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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2026

Optik macht inhaltliche Schwächen wett

Der Sommer, der uns blieb
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Dieses Buch besticht in erster Linie durch seine Optik - ich habe wirklich selten ein so schön aufgemachtes Buch lesen dürfen. Cover, Schutzumschlag, Farbschnitt und die Kapitelanfänge sind aufeinander ...

Dieses Buch besticht in erster Linie durch seine Optik - ich habe wirklich selten ein so schön aufgemachtes Buch lesen dürfen. Cover, Schutzumschlag, Farbschnitt und die Kapitelanfänge sind aufeinander abgestimmt gestaltet und versetzen einen beim Lesen in nostalgische Sommerstimmung. Das Highlight ist dabei eine halbtransparente illustrierte Seite mitten im Buch, die die drei Hauptcharaktere in ihrer Kindheit am See zeigt und die einfach unfassbar schön ist.
Den Verlag sollte man auf jeden Fall im Auge behalten!

Die schöne Aufmachung macht für mich zum Teil die sprachlichen Schwächen wett, die das Buch definitiv hat. Der Schreibstil wirkt sehr unausgegoren, vor allem die vielen kurzen Sätze bringen den Lesefluss ganz schön ins Stocken. Die Autorin erklärt Szenen über, anstatt sie einfach wirken zu lassen (Stichwort show don't tell). Außerdem sind manche gewählte Metaphern wirklich seltsam. Ich saß einige Male da und habe gerätselt, was genau damit gesagt werden soll..

Inhaltlich beschreibt Greta Herrlicher eine interessante Dreiecksgeschichte dreier Jugendfreunde, bleibt dabei jedoch sehr oberflächlich. Besonders die Dialoge sind sehr gestelzt und lebensfern, sodass man nicht das Gefühl hat, hier realen Personen zuzuschauen. Die Charaktere bleiben so auf Distanz und bis zum Schluss fühlt man sich ihnen kaum verbunden.
Die Geschichte selbst ist dabei durchaus interessant und hätte Potential für mehr gehabt.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Schroff und einnehmend

Moosland
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Im Jahr 1949 startet die isländische Bauernpartei einen Aufruf, da auf den abgelegenen Höfen junge Frauen fehlen. Die Protagonistin Elsa ist eine von über 300 Frauen, die sich für ein Jahr verpflichten.

Ich ...

Im Jahr 1949 startet die isländische Bauernpartei einen Aufruf, da auf den abgelegenen Höfen junge Frauen fehlen. Die Protagonistin Elsa ist eine von über 300 Frauen, die sich für ein Jahr verpflichten.

Ich hatte vorher noch nie etwas von dieser Initiative gehört und finde, es ist eine fantastische Prämisse für einen Roman. Elsa kommt ohne Sprachkenntnisse und mit wenig landeskundlichem Wissen nach Island - sie ist so wie eine Maske, durch die die Leser das Land, die Leute und deren Sprache und Lebensgewohnheiten kennenlernen.
Dabei ist sie aber keine leere Leinwand, sondern bringt ihre eigenen Erfahrungen und Traumata mit. Man merkt, dass der zweite Weltkrieg sowohl bei den Isländern als auch bei Elsa und ihren Freundinnen noch nachhallt und Vorurteile, seelische Wunden und Verluste sind allgegenwärtig.

Katrin Zipses Schreibstil ist dabei unaufgeregt und klar und passt zur rauen isländischen Landschaft und teils schroffen Art der Bewohner. In dieser unbeschönigenden Art liegt aber eine ganz eigene Emotionalität, die einen nach und nach einnimmt.

Mir hat besonders das Nachwort gefallen, hier werden zusätzliche Fakten genannt, die die Geschichte weiter einordnen.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Der Blick hinter die Fassade

Alle glücklich
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Kira Mohn kannte ich bisher nur von ihren New Adult-Romanen, wobei ich noch keinen davon gelesen habe. Hier erzählt sie die Geschichte einer augenscheinlich ganz normalen Familie - Mutter, Vater, Tochter ...

Kira Mohn kannte ich bisher nur von ihren New Adult-Romanen, wobei ich noch keinen davon gelesen habe. Hier erzählt sie die Geschichte einer augenscheinlich ganz normalen Familie - Mutter, Vater, Tochter und Sohn.

Aus allen vier Perspektiven wird abwechselnd ein Familienkonstrukt geschildert, das beim Blick hinter die Fassade langsam aber sicher bröckelt. Jeder der vier Charaktere hat dabei sein eigenes Päckchen zu tragen. Ich glaube, mich hat dabei der Handlungsstrang des Sohnes Ben am meisten fasziniert. Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, aber die "male loneliness epidemic" spielt dabei eine große Rolle.

Insgesamt finde ich alle vier Hauptcharaktere total authentisch und aus dem Leben gegriffen, wahrscheinlich kennt jeder von uns eine solche Familie. Mich hat das Buch auch nach dem Lesen eine Weile beschäftigt.

Ich hoffe, dass Kira Mohn mehr solcher Bücher schreiben wird!

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Etwas flach

Eagle Rider 1. Deine Kraft findet dich
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Dies ist der kurzweilige Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe der bekannten Autorin Britta Sabbag. Es geht um Tyl, der im 12. Jahrhundert lebt und eigentlich gern ein Ritter werden würde - nur ist er dafür ...

Dies ist der kurzweilige Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe der bekannten Autorin Britta Sabbag. Es geht um Tyl, der im 12. Jahrhundert lebt und eigentlich gern ein Ritter werden würde - nur ist er dafür zu klein, zu schwach und kann nicht einmal reiten. Als er im Wald einen riesigen verletzten Adler findet, ändert sich sein Leben komplett.

Mich hat an diesem Buch in erster Linie das Setting im europäischen Mittelalter angesprochen. Die Lebensrealität armer Menschen wird (zumindest für mich als Laie) realistisch und schonungslos dargestellt.
Die Story ist wahrlich nicht neu und erinnert an andere Geschichten wie Drachenzähmen. Allerdings ist die magische Verbindung zu einem Wesen und das Finden der eigenen Bestimmung auch ein sehr ansprechendes Thema für Kinder.

Ich muss jedoch sagen, dass mir hier ein bisschen die Tiefe gefehlt hat. Mit 120 Seiten hat das Buch einen guten Umfang für 8- bis 10-jährige, aber die Handlung wird so schnell runtergerattert, dass man kaum hinterherkommt. Es bleibt kaum Raum für Charakterentwicklung oder wirklichen emotionalen Tiefgang.
Ich finde außerdem seltsam, dass manche Charaktere und Adler englische Namen haben, das ergibt meiner Meinung nach wirklich gar keinen Sinn und verwirrt nur.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Nicht die gewohnte Schlagkraft

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Ich war sehr gehypet von der Ankündigung dieses Buchs und habe mich besonders gefreut, es wie schon die Vorgängerbände als Hörbuch zu konsumieren. Die Stimmen von Marc-Uwe, dem Känguru, Herta usw. wieder ...

Ich war sehr gehypet von der Ankündigung dieses Buchs und habe mich besonders gefreut, es wie schon die Vorgängerbände als Hörbuch zu konsumieren. Die Stimmen von Marc-Uwe, dem Känguru, Herta usw. wieder im Ohr zu haben, war fantastisch und hat mich total in der Zeit zurückversetzt.

Klar habe ich auch diesmal viel gelacht, jedoch hat mich dieser fünfte Band inhaltlich weniger abgeholt. Vielleicht liegt es daran, dass ich die ersten (Hör-)Bücher super oft gelesen bzw. gehört habe, aber ich habe das Gefühl, dass diese viel kohärenter und stimmiger waren. Zwar gibt es auch hier sowas wie einen roten Faden, aber insgesamt haben sich viele Kapitel wie eine Wiederholung der immer gleichen Problematiken und Argumente angefühlt.
Ich habe außerdem das Gefühl, dass dieser Teil weniger zeitlos ist als die vorherigen und sich womöglich schnell aus der Zeit gefallen anfühlen wird, da wirklich viele aktuelle Referenzen drin sind.
Ich war sehr gehypet von der Ankündigung dieses Buchs und habe mich besonders gefreut, es wie schon die Vorgängerbände als Hörbuch zu konsumieren. Die Stimmen von Marc-Uwe, dem Känguru, Herta usw. wieder im Ohr zu haben, war fantastisch und hat mich total in der Zeit zurückversetzt.

Klar habe ich auch diesmal viel gelacht, jedoch hat mich dieser fünfte Band inhaltlich weniger abgeholt. Vielleicht liegt es daran, dass ich die ersten (Hör-)Bücher super oft gelesen bzw. gehört habe, aber ich habe das Gefühl, dass diese viel kohärenter und stimmiger waren. Zwar gibt es auch hier sowas wie einen roten Faden, aber insgesamt haben sich viele Kapitel wie eine Wiederholung der immer gleichen Problematiken und Argumente angefühlt.
Ich habe außerdem das Gefühl, dass dieser Teil weniger zeitlos ist als die vorherigen und sich womöglich schnell aus der Zeit gefallen anfühlen wird, da wirklich viele aktuelle Referenzen drin sind.

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