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Veröffentlicht am 09.10.2022

Etwas Besonderes

Das Montglane-Spiel - Das Geheimnis der Acht
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Ich hatte dieses Buch in einer früheren Ausgabe bereits 1995 gelesen und damals war es eins meiner liebsten Bücher.

Nun habe ich es wiederentdeckt. Tatsächlich habe ich genau die Ausgabe von damals in ...

Ich hatte dieses Buch in einer früheren Ausgabe bereits 1995 gelesen und damals war es eins meiner liebsten Bücher.

Nun habe ich es wiederentdeckt. Tatsächlich habe ich genau die Ausgabe von damals in einem öffentlichen Bücherschrank gefunden.

Auch heute hat mir dieser Roman noch sehr gut gefallen. Er ist und bleibt etwas Besonderes, sehr spannend und beinhaltet mehrere Genres auf einmal: Krimi und Thriller, Historie und ein wenig Fantasy oder Mystik.

Zwei Zeitstränge wechseln dabei ab. Einer im 18. und der andere im 20. Jahrhundert. Immer wenn es spannend wird, wird dazwischen gewechselt.: prima Cliffhanger!

Alles dreht sich um ein altes wertvolles Schachspiel, welches ein machtvolles Geheimnis birgt. Aber auch die gesamte Handlung ist wie ein Schachspiel. Es muss herausgefunden werden, wer welche Figur darstellt und auf welcher Seite spielt.

Die beiden Hauptrollen sind starke Frauen: Mireille (ehemalige Novizin) im 18. Jahrhundert und Katherine (IT-Spezialistin und Beraterin) im 20. Jahrhundert.

Die Handlungsstränge überschneiden sich dann auf sehr interessante und eindrucksvolle Art und Weise.

Eine Besonderheit dieses Romans besteht darin, dass die Autorin viele historische Personen "einbaut". Sie interagieren mit den fiktiven Charakteren.

Ich habe mich wieder gut unterhalten gefühlt und empfand es als spannend, obwohl ich mich nach so vielen Jahren noch an vieles erinnern konnte.

Allerdings bin ich inzwischen etwas kritischer geworden. Meine Kritik bezieht sich auf drei Dinge:

1. Der Anfang ist etwas schwach. Er ist nicht sofort fesselnd. Zum Glück macht der Roman das aber im weiteren Verlauf wett.

2. Die Autorin lässt sich nach meinem Geschmack manchmal zu sehr in historischen Details aus. Sicher hat sie sehr akribisch recherchiert und möchte deshalb möglichst viel unterbringen. Meiner Meinung nach hätte etwas weniger gereicht.

3. Ich fand es zu unrealistsich, dass sich ein Sowjetrusse (Alexander Solarin) in den 1970er Jahren völlig frei in der Welt bewegen konnte.

Aber insgesamt gefällt mir dieses Buch noch immer sehr und es hat nichts von seiner Spannung eingebüßt.

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Veröffentlicht am 27.08.2022

Teil 2 ist auch wieder klasse!

Der letzte Heuler
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Durch eine Leserunde zu einem späteren Teil bin ich auf diese zauberhafte Krimiserie gestoßen.

Nun habe ich angefangen, die anderen Teile nachzuholen.

Das hier ist der zweite Teil. Der Mann der Tierärztin ...

Durch eine Leserunde zu einem späteren Teil bin ich auf diese zauberhafte Krimiserie gestoßen.

Nun habe ich angefangen, die anderen Teile nachzuholen.

Das hier ist der zweite Teil. Der Mann der Tierärztin wird erschossen (mit einer Kalaschnikow) aufgefunden.

Habe wieder mit den drei Hobbyermittlern Rosa, Henner und Rudi mitgefiebert.

Ich mag diese Krimis aus dem Norden sehr gerne. Es kommt mir vor, als würde ich die Leute dort persönlich kennen.

Witzig finde ich auch Rudis Kollegen Schnepel. Der Typ ist so daneben, dass er einem schon wieder leidtun kann.

Die Kriminalfälle sind nicht zu brutal geschildert. Es ist einfach eine schöne witzige Cosycrime-Serie, aber jeder Fall ist in sich abgeschlossen.

Ein Highlight sind auch die Rezepte am Schluss. Es wird ständig irgendwas zubereitet und gegessen.

Das ist die richtige Urlaubslektüre. Wer eins der Bücher liest, will auch die anderen.

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Veröffentlicht am 22.08.2022

Ein Roman voller Psycho-Klatschen

Snowflake
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Debbie beginnt ein Studium und pendelt zwischen Uni und Milchbauernhof. Sie versucht, in der für sie neuen Welt Fuß zu fassen. Das wird wohl unterhaltsam und humorvoll und sicher findet sich auch ein wenig ...

Debbie beginnt ein Studium und pendelt zwischen Uni und Milchbauernhof. Sie versucht, in der für sie neuen Welt Fuß zu fassen. Das wird wohl unterhaltsam und humorvoll und sicher findet sich auch ein wenig Stoff zum Nachdenken.

Das war mein erster Eindruck nach kurzem Anlesen dieses Buches. Der Schreibstil der Autorin hatte mich gleich gepackt: sehr lebendig und den Charakteren angemessen. Das sind die Hauptfigur Debbie, deren Onkel Billy und diverse Mitstudentinnen in Dublin.

Davon blieb über den Verlauf allein der Schreibstil. Der war es, der mich bei Laune hielt. Bei der erwarteten Handlung hatte ich mich gründlich geirrt. Hier folgte Überraschung auf Überraschung, und die waren meistens nicht positiv.

Nach der Hälfte des Buches dachte ich mir: Wie viele Psycho-Dinger kommen denn noch? Ja, es sind alles wichtige Themen: Depressionen, versuchter Selbstmord, bipolare Störung, Alkoholsucht, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und so weiter und so fort – alles, was sich denken lässt. Muss man die aber alle in einem einzigen Roman unterbringen? Für meinen Geschmack nicht.

Diese ganzen Klatschen waren es, die den Roten Faden ausmachten. Leider war das von Anfang an nicht zu erahnen. Ich möchte mich beim Lesen von Belletristik vor allem entspannen, vielleicht auch etwas lernen, aber nicht so viel auf einmal. Hätte ich vorher gewusst, was mich erwartet, hätte ich es bestimmt nicht gelesen.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich dennoch nicht gelangweilt habe. Das lag – wie am Anfang festgestellt – am Schreibstil der Autorin.

Dieses Buch wird zwar nicht zu meinem Lieblingsbuch, aber ich halte es dennoch für gut. Jedoch ist es wohl nichts für psychisch zart besaitete Leser
innen.

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Veröffentlicht am 14.08.2022

Locker-leichte Unterhaltung

Schottische Träume - Die Töpferei am Meer
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Kirsty hat überraschend ein Haus in Schottland geerbt. Von einer Großmutter, von deren Existenz sie bis dahin nicht wusste. So beginnt eine turbulente Geschichte lockerer leichter Unterhaltung.

Ich habe ...

Kirsty hat überraschend ein Haus in Schottland geerbt. Von einer Großmutter, von deren Existenz sie bis dahin nicht wusste. So beginnt eine turbulente Geschichte lockerer leichter Unterhaltung.

Ich habe hier kein anspruchsvolles literarisches Werk erwartet, sondern einen eher heiteren Roman, vielleicht auch eine Liebeskomödie. Denn auf dem Klappentext ist noch die Rede von Aiden, dem attraktiven Pub-Besitzer.

Mit diesem Buch bin ich voll auf meine Kosten gekommen: Tolle Figuren, jede auf ihre ganz eigene Art witzig und interessant. Eine Reihe spritziger Dialoge. Diverse peinlich-komische Szenen. Eine spannende Haupthandlung. Das I-Tüpfelchen bildet die Hauptfigur Kirsty selbst mit ihrer träumerischen, manchmal fast schrulligen Art. Einfach liebenswert.

Es hat mir großen Spaß gemacht. Habe diese locker-leichte Sommerlektüre regelrecht verschlungen und freue mich darauf, dass es bald einen weiteren Roman als Fortsetzung geben wird.

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Veröffentlicht am 13.08.2022

Berlin 1936 einmal anders

Drei Tage im August
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Dieser Roman wirkte auf mich wie ein Episoden-Roman. Er spielt 1936 zur Zeit der Olympiade im nationalsozialistischen Berlin.

Wir erleben drei Tage aus der Sicht verschiedener Akteure.

Die Hauptfigur ...

Dieser Roman wirkte auf mich wie ein Episoden-Roman. Er spielt 1936 zur Zeit der Olympiade im nationalsozialistischen Berlin.

Wir erleben drei Tage aus der Sicht verschiedener Akteure.

Die Hauptfigur ist Elfie Wagner. Sie leitet eine Pralinenmanufaktur in der Straße Unter den Linden. Sie ist hochsensibel, manchmal in depressiver Stimmung und manchmal kommt es mir vor, als hätte sie eine leichte Art von Autismus. Sie selbst bezeichnet sich als seltsam, wie es ihr von Kind an vorgeworfen wurde.

Dann ist da Franz Marcus, ein jüdischer Buchhändler, der es in der Zeit besonders schwer hat. Er hat zwar seinen Laden Unter den Linden noch, sieht jedoch das Unheil immer näher kommen und plant seine Flucht.

Eine dritte sehr wichtige Figur ist Marie Conte, eine sehr alte Frau, zuerst Elfies Kundin, danach Vertraute und fast so etwas wie eine Freundin. Sie erzählt Elfie ihre Geschichte. Die allein ist schon sehr spannend.

Diese Figuren und einige weitere habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Alle so menschlich in einer dunklen und absurden Zeit. Ich fand es sehr spannend, diese Zeit aus der jeweiligen Sicht der Figuren zu erleben.

Die Autorin hat es geschafft, alles sehr glaubhaft darzustellen, aber eine Kleinigkeit ist Geschmackssache:

Zwischen den Kapiteln mit den konkreten Erlebnissen der Protagonist*innen sind immer wieder Abschnitte eingeflochten, die aus der Sicht der Lindenbäume in der Straße Unter den Linden erzählt werden. Was würden die Linden wohl sagen, wenn sie reden könnten?

Das ist poetisch, aber ich empfand es manchmal als langatmig. Ich wollte endlich wissen, wie es mit den einzelnen Personen weitergeht. Aber ich habe gemerkt, dass ich die Passagen schnell überfliegen konnte, ohne dass mir etwas gefehlt hat.

Fazit: Ein Stück historisches Berlin aus den dreißiger Jahren des 20 Jahrhunderts auf außergewöhnlich schöne Weise greifbar gemacht. Die Geschichte lebt von den Freuden und Sorgen der verschiedenen Charaktere, sehr gelungen geschildert. Hat mich (bis auf die Einschübe) gefesselt von Anfang bis Ende.

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