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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2026

Luft nach oben

Spielverderberin
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"Spielverderberin" erzählt die Geschichte von Sophie, Lotte und Romy, drei Freundinnen aus Schulzeiten, deren Freundschaft den Übergang ins Erwachsenenleben nur bedingt überstanden hat. Mich hat das Cover ...

"Spielverderberin" erzählt die Geschichte von Sophie, Lotte und Romy, drei Freundinnen aus Schulzeiten, deren Freundschaft den Übergang ins Erwachsenenleben nur bedingt überstanden hat. Mich hat das Cover sehr angesprochen, mich hat es in Verbindung mit dem Klappentext direkt zum Nachdenken angeregt.

Von der ersten Seite an stehen Dinge im Raum, Geschehnisse in der Vergangenheit, an denen die Beziehung zu bröckeln begonnen hat und in verschiedenen Zeitebenen wird dargestellt, wie die drei jungen Frauen vorher und seitdem miteinander umgehen.

Ich persönlich hatte ein paar Probleme mit den Zeitsprüngen, da nicht immer eindeutig ist, in welcher Zeit und Phase der Freundschaft sich die Handlung gerade abspielt.

Generell finde ich, dass die Geschichte noch Luft nach oben gehabt hätte. Sowohl in der Darstellung der Charaktere als auch der Entwicklung der Handlung gibt es meiner Meinung nach Verbesserungsbedarf. Aufgrund des relativ geringen Umfangs haben die Protagonistinnen nicht den Raum, wie dreidimensionale Figuren zu wirken und sind deshalb unnahbar und nicht besonders eingängig.

Gefallen haben mir allerdings die Gedanken zum Thema Dorf/Stadt, den Klischees und Spannungen und der Scham/Wut/Unsicherheit, die damit einhergehen.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Furchtbar belanglos

Mathilde und Marie
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Kennt ihr das, wenn ihr schon auf der ersten Seite merkt, dass ein Buch absolut nicht euer Fall sein wird? Ich hatte mich so auf "Mathilde und Marie" gefreut, Cover und Klappentext versprachen ein ruhiges, ...

Kennt ihr das, wenn ihr schon auf der ersten Seite merkt, dass ein Buch absolut nicht euer Fall sein wird? Ich hatte mich so auf "Mathilde und Marie" gefreut, Cover und Klappentext versprachen ein ruhiges, besonnenes Leseerlebnis, aber leider sollte es nicht sein.

Entschleunigung und Bücherliebe in allen Ehren, aber das hier ist einfach nur furchtbar belanglos und ein großer Teil des Problems ist für mich der Schreibstil. Ich habe eigentlich direkt bei den ersten Sätzen gemerkt, dass ich damit nicht warm werde - er ist zu gestelzt, zu ausschweifend, zu pathetisch. Ich habe kein Problem mit Schachtelsätzen, im Gegenteil, aber hier entstand für mich der Eindruck, dass der Autor möglichst viele schön klingende Phrasen aneinandergereiht hat, damit es maximal geil klingt.

Ich konnte so keine Bindung zu den Charakteren aufbauen, sie haben eben genau danach angefühlt: nach Charakteren, die eine feel-good Botschaft rüberbringen sollen, nicht nach echten Menschen.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Rekorde, Wissen und ganz viel Fußball

Guinness World Records Fußball Edition
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Die jährlichen Guinness-Bücher sind toll zum Durchblättern, Stöbern und Staunen und mit dieser Fußball-Edition kommen Fans des Sports voll auf ihre Kosten.
In hochwertigem Hardcover werden auf über 190 ...

Die jährlichen Guinness-Bücher sind toll zum Durchblättern, Stöbern und Staunen und mit dieser Fußball-Edition kommen Fans des Sports voll auf ihre Kosten.
In hochwertigem Hardcover werden auf über 190 Seiten die Top 100 der größten Fußball-Rekorde vorgestellt.

Dabei geht es um jüngste Spielerinnen und Spieler, längste Serien, meiste Titel und natürlich die meisten Tore. Die Texte sind wie gewohnt kurz und knackig und werden von jeder Menge Fotos, Tabellen und anderen Illustrationen ergänzt. Mir persönlich gefällt die Aufmachung sehr gut, man kann sich mit jeder Seite viel Zeit lassen, ohne dass es zu viel ist.

Ich denke, dass man mit diesem Buch sowohl kleinen als auch großen Fußballfreunden eine Freude machen kann - auch wenn einige der Rekorde wohl bald schon überholt sein dürften. Die 17,99€ ist es meiner Meinung nach auf jeden Fall wert!

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Provokant

Half His Age
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Jennette McCurdys Autobiografie "I'm glad my Mom died" hat mich vor einigen Jahren total umgehauen und komplett mitgenommen. Ich war daher sehr gespannt auf dieses Romandebüt und das provokante Cover sowie ...

Jennette McCurdys Autobiografie "I'm glad my Mom died" hat mich vor einigen Jahren total umgehauen und komplett mitgenommen. Ich war daher sehr gespannt auf dieses Romandebüt und das provokante Cover sowie der Klappentext haben mein Interesse weiter geweckt.

Insgesamt bin ich allerdings unschlüssig, wie ich das Buch einordnen soll und ob es mir überhaupt gefallen hat. Waldos charakterliche Entwicklung über das Buch hinweg war schon interessant, mir am Ende aber zu pathetisch und vorhersehbar.

So richtig habe ich für mich auch nicht erkannt, was die Autorin mir mit dem Buch sagen will. Eine Charakterstudie der amerikanischen weißen Unterschicht? Dass die dargestellte Beziehung mehr als problematisch ist, ist wohl von Anfang an klar.

Ich muss auch sagen, dass mir die vielen Sexszenen einfach zu viel, zu vulgär, zu explizit waren. Sie unterstützen Waldos Erzählstimme in ihrer Abgebrühtheit, aber ich hätte gut mit weniger leben können, vor allem bei dieser Art der Beziehung.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Weibliche Wut

Medea
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Medea kennt man als eine der Schreckgestalten der griechischen Mythologie, als die kaltherzige Hexe, die ihre Familie verriet, um dem Argonauten Iason zu helfen.
Rosie Hewlett erzählt ihre Geschichte in ...

Medea kennt man als eine der Schreckgestalten der griechischen Mythologie, als die kaltherzige Hexe, die ihre Familie verriet, um dem Argonauten Iason zu helfen.
Rosie Hewlett erzählt ihre Geschichte in diesem Roman neu und gibt der Figur den Kontext, der benötigt wird, um aus der Hexe eine dreidimensionale Person zu machen.

Von der Kindheit in Kolchis und dem Entdecken ihrer Magie mit Unterstützung ihrer Tante Circe, über die Begegnung mit Iason und den Argonauten, bis hin zum tragischen Höhepunkt ihrer Erzählung wird Medeas Geschichte aus ihrer Sicht erzählt.
Man lernt die Protagonistin als eine einfühlsame Person kennen, die unter der Last ihrer Gabe leidet und ihr Leben lang missverstanden und ausgenutzt wird. Vor allem in der Beziehung zu Iason möchte man sie einfach nur anschreien und ihr die vor Liebe verschlossenen Augen öffnen. Lovebombing, Gaslighting - aus heutiger Sicht lässt sich diese toxische Beziehung so schnell erkennen (vor allem aus der Beobachterperspektive).

Am Ende kann man fast nicht anders, als ihre Handlungen zu rechtfertigen und besonders das letzte Kapitel geht noch einmal direkt ins Herz.

Für mich ist dieses Buch eine der besten Nacherzählungen griechischer Mythologie und ich bin gespannt, welcher Figur die Autorin nach Medusa und Medea als nächstes eine Stimme verleiht.

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