Profilbild von raschke64

raschke64

Lesejury Star
offline

raschke64 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit raschke64 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.11.2024

Auentod

Auentod
0

Kommissar Voss ist ein paar Tage in Polen bei einer Hochzeit von Majas Verwandten. Eigentlich ist Maja „nur“ die Pflegerin seiner Mutter, doch inzwischen hat er mit ihr auch ein Verhältnis. Auch wenn er ...

Kommissar Voss ist ein paar Tage in Polen bei einer Hochzeit von Majas Verwandten. Eigentlich ist Maja „nur“ die Pflegerin seiner Mutter, doch inzwischen hat er mit ihr auch ein Verhältnis. Auch wenn er noch nicht richtig dazu steht. Kaum in Polen, erhält er einen Anruf seines Mitarbeiters, der zu Hause einen Unfall vermeldet. Ein Softwareentwickler ist von einem Baugerüst gefallen und Voss meint, dass er sich darum nicht kümmern muss. Doch dann wird Maja entführt und auf der Suche nach ihr in Polen entdeckt Voss mehr und mehr, dass er von Maja so gut wie nichts weiß. Sie hat ein Kind, eine Pistole und scheint überhaupt in einige kriminellen Machenschaften verwickelt zu sein. Und dann hat sie n och etwas von einer Verlobung und Hochzeit erzählt mit Voss, aber nichts von ihrem 1. Ehemann. Voss ist mehr als irritiert und weiß bald nicht mehr, was er von allem halten soll und auf welcher Seite er wirklich steht. Denn der „Unfall“ zu Hause hängt am Ende auch noch mit Majas Verschwinden zusammen …

Der 2. Fall von Kommissar Voss besticht wiederum durch sehr gute und detailgetreue Beschreibungen der Gegend um die deutsch-polnische Grenze, den Landschaften, den Menschen auf beiden Seiten, den Vorurteilen und der Wirklichkeit. Das ist ein deutliches Plus für dieses Buch. Auch die Grenzkriminalität, mit der die Menschen und die Polizei hier leben müssen, wird gut beschrieben – obwohl sie so oft von den Politikern geleugnet und ignoriert wird. Kommissar Voss ist kein einfacher Mensch, aber bisher sehr geradlinig und integer. Diese Linie verlässt er in diesem Buch und das war für mich nicht immer wirklich nachvollziehbar. Gänzlich unnötig war für mich der Abschluss in James-Bond-Manier. Das war des Guten für mich zu viel.
Trotz dieser Einwände war das Buch für mich aber ein guter Krimi, mit Luft nach oben, aber flüssig lesbar, unterhaltsam (und trotzdem mit viel Wissensvermittlung) und mit Lust auf einen Nachfolger, denn durch einige Vorgänge in diesem Buch hat sich Voss doch jetzt erpressbar gemacht …

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.11.2024

Die stille Bestie

Die stille Bestie (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 6)
0

Profiler Robert Hunter ist gerade auf dem Weg in den seit ewigen Zeiten ersten Urlaub. Da erreicht ihn ein Anruf vom FBI mit der Bitte um Hilfe. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, der nur mit einem Menschen ...

Profiler Robert Hunter ist gerade auf dem Weg in den seit ewigen Zeiten ersten Urlaub. Da erreicht ihn ein Anruf vom FBI mit der Bitte um Hilfe. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, der nur mit einem Menschen reden will: Robert Hunter. Hunter stellt schnell fest, der verdächtige ist sein früherer bester und auch einziger Freund Lucien Folter. Er kann nicht glauben, dass dieser ein Mörder sein soll. Doch bald muss er sich davon überzeugen, dass Folter sogar ein perfider Serienmörder ist. Ein psychologisches Kräftemessen beginnt, denn ein Opfer von Folter scheint noch zu leben …

Auch dieses Buch von Christ Carter ist wieder absolut gelungen. Ich konnte es nicht aus der Hand legen. Über weite Teile zieht das Buch seine Spannung „nur“ aus dem Kräftemessen zwischen Hunter und Folter, aus diversen Tricks und psychologischen Finten. Doch Carter wäre nicht Carter, wenn dann nicht noch einige brutale Szenen vorkommen würden und gegen Ende eine ziemliche Überraschung. Dabei ist die Ermittlungsarbeit stets nachvollziehbar und für mich logisch. Alles in allen: ein Super-Thriller, den ich zum Lesen absolut nur empfehlen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.11.2024

Craft Beer Kochbuch

Craft Beer Kochbuch
0

Dieses sehr spezielle Kochbuch hat mich wirklich überzeugt. Es ist richtig groß und dick und witzig in der Aufmachung – z. B. mit dem „durchgehenden“ Bierdeckel. Nach einer Einleitung zu Bier, den verschiedenen ...

Dieses sehr spezielle Kochbuch hat mich wirklich überzeugt. Es ist richtig groß und dick und witzig in der Aufmachung – z. B. mit dem „durchgehenden“ Bierdeckel. Nach einer Einleitung zu Bier, den verschiedenen vorgestellten Brauereien, Herstellung des Bieres, Hopfen, den verschiedenen Bierarten und Bierglasformen geht es nahtlos in den Rezeptteil über – der sehr großzügig ist. Über Vorspeisen, kleine Gerichte, Fisch, klassische Biergerichte, Fleisch und auch Desserts ist alles vorhanden und die Auswahl vielfältig. Direkt dazwischen wird ein spezielles Bier vorgestellt oder auch eine spezielle Brauerei – natürlich immer ein sehr kleine individuelle. Unterlegt ist alles mit schönen Fotos. Das trifft auch auf die Rezepte zu – man bekommt sofort Hunger und Appetit.
Die Rezepte sind eher einfach – was ich nicht abwertend meine. Im Gegenteil, die meisten verlangen keine ausgefallenen Produkte, sind einfach nachzukochen. Die Erklärungen sind verständlich. Die Mengenangaben fast immer auf 4 Personen gerechnet, so dass es auch einfach möglich ist, das auf mehr oder weniger Personen umzurechnen. Vor allem die süßen Sachen mit Bier fand ich einfach nur toll.
Alles in allem bin ich begeistert von diesem doch sehr speziellen Kochbuch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.11.2024

Und du bist nicht zurückgekommen

Und du bist nicht zurückgekommen
0

Marceline ist 15, als sie zusammen mit ihrem Vater von Frankreich aus nach Auschwitz bzw. Birkenau verschleppt wird. Sie sind Juden. Ihr Vater sagt noch, dass sie zurückkommen wird, er nicht. Genau so ...

Marceline ist 15, als sie zusammen mit ihrem Vater von Frankreich aus nach Auschwitz bzw. Birkenau verschleppt wird. Sie sind Juden. Ihr Vater sagt noch, dass sie zurückkommen wird, er nicht. Genau so passiert es auch. Im KZ erhält sie von ihm noch eine letzte Nachricht. Aber nach dem Krieg kehrt nur sie nach Hause zurück. Ihr ganzes Leben lang belastet sie das.
So schreibt sie das Buch in Briefform an ihren Vater. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist leise und still und trotzdem kraftvoll. Marceline gelingt es, die Schrecken des KZ gut zu zeigen, ohne ins Detail gehen zu müssen. Noch besser hat mir aber der Teil gefallen, als sie über ihr weiteres Leben schreibt. Der Verlust des Vaters wird nie überwunden, sie fühlt sich auch schuldig. Und das Unverständnis ihrer Familie darüber und auch über die Leiden, die sie aufgrund des KZ-Aufenthaltes seelisch ihr ganzen Leben weiter haben wird. Die Entscheidung gegen Kinder, die Entscheidung für nichtjüdische Männer. Über Entscheidungen, die ihrem Vater wohl nicht gefallen hätten, die sie zum Teil auch rechtfertigt, obwohl es ihn nicht mehr gibt.
Ein trotz des traurigen Inhaltes wundervolles Buch,

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.11.2024

Das verrückte Tagebuch des Henry Shakleford

Das verrückte Tagebuch des Henry Shackleford
0

Henry ist ein 12-jähriger Sklave und wird wider Willen von John Brown aus der Sklaverei befreit und begleitet diesen eine längere Zeit. Dabei wird er aber Zwiebel genannt und für ein Mädchen gehalten. ...

Henry ist ein 12-jähriger Sklave und wird wider Willen von John Brown aus der Sklaverei befreit und begleitet diesen eine längere Zeit. Dabei wird er aber Zwiebel genannt und für ein Mädchen gehalten. Er erkennt schnell, dass er damit erst einmal bessere Chancen hat und lässt alle in dem Glauben.

Das Buch hat mich einfach nur enttäuscht. Ich hatte eine Geschichte/historischen Roman über die Hintergründe dieser Zeit und John Brown erwartet. Ich kannte diese historische Figur aus anderen Büchern, dort wurde er aber meist nur am Rande erwähnt. So freute ich mich über ein Buch, das mehr oder weniger ihn als Hauptperson hat. Doch in diesem Buch hatte ich das Gefühl, John Brown ist einfach nur ein durchgeknaller Fanatiker, der mit mehr Glück als Verstand so lange leben konnte. Man erfuht kaum etwas über die Hintergründe, auch kaum etwas darüber, warum seine Familie das so unterstützte. Auch Henry als Hauptfigur war eine Person, der ich nicht näher kommen konnte. Generell empfand ich den Stil als sehr durcheinander und teilweise auch wirr. Wenn man nicht gewusst hätte, wie es den Sklaven wirklich gegangen ist – nach dem Lesen des Buches hätte man sich gefragt, warum überhaupt eine Befreiung stattfinden sollte. Eigentlich ging es doch allen gut – sie verdienten eigenes Geld – waren froh über ihre Besitzer usw. Mehr und mehr quälte ich mich durch die Seiten und musste mich regelrecht zum Weiterlesen zwingen. Das war überhaupt kein Buch für mich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere