Enttäuschender Hype
Mile HighEs war einmal ein kleiner Klischeezug, der war vollgepackt mit einem "sündhaft sexy" und "sagenhaft anziehenden" Sportler, seinem Pseudo-Bad-Boy-Image und natürlich seinem Felsen, Pardon, seinem Gemächt. ...
Es war einmal ein kleiner Klischeezug, der war vollgepackt mit einem "sündhaft sexy" und "sagenhaft anziehenden" Sportler, seinem Pseudo-Bad-Boy-Image und natürlich seinem Felsen, Pardon, seinem Gemächt. Eines Tages wurde dieser Klischeezug in ein Flugzeug gesetzt. Da traf er auf die kurvenreiche Flugbegleiterin Stevie, die Hunde liebt und sich auf gar keinen Fall auf einen Klischeezug, äh Pardon, einen Sportler einlassen darf (aus beruflichen Gründen) und möchte (aus privaten Gründen), und es dann doch tut, denn der Sportler ist wirklich sehr perfekt und tätowiert und außerdem macht er sie im Bett völlig fertig. Ihre Worte. Mehrmals. Es gibt nämlich keine andere Formulierungsmöglichkeit, um die körperlichen Fähigkeiten des Klischeezugs auszudrücken, darum wird einfach immer dieselbe verwendet. Wie praktisch.
Jedenfalls rast der Klischeezug dann an allerhand klischeehaften Plottwists vorbei, die jeder voraussagen konnte, der schon mal eine Sport-Romance gelesen hat, in der jemand ehrenamtlich im Tierheim arbeitet. Den obligatorischen, presserummelbedingten Third-Act-Breakup hab ich überblättert, bis dahin, wo das Tierheim gerettet wird.
Die Protagonisten:
Also da kann jemand hinter seinem Bad-Boy-Image noch so einen weichen Kern haben. Wenn ich in einer dunklen, verlassenen Gasse stehe und sage „Nein“ oder „Niemals“, und er drückt mich doch an die Wand der Backsteinmauer, dann hol ich das Pfefferspray raus. Übrigens auch, wenn ein Mann konsequent meine Lieblingsjogginghose kritisiert. Oder wenn er mich bedrängt, obwohl ich ihm gesagt habe, dass ich meinen Job verlieren kann, wenn ich mit ihm zusammen gesehen werde.
Und finally: Er bezeichnet sein Gemächt selbst als FELSEN. Girl, lauf.
Und das Girl? Sie hat Kurven. Alternativ hat sie auch einen kurvenreichen Körper. Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung von ihrer Persönlichkeit, denn selbst, wenn es mal für zwei Sätze darum ging, kommen beide ständig auf kurvige Äußerlichkeiten zurück. Ja, sie auch. Es gibt wirklich nur ein Körperteil, das Stevie häufiger beschreibt als seinen Felsen, und das ist ihr eigener Hintern (kurvig!). Zu ihrer Verteidigung: Er beschreibt seine eigene Ausstattung auch mit großer Hingabe.
Das Genre: Sport-Romance.
Die Anzahl an Seiten, auf denen es tatsächlich um Sport geht (welcher war's eigentlich?), ist maximal einstellig. Ansonsten gehts um: Sein Image, seine Freunde, sein Gemächt und um ein Flugzeug voller strippender Sportler (welcher Sportart noch gleich? Egal, sie haben gute Körper). Ach, und um ihre Kurven.
Die Botschaft:
Stevie leidet sehr unter dummen Sprüchen bezüglich ihres Äußeren. Dieses wird übrigens als „kurvenreich“ beschrieben, falls ich das noch nicht erwähnt hatte. Auch ihr Ex-Freund hat sie immer ziemlich mies behandelt. Als sie ihm begegnet, wird sie natürlich von Zanders gerettet. Und jetzt endlich sind „die Rollen getauscht“, der Ex schüchtert sie nicht mehr ein, "dank des sündhaft sexy Manns", der hinter ihr steht.
Und zu guter Letzt: Es wäre echt schön, wenn die Grammatik-, Syntax-, Logik- und Rechtschreibfehler in den folgenden Auflagen behoben werden würden... Wobei... Ich habe Auflage 7 hier liegen!