Das Buch spielt zeitlich am Ende der Corona-Pandemie und mit dem Beginn des Ukraine-Krieges. Wie immer ist Wladimir Kaminer ein aufmerksamer Beobachter des Zeitgeschehens. In diesem Buch natürlich besonders, ...
Das Buch spielt zeitlich am Ende der Corona-Pandemie und mit dem Beginn des Ukraine-Krieges. Wie immer ist Wladimir Kaminer ein aufmerksamer Beobachter des Zeitgeschehens. In diesem Buch natürlich besonders, was den Krieg zwischen Russland und der Ukraine angeht. Als gebürtiger Russe ist er sicherlich sehr oft zu dem Thema befragt worden. Und das ist ein Thema, wo einem das Lachen eher im Hals stecken bleibt. Und so sind die Geschichten um einiges ernster als die sonstigen Bücher. Das macht das Buch nicht weniger lesenswert, denn hier schreibt ein Insider, der über seine Kontakte nach Russland mehr erfährt als der Durchschnittsbürger.
Tatortreinigerin Yang Ning ist als einzige im Büro, als sie einen Anruf erhält und sofort eine Wohnung gründlich reinigen soll. Das tut sie auch. Doch Wochen später sucht sie die Polizei und verdächtigt ...
Tatortreinigerin Yang Ning ist als einzige im Büro, als sie einen Anruf erhält und sofort eine Wohnung gründlich reinigen soll. Das tut sie auch. Doch Wochen später sucht sie die Polizei und verdächtigt sie, eine Mörderin zu sein. Yang Ning dämmert es langsam, dass ihr eine Falle gestellt wurde. Um sich zu entlasten, begibt sie sich selbst auf die Suche nach dem Täter.
Die Beurteilung des Buches fällt mir extrem schwer, weil ich zum Inhalt und zur Hauptperson so überhaupt keinen Zugang fand. Ich habe mich mit den Namen sehr schwer getan. Da ich das Buch von vorne gelesen habe, habe ich erst am Ende gemerkt, dass es zum Schluss ein Namensverzeichnis gibt. Dies hätte mir am Anfang des Buches mehr geholfen. Die vor allem am Anfang drastischen Schilderungen der Tatorte haben mich nicht gestört, da ich durch einen Vortrag von einem echten Tatortreiniger vieles davon schon kannte. Ansonsten fand ich das Buch über größere Strecken langatmig und zum Teil auch langweilig. Nicht durchweg, aber insgesamt konnte es mich nicht fesseln.
Eine junge Frau liegt im Bett und hat einen Alptraum. Ein grässlicher Mann steht vor hier, zieht ihr das Hemd hoch, berührt sie überall. Sie hat Todesangst. Doch es ist ja nur ein Alptraum. Als sie am ...
Eine junge Frau liegt im Bett und hat einen Alptraum. Ein grässlicher Mann steht vor hier, zieht ihr das Hemd hoch, berührt sie überall. Sie hat Todesangst. Doch es ist ja nur ein Alptraum. Als sie am nächsten Morgen erwacht, findet sie am Fenster ein Foto von sich mit einer Widmung. Es war kein Alptraum, sondern brutale Realität. Sie geht zur Polizei. Doch bei der üblichen Überprüfung wird festgestellt, dass sie früher bereits einen Anzeige gegen einen Stalker – ihren Unilehrer – gemacht hat. Aber damals konnte nichts nachgewiesen werden. Lügt sie jetzt? Bildet sie sich das alles ein?
Ihre Freundin übernachtet bei ihr und die Nacht endet schrecklich. Ihre Freundin wird ermordet, sie selbst entführt.
Gleichzeitig ist Kommissar Phil Brennan mit einem anderen Fall beschäftigt. Eine junge Frau wird ermordet auf einem Boot gefunden. Sie kommen nicht richtig in dem Fall weiter. Denn auch Phil ist nicht völlig auf der Höhe der Aufgaben. Seine Beziehung ist nicht in Ordnung, ohne dass er den Grund weiß. Dann verlässt ihn seine Freundin mit seiner Tochter plötzlich und sein Schmerz darüber lässt ihn nicht immer konzentriert an seine dienstlichen Aufgaben gehen. Dazu kommt noch, dass er mehr als nur ein kleines Problem mit seinem dienstlichen Vorgesetzten hat, eine für ihn völlig unfähige Profilerin vor die Nase gesetzt bekommt und eine seine Untergebenen ein Verhältnis mit seinem Chef hat. Keine guten Voraussetzungen für vernünftige Ermittlungen.
Und es kommt noch schlimmer, denn die erste Leiche bleibt nicht die einzige …
Tania Carver ist mit „Der Stalker“ wieder ein sehr spannender Thriller gelungen. Man bekommt sehr schnell die Information, was der „Täter“ denkt. Doch die Hintergründe erfährt man dann erst im letzten Viertel des bis dahin sehr spannenden Buches. Die Vermischung von Dienst- und Privatleben der Ermittler ist glaubhaft und gut gelungen, ohne allzu sehr im Vordergrund zu sein. Die Figuren sind nicht nur einfach schwarz oder weiß, sondern haben oft Zwischentöne. Gerade bei den Ermittlern wirkt das sehr menschlich. Auch die Nebenfiguren sind sehr gut beschrieben. Insgesamt gelingt es über die ganze Zeit, die Spannung sehr hoch zu halten. Auf eine zu detaillierte Beschreibung der Ermittlungen wird verzichtet, man kann dem ganzen aber problemlos folgen. Das Ende ist dann interessant gelöst.
„Die Frauen von Carcassonne“ ist eines der stärksten Bücher, das ich in der letzten Zeit gelesen habe – unfassbar beeindruckend.
Es beginnt 1942. Der 2. Weltkrieg ist in vollem Gang, Frankreich ist zur ...
„Die Frauen von Carcassonne“ ist eines der stärksten Bücher, das ich in der letzten Zeit gelesen habe – unfassbar beeindruckend.
Es beginnt 1942. Der 2. Weltkrieg ist in vollem Gang, Frankreich ist zur Hälfte von den Faschisten besetzt. Doch auch in der anderen Hälfte – in der die Stadt Carcassonne liegt – herrschen Willkür und Verrat. Sandrine ist 18 und lebt mit ihrer Schwester und einer Haushälterin zusammen. Ihr Vater starb und sie vermisst ihn unheimlich. Doch ansonsten ist sie eher naiv und unbeschwert. Als sie einen Mann im Fluss findet und ihn vor dem Ertrinken rettet, wird sie niedergeschlagen. Als sie wieder zu sich kommt, wird ihr von einem jungen Mann geholfen. Raoul, selbst im Widerstand tätig, kann nicht bei ihr bleiben. Einige Zeit später wird eine große Demonstration in Carcassonne geplant. Aber das Vorhaben wurde von Spitzeln verraten und die Nazis und auch die französischen Kolloraboteure wissen Bescheid. Sie erwarten die Menschen und verwenden auch Bomben und es gibt Tote. Das alles wird Raoul in die Schuhe geschoben und er wird steckbrieflich gesucht. Als er bei Sandrine und ihrer Familie Unterschlupf findet, verlieben sich die beiden. Doch ihrem Glück bleibt wenig Zeit. Raoul geht wieder in den aktiven Widerstand und Sandrine erkennt bald, dass ihre Schwester und ihre Freundinnen ebenfalls im Widerstand tätig sind. Bald wird auch sie diese unterstützen.
2 Jahre später ist Sandrine eine der Führerinnen des lokalen Widerstands von Carcassonne. Mittlerweile ist ganz Frankreich besetzt und es wird immer schwerer, unerkannt und unentdeckt zu bleiben. Für Liebe bleibt da wenig Zeit …
Der Autorin ist ein wunderbares Buch gelungen. Sie zeigt die starke Wandlung von Sandrine von einer eher naiven jungen Frau zu einer starken und entschlossenen Kämpferin. Trotzdem sie zur Heldin wird, ist sie keine übermächtige Heldin. Sie hat Angst, sorgt sich um Raoul, ihre Schwester, ihre Freundinnen. Trotzdem kämpft sie unter Einsatz ihres Lebens für die Freiheit ihrer Heimat. Und obwohl eine Reihe von Gräueltaten in dem Buch geschildert werden, gelingt es der Autorin immer, die Balance zu halten und eine unheimliche Spannung bis zum Ende.
Auch das Verweben alter Sagen von den frühen Christen über die Katharer bis zum Widerstand im 2. Weltkrieg zeigt den Kampfgeist der Menschen in diesem Teil Frankreichs für ihre Freiheit und für ihre Heimat. Und dabei auch immer wieder die Liebe zu den Menschen und zum Land. Ein Buch, dass man lesen MUSS. Ein Buch, das gut geeignet ist, jungen Menschen von heute über den 2. Weltkrieg lernen zu lassen und auch davon, was Nazis angerichtet haben.
Caroline (Lilli) ist Deutsch-Schwedin und lebt zuletzt in Hamburg. Dort kommt ihre 17-jährige Tochter bei einem Autounfall ums Leben. Caroline bricht alle Brücken ab und fährt nach Schweden in einen kleinen ...
Caroline (Lilli) ist Deutsch-Schwedin und lebt zuletzt in Hamburg. Dort kommt ihre 17-jährige Tochter bei einem Autounfall ums Leben. Caroline bricht alle Brücken ab und fährt nach Schweden in einen kleinen Ort ins Haus ihrer Familie. Dort will sie zur Ruhe kommen und den Tod verarbeiten. Sie war fast 30 Jahre nicht mehr dort. Doch einige Menschen – so ihre Jugendfreunde – erinnern sich natürlich an sie. Zufällig entdeckt der Stockholmer Kommissar Ulf Svensson, dass sie zurück ist. Einst waren sie verliebt, dann trennten sie sich überraschend. Svensson fährt ebenfalls nach Hause und trifft Lilli. Doch bald hat er einen Verdacht …
Das Buch habe ich auf einen Rutsch durchgelesen. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören. Obwohl man schon nach weniger als der Hälfte weiß, warum Lilli nach Schweden gekommen ist. Die Spannung wird deswegen nicht weniger. Denn immer mehr Details aus der Vergangenheit und der Gegenwart kommen ans Licht. Und außerdem ist das Buch auch kein Krimi, es gibt keine Ermittlungen oder so. Es dreht sich mehr um das Innenleben der Menschen. Die Hauptfiguren sind gut dargestellt, auch mit Ecken und Kanten. Man kann die Beweggründe gut nachvollziehen und die raue schwedische Natur tut ein übriges zur Dramatik des Geschehens. Das Ende ist für meine Begriffe ebenfalls sehr gut gelöst. Insgesamt ein für mich sehr gutes Buch, dass mich die ganze Zeit in seinen Bann gezogen und gehalten hat.