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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2026

Mehr erwartet

Das gute Leben
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Anni flieht aus einem kleinen rumänischen Dorf nach Deutschland. Sie ist schwanger und kommt erst mal bei ihrem Bruder unter. Die anderen Verwandten unterstützen sie nicht. Nach der Geburt des Kindes beginnt ...

Anni flieht aus einem kleinen rumänischen Dorf nach Deutschland. Sie ist schwanger und kommt erst mal bei ihrem Bruder unter. Die anderen Verwandten unterstützen sie nicht. Nach der Geburt des Kindes beginnt sie, bei Quelle zu arbeiten und zieht auf ein Dorf in die Nähe von Nürnberg. Ihre Tochter geht nach Amerika und lässt die Enkelin bei Anni.

Das Buch lässt mich etwas traurig zurück. Weil ich finde, dass man aus der Geschichte viel mehr hätte machen können. Keine der Figuren war mir wirklich sympathisch. Anfangs tat mir Anni noch leid. Sie kämpft sich allein durch, bekommt wenig Unterstützung. Allerdings finde ich ihr Verhalten gegenüber ihrer Tochter oft grenzwertig. Diese wiederum flieht ebenfalls und lässt ihre eigene Tochter zurück und holt sie auch nicht nach. Ebenfalls grenzwertig für mich. Die Enkelin ist mich sich und der Welt auch nicht wirklich zufrieden und das Ausräumen (oder eher Nicht-Ausräumen) wird zwar zu einer Reise in die Vergangenheit, aber sie wirkt auf mich einfach nur lethargisch. Annis Hauptleben spielt sich in der Quelle ab – doch selbst da bekommt sie einen Tritt in den A…llerwertesten und wird 2 Jahre vor der Rente entlassen. Alles zusammen bekommt für mich keine der Figuren irgendwie eine Tiefe und die Geschichte ist zwar in weiten Teilen gut lesbar, aber bleibt bei mir nicht richtig hängen. Es läuft so vor sich hin, aber leider nicht mehr.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Herrlich unterhaltsam

DUMONTs Unnützes Reisewissen England
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Die Bücher aus dieser Dumont-Reihe haben alle eines gemeinsam: sie sind herrlich unterhaltsam. Auch wenn sie mit eigentlich unnützem Reisewissen punkten, lernt man trotzdem immer etwas dazu. Wie wichtig ...

Die Bücher aus dieser Dumont-Reihe haben alle eines gemeinsam: sie sind herrlich unterhaltsam. Auch wenn sie mit eigentlich unnützem Reisewissen punkten, lernt man trotzdem immer etwas dazu. Wie wichtig das ist, kann man wahrscheinlich nur selbst einschätzen. Aber auf jeden Fall amüsiert man sich bei vielen Sachen einfach köstlich.

In England kommt sicherlich noch dazu, dass dort viele Sitten mehr als nur bierernst genommen werden und man so als Leser des Buches vor manchem Fauxpas bewahrt wird. Schließlich ist es „lebenswichtig“ zu wissen, warum man auf der Straße keine Teppiche klopfen darf, und noch wichtiger, dass man im Pub nicht betrunken werden sollte. Mich hat es zum Beispiel unheimlich getröstet, dass ein berühmter Marineadmiral immer seekrank wurde. Und jetzt weiß ich endlich, dass ich mich in der U-Bahn vor den nur dort vorkommenden speziellen Mücken schützen muss. Man glaubt mir nicht? Dann unbedingt das Buch lesen und überrascht werden. Und hinterher nicht sagen, dass ich nicht vor einigem gewarnt hätte!

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Realistisches Jugendbuch mit Fantasie

Die verborgenen Bilder
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Frieke ist 12 und todunglücklich. Ihre Eltern haben sich getrennt, ihr Vater lebt jetzt mit einem Mann zusammen. Und Frieke muss mit ihrer Mutter und ihrer Schwester auch noch umziehen. Die Wohnung findet ...

Frieke ist 12 und todunglücklich. Ihre Eltern haben sich getrennt, ihr Vater lebt jetzt mit einem Mann zusammen. Und Frieke muss mit ihrer Mutter und ihrer Schwester auch noch umziehen. Die Wohnung findet sie anfangs nur furchtbar, bis sie in einem Zimmer Zeichnungen an der Wand entdeckt. Und sie stellt fest, dass sie 1 x am Tag beim Berühren der Zeichnungen in die Vergangenheit reisen kann. Sie landet in der gleichen Wohnung im Jahr 1928 bei einer Familie Vosser. Mit deren Tochter freundet sie sich bald an und fühlt sich mehr und mehr in der Familie heimisch und geborgen. Dort gibt es scheinbar keine Probleme wie in ihrer eigenen Familie. Bis sich die Familie für die Nazis begeistert …

Das Buch ist absolut gelungen und wunderbar geschrieben. Vor allem die Beschreibungen der Gefühle und Zwiespälte von Frieke mit ihrer eigenen Familie und der aktuellen Situation sind sehr gut nachvollziehbar und kommen authentisch rüber. Man möchte Frieke einfach nur in den Arm nehmen und trösten und ihre teilweise heftigen Reaktionen sind komplett verständlich. Auch, dass sie sich in der Vergangenheit erst mal sehr wohlfühlt und viel neues entdeckt, ist eine Mischung aus Abenteuerlust und Kompensation. Immer wieder wird die Vergangenheit mit der Gegenwart verglichen und das ohne pädagogischen Zeigefinger, sondern auf sehr subtile Art. Die Gefahren werden aufgezeigt und der Leser kann sich ein eigenes Urteil bilden. Das finde ich sehr gut. Von mir gibt es absolut eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Schrecklich schräg

Der Nachbar
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Sarah lebt mit ihrer Tochter Ruby noch nicht sehr lange wieder in Berlin. Mit Glück hat sie kleines Haus zur Miete bekommen und versucht, sich von ihren diversen Ängsten zu lösen. Einer der schlimmsten ...

Sarah lebt mit ihrer Tochter Ruby noch nicht sehr lange wieder in Berlin. Mit Glück hat sie kleines Haus zur Miete bekommen und versucht, sich von ihren diversen Ängsten zu lösen. Einer der schlimmsten ist, dass sie ungern allein ist. Deswegen gerät sie auch immer an die falschen Männer und plötzlich erlebt sie Dinge, wie verschwundene Sachen oder vollgestellte Kühlschränke, die ihr so niemand glaubt. Als sie eines Nachts von einem Einbrecher überrascht wird und diesen die Treppe hinunterstürzt, ist die Leiche beim Eintreffen der Polizei weg und wiederum glaubt ihr niemand. Die Situation eskaliert mehr und mehr

Das Buch ist ein ganz typischer Fitzek. Teilweise skurrile Einfälle, schräge Begebenheiten, aber auch ein Höchstmaß an Spannung schaffen es, dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen kann und weiterlesen will. Zumal es auch wieder eine Menge Wendungen gibt, die man so nicht unbedingt erwartet hat. Und auch eine Auflösung, die ebenfalls vieles noch einmal dreht. Von daher gibt es von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Wichtiges Thema

Solothurn ruft nach Vergeltung
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In Solothurn finden Filmtage statt. Regisseur Tom Kurti hat einen Dokumentarfilm über Frauenhass und Femizid gedreht und soll dafür ausgezeichnet werden. Doch zur Feier erscheint er nicht und kurz danach ...

In Solothurn finden Filmtage statt. Regisseur Tom Kurti hat einen Dokumentarfilm über Frauenhass und Femizid gedreht und soll dafür ausgezeichnet werden. Doch zur Feier erscheint er nicht und kurz danach wird festgestellt, dass er ermordet wurde. Er hat sich aus verschiedenen Gründen diverse Feinde gemacht. Die Ermittlungen unter Leitung von Dominik Dornach kommen nur langsam vorwärts. Alle Verdächtigen haben ein Alibi.

Das Buch ist der 7. Teil um den Ermittler. Es ist mein erstes Buch dieser Reihe gewesen und dank kurzer Rückblicke bzw. ebenso kurzer Erklärungen konnte ich dem Geschehen problemlos folgen und die Figuren auch gut einordnen. Das Buch behandelt ein extrem wichtiges Thema und mir hat auch gut gefallen, dass es nicht nur um muslimische Anschläge und Ehrenmorde ging, sondern dass auch aufgezeigt wurde, dass nichtmuslimische Männer aus diversen Gründen Hass auf Frauen entwickeln und dadurch nicht besser sind. Die Geschichte an sich lässt sich extrem gut lesen und die Ermittlungen sind nachvollziehbar. Die Figur der Pia war mir allerdings etwas zu überzeichnet und ich konnte ihre Entscheidungen oft überhaupt nicht nachvollziehen und fand sie auch eher unüberlegt und gefährlich für ihre Umwelt. Gut gefallen hat mir das Einbeziehen von Solothurn und seiner Umgebung, darüber habe ich viel gelernt.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ich würde gern auch eine Fortsetzung lesen.

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