Profilbild von rallewu

rallewu

Lesejury Star
offline

rallewu ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit rallewu über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2021

Schwierige schwedisch-deutsche Kooperation - mit gutem Ende?

Die Macht der Akademie
0

In Bremen wird die Leiche einer Frau gefunden - auf außergewöhnliche Art vergiftet. Die Mordmethode und das ganze Drumherum ähneln Fällen, die vor einigen Jahren in Schweden für Aufsehen sorgten, aber ...

In Bremen wird die Leiche einer Frau gefunden - auf außergewöhnliche Art vergiftet. Die Mordmethode und das ganze Drumherum ähneln Fällen, die vor einigen Jahren in Schweden für Aufsehen sorgten, aber nie aufgeklärt werden konnten.


Damals spielte der schwedische Telekom-Gigant Per Gustavson eine wichtige Rolle und auch diesmal ist er irgendwie verstrickt in die Geschehnisse rund um Mord und weitere kriminelle Machenschaften. Und welche Rolle spielt die legendäre "Akademie" - ein schwedischer Mythos....?


Der Autor Neal Skye erzählt die Geschichte in außergewöhnlich kurzen Kapiteln mit ständigen Perspektivwechseln. Diese Erzählstil ist gewöhnungsbedürftig, macht aber durchaus Spaß wenn man sich darauf einlassen kann. Allerdings ist es dem Leser dabei kaum möglich, das Buch in kurzen Häppchen zu lesen. Meiner Meinung müssen mindestens 30 Seiten am Stück gelesen werden, da ansonsten die Zusammenhänge verloren gehen und nachgelesen werden muss, was wie zusammenhängt.


Die Story hat viel Potenzial, das Grundgerüst ist mehr als solide und der Anfang vielversprechend, aber bei der Umsetzung werden mit der Zeit einige Schwächen deutlich. Es plätschert ein wenig dem für mich nicht ganz zufriedenstellenden Ende entgegen. Deshalb gibt es von mir leider nur drei Sterne für ein Buch, das vom Grundsatz her vier bis fünf Sterne erreichen könnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2021

Der Schlummerbär hilft seiner neuen Freundin

Der Schlummerbär und seine neue Freundin
0

In seinem zweiten Abenteuer "Der Schlummerbär und seine neue Freundin" wacht der Schlummerbär morgens auf und ist erstmal verwundert, dass er nicht allein in seinem Baumhaus ist. Er erinnert sich aber ...

In seinem zweiten Abenteuer "Der Schlummerbär und seine neue Freundin" wacht der Schlummerbär morgens auf und ist erstmal verwundert, dass er nicht allein in seinem Baumhaus ist. Er erinnert sich aber schnell, dass die kleine Maus Brie in der vorherigen stürmischen Nacht gerettet werden musste. Brie möchte natürlich möglichst schnell wieder zurück nach Hause. Der Schlummerbär und andere Waldbewohner machen sich auf, Brie zu helfen.


Die Autorin Lisa Rothenhöfer erzählt eine wundervolle Geschichte, in der Hilfsbereitschaft und Freundschaft im Vordergrund stehen - sehr kindgerecht und liebevoll. Man muss die kleinen Protagonisten einfach liebhaben.


Wir haben die Geschichte als Hörbuch, gelesen vom fantastischen Sprecher Jonathan Skawski, erleben dürfen und es sehr genossen. Allerdings haben wir, da es sich um einen Download handelte, während des Hörens einige Bilder von der Schlummerbär-Homepage zu Hilfe genommen, damit die Geschichte und die handelnden Figuren für meine Nichte (vier Jahre alt) etwas anschaulicher wurden.


Insgesamt ein zauberhaftes Buch mit niedlichen "Akteuren" - sowohl als Printexemplar, als auch als Hörbuch absolut empfehlenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.02.2021

Der dritte Fall für Karin Schneider - liebenswert, chaotisch, gefährlich

Zicke, zacke, tot
0

In "Zicke, zacke, tot" läßt sich die engagierte Heilpraktikerin Karin Schneider durch ihre - eigentlich gar nicht so enge - persönliche Bindung zur im Ort als etwas verrückt angesehene Rosi Reitmeier in ...

In "Zicke, zacke, tot" läßt sich die engagierte Heilpraktikerin Karin Schneider durch ihre - eigentlich gar nicht so enge - persönliche Bindung zur im Ort als etwas verrückt angesehene Rosi Reitmeier in einen Fall hineinziehen, der weitaus größere Ausmaße annimmt, als Karin das realisieren kann oder will.


Rund um das Karpfhamer, dem großen Voksfest im niederbayerischen Bad Griesbach, beginnt Karin selbstständig mit ihren Ermittlungen, die zunächst noch nachvollziehbar und durchaus erfolgsversprechend erscheinen, dann aber zunehmend chaotisch, unreflektiert und rein emotionsgesteuert werden - eine gefährliche Kombination, sowohl für Karin, als auch für andere, wie sich noch herausstellen könnte.


Die Geschichte hat von Beginn an sehr viel Potenzial und wird sprachlich sehr gut, flüssig und angenehm erzählt. Sie startet interessant und strukturiert, die Protagonistin kommt in den ersten zwei bis drei Abschnitten sehr angenehm, engagiert und sympathisch rüber. Leider ändert sich das im Laufe der Geschichte grundsätzlich - die Handlungen und Gedanken von Karin Schneider werden immer chaotischer, mir ging sie mit ihrem blinden Aktionismus zunehmend auf die Nerven. Sie buddelt sich sich durch ihre Blindheit für größere Zusammenhänge (die aufgrund der "Ich-Perspektive" deutlich erkennbar ist) ein immer tieferes Loch, aus dem sie für mich bis zum Ende nicht mehr herauskommt.


Fazit:


Die Geschichte ist gut erzählt und flüssig zu lesen. Der Fall wird insgesamt schlüssig und mit Überraschungen gespickt gut aufgelöst. Leider hat mir die Hauptprotagonisten im Verlauf der Geschichte immer weniger gefallen, wodurch das Lesevergnügen enorm gelitten hat. Deshalb kann ich dem Buch leider nur drei von fünf Sternen geben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.02.2021

Tomasa auf der Suche nach der wahren Liebe - oder so...

Tausche Ehe minus gegen Freundschaft plus
0

Tomasa sucht nach der Trennung von ihrem Mann die große Liebe und ist von den deutschen Männern, die sie auf einem großen, für seine außergewöhnliche Qualität bekannten Datingportal kennen lernt, sehr ...

Tomasa sucht nach der Trennung von ihrem Mann die große Liebe und ist von den deutschen Männern, die sie auf einem großen, für seine außergewöhnliche Qualität bekannten Datingportal kennen lernt, sehr enttäuscht. Gemeinsam mit ihrer Freundin Christine - ebenfalls in Scheidung lebend - setzt sie den "Plan C" um und reist nach Fernost, um die Liebe ihres Lebens zu treffen.

Also, denkt sie zumindest, denn sie hat ihren Traummann online kennengelernt. Und Online sagt ja jeder die Wahrheit, das weiß man/frau ja. Offline nicht, denn Christine kann sie nur unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zum Trip überreden.

Die beiden Freundinnen geraten in ein absolut abgefahrenes Abenteuer und stolpern von einer Extremsituation in die nächste - ob das letztlich gutgehen kann...?


Thomas Kowa und Christian Purwien entführen ihre Leser in "Tausche Ehe minus gegen Freundschaft plus" in eine völlig abtruse, von hintergründigem und offensichtlichem Witz, sowie Sarkasmus geprägte Geschichte.


Wer die hohe Literatur sucht ist hier natürlich falsch. Wer aber einfach nur Spaß an einer weit hergeholten, dafür aber witzigen und von überraschenden Wendungen geprägten Story hat, der wird nicht enttäuscht.


Ich hatte Spaß mit Tomasa und Christine und vergebe vier Sterne mit einer Leseempfehlung für Leser, die sich auf abgefahrene Geschichten einlassen können und wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.02.2021

Ein persönlicher Albtraum für Commissario Grauner

Das dunkle Dorf
0

"Das dunkle Dorf "ist bereits der sechste Südtirol-Krimi mit Commissario Grauner als Protagonisten.

Grauner liebt seine idyllische Heimat, seine Familie und seinen Job. Sein Kollege Saltapepe, geboren ...

"Das dunkle Dorf "ist bereits der sechste Südtirol-Krimi mit Commissario Grauner als Protagonisten.

Grauner liebt seine idyllische Heimat, seine Familie und seinen Job. Sein Kollege Saltapepe, geboren im warmen Neapel und glühender SSC-Anhänger, kann zumindest die Liebe zum verschneiten Südtirol nicht so recht teilen. Damit sich das ändert, will er nun endlich Skifahren lernen und spannt Kollegin Tappeiner ein, ihn ohne Wissen des Commissarios in den Bretterl-Sport einzuweisen - mit mäßigem Erfolg.

Es könnte alles so schön sein, aber dann ist es mit der Idylle schnell vorbei. Ein toter Dorfpolizist wird im Luxusskiort Wolkenstein gefunden, plötzlich sollen verschiedene Mafia-Familen aus Süditalien und Russland im Grödnertal aktiv sein... Grauner kann das alles nicht so recht glauben.

Als dann auch noch Kollege Saltapepe untertauchen muss, weil die neapolitanische Mafia ihn im Zusammenhang mit einem alten Fall scheinbar aufgespürt und noch eine Rechnung offen hat, und zu allem Überfluß seine Frau Alba und Tochter Sara in den Fall hineingezogen werden, muss Grauner über die Grenzen des zumutbaren weit hinausgehen. Jetzt wird es persönlich...


Der Autor Lenz Koppenstädter versteht es, den Leser im sechsten Grauner-Fall von der ersten Seite an total in den Bann zu ziehen. Mit Hilfe von sympathischen und interessanten Protagonisten, sowie einem angenehmen Erzählstil gelingt es ihm, einen Spannungsbogen zu zeichnen, der den Leser durch schnell wechselnde Perspektiven und eine sich rasant entwickelnde Handlung fesselt.


"Das dunkle Dorf" ist ein toll geschriebener, in sich stimmiger und sehr schlüssig endender Krimi aus der Feder eines echten Könners. Lenz Koppenstädter kann Südtirol-Krimi - ohne jede Einschränkung und absolut empfehlenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere