Der Augenblick
Eine ganz andere Art von Kriminalroman, Ein Therapiekrimi. Anders als gewohnt aber sehr interessant und facettenreich. Als die Hauptkommissarin Alexandra Keller von ihrem Urlaub zurückkehrt, wird sie gleich ...
Eine ganz andere Art von Kriminalroman, Ein Therapiekrimi. Anders als gewohnt aber sehr interessant und facettenreich. Als die Hauptkommissarin Alexandra Keller von ihrem Urlaub zurückkehrt, wird sie gleich mit einem neuen Fall betraut. Ein schlafendes Baby wird aus dem Kinderwagen genommen, erdrosselt und auf einer Wiese abgelegt. Gleichzeitig lesen wir von der Täterin. Sie hatte überhaupt kein Motiv, eine junge Frau, sehr erfolgreich im Beruf. Leider konnte man den Fall nicht auflösen und die Sache wurde abgelegt. Die Mörderin konnte mit ihrer Schuld nicht leben und vertraute sich einem Priester an, der sie dazu brachte, sich zu stellen. Sie wurde inhaftiert. Aber Hermann Rau, der Fallanalytiker der Dienststelle, sieht in der jungen Frau irgendwelchen versteckten psychischen Probleme und mit ihrer Einwilligung kommt sie in eine psychiatrische Einrichtung. Dort wird ein Gesprächskreis mit anderen nervlich stark belasteten Personen gebildet, auch Renate, die Kindstöterin, ist dabei. Jetzt werden Träume, Gefühle Gedankengänge analysiert und man findet den Grund, warum Renate das Kind umgebracht hat. Ein nicht verarbeitetes Geschehen in der Vergangenheit. Ein Roman, der emotional viel abverlangt, die verschiedenen Lebenswege der Patienten in der Klinik, wie daraus nach und nach ein Trauma, eine Störung der rationalen Gedanken, Gefühlschaos und depressive Verstimmungen aufzeigt. Die medizinische Aufarbeitung ist sehr gut und leicht verständlich geschrieben, die Autorin versteht es gekonnt, Einblicke ins Dunkel zu geben. Das Buch endet mit einem Pageturner und der Leser kann selbst entscheiden, wie das Ende ausgeht. Das Titelbild zeigte eine Landschaft bei Nacht, der Mond leuchtet und und im Vordergrund blenden zwei grelle Schweinwerfer.