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Veröffentlicht am 14.10.2024

Das Wesen der Dinge und der Liebe

Das Wesen der Dinge und der Liebe
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Alma Whittaker ist eine für ihre Zeit eher ungewöhnliche Frau. Geboren 1800 wächst sie in einem reichen Elternhaus auf. Der Vater ist Engländer stammt aus ärmlichen Verhältnissen, hat sich aber zum reichsten ...

Alma Whittaker ist eine für ihre Zeit eher ungewöhnliche Frau. Geboren 1800 wächst sie in einem reichen Elternhaus auf. Der Vater ist Engländer stammt aus ärmlichen Verhältnissen, hat sich aber zum reichsten Mann des damaligen Amerika hochgearbeitet, und zwar mit dem Export von Pflanzen. Die Mutter ist eine strenge Holländerin, die großen Wert auf die Erziehung und Ausbildung ihrer einzigen Tochter legt. Später adoptieren sie noch ein Mädchen, doch beide Tochter betrachten sie nie als richtige Schwestern und ihr Umgang miteinander ist eher unterkühlt. Alma „frisst“ das Wissen geradezu in sich herein und wird Wissenschaftlerin und studiert speziell Moose. Als ihre Mutter stirbt, ist Alma gerade 20 und muss den großen Haushalt übernehmen und auch ihren Vater bei seinen Geschäften unterstützen. Später wird sie das Geschäft übernehmen. Sie bleibt allein und heiratet erst im fortgeschrittenen Alter, doch die Ehe endet schnell und unglücklich. So widmet sie sich wieder den Wissenschaften …
Das Buch war für mich nicht leicht zu lesen. Das lag in erster Linie an der Einteilung und dem Stil. Die Vorgeschichte von Alma (der Aufstieg des Vaters, die Herkunft der Mutter) werden fast lakonisch in einem raschen Berichtsstil abgehandelt. Dabei werden die Figuren so in die historische Zeit und die dortigen Persönlichkeiten eingebettet, dass ich oft vergaß, dass Alma keine wirkliche Person war, sondern erfunden (wenn auch mehrere Wissenschaftlerinnen der damaligen Zeit als Vorbild dienten). Später wird gerade die Kindheit und Jugend von Alma geradezu episch ausgedehnt und breitgewalzt. Doch plötzlich werden 26 Jahre einfach übersprungen und mit einem einzigen Satz erwähnt und danach wird die Handlung wieder sehr detailliert (für mich oft zu detailliert) ausgeschmückt. Das machte es manchmal schwierig, bei der Stange zu bleiben bzw. alles mit Interesse zu lesen. Das Buch war wie bewegtes Wasser – tiefe Täler, hohe Wellen im Wechsel, wobei die Handlung ab der Hälfte dann doch deutlich Fahrt aufnahm.
Besonders gefallen hat mir das schön gestaltete Cover und die wunderbaren Pflanzenzeichnungen vor jedem Kapitel. Mein Fazit insgesamt: Das Buch ist lesenswert, man erfährt viel über die Zeit und noch mehr über die Entwicklung der Wissenschaften in diesem Bereich. Aber man muss auch ein gewisses Durchhaltevermögen und Geduld zum Lesen mitbringen, um über manche Überlängen und Hänger hinwegzusehen.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Odessa Star

Odessa Star
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Fred ist 47, lebt mit Frau und Sohn in einem Häuschen mit alter Untermieterin und ist total unzufrieden. Bis er zufällig Max wiedertrifft, einen Schulkameraden. Dessen leben scheint so ganz anders zu sein ...

Fred ist 47, lebt mit Frau und Sohn in einem Häuschen mit alter Untermieterin und ist total unzufrieden. Bis er zufällig Max wiedertrifft, einen Schulkameraden. Dessen leben scheint so ganz anders zu sein mit großen Autos, schönen Frauen und Abenteuern. Und so drängt sich Fred Max regelrecht auf, um von dessen Leben etwas abzubekommen.
Mir fällt es schwer, das Buch zu beurteilen. Ich bin in die Geschichte schlecht reingekommen und habe mich gefragt, was das eigentlich soll. Denn Fred ist salopp ausgedrückt ein A… so ziemlich gegenüber allen Leuten. Mich wundert, dass er überhaupt noch Umgang mit jemanden hat. Dass ich das Buch doch noch zu Ende gelesen habe, liegt eindeutig am Schreibstil. Die Geschichte ist absurd und ich persönlich fand sie nicht witzig. Trotzdem war das Buch richtig gut zu lesen und hat zum Ende hin einige mehr als überraschende Wendungen. Es ist sehr viel schwarzer Humor dabei, das muss man mögen. Und man muss ein Faible für etwas schräge Geschichten haben. Dann ist man mit diesem Buch richtig gut bedient. Ansonsten ist es zumindest auf eine gewisse Art unterhaltsam und keinesfalls langweilig.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Nicht mein Fall

Ich bin nur noch hier, weil du auf mir liegst
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Ann - Mitte 30 - wird von ihrer Freundin Caro zu einer Beziehungsabschiedsfeier auf die Reeperbahn eingeladen, da Ann immer an die falschen Männer gerät. Caro will das ändern und Ann mit Tim verkuppeln. ...

Ann - Mitte 30 - wird von ihrer Freundin Caro zu einer Beziehungsabschiedsfeier auf die Reeperbahn eingeladen, da Ann immer an die falschen Männer gerät. Caro will das ändern und Ann mit Tim verkuppeln. Aber Ann hat schon wieder einen neuen Freund ...

Das Buch ist ein typisches Buch aus dem Bereich "Frauen und Beziehungen", nicht viel Tiefgang, nett zwischenrein zu lesen, aber nicht lange im Gedächtnis bleibend. Anfangs waren auch einige Fremdschäm-Szenen dabei, aber das wurde zum Glück bald besser. Richtig witzig fand ich es nicht, aber auch nicht wirklich langweilig. Einfach etwas für zwischendurch oder einen Abend auf dem Sofa. Man kann es lesen, man muss es aber nicht. Gut fand ich einige Seitenhiebe auf die Promiszene und, dass auf detaillierte Sexbeschreibungen verzichtet wurde. Insgesamt sollte man aber schon ein Fan dieses Genres sein. Für mich war es nicht das richtige Buch.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Sehnsucht nach Mill River

Sehnsucht nach Mill River
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Mary wird als junges Mädchen vergewaltigt. Danach hat sie nur noch Umgang mit ihrem Vater und den Pferden auf der Ranch. Menschen scheut sie. Erst Jahre später schafft es Patrick, sie wieder – zumindest ...

Mary wird als junges Mädchen vergewaltigt. Danach hat sie nur noch Umgang mit ihrem Vater und den Pferden auf der Ranch. Menschen scheut sie. Erst Jahre später schafft es Patrick, sie wieder – zumindest teilweise – unter Menschen zu bringen. Sie heiratet Patrick, doch auch diese Ehe endet schrecklich. Nur ihr Schwiegergroßvater unterstützt sie und sorgt dafür, dass sie zumindest finanziell abgesichert ist. Sie zieht sich immer mehr in ihre Marmorvilla zurück und hat über viele Jahre nur noch Umgang mit dem Pfarrer Father Michael. Viele Jahre später nach ihrem Tod wird deutlich, wie viel sie trotzdem für den Ort und seine Menschen getan hat und ein großes Geheimnis wird aufgedeckt.

Das Buch hat mir gut gefallen. Leicht lesbar verleitet es zum Lesen in einem Stück. Die Geschichte um Mary und die verschiedenen Bewohner des kleinen Ortes Mill River ist gut verbunden. Eigentlich wirkt alles auf mich wie ein modernes Märchen. Die „Bösen“ werden mehr oder weniger schnell bestraft, die „Guten“ erhalten am Ende eine Belohnung. Trotz dieses märchenhaften Tons hat es die Autorin geschafft, nur ganz selten wirklich in Richtung Kitsch abzurutschen. Der Großteil des Buches ist einfach nur ein Werben um Freundschaft, um Mitmenschlichkeit und um Toleranz. Und das ist sehr gut geworden. Jeder erkennt sich irgendwie wieder, jedem Menschen werden Fehler zugestanden, jeder ist anders. Sollte ich das Buch mit einem Wort beschreiben, dann spontan mit diesem: warmherzig.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Arthur

Arthur oder Wie ich lernte, den T-Bird zu fahren
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Royce ist 17 und musste mit seiner Mutter gegen seinen Willen quer durch Kanada ziehen, weg von seinen Freunden, seiner „angehimmelten Liebe“, seinem vertrauten Umfeld. Der Grund ist sein 95-jähriger Großvater, ...

Royce ist 17 und musste mit seiner Mutter gegen seinen Willen quer durch Kanada ziehen, weg von seinen Freunden, seiner „angehimmelten Liebe“, seinem vertrauten Umfeld. Der Grund ist sein 95-jähriger Großvater, der dringend Hilfe braucht. In der neuen Umgebung wird Royce gar nicht heimisch. Aufgrund einer schweren Erkrankung muss er lange zu Hause bleiben und hat so keinen Kontakt zu seinen neuen Mitschülern. Nachdem es ihm besser geht, lässt er sich gehen, geht weder zur Schule noch arbeiten, hat zu nichts Lust und gammelt mehr rum. Seine Mutter dagegen muss schwer kämpfen, sie hat mehrere Jobs, um genug Geld zum Leben zu bekommen. Der Großvater Arthur vergrault eine nach der anderen Pflegerin. Er hat genug Geld, er war früher ein bekannter Musiker. Jetzt ist er nur noch grantig, alt und immer schlecht gelaunt. Royce Mutter kann die Pflege nicht auch noch übernehmen und so macht sie den Vorschlag, dass Royce das übernimmt – gegen die gleiche Bezahlung wie eine Pflegekraft. Royce rechnet sich aus, wie viel er damit verdient, um nach dem Sommer genug Geld zu haben, um wieder zurückfahren zu können. Und so übernimmt er die Pflege – und er und Arthur geraten recht schnell aneinander …

Das Buch ist ein Jugendbuch, aber auch für Erwachsene sehr gut lesbar. Es ist in der Ich-Perspektive von Royce erzählt. Der Stil ist eher lakonisch trocken und trotzdem sehr humorvoll. Man kann gut verfolgen, wie sich die Beziehung von Royce und seinem Großvater entwickelt – mit einem Lernprozess auf beiden Seiten. Royce wird erwachsener und selbständiger. Gut dargestellt ist auch die Veränderung von Arthur im Alter. All das ist aber nicht kitschig, sondern sehr gut nachvollziehbar beschrieben. Trotz seiner Launen hat man Verständnis für Arthur, aber gleichzeitig auch für Royce und seine Mutter. Das Ende des Buches finde ich besonders gut gelungen. Die Überlegungen und auch Kämpfe sind realistisch. Niemand wird für seine Meinung verurteilt, man darf Fehler machen und eigene Entscheidungen treffen. Ich würde das Buch jederzeit weiterempfehlen.

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