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Veröffentlicht am 11.10.2024

Die toten Gassen von Barcelona

Die toten Gassen von Barcelona
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Die Mittdreißigerin Anna Silber reist nach Barcelona, der Geburtsstadt ihrer Mutter, um einen alternativen Reiseführer zu schreiben. Gleich nach ihrer Ankunft "stolpert" sie quasi über die erste Leiche ...

Die Mittdreißigerin Anna Silber reist nach Barcelona, der Geburtsstadt ihrer Mutter, um einen alternativen Reiseführer zu schreiben. Gleich nach ihrer Ankunft "stolpert" sie quasi über die erste Leiche und im Verlaufe des Buches werden es noch mehr. Während die Polizei seit Wochen hilflos bei der Aufklärung des Falles ist, klärt Anna diesen durch viele Zufälle fast im Alleingang auf. Ich muss ehrlich sagen, es waren mir der Zufälle zu viele und es wirkte auf mich nciht sehr glaubwürdig. Dieses Buch ist als Krimi bezeichnet, aber es ist kein Krimi im klassischen Sinn. Auch wenn es einen Mörder gibt, genauer gesagt einen kranken Serientäter, und viele Tote. Es hat mich gelangweilt, ich wollte nicht wissen, wer der Täter ist und ob es ein nächstes Opfer gibt. Im Schulaufsatz würde man wohl schreiben: Thema verfehlt.

Und trotzdem ist es ein gutes Buch (mit der Bezeichnung Roman wäre es aber wohl besser bedient gewesen). Gut geschrieben, sehr flüssig zu lesen, liefert es eine teilweise sehr poesievolle, teilweise etwas schräge Beschreibung des alten und im Untergang befindlichen Barcelonas und seiner Menschen, der alten Plätze, Straßen, Geschäfte, der Traditionen. Es liefert aber auch eine Beschreibung der Veränderungen in der Stadt, des Einfalls mafioser Ausländerbanden, die die alten Kaufleute aus ihren Geschäften drängen. Des Einfalls - vor allem im Zentrum - der auf der Welt immer gleichen Modelabels und hochpreisigen Einkaufsketten. Des Herausdrängens der Menschen aus den bezahlbaren Wohnungen zugunsten von Luxussanierungen und Bürohäusern. Auch wenn hier speziell über die spanischen Gesetze berichtet wird, die dies noch besonders unterstützen - die Entwicklung Barcelonas findet wohl in jeder europäischen touristisch geprägten Großstadt statt. Das Verdienst der Autorin ist aber, dass sie diese Entwicklung nicht trocken beschreibt, sondern das Buch wirklich die Liebe zu Barcelona zeigt und beim Lesen wirklich großen Spaß bringt. Dafür von mir 4 Punkte.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Der Ruf des weißen Raben

Der Ruf des weißen Raben
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ch habe dieses Buch quasi in einem Rutsch verschlungen. Die Handlung spielt zumindest in der Gegenwart in Kanada und es geht um die Weiße Myra, die den Indianer Chad „zufällig“ kennenlernt. Sie hat eine ...

ch habe dieses Buch quasi in einem Rutsch verschlungen. Die Handlung spielt zumindest in der Gegenwart in Kanada und es geht um die Weiße Myra, die den Indianer Chad „zufällig“ kennenlernt. Sie hat eine Aufgabe zu erfüllen und ein magisches Amulett zu finden, um die Menschheit zu retten. Dazu wechselt sie sowohl in die fernste Vergangenheit wie auch in die Zukunft. Was sich hier in Kurzform wie ein Abklatsch von „Harry Potter“ oder „Zurück in die Zukunft“ anhört, ist es aber in Wirklichkeit nicht. Ich muss zugeben, dass ich weder an Esoterik, noch an übernatürliche Kräfte und Geistwesen glaube. Dies machte es mir ein wenig schwierig. Gerade den schnellen Wechseln in den Zeiten am Anfang des Buches und dann auch später den Beeinflussungen der Zeiten untereinander mochte ich nicht immer mit aller Konsequenz folgen. Die Guten waren einfach immer gut und fast nahezu makellos Weiß, die Bösen immer abgrundtief böse und Tiefschwarz. Die Skala der Grautöne dazwischen fehlte hier völlig. Auch die teilweisen Wunder (z. B. Schweben eines schweren Wagens beim Absturz in eine Schlucht) fand ich nicht immer wirklich gelungen und mir fehlte der Glauben daran.

Aber natürlich sind das alles Metaphern für den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse in der Welt, für den Glauben an die Menschen, an die Kräfte der Natur und an das wirklich wichtige im Leben (Familie, Liebe, Hilfe, Menschlichkeit). Manchmal erinnerte das Buch ein bisschen an ein Märchen. Doch insgesamt störte dies die Geschichte nicht wirklich und auf keinen Fall das Lesevergnügen. Das Buch ist flüssig geschrieben, mit sehr viel Fantasie und noch mehr Poesie. Auch das Cover ist sehr schön gestaltet. Für ein Erstlingswerk wirklich sehr gelungen. Alles in allem vergebe ich dafür 4 Punkte und wünsche dem Buch recht viele Leser.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Das Landei

Das Landei
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Meine erste Kritik an dem Buch bezieht sich auf das Cover. Mir hat sich wirklich nicht erschlossen, was die Kuh als Frau (oder die Frau als Kuh?) darauf soll und mit dem Inhalt des Buches zu tun hat. Denn ...

Meine erste Kritik an dem Buch bezieht sich auf das Cover. Mir hat sich wirklich nicht erschlossen, was die Kuh als Frau (oder die Frau als Kuh?) darauf soll und mit dem Inhalt des Buches zu tun hat. Denn es geht um Robbie/Robert, einem Mann, der gleich nach Schulabschluss mit seinem Freund das heimische "Kaff", ein kleines Dorf im Irgendwo, fluchtartig verlassen hat - genervt von dem Leben dort und noch mehr von seinen Eltern. Nach einigen Jahren des Herumgammelns in der Stadt gründet er eine Werbeagentur und wird damit sehr erfolgreich und führt ein Leben der "Schönen, Reichen und Wichtigen". Nur eine dauerhafte Beziehung gelingt ihm nicht und als ihn wieder einmal eine Freundin verläßt, gerät er in eine Lebenskrise und beginnt, sein Leben, seine Beziehungen zu Freunden und Eltern, seine Arbeit und sein Glück zu hinterfragen. Und hier die 2. Kritik am Cover. Nach diesem erwartet man nämlich ein lustig-flockiges Sommerbuch ohne Tiefgang, witzig, schnell mal zu lesen und wieder zum Weglegen. Aber genau das ist das Buch eben nicht. Es ist weder lustig noch schnell mal für Nebenbei. Und so verhindert das Cover, das Leute, die sich dafür interessieren, nach dem Buch greifen werden, weil sie dort keinen Tiefgang erwarten. Und umgekehrt werden Leser, die genau das nichtwollen, enttäuscht/gelangweilt/genervt sein. Das hat das Buch aber nicht verdient.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Dampfnudelblues

Dampfnudelblues
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... ist das 2. Buch von Rita Falk über den niederbayerischen Dorfpolizisten Franz. Ich kenne das Vorgängerbuch nicht, aber das muss man auch nicht (auch wenn ich es mir jetzt besorgen werde). Die Hauptfigur ...

... ist das 2. Buch von Rita Falk über den niederbayerischen Dorfpolizisten Franz. Ich kenne das Vorgängerbuch nicht, aber das muss man auch nicht (auch wenn ich es mir jetzt besorgen werde). Die Hauptfigur Franz ist eine Mischung aus Macho, Dorftrottel, neugieriger Polizist und gestresstes und verwöhntes Oma-Söhnchen, dabei durchaus sympathisch. Die ersten zwei Seiten brauchte ich, um mich an den direkten, oft lakonischen Schreibstil zu gewöhnen. Danach war es einfach nur noch Vergnügen pur, Franz dabei zu beobachten, wie er sich um die ungeliebte Arbeit und das Babysitten bei der Nichte drückt, die Freundin vergrault und die Oma innig liebt. Irgendwie erinnerte mich die Figur immer an die Polizisten in den alten "Olsen-Bande"-Filmen und der Spaß nahm kein Ende. Die eigentliche Tätersuche wurde dabei immer mehr zur Nebensache. Ich muss sagen, ab jetzt hat Franz einen Fan mehr.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Linksaufsteher

Linksaufsteher
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Untertitel: Für alle Montagshasser

Oliver, die Hauptperson dieses Buches von Matthias Sachau, hat ein Problem mit dem Montag. Oder besser gesagt: mit seiner mehr als schlechten Laune an jedem Montagmorgen, ...

Untertitel: Für alle Montagshasser

Oliver, die Hauptperson dieses Buches von Matthias Sachau, hat ein Problem mit dem Montag. Oder besser gesagt: mit seiner mehr als schlechten Laune an jedem Montagmorgen, die er an jedem ausläßt, den er dann trifft. Genau hier kann wohl jeder mitfühlen, jeder hat solche Tage schon erlebt (es muss ja kein Montag sein). Ansonsten ist Oliver als Sprecher in der Werbebranche tätig und verdient dort reichlich, Anfänger bei Facebook, seiner alten Männer-WG nachtrauernd, Hobbyschauspieler ... und verliebt, beraten von seinem Freund Anton (7 Jahre) und seinem Freund Tobi (älter, aber auf dem Niveau von Anton). Ich kenne die Vorgängerbücher zu dieser Geschichte nicht (ist auch keine Bedingung, um dieses Buch zu "verstehen"). Ich kenne auch den Umgang in der Werbebranche nicht, ich glaube aber, das sollte wohl eher Bedingung sein, um die "Gespräche" in diesem Buch zu verstehen. Das Buch ist sicher als "schriftliche Comedy" gedacht und die Personen sind mehr als überzeichnet. Es gibt bestimmt viele Leute, die das sehr witzig finden. Ich persönlich fand es für mich einfach nervig und konnte mich recht wenig darüber amüsieren. Vielleicht war für meinen Humar gerade Montag? Positiv allerdings ist, dass ich trotzdem das Buch zügig und vor allem flüssig lesen konnte, zugegeben - manche Seiten quergelesen, da ich mir das exakte Lesen der "überspannten Dialoge gerade im Bereich der Werbung" einfach nicht antun konnte und wollte. Hier war es für meinen Geschmack des Guten einfach zu viel.

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