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Veröffentlicht am 10.10.2025

Suspekt, äußerst suspekt ...

Mord im Himmelreich
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... findet Björn Kupernikus den Tod eines unbekannten Stand-up-Paddlers im Templiner See. An einen Unfall, wie die Polizei, mag er nicht glauben. Und so fängt alles an:

Seinen Campingurlaub ...

... findet Björn Kupernikus den Tod eines unbekannten Stand-up-Paddlers im Templiner See. An einen Unfall, wie die Polizei, mag er nicht glauben. Und so fängt alles an:

Seinen Campingurlaub im "Himmelreich" hat sich Björn Kupernikus anders vorgestellt. Gleich an seinem ersten Ferientag rettet er noch vor dem Frühstück einen kleinen Hund, findet eine Leiche und lernt die charmante Künstlerin Annabelle kennen. Eine Vernehmung durch den überforderten Ermittler Edgar Fass schließt diese turbulenten Stunden ab. Da Kupernikus schon immer mal als „Tatort“- Kommissar ermitteln wollte, ist seine kriminalistische Neugier geweckt. Als die polizeilichen Ermittlungen stagnieren, beschließen er und seine neue Freundin die Kriminalbeamten zu unterstützen. Werden sie den Killer entlarven?

Bestsellerautor Andreas Winkelmann wagt sich nach zahlreichen spannenden Thrillern zum ersten Mal ins Cosy-Crime-Genre. Als begeisterte Leserin seiner Bücher, war ich gespannt, wie sich der Autor auf dem neuen Terrain schlägt.

Björn Kupernikus, ein ehemaliger Schauspieler spezialisiert auf Nebenrollen, kommt mit seinem betagten Wohnmobil Otto auf den Campingplatz Himmelreich. Obwohl er Zweifel an seiner Kondition hegt, eilt er Annabelle sofort zu Hilfe, um den kleinen Hund mitten auf dem See zu retten. Auch sonst hat er das Herz am rechten Fleck, liebt guten Kaffee und genießt sein Leben. In der Künstlerin Annabelle findet er eine gute Freundin, die unkonventionell ist und erstaunliche Dinge weiß. Zusammen ergeben sie ein ziemlich taffes Ermittlerteam, das die kleine Hündin Pinguin komplettiert.

Der Mikrokosmos Campingplatz spielt in diesem Krimi eine wichtige Rolle. Ob Platzkönig Kolki, Eigner Roger Gross und sein altkluges Töchterchen Henriette oder der vielseitig begabte Thiago, sie alle tragen zur speziellen Atmosphäre dieses Ortes bei. Der Autor hat seine Charaktere auch in den Nebenrollen individuell ausgestattet, egal ob sie Dialekt sprechen, Latzhosen tragen oder eine Bürgerwehr befehligen. Ich hatte schnell das Gefühl, jeden einzelnen zu kennen und fühlte mich im Himmelreich rasch heimisch. Dabei bin ich gar keine Camperin. „Mord im Himmelreich“ entpuppt sich als unterhaltsamer Wohlfühlkrimi, wofür der leise Humor und die anschauliche Sprache des Autors sorgen. Während des Lesens musste ich oft schmunzeln, wozu unter anderem die„David-Hasselhoff-Gedenkbadehose“, (rot), beitrug. Trotzdem wird der Krimi an keiner Stelle seicht oder albern. Auch die Spannung wird nicht vernachlässigt. Dazu tragen die Kapitel aus der Sicht des „Beobachters“ entscheidend bei und einige überraschende Wendungen. Bis zuletzt wusste ich nicht, wer den Paddler ermordet hat. Auch das von mir vermutete Motiv erwies sich nur als mittelbar zutreffend.

Jetzt bin ich sehr gespannt, wie es mit Kaffee-Sommelier Björn, Künstlerfreundin Annabelle und der kleinen Pinguin weitergeht. Der Autor verrät erfreulicherweise im Nachwort, dass er bereits am zweiten Fall des Himmelreichteams schreibt. Dieses Mal müssen wir uns um den Bäckermeister sorgen.

Mein Fazit: Yes, he can! Andreas Winkelmann kann auch Cosy Crime. Ich wurde bestens unterhalten. Für mich als Leser war jederzeit spürbar, dass dieses Buch sorgfältig recherchiert und mit Liebe zum Detail geschrieben wurde. Die leckeren Rezepte am Buchende, das bunte, fröhliche Cover und der Auftritt realer Personen runden das Gesamtwerk ab. „Mord im Himmelreich“ erhält von mir 5 von 5 möglichen Sternen. Für Freunde des Genres ein absolutes Muss!

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Die Vergangenheit ruht nicht

Mörderische Brise - Der Tote am Sandstrand
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Polizeihauptkommissarin Hannah Bülow steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Vor neun Monaten hat sie ihren Mann durch einen Unfall verloren. Da ihre Töchter längst flügge sind und sie in Münster alles ...

Polizeihauptkommissarin Hannah Bülow steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Vor neun Monaten hat sie ihren Mann durch einen Unfall verloren. Da ihre Töchter längst flügge sind und sie in Münster alles an den toten Malte erinnert, hat Hannah das Jobangebot ihrer Freundin Constanze angenommen. Künftig wird sie in der Polizeiwache Ostersande als Dienstgruppenleiterin arbeiten. Kurz nach ihrer Ankunft wird ein Toter aufgefunden. Wurde er ermordet oder ist er Opfer eines Unfalls?
Nach etwas langatmigem Beginn gewinnt der Krimi allmählich an Fahrt. Bald konnte mich die Geschichte packen und mit Hannah auf eine spannende Tätersuche schicken.

Jan F. Wielpütz hat den Auftaktband seiner neuen Ostsee-Krimireihe nach Grundidee und Konzept der 2020 verstorbenen Autorin Nina Ohlandt realisiert.

Hannah startet in Ostersande mit einem Knöllchen und trifft dabei ihren Jugendfreund Philip wieder. Ihr Vater Uwe empfängt seine Tochter wenig begeistert. Infolge eines großen Unglücks hat Hannah ihren Heimatort vor 32 Jahren verlassen. Der Unfall hat damals ihr Verhältnis zum Vater beschädigt und dabei ist es bis heute geblieben. Zudem befürchtet Uwe, dass ihn seine Tochter kontrollieren und bevormunden will. In Hannah weckt die Rückkehr verdrängte Schuldgefühle und Zweifel an ihrer Entscheidung. Wird sie die Vergangenheit hier wieder einholen? Ein verdächtiger Todesfall beendet diese Grübelei und ruft sie zurück an die Arbeit. Der Tote ist ausgerechnet Philip Langmar, ihr Jugendfreund, der als Psychotherapeut in der angesehenen Klinik Ostersande-Wismar arbeitete. Ist er unglücklich gestürzt oder wurde er ermordet? Hannah wird von ihrer Chefin Constanze als Kontaktperson für die Kripo Wismar ausgewählt. Gemeinsam mit Hauptkommissar Grewe und seiner Kollegin Mara Steyn, versucht sie die Umstände, die zu Philips Tod führten, aufzuklären. Trotz verschiedener Spuren erscheint bald klar, dass die Geschehnisse der Vergangenheit eine wichtige Rolle für den Fall spielen könnten.

Hannah mit ihrer direkten Art war mir bald sympathisch. Anfangs konnte ich nicht verstehen, was sie nach Ostersande zurückgeführt hat, aber Uwes Situation hat das erklärt. Auch die anderen Charaktere überzeugen. Ob der von privaten Problemen leicht überforderte Greve, die forsche Mara, Philips charmanter Kollege Henry oder der auf seine Unabhängigkeit bedachte Uwe, sie alle wirken authentisch. Die Sprache des Autors ist flüssig und direkt. Die Region fand ich anschaulich beschrieben, ebenso Hannahs Heimatort, wo zeitweise der Tourismus dominiert und wo die Umweltschützer oft einen schweren Stand haben.

Trotz der übersichtlichen Zahl an Verdächtigen habe ich lange gerätselt und war mir bis zum Schluss nicht über das Tatmotiv im Klaren. Der Autor schafft es mühelos, die Spannung mithilfe von überraschenden Wendungen bis zum Schluss hochzuhalten. Ein besonders kluger Schachzug war der rätselhafte Prolog, der mich lange grübeln ließ. Die Zusammenarbeit zwischen der Kripo Wismar und der Polizeiwache Ostersande schien mir nicht immer realistisch zu sein. Aber das habe ich als literarische Freiheit akzeptiert. Zuletzt wird der Fall überzeugend aufgeklärt und alle offenen Fragen beantwortet. Am Buchende kündigt eine gerade aufgefundene Leiche Hannahs nächsten Fall an. Ich werde bei den Ermittlungen wieder dabei sein und hoffe, dass die Wismarer Kripo dann wieder zum Team gehört.

Für den Auftaktband der neuen Ostsee-Krimireihe, der mich überzeugen konnte, vergebe ich 4,5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle Fans dieses Genres.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
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  • Charaktere
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  • Spannung
Veröffentlicht am 22.09.2025

Bombenalarm - Nik Pohl ermittelt wieder

Die unversöhnliche Vergangenheit
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Eine unbekannte Frau erzwingt sich den Zugang zur Münchner Staatsanwaltschaft mittels einer Bombe. Sie fordert die Wiederaufnahme eines seit Jahren abgeschlossenen Falls. Doch bevor die zuständigen Personen ...

Eine unbekannte Frau erzwingt sich den Zugang zur Münchner Staatsanwaltschaft mittels einer Bombe. Sie fordert die Wiederaufnahme eines seit Jahren abgeschlossenen Falls. Doch bevor die zuständigen Personen die Verhandlungen überhaupt aufnehmen können, explodiert der Sprengsatz. Die Kripo steht vor einem Rätsel und Nik Pohl fallen ein paar Ungereimtheiten auf, die ihn veranlassen zu ermitteln. Auch der 7. Fall des unangepassten Privatermittlers erweist sich als spannend, doch der aufregende Plot hält nicht ganz, was er verspricht.

Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Warum verlangt eine bis dahin unbescholtene Frau die Wiederaufnahme eines Verfahrens, das seit 12 Jahren abgeschlossen ist? Der Verurteilte ist vor 5 Jahren gestorben und anscheinend besteht keinerlei Verbindung zwischen ihm und der Frau. Und warum sprengt sie sich in die Luft, bevor die Verhandlungen begonnen haben? Die Polizei kann sich darauf keinen Reim machen, die Medien rasten wie immer aus und Nik Pohl beginnt zu ermitteln, da er ahnt, dass viel mehr hinter dem vermeintlichen Anschlag steckt.

Das Team bestehend aus Nik, Balthasar mit Kara und Jon ist sich einig, dass hier etwas ganz und gar nicht passt. Die Kripo kommt zum selben Schluss. Dieses Mal sind sogar der Privatdetektiv und sein ungeliebter ehemaliger Chef, Hauptkommissar Naumann von der Kripo München, einer Meinung und das ermöglicht eine lose Zusammenarbeit. Jon und Nik finden heraus, dass jemand einen beträchtlichen Aufwand betreibt, um an vergleichsweise harmlose Daten zu kommen. Bald gibt es die nächste Tote, die ebenso ein Zufallsopfer zu sein scheint wie die erste Ermordete. Nik kommt einem unglaublichen Plan auf die Spur und gerät selbst in tödliche Gefahr. Denn des Killers beste Chance sein eigentliches Ziel zu erledigen führt über Nik.

Die Sprache ist gewohnt flüssig und präzise. Niks Team, der schrullige Pathologe Balthasar und der fähige Computernerd Jon, helfen dem Privatdetektiv ein unglaubliches Komplott aufzudecken und der Kripo auf die Sprünge zu helfen. Dabei ist es sehr hilfreich, dass sich der unkonventionelle Nik nicht immer an die Regeln hält und oft auf verschlungenen Wegen ermittelt. Sein Instinkt und das Wissen seiner beiden Freunde helfen ihm, überraschende Ergebnisse zu erzielen.

Von Beginn an war ich begeistert von Niks 7. Fall und mochte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Der Plot ist hervorragend und der Fall entwickelte sich spannend und mit einigen Wendungen. Aber im letzten Drittel des Buches als die Person, die hinter allem steckt, sich an Nik heranmacht und ihn zu benutzen versucht, kippt der Krimi. Die Spannung lässt nach, die Logik ebenso. Es erschien mir nicht stimmig, dass diese Person das Superhirn sein soll, dass sich den genialen Plan ausgedacht hat und ihn knallhart ohne Rücksicht auf Verluste umsetzt. Denn jetzt machte sie plötzlich Fehler. Zuletzt wird der Fall logisch aufgeklärt und Nik glänzt einmal mehr, aber es wäre noch mehr drin gewesen. So ist „Die unversöhnliche Vergangenheit“ ein spannender und guter, aber kein herausragender Krimi.

Ich wurde gut unterhalten und vergebe am Ende des Buches vier Sterne, Ende des zweiten Drittels wäre es noch die volle Punktzahl gewesen.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Kann Virginia Woolfs Füllfederhalter töten?

Das vergessene Museum
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Ein Leben kann sich innerhalb weniger Minuten grundlegend ändern. Genau das passiert Fahrradkurier Liam. Gerade noch wollte er in einem geheimnisvollen Museum sein letztes Päckchen zustellen, da wird er ...

Ein Leben kann sich innerhalb weniger Minuten grundlegend ändern. Genau das passiert Fahrradkurier Liam. Gerade noch wollte er in einem geheimnisvollen Museum sein letztes Päckchen zustellen, da wird er Zeuge eines scheußlichen Mordes. Der sterbende Kurator bestimmt ihn überraschend zu seinem Nachfolger und stellt damit Liams Leben auf den Kopf.
Andreas Suchanek hat mich mit „Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ dem Auftaktband seiner neuen Urban Fantasy-Reihe von Beginn an gefesselt.

Der 27-jährige Liam Relish wohnt mit seinem besten Freund, dem Computernerd Harry, in Whitechapel. Als am Tag nach dem Mord der Nachlassverwalter des getöteten Kurators Rupert Bradford die kleine Wohnung betritt, verändert sich Liams Leben für immer. Der Anwalt teilt ihm mit, dass Mr. Bradford das Museum und alles was dazugehört an seinen langjährigen Schüler vererbt, nämlich ihn! Der pragmatische Harry drängt Liam, das Erbe anzunehmen, nicht zuletzt, damit er sich einen guten Anwalt leisten kann. Denn die Polizei sieht im Erbe ein mögliches Mordmotiv. Liam lässt sich überzeugen und ist erleichtert, dass Harry mit umzieht. Abends wird er von dem düsteren Schattenmörder, der Mr. Bradford tötete, mit einem magischen, bluttrinkenden Dolch angegriffen. Dank Harrys klugen und beherzten Eingreifens scheitert der Anschlag. Liam, der bisher nur an Magie in Büchern glaubte, muss seine Meinung ändern. Erst recht als er im Museum, das zahlreiche magische Artefakte birgt, seinen künftigen Lehrer trifft. Es ist Mr. Bradford, der als Geist weiterlebt. Und das ist nicht das Bizarrste, was Liam widerfährt.

Andreas Suchanek schreibt flüssig, bilderreich und sehr fantasievoll. Mühelos erzeugt er von der ersten Seite an Spannung. Seine Charakter sind stimmig und größtenteils sympathisch. Liam, Harry, Mr. Bradford und der snobistische, aber niedliche Hund Shakespeare erleben spannende Abenteuer, die die beiden jungen Männer bis nach Berlin führen. Das Buch gipfelt in einem rasanten Showdown mit Zeitbrücken und einigem magischen Schnickschnack, der konzentriertes Lesen erfordert. Ich habe diese Passage einfach zweimal gelesen. Die Spannung hält bis zum Schluss an. Dann endet die Geschichte, natürlich, mit einem fiesen Cliffhanger. Vorher wird noch der finstere Schattenmörder gestellt, dessen Identität mich wirklich überrascht hat und trotzdem stimmig ist. Begeistert haben mich die zahlreichen kreativen Ideen des Autors, die für beste Unterhaltung sorgen. Besonders vielversprechend für den nächsten Band erscheint mir Liams unbekannte Herkunft, er wuchs im Waisenhaus auf, und seine Affinität zur Magie. Ich bin sehr gespannt, was es da noch zu entdecken gibt.

Ich liebe Urban Fantasy und Andreas Suchanek ist sehr gut darin. Die Werbung des Verlags „Perfekt für Fans von Ben Aaronovitch …“ (bin ich), kann ich bestätigen, obwohl Andreas Suchanek ganz andere und doch ähnliche Geschichten schreibt. Da ich am liebsten einfach weitergelesen hätte und schon dem zweiten Band entgegenfiebre, gibt es von mir die volle Punktzahl und eine Empfehlung an alle Fans von Urban Fantasy.

Zur Titelfrage. Das Schreibgerät soll eine gefährliche Waffe sein, aber bisher hat der Füller diese Behauptung (noch) nicht bestätigt.


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Veröffentlicht am 19.09.2025

Mord auf Mackinac Island

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Die 77-jährige Rosemary, für ihre Freunde Mimi, führt seit 23 Jahren ein zurückgezogenes Leben auf der autofreien Insel Mackinac. Da droht eine Erpressung ihr Idyll zu zerstören. Mimi muss sich dieser ...

Die 77-jährige Rosemary, für ihre Freunde Mimi, führt seit 23 Jahren ein zurückgezogenes Leben auf der autofreien Insel Mackinac. Da droht eine Erpressung ihr Idyll zu zerstören. Mimi muss sich dieser Konfrontation stellen, bittet aber ihre Enkelin Addie um Hilfe, da sie sich fürchtet. Gemeinsam besuchen die beiden sehr unterschiedlichen Frauen eine Party und landen in einem mörderischen Albtraum ...
Kelly Mullen ist mit „Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste“ ein spannender Krimi im Stil einer modernen Agatha Christie gelungen.

Rosemary erhält eine Einladung zu einer Party in der Nachbarschaft. Sie muss hingehen, den zusammen mit der Einladung erhält sie die Drohung, dass bei Fernbleiben, ihr schlimmstes Geheimnis offenbart wird. Woher weiß Nachbarin Jane, was Mimi vor vielen Jahren getan hat? Höchst beunruhigt alarmiert sie ihre Enkelin, die PC-Spieleentwicklerin Addie. Obwohl ihr Verhältnis angespannt ist, eilt diese ihrer Granny zu Hilfe. Auf der Party treffen sie wenige handverlesene Gäste, von denen einige ebenfalls erpresst werden. Zum Auftakt der Fete wird die Zugbrücke, der einzige Zugang zum Anwesen, hochgezogen. Eine Auktion, die den Opfern der Erpressung horrende Summen abverlangt, schließt sich daran an. Dann wird die Gastgeberin, die zunächst einen merkwürdigen Eindruck macht, tot in ihrem Bett gefunden. Ermordet. Anscheinend versucht jemand Mimi den Mord anzuhängen, den die Tatwaffe wird ihr untergeschoben. Ein Jahrhundertschneesturm und ein Stromausfall komplettieren die äußerst missliche Lage der Partygäste. Und der Killer ist noch nicht fertig.

Kelly Mullen schreibt flüssig und versteht es vortrefflich, Spannung aufzubauen und zu halten. Mit Mimi MacLaine und ihrer Enkelin Addie verfügt sie über ein sympathisches Ermittlerteam, das sich wunderbar ergänzt und nachvollziehbar dem Täter auf die Spur kommt. Die komplizierte Beziehung der Frauen wird während der Ermittlung ebenso durchleuchtet wie die individuellen Probleme, die beide beschäftigen. Derweil befinden sie sich in höchster Gefahr und sind auf sich allein gestellt, da die Polizei nicht auf das Anwesen gelangen kann. Besonders reizvoll fand ich die Idee, dass Addie die Ermittlung im Stil eines PC-Games aufzieht. Damit Mimi nicht außen vor bleibt, muss sie diese (und mich) in ihre Spielewelt einführen, was ihr gut gelingt. Die übrigen Protagonisten bleiben dagegen etwas blass. Bald stellt sich heraus, dass nichts so ist wie angenommen, doch letztlich, nach einigen Wendungen, wird der Täter entlarvt und der Fall logisch aufgeklärt.

Mir hat der Krimi gut gefallen. Das Setting mit der Kombination altes Herrenhaus, hochgezogene Zugbrücke mit geheimem Code, heftiger Schneesturm und Stromausfall überzeugt, obwohl es nicht neu ist. Die Könnerschaft einer Agatha Christie wird zwar nicht erreicht, aber Addies Ermittlungsansatz und Mimis spröder Humor sind erfrischend und unterhaltend. Ein paar Verwicklungen zusätzlich hätten dem Krimi gutgetan, ebenso mehr Tiefe für die Nebencharaktere und ein konsequenteres Korrektorat. Insgesamt finde ich das Buch dennoch spannend und lesenswert. Ich kann mir Mimi und Addie gut in weiteren Fällen vorstellen, die ich dann auch lesen würde.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung an alle Fans von britischem Cosy Crime und gute vier Sterne.

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