Irmi kanns nicht lassen
Schroffe KlippenIrmi hilft dem pensionierten Tierarzt Franz und ihrer Freundin Luise beim Umzug der Katzenstation auf ihren Hof. Während sie mit geretteten Kätzchen spielen, klingelt ein Handy. Babsi, Luises Tochter ist ...
Irmi hilft dem pensionierten Tierarzt Franz und ihrer Freundin Luise beim Umzug der Katzenstation auf ihren Hof. Während sie mit geretteten Kätzchen spielen, klingelt ein Handy. Babsi, Luises Tochter ist völlig neben der Spur. Ihre Freundin wurde tot aufgefunden, zerschmettert am Fuß der Klippen bei Hell’s Hole. Luise bittet Irmi nach Irland zu fahren und herauszufinden, warum Anja sterben musste. Die irische Garda hat den Tod als Unfall eingestuft. Aber daran glaubt Babsi nicht. Gemeinsam mit Malcolm überreden Franz und Luise die zögernde Irmi zum Irland-Trip.
Auch in der 17. Runde gehen Nicola Förg die Ideen nicht aus! Irmi ermittelt wieder und entdeckt bald Ungereimtheiten. Wie gewohnt verbindet die Autorin Verbrechen und aktuelle Themen auf spannende Weise.
Die bisher wenig gereiste Irmi begibt sich nach Irland. In Babsis Café trifft sie Malcolm wieder und beide lassen sich schildern, was passiert ist. Anja, eine Art digitale Nomadin lebte nach ihrer Scheidung mit ihren beiden Teenager-Kindern Kim und Kilian in einem luxuriösen Wohnmobil in der Nähe. Da sie als Medical Information Managerin vorwiegend im Home-Office arbeitete und die Kids eine Onlineschule besuchten, war das kein Problem. Was die beiden Amateurdetektive besonders bestürzt, ist die Information, dass Anjas Tochter Kim spurlos verschwunden ist. Ihre Großeltern, die Anja ablehnten, haben Kilian allein zurück nach Bayern geholt. Malcolm und Irmi konzentrieren sich zunächst auf die Suche nach Kim. Um ihren Bruder kontaktieren zu können, den seine Großeltern hermetisch abschirmen, benötigen sie die Hilfe von Kathi und Andrea ...
Auf ihren Fahrten quer durch Irland, die mich an einen Roadtrip erinnern, besuchen unsere Schnüffler auch verschiedene Sehenswürdigkeiten. In Tara beim Stone of Destiny spürt selbst die an Esoterik wenig interessierte Irmi ein diffuses Prickeln. Die außergewöhnliche Landschaft fasziniert sie ohnehin. Hier wird die Magie Irlands spürbar. Der Leser und der Krimi profitieren von Förgs Tätigkeit als Reisejournalistin. In dieser speziellen Atmosphäre lernen wir Irmi von einer anderen Seite kennen und kommen ihr so nah wie nie. Das hat mir sehr gut gefallen.
Förg wäre nicht Förg, wenn nicht auch Themen wie Tier- und Naturschutz oder die aktuell herrschende Stimmung in Irland eine Rolle spielten. Erschüttert hat mich das durch die ausgeprägte Wettlust der Iren hervorgerufene Elend der bei den Hunderennen eingesetzten Greyhounds. Die mafiösen Strukturen im Hintergrund dieses zweifelhaften Treibens spielen bei den Ermittlungen eine Rolle. Trotz Nebenthemen kommt der Fall zu keiner Zeit ins Hintertreffen. Malcolm und Irmi beweisen sich erneut als Dreamteam. Mit Unterstützung aus der Heimat wird der Fall geklärt. Dieses Mal hatte ich den Täter nicht im Visier und wurde überrascht. Doch die Beweisführung ist schlüssig und alle Fragen werden beantwortet.
Weniger erfolgreich gestaltet sich Irmis Beziehungsleben. Der „Hase“ hat uns beide enttäuscht. Irmi ist verunsichert und ich sauer. Mal sehen, wie und ob es mit den beiden weitergeht.
Die spannende Ermittlung lässt mich in leicht melancholischer Stimmung zurück und gibt reichlich Stoff zum Nachdenken. Ich verlasse mich darauf, dass Irmi auch weiterhin für Gerechtigkeit sorgen wird und freue mich auf ihren nächsten Fall.