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Veröffentlicht am 20.04.2026

Manchmal ähnelt das Leben Kintsugi

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Der Bestsellerautor Marceau Miller ist tot. Mit 4o Jahren tödlich verunglückt beim Freeclimbing. Oder war es Mord? Der Leser weiß durch den Prolog schon mehr. Aber was ist tatsächlich wahr? Sarah Miller ...

Der Bestsellerautor Marceau Miller ist tot. Mit 4o Jahren tödlich verunglückt beim Freeclimbing. Oder war es Mord? Der Leser weiß durch den Prolog schon mehr. Aber was ist tatsächlich wahr? Sarah Miller glaubt, dass ihr Mann ermordet wurde. Niemand scheint ihre Überzeugung zu teilen. Schon gar nicht der ermittelnde Polizeibeamte Delmas. Aber Sarah lässt nicht locker.

Zunächst scheint alles klar. Marceau wird vermisst und schließlich zerschmettert am Fuß eines steilen Felsens gefunden. Überspannter Schriftsteller stirbt tragisch durch seinen gefährlichen Sport, so der Tenor von Polizei und Freunden. Doch die verzweifelte Sarah kann und will das nicht glauben. Beharrlich sucht sie nach Indizien und geht ihrer Umgebung, vor allem Delmas auf die Nerven. Angeblich hat Marceau ein letztes geheimnisvolles Buch hinterlassen, aber dieses ist spurlos verschwunden. Akribisch verfolgt Sarah jede Spur. Dabei fühlt sie sich mehr und mehr verfolgt. Seltsame Dinge geschehen. Verliert sie langsam den Verstand oder steckt etwas Anderes dahinter? Wem kann sie noch vertrauen? Im Verlauf der Ereignisse gerät ihre Welt immer mehr aus den Fugen. Wie gut kannte sie Marceau eigentlich?

Die Geschichte wird vorwiegend aus der Sicht von Sarah erzählt. So sind ihre Gedanken, Motive und was sie antreibt gut nachvollziehbar. Gelegentlich kommt ihre Freundin und Kollegin Karen zu Wort. Sie ergänzt Sarahs Beschreibungen. Und dann sind da die Erinnerungen und Überlegungen von Marceau selbst, die vor allem die Vergangenheit betreffen.

Entgegen meinen Erwartungen rückt statt des toten Bestsellerautors die Witwe ins Zentrum der Erzählung. Sie ist eine starke, beinahe unbändige Persönlichkeit, die impulsiv handelt und sich nicht einschüchtern lässt. Grundsätzlich habe ich mir etwas schwergetan mit ihr. Voll verständlicher Wut und Trauer poltert sie los. Dabei nimmt sie keinerlei Rücksicht auf ihre trauernden Kinder, die sie egoistisch vernachlässigt. Es klingt an, dass auch zu seinen Lebzeiten, Marceau für die Kinder „zuständig“ war. Jetzt schiebt sie Benjamin und Hermione zu Karen ab. Sarah konzentriert sich auf die Suche nach dem Manuskript, dem sie eine Schlüsselrolle zumisst.

Die anderen Charaktere bleiben ziemlich flach und erscheinen bis zum Ende undurchsichtig. Liegt das daran, dass Sarah sich nie die Mühe gemacht hat, die anderen richtig kennenzulernen? Eigentlich hatte sie nur zu Jade, Marceaus vor Jahren verschwundener Schwester eine echte Verbindung.

Aus meiner Sicht ist die Erzählung mehr ein Spannungsroman als ein Krimi. Was treibt die Menschen an? Warum handeln sie so, wie sie es tun? Warum werden sie zu Verrätern? Kennt man diejenigen, die einem nahestehen wirklich? Diese Fragen werden gestellt, aber nur teilweise beantwortet. Zwar blieb mein Interesse am Fall Marceau Miller immer wach, doch gab es kleine Längen im Mittelteil. Obwohl die Zahl der Protagonisten klein ist, waren Täter und Motiv für mich überraschend, aber logisch passend. Leider bekam die Auflösung für meinen Geschmack etwas zu wenig Raum.

„Das letzte Buch des Marceau Miller“ hat mich gut unterhalten. Es ist flüssig, teilweise „blumig“ geschrieben („Ein Uhu, einsamer Bariton, stimmt eine Arie an“) und punktet mit einer beeindruckenden Naturkulisse. Ein „psychologisches Meisterwerk“ wie es der Verlag nennt, ist es für mich allerdings nicht.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Mord in besseren Kreisen

Verrat an der Loire
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Baron Philippe du Pléssis, neuerdings auch Duc de Cotignac, hat nicht nur den Titel und ein marodes Schloss geerbt. Sondern auch lästige Pflichten wie die Teilnahme am Begräbnis des Vicomte Claude de Murot. ...

Baron Philippe du Pléssis, neuerdings auch Duc de Cotignac, hat nicht nur den Titel und ein marodes Schloss geerbt. Sondern auch lästige Pflichten wie die Teilnahme am Begräbnis des Vicomte Claude de Murot. Insgeheim empfindet er es als Ironie des Schicksals, dass der Verstorbene, seit mehr als vierzig Jahren Vorstand der Jagdvereinigung Vénerie de Sologne, ausgerechnet durch einen Jagdunfall gestorben ist. Doch seine energische Tante Aude verkündet, dass Claude ermordet wurde und verpflichtet ihren widerstrebenden Neffen als Privatdetektiv. Tatsächlich stößt Philippe auf Ungereimtheiten und informiert Commissaire Charlotte Maigret über seinen Verdacht. Nur widerstrebend beginnt diese zu ermitteln. Aber bald steht fest: Tante Aude hat wieder einmal recht.

Auch in seinem dritten Fall ermittelt Philippe du Pléssis im Loiretal. Obwohl er seine Ermittlerrolle eigentlich aufgegeben hat, lässt ihm Tante Aude keine Wahl. Der amüsante Cosy Crime ist auch für Neueinsteiger gut geeignet.

Wie so oft fehlt anscheinend das Motiv für einen Mord. Denn Claude hatte nur ein Kind, Olivier, das gemeinsam mit seiner Mutter erbt. Für die beiden ändert der Todesfall wenig. Der Titel bringt dem Erben eher Nachteile, da er sich lieber mit seinen skurrilen Hobbys als mit Verwaltung und sonstigen Pflichten beschäftigt. Seine Eltern hatten ohnehin „ein Arrangement wie Trump und Melania“ so Tante Aude und die Witwe wird weiterhin in Saint-Tropez oder Monte-Carlo leben. Also wer hatte ein Motiv für den Mord? Und wie passt der Tod eines Joggers ins Bild, den ein riesiger Hund getötet haben soll?

Baron Philippe erscheint auf den ersten Blick ein oberflächlicher Lebemann und notorischer Frauenheld zu sein. Wird er mit Problemen konfrontiert, tröstet er sich mit leckeren Delikatessen oder teuren Outfits darüber hinweg. Seit seine große Liebe Juliette gestorben ist, lässt er sich auf keine ernsthafte Beziehung mehr ein. Seine Intuition als Ermittler ist allerdings überdurchschnittlich. Meine Lieblingsfigur ist Philippes achtzigjährige Tante Aude, die stets unverblümt ihre Meinung kundtut, am Schießstand ihren Neffen abzieht und messerscharf analysiert. „Das Versagen quillt ihm wirklich aus jedem Knopfloch“ urteilt sie über den Erben. Sie liebt Klatsch und hat immer ihren Flachmann dabei. Auch die anderen Charaktere, allen voran die undurchsichtige Charlotte Maigret, haben mich überzeugt.

Catherine Duval unterhält mit ihren bildhaften Beschreibungen der Handlungsorte, der adligen Gesellschaft und dem französischen Savoir-vivre. Sie beschreibt die Jagd aus der Sicht von Befürwortern und Gegnern. Philippe ist kein Jäger. Obwohl oder weil er schon als Kind von Hochstand zu Hochstand geschleppt wurde, kann er sich für die Jagd nicht erwärmen. Seine panische Angst vor Hunden, die auf einem Kindheitstrauma beruht, macht ihm bei den Ermittlungen schwer zu schaffen. Bekommt er es doch gleich mit zwei Hundemeuten und deren Piqueure (Hundeführer) zu tun.

Die Spannung kommt nicht zu kurz. In einem rasanten Showdown wird der Fall schließlich gelöst und der Täter gestellt. Der französische Cosy Crime kommt mit relativ wenig Gewalt aus, obwohl die Hetzjagd mit ein paar schaurigen Details aufwartet. Wie in allen bisherigen Bänden spielt eine historische Persönlichkeit, hier Leonardo da Vinci eine gewisse Rolle. Abgesehen von kleinen Längen im Mittelteil, die sich aus Philippes Befindlichkeiten ergeben, wurde ich sehr gut unterhalten. Ich bin schon auf den nächsten Loire-Fall gespannt und frage mich, wie es mit dem Liebesleben des Barons weitergeht.
4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Ein mysteriöser Tod in märchenhafter Kulisse

Tod auf Hohenzollern
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In der St. Michael-Kapelle der Hohenzollernburg wird der Wachmann Basti tot aufgefunden. Die herbeigerufene Polizei geht von einem Unfall aus wie auch die Kollegen des Verstorbenen, der ein Alkoholproblem ...

In der St. Michael-Kapelle der Hohenzollernburg wird der Wachmann Basti tot aufgefunden. Die herbeigerufene Polizei geht von einem Unfall aus wie auch die Kollegen des Verstorbenen, der ein Alkoholproblem hatte. Nur Bastis Freund Wolfgang, einer der Schlossmeister, glaubt an ein Verbrechen. Erst vor wenigen Tagen starb Frank, ein weiteres Mitglied ihrer Clique unter mysteriösen Umständen. Wer hat es auf Wolfgang und seine Freunde abgesehen? Der Schlossmeister ermittelt.

Die Faszination Burg und geliebte Kindheitserinnerungen an die Region haben Yvette Eckstein zu „Tod auf Hohenzollern“ inspiriert. Herausgekommen ist ein spannender Krimi mit vielen Fakten zum berühmten Gemäuer.

Wolfgang Kramer ist überzeugt, Basti wurde ermordet! Was wollte ihm der Freund kurz vor seinem Tod so dringend mitteilen? Da ihm weder die Polizei noch sonst jemand glaubt, beginnt er selbst zu ermitteln. Nur seine Tochter Hannah unterstützt ihn bei seinen Recherchen. Diese fördern einige Ungereimtheiten und Verdachtsmomente zutage. Doch erst nach einem weiteren Todesfall und dem Verschwinden von Hannahs bester Freundin Clara, kommt Bewegung in die Ermittlungen des Vater-Tochter-Gespanns.

Da ich im ehemaligen Hohenzollern lebe, war es klar, dass ich diesen Krimi lesen würde. Auch das ansprechende Cover hat diesen Wunsch unterstützt. Das Setting hat mich überzeugt und die vielen Infos über die Burg, die ich schon besucht habe, sind spannend. Mit der Beschreibung von Land und Leuten, wie bspw. Passagen im schwäbischen Dialekt, kommt das Lokalkolorit bei Frau Eckstein nicht zu kurz. Ihre Sprache ist flüssig und bilderreich. Für den Leser wird die Begeisterung der Autorin für die Region spürbar. Trotzdem bin ich nicht so schnell in die Geschichte eingetaucht wie erwartet. Das lag am anfänglich widersprüchlichen Hauptcharakter. Wolfgang hat ein völlig anderes Bild von Basti als dessen gesamtes Umfeld. Den Rest seiner Clique, mit der er ein düsteres Geheimnis teilt, scheint er nicht richtig zu kennen. Auch zeigt er wenig Empathie, wenn er beispielsweise eine trauernde Witwe ausgerechnet beim Leichenschmaus mit Fragen löchert. Gut, dass ihn Tochter Hannah immer wieder bremst. Überhaupt war mir der Rest der Familie Kramer sympathisch. Bemerkenswert fand ich die Beschreibung der liebenswerten Oma und Mutter Marlies, die mit ihrer beginnenden Demenzerkrankung ringt, und die Reaktionen der Familie darauf.

Schlussendlich wird der Fall gelöst und noch einige Aspekte aus der Vergangenheit geklärt. Eine dramatische Wendung gegen Ende kommt überraschend, erweist sich aber als schlüssig. „Tod auf Hohenzollern“ zeigt sich als spannender Krimi in traumhafter Kulisse. Die Geschichte kommt mit vergleichsweise wenig Gewalt aus. Trotzdem handelt es sich für meinen Geschmack nicht um einen typischen Wohlfühlkrimi, da Humor und Gemütlichkeit eine eher kleine Rolle spielen.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Mörderjagd auf den Spuren von Byron und Shelley

Ein romantischer Tod
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Commissario Vito Grassi und Ispettore Marta Ricci genießen ein köstliches Menü. Wer hätte gedacht, dass der exzentrische Rechtsmediziner Andrea Penza nicht nur ein Feinschmecker ist, sondern derart gut ...

Commissario Vito Grassi und Ispettore Marta Ricci genießen ein köstliches Menü. Wer hätte gedacht, dass der exzentrische Rechtsmediziner Andrea Penza nicht nur ein Feinschmecker ist, sondern derart gut kochen kann? Leider wird das Essen von einem Leichenfund unterbrochen. Nahe des Sentiero Azzuro wurde ein Toter aufgefunden, offensichtlich erschlagen beim Einsturz einer jahrhundertealten Trockenmauer. Unfall oder Mord? Während Grassi den Fundort betrachtet, hat er das Gefühl eine Inszenierung zu sehen. Dann hört er ein Geräusch, ahnt einen Schatten - und wacht im Krankenhaus wieder auf.

In „Ein romantischer Tod“ lässt Andrea Bonetto sein Team nicht nur in einem mysteriösen Todesfall ermitteln. Grassi und Ricci werden auch mit dem internen Korruptionsverdacht gegen Questore Feltrinelli konfrontiert. Doch sie lösen unbeirrt ihren dritten Fall und haben mich wieder spannend unterhalten.

Während vor allem der Vize-Questore, der zum ersten Mal eine Ermittlung leitet, von einem Unfall mit Todesfolge ausgeht, wird Grassis Sturz als Missgeschick gewertet. Vito hat mit starken Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und gelegentlichen Aussetzern zu kämpfen. Außerdem kann er zunächst nur an Krücken gehen. Er ist davon überzeugt, dass der Wanderer ermordet wurde. Warum soll eine uralte Mauer plötzlich einstürzen? Der Fall lässt dem Commissario keine Ruhe und so ermittelt er trotz seiner angeschlagenen Verfassung und den Einwänden von Tochter Lucy und Freundin Tony stur weiter. Dottore Penza gibt alles, um Vitos Mordthese zu beweisen. Bald kann Grassi einige verdächtige Personen ins Visier nehmen. Einen zwielichtigen Italo-Amerikaner, eine Erbin, die ihren Namen geändert hat und einen Dichter, der sich als Nachfahre von Percy Shelley sieht. Doch noch fehlen die Beweise. Der diesjährige Coppa Byron, ein legendären Wettkampf an dem auch Dottore Penza teilnimmt, bringt die Wende. Vito und Marta erleben mit, wie auf einen Verdächtigen ein Mordanschlag verübt wird.

Der neue Ligurien-Krimi hat mich rundum begeistert. Ich liebe die kantigen Charaktere, wie den muffigen, trotzdem sympathischen Commissario, der seine Gefühle verbirgt, aber inzwischen in seiner neuen Heimat angekommen ist. Sein vermeintlicher Unfall macht Grassi noch grantiger als üblich. Da die Ermittlungen nicht vorangehen, befürchtet er seinen Instinkt verloren zu haben und die Nerven liegen blank.

Seine taffe Kollegin Marta Ricci, eine hervorragende Ermittlerin mit vorbildlicher Arbeitsmoral, die mit ihren Tattoos und farbigen Kontaktlinsen eher nicht wie eine Polizistin aussieht. Die Ispettore versucht auf das Wohlbefinden Vitos zu achten und seine Ausfälle und Aggressionen in Schach zu halten. Daneben kümmert sich Marta noch um die Intrige gegen Questore Feltrinelli. Wer steckt dahinter?

Der exzentrische Rechtsmediziner Penza, der leckeres Essen schätzt, sehr gern doziert und sich liebend gern mit dem Commissario zofft. Doch Grassi kann sich auf den Dottore verlassen. Wenn es Spuren zu finden gibt, wird er sie entdecken.

Der Umgangston der Protagonisten veranlasst zum Schmunzeln. Wenn Penza die Allgemeinbildung seiner Kollegen bemängelt oder unerwünscht Küchentipps verteilt. Oder Marta den Commissario fragt, ob er weiß, wie er die Taschenlampe seines Handys aktivieren kann. Auch Vitos kleiner Panda besitzt Persönlichkeit. Spielt er doch ausschließlich Musik der Band Creedence Clearwater Revival (1967-1972), was Vito gefällt, aber Marta gehörig auf die Nerven geht. Das Lokalkolorit mit der herrlichen Landschaft, regionalen Eigenheiten wie den bis zu 500 Jahre alten Trockenmauern, lokaler Geschichte, hier das Kapitel der Dichterfreunde Byron und Shelley, und dem leckeren Essen, rundet den Krimi ab.

Schließlich wird der Fall gelöst und alle Fragen beantwortet. In der Questura geht alles wieder seinen gewohnten Gang und Commissario Vito Grassi ist rundum zufrieden. Er vergleicht sich mit dem alten kampferprobten Kater, den er gelegentlich in Riomaggiore trifft. Wer einen humorvollen, atmosphärischen Krimi sucht, der mit wenig Gewalt auskommt und trotzdem spannend ist, sollte mit Grassi und Ricci auf Verbrecherjagd gehen.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Tödliche Trüffel

Tod im Piemont - Weißer Trüffel, schwarzer Tod
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Sophia ist eine sympathische junge Frau, die im Dorf Corazzo oberhalb des Lago Maggiore ihr Café „Valeria“ betreibt. Sehr erfolgreich, denn sie ist eine talentierte Köchin und noch bessere Bäckerin. Daneben ...

Sophia ist eine sympathische junge Frau, die im Dorf Corazzo oberhalb des Lago Maggiore ihr Café „Valeria“ betreibt. Sehr erfolgreich, denn sie ist eine talentierte Köchin und noch bessere Bäckerin. Daneben beherrscht sie die Kunst des Kaffeesatzlesens. Nach einer schrecklichen Erfahrung mit der Wahrsagerei verzichtet sie weitgehend auf die Ausübung dieses Talents. Doch dann bittet die Marktfrau Anna Sophia um eine Lesung „aus dem Mokka“, da sie eine dringende Frage quält. Doch dazu kommt es nicht mehr. Anna wird tot aufgefunden - ermordet!

Anna Merati lässt ihre Privatschnüfflerin Sophia im zweiten Fall ihrer Cosy - Crime - Reihe „Tod im Piemont - Weißer Trüffel, schwarzer Tod“ erneut in einem Mordfall ermitteln. Obwohl es für mich die erste Tätersuche mit Sophia und ihrem Commissario war, wurde ich spannend unterhalten und habe mich mühelos zurechtgefunden,

Nach einem Todesfall vor drei Monaten lässt sich Sophia nur noch selten „zu einem Mokka“ überreden, was besonders Padre Fabrizio freut, der diese Art von „Ketzerei“ entschieden ablehnt. Für Anna war sie zu einer Ausnahme bereit. Deshalb lässt der Mord Sophia nicht ruhen. Hätte sie der Marktfrau helfen und so das Verbrechen verhindern können? Obwohl sie ihrem Freund Commissario Alessandro versprochen hat, sich dieses Mal nicht in Gefahr zu begeben, mischt sie sich in seinen Fall ein. Die Ermittlungen stagnieren zunächst. Weder Sophia noch die Polizei entdeckt ein Motiv für den Mord an der beliebten Marktfrau. Dann findet Alessandro heraus, dass Anna langsam vergiftet wurde. Hat der Mörder die Geduld verloren und sie deshalb erstickt? Sophia besucht inzwischen ihren Onkel in Alba, der ganz in der Nähe von Annas Verwandtschaft lebt. Hängt alles mit den Trüffeln zusammen, die das Mordopfer auf dem Markt verkaufte?

Das gemütliche Café Valeria mit leckerem Gebäck, starkem Espresso und seiner um Prosecco spielenden Kartenrunde, lädt zum sofortigen Besuch ein. So einladend ist die Atmosphäre dort beschrieben. Das Lokalkolorit punktet stark in diesem Krimi. Mit der traumhaften Landschaft, den delikaten Speisen und den Informationen rund um die begehrten Trüffel. Gern hätte ich gleich meinen Koffer gepackt, so anziehend ist alles beschrieben. Bis auf das gemeine Verbrechen. Aber die bodenständigen Charaktere, allen voran die sympathische Sophia, ihre kesse, kekssüchtige Freundin Laura und der clevere Commissario sorgen dafür, dass im Piemont Mörder hinter Gittern landen. Der Fall wird logisch aufgeklärt und alle Fragen beantwortet. Am Ende hat mich die Identität des Täters überrascht.

Anna Meratis Cosy Crime kommt mit wenig Gewalt aus und bietet gute Unterhaltung zum Abschalten.

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