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Veröffentlicht am 16.09.2024

Brisantes Thema mit überraschendem Plottwist

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Kann Marc-Uwe Kling auch Thriller?

Marc-Uwe Kling hat sich ein brisantes und hochaktuelles Thema für seinen Thriller ausgesucht.
Ein 16-jähriges Mädchen ist verschwunden und ein paar Tage später ...

Kann Marc-Uwe Kling auch Thriller?

Marc-Uwe Kling hat sich ein brisantes und hochaktuelles Thema für seinen Thriller ausgesucht.
Ein 16-jähriges Mädchen ist verschwunden und ein paar Tage später taucht in den sozialen Medien ein Video auf, das die Vergewaltigung dieses Mädchens durch 3 schwarze, junge, mutmaßlich asylsuchende Männer zeigt.
Im BKA wird entschieden, diesen Fall einer Komissarin zu übertragen, die einen offensichtlichen Migrationshintergrund hat.
Die Ermittlungen treten zunächst auf der Stelle, während es in der Öffentlichkeit immer stärker rumort. Es tauchen rechte Hetzvideos auf, 2 davon zeigen sogar angeblich mutmaßliche Täter, die vom "aktiven Heimatschutz" gefasst wurden. Der Druck auf die Polizei wächst.
Doch dann gibt es einen überraschenden neuen Ermittlungsansatz.

Marc-Uwe Kling greift "Views" gleich mehrere hochaktuelle Themen auf. Man fiebert mit der Ermittlerin mit und verzweifelt mit ihr an der Ergebnislosigkeit der Suche nach Spuren. Der Verdacht, der ihr dann nach einer Weile kommt, wird früh eingeleitet und war für mich deshalb nicht ganz überraschend, allerdings hatte ich in eine leicht andere Richtung gedacht und mich schon gefragt, wie die Auflösung sein könnte.
Die aufgebrachten Massen sind in den aktuellen Zeiten leider nur zu gut vorstellbar.

Das Ende war für mich dann leider etwas enttäuschend. Einerseits fehlte mir ein Teil der Aufklärung, andererseits rutschte der Schluß in eine unnötige Brutalität, die es nicht gebraucht hätte.

Marc-Uwe Kling legt seinen Finger gleich in mehrere Wunden unserer Zeit und wählt dafür sehr passend die Form des Thrillers. Die Geschichte ist spannend erzählt, lässt sich flüssig lesen und enthält alles, was ein gutes Buch braucht. Damit beantworte ich meine Eingangsfrage ganz klar mit "Ja - Marc-Uwe Kling kann auch Thriller".

Ich empfehle das Buch gerne weiter. Wegen des für mich etwas enttäuschenden Endes schwanke ich allerdings zwischen 3 und 4 Sternen.

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Veröffentlicht am 25.08.2024

Eine Liebe in Neuseeland

Küsse unterm Silberfarn
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Ich habe "Küsse unterm Silberfarn" von Anna Matthes unter anderem ausgewählt, weil die Geschichte in unserem nächsten Reiseziel Neuseeland spielt. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Protagonistin Hannah ...

Ich habe "Küsse unterm Silberfarn" von Anna Matthes unter anderem ausgewählt, weil die Geschichte in unserem nächsten Reiseziel Neuseeland spielt. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Protagonistin Hannah bricht aus ihrem Alltag in Deutschland aus, um dem übermächtigen Einfluß ihrer Eltern insbesondere dem ihres Vaters zu entkommen. Und bringt dabei die größtmögliche Entfernung zwischen sich und ihr altes Leben. Sie fliegt nach Neuseeland. Eigentlich hat sie den Plan, diese Reise durch Work-and-Travel zu finanzieren und das ganze Land zu erkunden. Doch bleibt sie bereits bei der ersten Station, einem Weingut in der Nähe von Queenstown hängen.

Dort findet sie sowohl einen Job als auch Freunde und knüpft zarte Liebesbande, auch wenn sie sich zunächst sehr dagegen wehrt. Schließlich ist es ja "nur" ein endlicher Urlaubsaufenthalt und noch dazu am anderen Ende der Welt.

Die Geschichte ist abwechselnd aus den Perspektiven von Hannah und von Max erzählt, sodaß die Lesenden das Gefühlsleben beider Seiten miterleben können. Mir war die immer wiederkehrende Betonung, dass Hannah sich nicht auf einen Urlaubsflirt einlassen will und dass eine Fernbeziehung auf die Entfernung ja nicht funktionieren könnte, irgendwann ein bisschen viel. Vor allem, weil sich auch eine Entwicklung abgezeichnet hat.

Als zukünftige Neuseelandreisende fand ich die Beschreibung der sehenswerten Orte wunderbar, so konnte ich mich schon einmal vorab in meinem Urlaubsland umschauen und vorfühlen, wie es sein wird. Ich lese gerne Geschichten, die in Ländern stattfinden, die ich zukünftig oder gerade bereise oder die ich schon bereist habe und mir so eine Vorstellung machen kann.

Was ich etwas schade fand, war das mangelnde Lektorat/Korrektorat. Zum einen sind mir immer wieder Rechtschreibfehler aufgefallen, zum anderen gab es mehrmals zwischendurch Tempusabweichungen. Während die Geschichte eigentlich im Präteritum geschrieben ist, standen ziwschendurch Sätze oder Satzteile völlig zusammenhanglos im Präsenz. So etwas kann in einem 300-Seiten-Buch mal passieren. Aber in diesem Buch war es so häufig, dass es mich irgendwann genervt hat. Sollte das Buch eine weitere Auflage erhalten, wäre eine entsprechende Überarbeitung angebracht.

Trotzdem erhält das Buch von mir 4 Sterne und eine absolute Leseempfehlung vor allem für Neuseelandfans.

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Veröffentlicht am 16.08.2024

Wunderschöne Liebesgeschichte vor japanischer Kulisse

Die Melodie von rotem Ahorn
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Cover und Titel passen super zur Geschichte von Nick und Lisa, die sich in Nagoya kennen und lieben lernen.

Nick begibt sich für seinen Arbeitgeber auf eine Dienstreise nach Japan. Obwohl es die Heimat ...

Cover und Titel passen super zur Geschichte von Nick und Lisa, die sich in Nagoya kennen und lieben lernen.

Nick begibt sich für seinen Arbeitgeber auf eine Dienstreise nach Japan. Obwohl es die Heimat seiner verstorbenen Mutter ist, war er noch niemals dort. Er will die Gelegenheit nutzen, seine unbekannte mütterliche Familie aufzuspüren. Lisa ist im Masterstudium an der Universtität in Nagoya und hadert mit sich, wie es überhaupt für sie weitergehen soll.

Die beiden treffen sich zufällig in einer Bar und spüren, dass es knistert. Jedoch wollen beide es nicht wirklich wahrhaben, denn es passt nicht in ihre jeweilige Lebenssituation.

Sven Jähnel schreibt abwechselnd aus der Sicht von Nick und Lisa und man lacht und weint mit den beiden mit. Er nimmt die Lesenden auch mit in die japanische Landschaft und Kultur, wie wir sie als Europäer wahrnehmen, als geheimnisvoll und zugleich faszinierend.

Ich habe jede Minute der Lektüre genossen und fand die Beschreibungen von Land und Leuten, wie auch von Nick und Lisa sehr authentisch.

Absolute Empfehlung für Romantiker:innen und Japan-Liebhaber:innen gleichermaßen.

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Veröffentlicht am 16.08.2024

Ohne erkennbare Prämisse

Der Salon der kühnen Frauen
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Der Titel und das Cover hatten mich neugierig gemacht auf diesen historischen Roman, der hinter die Kulissen in Versailles zur Zeit Ludwigs des XIV. blickt.

Doch leider hält das Buch nicht, ...

Der Titel und das Cover hatten mich neugierig gemacht auf diesen historischen Roman, der hinter die Kulissen in Versailles zur Zeit Ludwigs des XIV. blickt.

Doch leider hält das Buch nicht, was ich mir durch den Klappentext versprach.
Zunächst einmal sind die Kapitelüberschriften Märchentitel, wobei manchmal wirklich ein Märchen erzählt und manchmal die Geschichte weitergesponnen wird.
Im Mittelpunkt steht der Salon der geheimnisvollen Madame D'Aulnois, in dem sich überwiegend Damen der noblen Pariser Gesellschaft diese Märchen erzählen und darin versteckt auch durchaus Kritik am System äußern. Allerdings auf ihrem adligen Niveau, ohne die Situation der niederen Schichten zu beachten. Dabei erfahren die Lesenden so einiges über die Zustände am Hof von Versailles, die Intrigen und Verschwendung, die (Un)Moral und Missgunst höfischen Lebens.
Historische Fakten stehen direkt neben der dichterischen Freiheit der Autorin und das eine vom anderen zu unterscheiden, ist für die Lesenden nicht ohne leicht.
Die Sprache war für mich zunächst sehr gewöhnungsbedürftig. Sie lehnt sich vermeintlich an die Ausdrucksweise der vornehmen Gesellschaft im ausgehenden 17. Jahrhundert an und schockiert dann zwischendurch mit expliziter direkter Beschreibung von sexuellen Handlungen, die dazu nicht wirklich passen.
Die Autorin beschreibt die grundsätzliche frauenfeindliche Haltung der damaligen Welt und wie die Frauen indirekt und heimlich, teilweise auch direkt und offen dagegen rebellieren.
Am Ende ist mir aber nicht klar, was die Prämisse dieses Buches ist. Mir fehlt ein richtiger Spannungsbogen, es werden viele kleine Episoden aneinander gereiht, aber am Ende keine wirklich auserzählt, außer vielleicht der Zuneigung zwischen Perrault und Madame D'Aulnois. Die Salonnieres erfragen und diskutieren regelmäßig die Moral der Märchen, die im Salon erzählt werden. Was ist die Moral dieses Buches?

Ich vergebe 3 Sterne und kann das Buch nicht wirklich empfehlen, würde aber auch niemandem ausdrücklich abraten es zu lesen.

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Veröffentlicht am 11.08.2024

Spannende Fantasy mit unerwarteter Wendung

Long Live Evil
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Das Konzept von "Long live Evil" von Sarah Rees Brennan fand ich auf Anhieb interessant. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Protagonistin Rae landet in der Welt ihrer Lieblings-Fantasy-Buchreihe. ...

Das Konzept von "Long live Evil" von Sarah Rees Brennan fand ich auf Anhieb interessant. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Protagonistin Rae landet in der Welt ihrer Lieblings-Fantasy-Buchreihe. Doof nur, wenn man erst mit dem 2. Band angefangen hat zu lesen und dann im 1. Teil der Geschichte ankommt, die man nicht wirklich kennt. Dort trifft sie auf den "Einstigen und ewigen Kaiser".
Ein Magischer Handel soll ihr das Leben retten, aber die Welt in der sie sich wiederfindet, ist gefährlich.
Die Geschichte ist komplex, aber gut und flüssig zu lesen. Besonders gut hat mir die Beziehung zwischen Rae und dem Kaiser gefallen. Der Schreibstil war fesselnd und die Perspektivwechsel haben die Geschichte interessant gemacht.
Auch die Kombination aus Humor und Moral fand ich gut gelungen. Und die Wendungen zwischendrin waren gut platziert und oftmals ziemlich überraschend.

Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen und empfehle das Buch allen Fantasy-Fans. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Fortsetzung.

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