Jest und verliebt sich leidenschaftlich in ihn. Doch ihre Liebe ist verboten und vom Schicksal herausgefordert – und genau das macht die Geschichte so spannend und berührend.

Das Cover ist einfach wunderschön gestaltet. Weiß und Rot dominieren, Herzen und Ranken ziehen sich elegant durch das Motiv, und sofort wird klar, dass es um die Herzkönigin geht. Die Aufmachung ist edel und einladend, man möchte das Buch direkt aufschlagen.

Der Schreibstil der Autorin ist bildhaft und poetisch, man taucht nach wenigen Kapiteln völlig in die Geschichte ein und verliert nie die Spannung. Besonders berührend ist es, zu sehen, wie aus der jungen Catherine die berühmte Herzkönigin wurde – man versteht ihre Entscheidungen und ihr Herz auf eine ganz neue Weise.

Auch bekannte Figuren aus Alice im Wunderland tauchen auf und machen das Königreich der Herzen noch lebendiger. Catherine selbst ist eine starke, vielschichtige Protagonistin, mit der man richtig mitfühlt. Man leidet, hofft und träumt mit ihr, und das Buch zeigt auf wunderbare Weise, dass das Schicksal manchmal sehr hart sein kann.

Für alle, die Alice im Wunderland lieben, märchenhafte Fantasy und eine verbotene Liebesgeschichte mögen, ist dieses Buch ein absolutes Muss. Ich habe es sehr gerne gelesen und gebe ihm 4,5 von 5 Sternen. Es war eine wundervolle Reise zurück in meine Kindheit, und beim nächsten Mal, wenn ich Alice im Wunderland lese oder sehe, werde ich sicher viel mehr Verständnis für die Herzkönigin haben.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Mumpelmoff verzaubert Kinder!

Mumpelmoff und das Wunder am Schloss
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Ein wundervolles Kinderbuch ab 6 Jahren, das thematisch und inhaltlich genau passt. Schon das Cover ist ein kleines Kunstwerk: liebevoll illustriert, mit wunderschönen goldenen Akzenten, die sofort ins ...

Ein wundervolles Kinderbuch ab 6 Jahren, das thematisch und inhaltlich genau passt. Schon das Cover ist ein kleines Kunstwerk: liebevoll illustriert, mit wunderschönen goldenen Akzenten, die sofort ins Auge fallen und dem Buch eine ganz besondere Note verleihen. Es verspricht eine herbstliche, leicht geheimnisvolle Geschichte – und genau das findet man auch im Inneren.

Mein Sohn und ich waren von den Bildern sofort begeistert. Jede Illustration lädt dazu ein, sie ganz genau zu betrachten. Manche sind ein kleines bisschen gruselig, aber genau das macht die Spannung aus – perfekt für die Herbstzeit und rund um Halloween.

Im Mittelpunkt steht der Mumpelmoff, der in einem alten Schloss mit seinem Freund „kleinmeins“, einem Luftballon, lebt. Obwohl er ein liebenswertes Wesen ist, fühlt er sich oft unsicher und wünscht sich sehnlichst einen richtigen Freund. Als er eine Eule entdeckt, glaubt er, sich verkleiden zu müssen, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Was dann passiert, muss man unbedingt selbst lesen – wir möchten hier nicht zu viel verraten.

Die Geschichte ist nicht nur spannend, sondern auch tiefgründig: Sie vermittelt Kindern, dass es wichtig ist, sich selbst anzunehmen und mutig zu sein. Genau diese Botschaft kam bei meinem Sohn an – er war völlig in den Bann gezogen und am Ende richtig traurig, dass es vorbei war. Nun wartet er sehnsüchtig auf Band 2.

Die Autorin schreibt mit viel Wortwitz und Wärme. Das Buch eignet sich hervorragend zum Vorlesen, aber auch zum gemeinsamen Nachdenken und Reden. Es vermittelt Selbstvertrauen und gibt Eltern zugleich ein schönes Werkzeug, mit Kindern über wichtige Werte zu sprechen.

Ein großes Dankeschön an die Autorin – Mumpelmoff ist für uns ein echtes Highlight geworden.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Hübsches Cover, schwacher Inhalt

Sweeter Than Pumpkin Spice
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Das Cover und der herbstlich gestaltete Farbschnitt sind wunderschön und vermitteln sofort das Gefühl, in eine gemütliche, romantische Herbstgeschichte mit Kürbissen, Wärme und Liebe einzutauchen. Genau ...

Das Cover und der herbstlich gestaltete Farbschnitt sind wunderschön und vermitteln sofort das Gefühl, in eine gemütliche, romantische Herbstgeschichte mit Kürbissen, Wärme und Liebe einzutauchen. Genau das habe ich mir erhofft, als ich das Buch zur Hand nahm.

Leider sah die Realität anders aus.
Die Handlung dreht sich um Sadie, die in ihren Heimatort zurückkehrt, um ihren Vater, in dessen Abwesenheit, auf der Farm zu unterstützen und beim großen Kürbiswiegen anzutreten. Was zunächst vielversprechend klang, entpuppt sich im Verlauf jedoch als wenig überzeugend: Missgeschicke und Schicksalsschläge reihen sich aneinander, ohne dass die Geschichte wirklich an Tiefe oder Spannung gewinnt.

Obwohl Klappentext und Leseprobe vielversprechend wirkten, empfand ich die Handlung als eintönig. Die Charaktere entwickeln sich kaum, und auch die Beziehung zwischen den Protagonisten wirkt blass und ermüdend. Besonders störend fand ich die Darstellung der Liebesszenen: Sie sind sehr vulgär beschrieben, erscheinen oft unpassend zum Handlungszeitpunkt und nehmen einen so großen Raum ein, dass die eigentliche Story fast komplett in den Hintergrund gedrängt wird.

Fazit:
Trotz wunderschöner Aufmachung konnte mich der Inhalt leider gar nicht überzeugen. Die Geschichte verliert sich in oberflächlichen Beschreibungen und zu häufigen, unpassend eingebauten Sexszenen, während Charakterentwicklung und Storyline auf der Strecke bleiben. Für mich leider keine Empfehlung – daher vergebe ich nur 1 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Düster und spannend

Don't Let The Forest In
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Andrew besucht die elitäre Wickwood Academy. Er ist schüchtern, introvertiert und versucht, möglichst nicht aufzufallen. Besonders im Umgang mit anderen Menschen wirkt er unsicher, und auch seine Sexualität ...

Andrew besucht die elitäre Wickwood Academy. Er ist schüchtern, introvertiert und versucht, möglichst nicht aufzufallen. Besonders im Umgang mit anderen Menschen wirkt er unsicher, und auch seine Sexualität spielt eine zentrale Rolle in seiner inneren Zerrissenheit. Seine Leidenschaft gilt dem Schreiben von Märchen, düsteren Geschichten und Horror – dort kann er seiner Fantasie freien Lauf lassen.

Den ganzen Sommer über wartet er sehnsüchtig auf seinen Freund Thomas. Doch bei ihrem Wiedersehen verhält Thomas sich merkwürdig – und trägt sogar Blut am Ärmel. Schon bald erfährt man, dass seine Eltern verschwunden sind. Was steckt dahinter?

Thomas übernimmt in ihrer Freundschaft die Rolle des Anführers und Beschützers. Zwischen ihm und Andrew ist eine deutliche Anziehungskraft spürbar. Andrew schreibt, Thomas zeichnet – und dabei erwacht das Unheimliche zum Leben: die Monster, die aus Andrews Geschichten stammen und von Thomas auf Papier gebannt werden, beginnen plötzlich, Wirklichkeit zu werden. Sie scheinen aus dem Wald zu kommen, und gemeinsam müssen die beiden ums Überleben kämpfen.

Auch Andrews Schwester Dove spielt eine wichtige Rolle. Früher waren die drei unzertrennlich, doch nun verhält sie sich abweisend und zieht sich zurück. Diese Veränderung sorgt für zusätzliche Spannung im Gefüge der Figuren.

Die Schreibweise ist flüssig, düster und gleichzeitig poetisch. Besonders die Atmosphäre sticht heraus – eine dichte Dunkelheit, gespickt mit starken Horrormomenten und eindringlichen Monstern. Die Sprache des Autors ist schlicht beeindruckend.

Die Liebesgeschichte wirkt anfangs einseitig. Andrew hält an Thomas und auch an Dove als seinen einzigen Bezugspunkten fest, was seine Gefühle sehr intensiv, manchmal aber auch schmerzhaft macht. Andrews Unsicherheiten, seine Anhänglichkeit und Selbstaufopferung bleiben im Verlauf des Buches konstant, was nicht immer leicht zu lesen war.

Das Ende hat mich schließlich sprachlos zurückgelassen – offen, rätselhaft und voller Interpretationsspielraum.

Insgesamt ein düsterer, atmosphärischer Roman mit tollen Charakteren, faszinierenden Ideen und einer Sprache, die einen regelrecht in den Bann zieht. Ein Buch, das mich trotz kleiner Kritikpunkte begeistert hat

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