Wie kann es nun weitergehen?
Am Anfang eines neuen TagesJosephine Weatherly hat den amerikanischen Bürgerkrieg überlebt, während ihr Vater und ältester Bruder genau wie viele andere ihr Leben gelassen haben. Gemeinsam mit ihrer Mutter und den zwei verbliebenen ...
Josephine Weatherly hat den amerikanischen Bürgerkrieg überlebt, während ihr Vater und ältester Bruder genau wie viele andere ihr Leben gelassen haben. Gemeinsam mit ihrer Mutter und den zwei verbliebenen Geschwistern kehrt sie auf die Baumwollfarm zurück. Doch wie soll es weitergehen, jetzt, wo alles anders ist?
Lizzie und ihr Mann Otis waren Sklaven, doch der Krieg hat alles verändert. Wie kann es weitergehen? Fürs erste bleiben sie bei den Weatherlys, doch wie können sich die neuen Verhältnisse gestalten?
Lynn Austin nimmt uns wieder einmal mit in eine andere Zeit. Sie schreibt so anschaulich und lebendig, dass man keine Buchseiten, sondern das herrschaftliche Haus und die Felder vor sich hat.
Es hat gedauert, bis die Geschichte Fahrt aufnahm. Am Anfang stagnierte es sehr, was sicher auch einfach dem Thema geschuldet ist. Dennoch waren manche Ereignisse gegen Ende damit verglichen definitiv zu plötzlich.
Mir gefällt gut, wie man in die damalige Zeit und die Fragen, die sich nach einem solchen Krieg stellten, hineingenommen wird. Es reicht nicht, einfach von oben her die Welt zu ordnen und festzulegen, dass die Sklaven nun frei sind. Hier werden Einzelschicksale beleuchtet, aber auch Familien und Kleinstädte gezeigt, die sich fragen: Wie kann es denn anders gehen? Es wird deutlich, dass es auch viel Mut braucht, um neue Wege zu gehen.
Lynn Austin kann gut auch die schrecklichen und brutale Seiten einer Geschichte beschreiben, dennoch wird es nie so schlimm, dass man das Buch aus der Hand legen möchte. Über allem schwebt immer ein Funken Hoffnung.
Fazit: Das Buch kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen - ich lese Bücher von Lynn Austin unglaublich gerne, auch hier hat sie mich nicht enttäuscht. Toll, wie sie uns in das Amerika am Ende des 19. Jahrhunderts mit hineinnimmt und aufzeigt, welche Sorgen und Ängste aber auch Chancen und Hoffnung auf Veränderungen der Krieg mit sich brachte. Über allem steht auch immer, dass wir Gott brauchen: Nur mit seiner Liebe und seiner Vergebung kann in einer solchen Situation ein Neuanfang geschehen.