Profilbild von odile

odile

Lesejury Star
offline

odile ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit odile über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.01.2026

Der Gärtner ist diesmal das Opfer

Hunter B. Holmes - Mord in der besten Gesellschaft
0

Der frisch verliebte Hunter schwebt auf Wolke Sieben. Steven erweist sich als idealer Partner für ihn. Doch ein Mord in einem noblen Gentlemens Club stört bald die Idylle. Das Tatmotiv gibt Rätsel auf ...

Der frisch verliebte Hunter schwebt auf Wolke Sieben. Steven erweist sich als idealer Partner für ihn. Doch ein Mord in einem noblen Gentlemens Club stört bald die Idylle. Das Tatmotiv gibt Rätsel auf und die Verdächtigen scheinen alle Alibis zu haben. Während Hunter und David noch im Dunkeln tappen, stirbt einer ihrer möglichen Täter. Suizid oder ein zweiter Mord?

Auch mit seinem dritten Fall gelingt es Wolf September mühelos seine Leser zu fesseln. Die Tätersuche erweist sich als eine harte Nuss, die zum Mitraten einlädt.

Oliver Grenfield, ein junger Gärtner, wird in der Bibliothek des Clubs erstochen, in dem er gelegentlich ausgeholfen hat. Die Ermittler finden zunächst kein erkennbares Motiv für diesen Mord. Einige Tatverdächtige, hauptsächlich die Teilhaber einer kleinen Tabakwarenfirma namens ECL, können zwar kein Alibi vorweisen, doch die Ermittlung stagniert. Es erweist sich immerhin als Vorteil, dass sich Hunter in den sogenannten "besseren" Kreisen auskennt, denen die möglichen Täter angehören. Als eine dieser Personen erhängt aufgefunden wird, sorgt dies für weitere Verwirrung. Zwar kann die Herkunft der Mordwaffe geklärt werden, doch dann erfolgt ein Anschlag auf einen weiteren Tatverdächtigen. Hat es jemand auf die Teilhaber der exklusiven Zigarrenfirma abgesehen? Aber wie passt da ein einfacher Gärtner ins Bild?

Wolf September schreibt wie gewohnt flüssig und bildhaft. Er hat ein Gespür sowohl für romantische Szenen als auch für rätselhafte Mordfälle. Humor und Spannung kommen ebenfalls nicht zu kurz. Zusammen mit den glaubwürdigen Charakteren in Haupt- und Nebenrollen sind damit die Weichen für einen unterhaltsamen Cosy Crime gestellt. Erneut bezaubert das britische Setting.

Es ist amüsant, dass Hunter und David gerade beide ihre Traumpartner gefunden haben. Da stört so ein Mord gewaltig. Während bei David die frische Beziehung zu einer Muffins-Challenge führt, ist Hunter gleichermaßen verliebt wie verunsichert. Noch immer hat er den Verrat seines ehemaligen Verlobten Brian nicht völlig überwunden. Doch beide Ermittler sind professionell genug, sich auf ihren Fall zu konzentrieren.

Nach einigen Wendungen und Verwicklungen können Hunter und David auch diesen Fall aufklären. Wie erwartet, hat mich diese Mordermittlung kurzweilig unterhalten. Der Autor dosiert Gewalt und Verbrechen genau richtig für einen Cosy Crime. Dieses Mal bekommt das Privatleben der Ermittler, vor allem Hunters, mehr Raum. Das hat mir gefallen. Besonders gelungen fand ich die Szenen mit Godric und Lady Agatha, meinen Lieblingscharakteren.

Allerdings ziehe ich einen halben Punkt von der Bestzahl ab, weil ein entscheidendes Indiz erst kurz vor der Auflösung auftaucht. Es bleiben aber immer noch 4,5 von 5 Sternen. Ich freue mich schon auf Hunters nächsten Fall und bin gespannt, welches erlauchte Familienmitglied wir als nächstes näher kennenlernen werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.01.2026

Das Geheimnis der Goldenen Magdalena

FriesLandRaub (Nordseekrimi)
0

Im Heimatmuseum von St. Peter-Ording wird nachts ein Alarm ausgelöst. Der herbei geeilte Wachmann entdeckt statt eines Einbrechers einen Toten. Da offensichtlich ein Gewaltverbrechen vorliegt, wird die ...

Im Heimatmuseum von St. Peter-Ording wird nachts ein Alarm ausgelöst. Der herbei geeilte Wachmann entdeckt statt eines Einbrechers einen Toten. Da offensichtlich ein Gewaltverbrechen vorliegt, wird die Kripo Kiel verständigt. Die Kriminalhauptkommissare Wolf und Kramer übernehmen den Fall.

"FriesLandRaub" ist Nele Bruuns vierter Krimi mit meinem Lieblingsteam um Kommissar Carsten Wolf. Der spannende Fall hat mich schnell gefesselt und meine Erwartungen erfüllt.

Der Tote entpuppt sich als ein Mäzen des Museum. Es wurde nichts gestohlen, obwohl eine Vitrine beschädigt ist. Die Kripo tappt zunächst völlig im Dunkeln. Warum war das Opfer, Alexander von Holten, der Eigentümer der millionenschweren Exponate der Sonderausstellung "Schätze der See", nachts im Museum? Hat er seinen Mörder selbst eingelassen? Es sind keine Einbruchspuren zu finden. Und warum wurde die kostbare "Goldene Magdalena" nicht gestohlen, obwohl ihre Vitrine zerstört wurde? Die Matriarchin der Opferfamilie, Adelheid von Holten, zeigt sich wenig kooperativ und behindert die Ermittlung mithilfe ihrer teuren Anwälte, wo sie nur kann.

Ganz abgesehen von der seltsam abweisenden Mutter des Ermordeten, verläuft diese Ermittlung anders als gewohnt. Kommissarin Manuela Kramer darf 1,5 Jahre nach ihrem Dienstunfall endlich wieder in den Außendienst und brennt darauf, das ungeliebte Büro zu verlassen. Die andere Besonderheit naht aus Süddeutschland. Die beantragte Amtshilfe aus Bayern entpuppt sich ausgerechnet als Jürgen Schäfer, Covacis ehemaligem Vorgesetzten, der seinen Schützling seinerzeit schwer gemobbt und beinahe um den Job gebracht hatte.

Nele Bruuns sympathisches Ermittlerteam gewinnt an Tiefe und entwickelt sich weiter. Ob die Flachwitz-Challenge - ich liebe sie -, die flüssige, bildhafte Sprache, gewürzt mit Humor an passenden Stellen, oder der Zusammenhalt der Kollegen. Alles zusammen ergibt ein Kieler Gesamtpaket, das mich überzeugt. Die Autorin hat mit "FriesLandRaub" erneut einen Krimi geschrieben, der dank glaubwürdiger Protagonisten und verschiedener Wendungen zum Mitraten einlädt und bis zum Schluss spannend bleibt.

Es gefällt mir sehr, mehr über Covacis Leidenszeit zu erfahren. Obwohl ihm Polizeirat Jung eine Alternative bietet, beschließt der junge Kommissar, sich der Vergangenheit in Gestalt seines ehemaligen Vorgesetzten zu stellen. Mithilfe seiner Kieler Kollegen gelingt es ihm, sein Trauma weitgehend zu überwinden. Jetzt ist er endgültig in seinem neuen Team angekommen.

Mit Unterstützung des kooperativen Ortspolizisten Peer Kettler gelingt es der Kieler Kripo den kniffeligen Fall, trotz aller Widrigkeiten, restlos aufzuklären. Carsten Wolf, der nichts mehr als Ungerechtigkeit und Vorurteile hasst, tut sich sehr schwer mit dem engstirnigen und bornierten bayrischen Kollegen. Doch auch für Schäfer entwickelt sich der Trip in den Norden nicht wie gedacht.

Diese neue Ermittlung hat mich wieder so gut unterhalten, dass ich mich schon auf den nächsten Fall - Flachwitze inklusive - freue.
4,5 von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.01.2026

Dem Verbrechen auf der Spur

Mord im Nacktschnecken-Milieu
0

Titel und Cover dieses Buches haben sofort mein Interesse geweckt. Ein neuer Krimi? Dazu passt das Format nicht so richtig. Andrerseits lag ich mit meiner Vermutung nicht ganz falsch.

"Der Mörder ist ...

Titel und Cover dieses Buches haben sofort mein Interesse geweckt. Ein neuer Krimi? Dazu passt das Format nicht so richtig. Andrerseits lag ich mit meiner Vermutung nicht ganz falsch.

"Der Mörder ist immer der Gärtner" wusste schon der Barde Reinhard Mey. Stimmt das oder haben wir es hier mit übler Verleumdung zu tun? Die Autorin Elke Schwarzer und ihre Gartenkommissare gehen dieser Frage nach. In ihrem neuesten Buch "Mord im Nacktschnecken-Milieu" klärt sie uns über die zahllosen Verbrechen auf, die am Arbeitsplatz des Gärtners täglich stattfinden. Von Bandenkriminalität bis Vandalismus, ja sogar Mord ist im Angebot. Über die derart hohe Verbrechensrate in meinem Gärtchen habe ich mir vorher nie Gedanken gemacht. Ein Fehler?

Ein Blick ins Buch entführt uns in eine Welt voll krimineller Delikte. Sehr ansprechend bebildert und detailliert beschrieben, werden die einzelnen Tatverdächtigen vorgestellt. Schönlinge wie das Lilienhähnchen neben finsteren Gestalten wie dem Erdbeerblütenstecher. Beim Lesen erweitert sich der Wissensschatz um zahlreiche Arten. Wer außer Entomologen hat je etwas vom Einbindigen Traubenwickler gehört?

Jeder Fall wird akribisch aufgearbeitet. Mit Tatortsbeschreibung, Indizien, Verdächtigen, Motiven und Zeugenbefragungen. Vorurteilslos wird gegen potenzielle Missetäter ermittelt, ob Einheimischer oder Migrant, Pflanze oder Tier und auch der Gärtner wird überprüft.

Die Fallbearbeitung erinnert an die Polizei. Nur die Fotos der Tatverdächtigen sind sehr viel besser. Überhaupt lässt die Ausstattung dieses Buches keine Wünsche offen. Vom hochwertigen Papier über die schönen Fotos bis hin zum von mir geschätzten Lesebändchen. Alles da.

Auch der Inhalt bereitet Vergnügen. Elke Schwarzers launiger Ton sorgt für Lesespaß. Noch nie hat mich eine Gartenbuch derart gut unterhalten. Dabei werden ernste Themen behandelt. Was kann ich meinen Pflanzen Gutes tun? Womit vertreibe ich Schädlinge auf möglichst natürliche Weise? Wie sieht ein wirksamer Opferschutz aus? Alle offenen Fragen werden von der Diplom-Biologin Schwarzer seriös beantwortet.

„Mord im Nacktschnecken-Milieu“ ist das amüsanteste Sachbuch, das ich seit Langem in die Finger bekommen habe und obendrein informiert es kompetent. Einen Tipp habe ich bereits erfolgreich ausprobiert. Weitere Versuche werden bei Bedarf folgen.

Das eher düstere Cover in passend sinistren Farben rundet den positiven Gesamteindruck ab. Eine originelle Idee hat zu einem lesenswerten Buch geführt, das Spaß macht und diverse nützliche Tipps gibt. Ein Muss für Gärtner und Krimifans!


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2026

Bestehe oder stirb!

The Ordeals
0

Sophia de Winter ist eine junge Frau, die schon als Sechsjährige von ihrem Onkel zu einem magischen Vertrag gezwungen wurde, der sie zu seiner Sklavin macht. Seither muss sie gefährliche Aufträge für ihn ...

Sophia de Winter ist eine junge Frau, die schon als Sechsjährige von ihrem Onkel zu einem magischen Vertrag gezwungen wurde, der sie zu seiner Sklavin macht. Seither muss sie gefährliche Aufträge für ihn erledigen. Mittlerweile kann Sophia diese Abhängigkeit kaum noch ertragen. Da eröffnet sich endlich eine Perspektive für sie: Wenn sie die Aufnahmeprüfung zur Killmarth Academy schafft, ist sie frei. Denn wer durch die Tore der Zaubereischule geht, überwindet alle nach außen wirkenden magischen Fesseln. Doch wird sie ihren grausamen Onkel täuschen können und die Zugangsprüfungen schaffen, die als mörderisch gelten? Sophias Kampf um ihre Freiheit und ihre Identität hat mich schnell in seinen Bann gezogen und bis zuletzt nicht mehr losgelassen.

Mit „The Ordeals“ beginnt Rachel Greenlaw ihre neue Fantasy-Dilogie. „The Killmarth Academy“ erweist sich als unwiderstehlicher Mix aus Magie, Romantik, Abenteuer und Kampf.

Um ihrem Sklavendasein zu entkommen, ist Sophia bereit, einfach alles zu riskieren. Dank eines Flirts mit dem heißen Killmarth - Anwärter Alden bekommt sie sämtliche Informationen, die sie für ihren Plan benötigt. Doch vorher stellt Sophias Onkel, der „Sammler“ ihr eine Falle, der zwar sie, nicht aber ihre Freundin Dolly entkommt. Tief erschüttert nimmt Sophia Abschied von der Frau, die ihre Ersatzmutter war. Die Sterbende kann ihr noch verraten, dass der „Sammler“ kein Verwandter ist und steckt ihr eine geheimnisvolle Fotografie zu.

Neben ihrem Überlebenskampf beschäftigt Sophia zunehmend die Suche nach ihrer Identität. Wer waren ihre Eltern und warum haben diese sie beim Sammler zurückgelassen? Sophia muss bald erkennen, dass ihre magischen Fähigkeiten als Illusionistin für die mörderischen Prüfungen nicht ausreichen. Doch im Team mit dem talentierten Magier Alden bekommt sie eine realistische Chance. Dafür gerät ihr Herz in Gefahr. Die bei den halblegalen Aufträgen für den Sammler erworbenen Fähigkeiten kommen nun ihrem Team zugute, da die Prüfungen mehr als nur Magie erfordern. Ein Mörder unter den Anwärtern und gefährliche magische Angriffe bedrohen Sophia und ihre Freunde zunehmend. Sie wächst über sich hinaus, findet unerwartete Unterstützung und trotzdem fordert der Kampf einen unglaublich hohen Preis …

Sophia, aus deren Ich-Perspektive erzählt wird, ist ein sympathischer, starker Charakter. Für ihr jugendliches Alter hat sie bereits Unglaubliches erlebt und trotzdem ihre Empathie behalten. Im Lauf der Handlung entwickelt sie sich nachvollziehbar weiter. Sie überwindet ihre Selbstzweifel und gewinnt an Stärke und Fähigkeiten. Auch die anderen Charaktere in Haupt- und Nebenrollen überzeugen.

Greenlaws Sprache ist flüssig und bildhaft, ihr Worldbuilding und das Setting haben mich überzeugt. So die brutalen Prüfungen, die nicht alle Anwärter überleben oder das spannende Magiesystem, das vier Richtungen beinhaltet: Illusion, Botanik, Alchemie und Maskierung. Die düstere, bedrückende Atmosphäre spiegelt das Misstrauen und die Angst, die alle in der Akademie beeinflussen. Die Romantasy entwickelt sich angenehm glaubwürdig, nicht toxisch und überlagert auch die Handlung nicht. So wird der Spannungsbogen gehalten, obwohl einige Entwicklungen vorhersehbar sind.

Die Erzählung erweist sich als deutlich vielschichtiger als ich erwartet haben. Themen wie Freundschaft, Loyalität oder Verlust spielen eine Rolle. Das Ende wartet mit einer Überraschung und dem obligatorischen Cliffhanger auf. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.01.2026

Liebe oder Rache?

Royal Heist
0

Darcy und Linus erlebten eine schwere Kindheit, nachdem sie ihre geliebten Eltern verloren hatten. Schuld daran tragen der frühere englische König und die Kronprinzessin, die inzwischen ihrem Vater auf ...

Darcy und Linus erlebten eine schwere Kindheit, nachdem sie ihre geliebten Eltern verloren hatten. Schuld daran tragen der frühere englische König und die Kronprinzessin, die inzwischen ihrem Vater auf den Thron gefolgt ist. Die Geschwister sind inzwischen Teil einer Crew von Trickbetrügern, genannt „The Robbin’ Hood“, die im Sinne ihres Namensgebers von den Reichen nimmt und den Armen hilft. Ihr nächster Coup soll allerdings nicht der Umverteilung von Besitz dienen, sondern ihr gigantisches Bedürfnis nach Rache an den Royals stillen. Denn die angekündigte Heirat von Kronprinz Spencer bietet die lang ersehnte Möglichkeit dafür. Doch wird ein Coup gegen das Königshaus so einfach durchzuführen sein?

Lena Kiefer hat mit „Royal Heist“ den spannenden Auftakt ihrer neuen Trilogie geschrieben. Wie gewohnt, gelingt es ihr mühelos, die Leser zu fesseln.

Die äußerst talentierte Trickbetrügerin Darcy hat sich die Identität einer verarmten Adligen, Davina McLean, angeeignet und bemüht sich, den Kronprinzen für sich zu gewinnen. Sollte dies gelingen, wird Spencer ihr Zugang zum privaten Tresorraum der königlichen Familie in Hamilton Castle verschaffen. Dort lagert die „geheime Krone“ aus dem 17. Jahrhundert, um die sich viele Mythen ranken und die als verschollen gilt. Sie wollen Darcy und „The Robbin’ Hood“ stehlen und damit einen Skandal auslösen, der den Royals nachhaltig schaden wird. Alles ist akribisch geplant. Darcy lernt Spencer kennen und weckt, wie erhofft, sein Interesse. Nicht geplant war dagegen, dass ihre Gefühle für Prinz Tristan, den Zweitgeborenen, nach all den Jahren noch immer vorhanden sind. Als Kinder waren Darcy und er die besten Freunde, während sich jetzt eine nahezu magnetische Anziehungskraft zwischen ihnen aufbaut ...

Die Erzählung wird aus den Perspektiven von Darcy und Tristan erzählt. Dadurch ist der Leser immer auf der Höhe des Geschehens, bzw. bekommt die Gefühle der Hauptcharaktere ungefiltert mit. Darcy hat auf mich zunächst wie ein Chamäleon gewirkt, was wohl zum Ausdruck bringen soll, dass sie laufend von einer Identität in die nächste schlüpft, ohne längere Zeit sie selbst zu sein. Sie entpuppt sich als reflektierte, empathische junge Frau, die sich weiter entwickelt und erkennt, dass sie zwar die Queen hasst, aber ihre Kinder nichts mit dem Skandal zu tun hatten, der sie betroffen hat. Tristan ist der gutaussehende bad boy, der tatsächlich ein sehr loyaler Familienmensch ist und seinen Bruder fast bis zur Selbstverleugnung schützt. Auch die übrigen Charaktere sind überzeugend und vielschichtig, allen voran der Kronprinz.

Lena Kiefer schreibt wie immer flüssig, bildhaft und fesselnd. Sowohl die Heists der „Robin Hoods“ als auch das Leben der Royals wirkt glaubwürdig, obwohl es fiktional ist Darcys und Tristans Kampf gegen die eigenen Gefühle überzeugt nachvollziehbar. Obwohl die Erzählung in Teilen vorhersehbar ist, hält der Spannungsbogen durchgehend und der gewohnt üble Cliffhanger am Ende sorgt dafür, dass der Leser dem nächsten Band entgegenfiebert. Auch neben der zentralen Frage, ob und wie es mit Darcy und Tristan weitergeht, bleibt noch anderes ungeklärt. Wo ist Darcys und Linus Mutter? Lebt sie noch? Was ist mit Tristans Vater? Wer hat das Aktbild der Queen in Auftrag gegeben und wer hat es zu einem hohen Preis gekauft?

Für den nächsten Band ist also genügend Stoff vorhanden. Freuen wir uns darauf!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere