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Veröffentlicht am 31.08.2025

Veränderte Sichtweise

Der Augenblick
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Eine junge Mutter erlebt das Schlimmste überhaupt, den Verlust ihres Kindes. Der kleine Marcel wird seiner schlafenden Mutter aus dem Kinderwagen gestohlen und wenig später tot im Wald gefunden. Eine unsagbare ...

Eine junge Mutter erlebt das Schlimmste überhaupt, den Verlust ihres Kindes. Der kleine Marcel wird seiner schlafenden Mutter aus dem Kinderwagen gestohlen und wenig später tot im Wald gefunden. Eine unsagbare Tragödie, die letztlich die ganze Familie in den Abgrund reißt und auch die beteiligten Ermittler, allen voran Hauptkommissarin Alexandra Keller, nicht kalt lässt.

Autorin Irene Matt hat hier augenscheinlich einen Krimi zu einem sehr schweren Thema geschrieben und vielleicht ist da zu Anfang auch direkt eine Triggerwarnung angebracht, den die Autorin beschreibt nicht nur die eigentliche Tat der Kindstötung sehr bildlich. Dadurch, dass ihr Buch über weite Strecken die Therapiesitzungen der Täter begleitet, werden so schlimme und gleichzeitig sensible Themen angesprochen, dass man bei entsprechender Vorbelastung das Buch lieber nicht lesen sollte.

Auf dem Cover, das mich vom Desgin ehrlicherweise ein bisschen an eins meiner alten Schulbücher erinnert, wird das Buch als Roman charakterisiert, auf dem Buchrücken ist dann der Begriff Therapie-Krimi zu lesen. Hierunter konnte ich mir erstmal so gar nichts vorstellen und um so gespannter war ich auf die Story. Das Buch beginnt wie ein klassischer Krimi, der Leser ist direkt im Geschehen und begleitet den Täter bei seiner Tat. Wärend man nun aber auf die üblicherweise folgenden Ermittlungen wartet, geht die Autorin einen vollkommen anderen Weg. Ich muss zugeben, dass ich hier erstmal etwas verstört war, bin dann aber recht gut mit der Neuausrichtung zurecht gekommen. Der eingängige Schreibstil der Autorin ist hierbei eine große Hilfe, er nimmt den Leser mit in die Situation der Therapiegespräche, in die Psyche der Täter, wie auch der Opfer. Die ruhige Art der Autorin hätte ich in einer herkömmlichen Krimihandlung vielleicht schon als langatmig bezeichnet, hier passt sie aber gut um die benötigte Nähe zu den Figuren zu erzeugen. Eine große Rolle spielt hierbei natürlich die Frage nach der Schuld der Täter und der angemessenen Strafe, aber eben auch nach einer möglichen Resozialisierung, statt dem obligatorischen Wegsperren.

Die Thematik ist nicht einfach und sorg mit Sicherheit für Kontroversen. Auch ich war beim Lesen hin und hergerissen, natürlich schreit alles in mir - sperrt ihn ein und schmeisst den Schlüssel weg -, aber so einfach ist es eben nicht immer und das zeigt die Autorin mit viel Fingerspitzengefühl.

Ich kannte bereits andere Bücher der Autorin und habe im Nachhinein festgestellt, dass ich auch Hauptkommissarin Alexandra Keller bereits aus einem anderen, später erschienenen Buch kenne. Es war sehr interessant für mich sie hier mal ganz anders zu erleben. Generell war die Geschichte ganz anders, als ich es erwartet hätte und sie zeigt mir, wie wandelbar die Autorin ist. "Der Augenblick" hat mich betroffen gemacht, mich emotional aufgewühlt und zum grübeln gebracht. Ich habe definitiv nicht das bekommen, was ich als Krimileserin ursprünglich erwartet habe, aber wenn man sich auf die Geschichte einlässt, hallt sie noch lange nach. Wer dann lieber wieder eine klassischere Ermittlung möchte, dem empfehle ich ein Wiedersehen mit Alexandra Keller in "Nichts Drin" und "Schohnungslos offen".

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Kurzspannung

Ferien mit Agatha Christie
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Agatha Christie ist unbestritten die Queen of Crime für mich und ich liebe ihre Bücher und ihre Ermittler. Innerhalb einer Gruppe Gleichgesinnter lesen wir nach und nach all ihre Romane und erfreuen uns ...

Agatha Christie ist unbestritten die Queen of Crime für mich und ich liebe ihre Bücher und ihre Ermittler. Innerhalb einer Gruppe Gleichgesinnter lesen wir nach und nach all ihre Romane und erfreuen uns dabei am Aufstellen von Theorien zu Täter und Motiv. Zugegebenermaßen ist es aber nicht immer einfach den Gedankengängen der Autorin zu folgen und der oftmals doch etwas angestaubte Schreibstil, gerade in den älteren, nicht überarbeiteten Ausgaben tut sein Übriges. In dieser Sammlung von Kurzkrimis, die alle bereits innerhalb anderer Sammlungen erschienen sind, kann man nun das Können der Autorin in gut dosierten, angenehmen Häppchen genießen.

Das Buch enthält zwölf spannende Kurzkrimis, in denen man Miss Marple ebenso begegnet wie Hercule Poirot, Parker Pyne, dem Duo Tuppence und Tommie, aber auch noch gänzlich unbekannten Figuren, die meist unfreiwillig zu Ermittlern werden. Einige der Geschichten erinnern in Details sehr an andere, bekannte Krimis der Autorin, so enthält eine Geschichte viele Elemente, wie sie auch in "Das Böse unter der Sonne" vorkommen, allerdings eher noch in der Verfilmung als im Buch. Bei viele der Geschichten spürt man, dass die Autorin wohl experimentiert und Ideen entwickelt hat, die später in ähnlicher Form in eines ihrer Bücher eingeflossen sind.

Mich hat die Sammlung gut unterhalten und der Ansatz sie als Urlaubslektüre zu publizieren ist gut gewählt. Durch die unterschiedlichen Längen der Storys und die verschiedenen Thematiken passt es gut für zwischendurch und am kann das Buch gut auch mal länger zur Seite legen, ohne den Faden zu verlieren. Für Fans der Autorin ebenso ein Muss, wie für Krimifreunde, die sich noch an das Werk der Autorin herantasten.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Krimi in Westernmanier

Die weite Leere
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Big Bend County liegt dicht an der Grenze nach Mexiko illegale Einwanderer und Drogenschmuggel sind in der weiten Einöde an der Tagesordnung. Für Recht und Gesetz sorgt hier Sheriff Ross, von allen nur ...

Big Bend County liegt dicht an der Grenze nach Mexiko illegale Einwanderer und Drogenschmuggel sind in der weiten Einöde an der Tagesordnung. Für Recht und Gesetz sorgt hier Sheriff Ross, von allen nur der "Richter" genannt, nach aussen hin integer, eine Stütze der Gemeinde, immer um das Wohl der Bewohner seiner Stadt besorgt, aber hinter der Fassade despotisch, brutal, kalt und gefährlich. Wie gefährlich weiß vor allem sein Sohn Caleb. Der siebzehnjährige Einzelgänger lebt nach dem Verschwinden seiner Mutter allein mit seinem Vater, der die Rolle des besorgten, alleinerziehenden Vaters brilliant spielt, doch Caleb kennt die Warheit. Als der neue Deputy Cherry eine Leiche auf einer entlegenen Farm findet, steht für Caleb fest, es ist seine verschwundene Mutter, die ihn nämlich nicht, wie sein Vater allen glauben lassen will, verlassen hat, sondern von ihm ermordet wurde.

Mit diesem Szenario startet der Leser in die absolut erdrückende Atmosphäre des Buches. Schon recht schnell erkennt man, das der Titel "Die weite Leere" gleich in mehrerlei Beziehung absolut zutreffend ist, beschreibt er doch nicht nur treffend den sich über viele Quadratmeilen hin erstreckenden, menschenleeren und teils unwirtlichen Handlungsort, sondern vielmehr auch die Gefühlswelt der einzelnen Figuren. Allen voran natürlich Caleb, der unter der Gefühlskälte und Ablehnung seines Vaters und dem Verlust seiner Mutter leidet. Seine einzige Bezugsperson, die gleichaltrige America, Tochter mexikanischer Einwanderer, deren Bruder ebenfalls verschwunden ist. Chris Cherry, der neue Deputy, der nach dem verletzungsbedingten Ende seiner Footballkarriere in seine Heimatstadt Murfee zurückgekommen ist. Deputy Duane Dupree, rechte Hand des Sheriffs, der selbst immer mehr den Drogen verfällt. Anne, die neue Aushilfslehrerin, die gerade erst ihren Mann auf tragische Weise verloren hat und natürlich auch Sheriff "Juge" Ross selbst, der ganz im Gedenken an die "gute alte Zeit" nicht nur das Gesetz vertritt, sondern buchstäblich das Gesetz ist.

Der Autor erzählt seine vielschichtige Story abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Figuren und lässt den Leser dabei tief in deren, teils abgründige Gedankenwelt eintauchen. Er verwebt geschickt Thematiken wie Rassismus, Drogenmissbrauch, Drogenhandel, Korruption, psychischen, physischen und sexuellen Missbrauch, illegale Einwanderung und natürlich Mord. Eingebettet in eine einzigartige, aber nicht gerade idyllische Landschaft erzeugt er so unglaublich starke, aber auch rohe, brutale und vor allem beklemmende und perspektivlose Bilder.

Man hat stellenweise das Gefühl, als wäre in der Kleinstadt Murfee die Zeit stehen geblieben. Der Autor setzt hier ganz bewusst auf Element, die man sonst in einem klassischen Western findet. Da gibt es den etwas naiven Neuling, der allen "wohlgemeinten" Hinweisen zum Trotz seinem Gerechtigkeitssinn folgt, den durchgeknallten Fiesling für die Drecksarbeit und die respektable Stütze der Gesellschaft, die alle Fäden in der Hand hält. Fast erwartet man einen Steppenläufer über die staubige Main Street rollen zu sehen, an deren einem Ende der Sheriff mit tief in die Stirn gezogenem Hut steht, wärend am anderen die Banditen in die Stadt reiten, nur das hier der Sheriff eben nicht der Gute ist. Die Geschichte entwickelt sich verhältnismäßig ruhig und langsam, unterbrochen von einigen Spannungsbögen, um dann unweigerlich auf das Finale zuzusteuern. Hier muss man als Leser vielleicht etwas Geduld aufbringen, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Mir hat dieser atmosphärisch dichte Krimi/Western richtig gut gefallen. Die Stimmung, die Figuren, die Story, es passt einfach alles zusammen ohne dabei in Klischees abzurutschen, man merkt, dass der Autor auf Grund seines beruflichen Hintergrunds genau weiß wovon er schreibt. Bin gespannt auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Erster Band der Reihe

Deep Space Band 1
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Wir schreiben das Jahr 2731, die Menschen haben den Weltraum erobert und natürlich herrscht dabei nicht die Einigkeit, wie wir sie zum Beispiel aus dem Star Trek Universum kennen, im Gegenteil. Die Menschheit ...

Wir schreiben das Jahr 2731, die Menschen haben den Weltraum erobert und natürlich herrscht dabei nicht die Einigkeit, wie wir sie zum Beispiel aus dem Star Trek Universum kennen, im Gegenteil. Die Menschheit teilt sich auf in das hochfortschrittliche Deep-Space-Konsortium und die traditionellere Föderation. Wärend die Einen in allen Bereichen voll auf den Einsatz von KI setzen, kolonisieren die anderen ihre Planeten noch mühsam durch herkömmliches Terraforming. Auf einem Planeten der Föderation scheint das Terraforming nun zu ungewöhnlichen Anomalien geführt zu haben und die dortige wissenschaftliche Leiterin bittet ihren Kollegen Dr. Brunner aus dem Konsortium um Hilfe.

Mit Band 1 - Die verlorene Station - führt der Autor Jonas Simmons den Leser in die Grundlagen seines Universums ein und stellt die Hauptfiguren der Geschichte vor. Diese bestehen aus Dr. Brunner, dem Leiter der kleinen Expedition, seinem Assistenten Mark und der Offiziersanwärterin Alice, die zur Besatzung des Schiffes gehört, später lernen wir auch noch Sally, eine KI kennen. Gerade Mark und Alice tragen einen Großteil der Story, leider ist es mir aber das ganze Buch über nicht wirklich gelungen eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Alice ist noch ganz okay, aber Mark hat es mir mit seiner Art wirklich schwer gemacht ihn auch nur ansatzweise zu mögen, eigentlich bin ich eher genervt von ihm und seinem Verhalten in bestimmten Situationen. Er als Wissenschaftler, der eigentlich für mich den Part des unermüdlich neugierigen Forschers hätte übernehmen sollen, ist ständig am zaudern und nörgeln und erweist sich mehr als einmal als Hemmschuh der Geschichte, wärend Alice, ganz gegen ihre Ausbildung beim Militär absolut offen ist und sich direkt auf neue Situationen einstellt, ohne diese zu hinterfragen und erst recht, ohne direkt gleich jedes Mal nach der Waffe zu greifen. Natürlich wäre es absolut Klischee gewesen, wenn die Figuren agiert hätten, wie von mir erwartet, aber hier muss ich sagen, wäre mir ein bisschen mehr Klischee ganz Recht gewesen.

Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten in die Geschichte reinzukommen, obwohl mich der Plot total angesprochen hat. Die Story beginnt sehr ruhig und nimmt erst langsam Fahrt auf. Stellenweise schreibt der Autor zu detailliert, was gerade in Actionszenen einfach die Spannung rausnimmt. Im Mittelteil wird es dann richtig spannend, hier vermischt der Autor Element, die SciFi Fans wahrscheinlich bekannt vorkommen. So bin ich hier an die verschiedensten Klassiker des Genres erinnert worden, da war von "Alien" über "Das Ding aus einer anderen Welt" bis hin zu "Lost in Space" alles dabei. Aber natürlich kann ich mich irren, hier muss wohl jeder Leser selbst schauen.

Generell ist das Buch ein recht ordentlicher Einstieg in die angestrebte Reihe, für mich als absoluter SciFi Fan aber ein bisschen dünn. Ich denke Neulinge im Genre könnten hier wesentlich eher Zugang zur Geschichte und den Figuren finden, einfach, weil sie eben nicht schon so vieles Andere gelesen und gesehen haben, mit dem sie das Buch dann vergleichen. Für mich gibt es für die Folgebände noch Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Interessantes Gedankenspiel

Das Geschenk
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Hans Christian Winkler, seines Zeichens Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, hat es auf politischer Ebene gerade nicht leicht. Unmut regt sich im Land und sein rechtspopulistischer Gegner Holger ...

Hans Christian Winkler, seines Zeichens Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, hat es auf politischer Ebene gerade nicht leicht. Unmut regt sich im Land und sein rechtspopulistischer Gegner Holger Fuchs wähnt sich schon auf direktem Weg ins Kanzleramt. Einen kleinen Erfolg konnte Winkler immerhin verzeichnen, denn gerade wurde ein neues Gesetz mit Einfuhr- und Handelsbeschränkungen für Elfenbein beschlossen. Wenigstens sie Wähler der grünen Koalitionspartner sind glücklich. Bald allerdings wird eine andere Schlagzeile die Medien beherrschen, hat doch der Präsident von Botswana auf ganz besondere Weise auf das neue Gesetz reagiert, nämlich mit einem Geschenk.

Nach "Trophäe" liefert Autorin Gaea Schoeters hier ihren neuen Roman und obwohl sie Deutschland als Schauplatz gewählt hat, spielt Afrika eine tragende Rolle in der Geschichte. Die Autorin schafft ein fiktives Szenario, in dem ein sogenanntes Dritte Welt Land auf ganz pragmatische Weise mit den Folgen dessen umgeht, was wir hier im fernen Europa über die Köpfe der Betroffenen hinweg entscheiden. Überspitzt und mit einem Augenzwinkern zeigt die Autorin was es beispielsweise für die einheimischen afrikanischen Bauer bedeutet, wenn Wild nicht mehr gejagt werden darf, sich vermehrt und im Zuge dessen Reservate nicht mehr ausreichend Platz und Nahrung für die Tiere bieten und sie sich dadurch über die eh schon kargen Felder hermachen. Sie lässt in ihrem Buch den Präsidenten von Botswana eine recht praktische Entscheidung treffen, er schickt die Tiere einfach dorthin, wo man sich so stark für deren Schutz einsetzt, nach Deutschland, ganz konkret nach Berlin, dem Sitz der Regierung und so kommt es dann dazu, dass Elefanten in der Spree baden, den Verkehr lahmlegen, oder durch den Tiergarten streifen.

Wer die Autorin bereits kennt, kennt auch ihren fließenden, ruhigen, aber auch ansprechenden Schreibstil, irgendwie gelingt es ihr mit nur wenigen Worten die Geschichte nicht nur zu erzählen, sondern sie mit Leben zu füllen. Eine Geschichte, die eigentlich total absurd ist, aber andererseits ein unglaublich interessantes Gedankenspiel. Ebenso interessant ist auch der Blick der belgischen Autorin auf Deutschland und sein politisches Gefüge. Das Buch zeigt hier ein erstaunlich realistisches Bild der derzeitigen politischen Gemengelage mit all ihren positiven und negativen Einflüssen und erinnert den Leser an die Jahre in denen viele Flüchtlinge ins Land kamen und Länder und Kommunen bei der Verteilung und Unterbringung an ihre Grenzen gestoßen sind. "Der Elefant im Raum" ist hier in mehr als einer Hinsicht wörtlich zu verstehen.

Mit "Das Geschenk" ist der Autorin wieder ein außergewöhnliches Buch gelungen in dem sie satirisch, aber auf den Punkt Gesellschaftskritik betreibt. Das Buch hat komische wie auch traurige Momente gleichermaßen und regt zum Nachdenken an. Es hält unserer modernen Gesellschaft den Spiegel vor und beschreibt eindrücklich die Arroganz, mit der wir uns anmaßen Entscheidungen zu treffen und Gesetze zu erlassen, ohne darüber nachzudenken, was das für Auswirkungen auf die Bewohner der jeweiligen Länder haben könnte.

An den Vorgänger "Trophäe" kommt "Das Geschenk" vielleicht nicht ganz heran, aber das liegt für mich eben auch einfach in der Grundverschiedenheit der Geschichte. Für mich ist das Buch trotzdem eines meiner Jahreshighlights, der hintergründige Humor, die kleinen Seitenhiebe, der messerscharfe Blick auf das politische Geschehen und nicht zuletzt die sanften Riesen als Sympathieträger und tragische Figur in einem, machen das Buch absolut lesenswert und diskussionswürdig.

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