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Veröffentlicht am 20.07.2025

Wiedersehen mit Holly

Blutige Nachrichten
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Craig arbeitet neben der Schule an einigen Tagen für den zugegebenermaßen etwas exzentrischen Mr. Harrigan. Hauptsächlich liest er dem älteren Mann vor, versorgt seine Zimmerpflanzen, leistet ihm Gesellschaft. ...

Craig arbeitet neben der Schule an einigen Tagen für den zugegebenermaßen etwas exzentrischen Mr. Harrigan. Hauptsächlich liest er dem älteren Mann vor, versorgt seine Zimmerpflanzen, leistet ihm Gesellschaft. Es entsteht eine Art Freundschaft, die sich vertieft, als Craig Mr. Harrigan ein IPhone schenkt.

Die Welt in der Marty lebt ist kurz vor dem Kollaps, das Internet bricht zusammen, das Klima spielt verrückt und trotzdem nimmt sich jemand die Zeit ein riesiges Plakat aufzuhängen, auf dem einem gewissen Chuck für wundervolle 39 Jahre gedankt wird. Kurios, aber nicht weiter beachtenswert, bis plötzlich überall Chuck auftaucht und eigentlich keiner weiß, werd dieser Chuck eigentlich ist.

Holly führt ihre kleine Agentur mit Erfolg, an Aufträgen, die Suche nach vermissten Haustieren, oder abgängigen Kautionsnehmern, mangelt es nicht, eher an der Zahlungsmoral der Kunden. Doch dann stößt Holly auf etwas, das böse Erinnerungen weckt, Erinnerungen an ein Wesen, das sie glaubte getötet zu haben.

Drew ist recht erfolglos als Romanautor, obwohl er schon das Ein, oder Andere geschrieben hat. Mit seiner neuen Idee will er es nun endlich schaffen, bildet sich aber ein, dafür die völlige Abgeschiedenheit einer Berghütte zu brauchen. Anfangs läuft es auch super, aber bald wollen die Worte irgendwie nicht aufs Papier und das ein schwerer Sturm naht, macht die Sache nicht eben besser.

In "Blutige Nachrichten" vereint Stephen King vier Kurzromane, wobei sich der Titel des Buches auf die Geschichte rund um Holly Gibney bezieht, die der eifrige King Leser bereits aus der "Bill-Hodges-Trilogie" und aus "Outsider" kennen könnte und die nun auch ihren eigenen Auftritt bekommt. Auch "Mr. Harrigans Telefon" könnte man kennen, gibt es davon doch bereits eine Verfilmung, und für Chuck ist diese auch schon abgeschlossen, Kinostart in wenigen Tagen.

Jede der enthaltenen Storys ist etwas anders, wärend es bei Mr. Harrigan eher unterschwellig mysteriös ist, geht es bei Holly schon eindeutig in Richtung Horror. "Die Ratte" ist ein recht klassischer Stephen King, findet man die Figur des Schriftstellers, erfolgreich (Thad Beaumont), wie auch erfolglos (Jack Torrance) doch recht häufig in seinen Romanen. Mit Chuck und seiner Geschichte hingegen hat mich King kalt erwischt, war ich doch zu Anfang noch total überzeugt, zu wissen, wohin das Ganze geht, hat mich die Story dann mehr und mehr überrascht und ich hätte sie so, wenn ich ehrlich bin, nicht von ihm erwartet.

Ich bin seit meiner Jugend bekennender Stephen King Fan und natürlich unterscheiden sich seine Geschichten heute oft stark von denen in seinen Anfängen. Vollkommen normal und nachvollziehbar, wenn man die Lebensumstände des Autors bedenkt und die Entwicklung, die er hinter sich hat. Man könnte einerseits sagen er sei etwas altersmilde geworden, ich denke aber einfach, er nutzt jetzt die Möglichkeit andere Facetten von sich zu zeigen und eben auch Geschichten und Figuren zum Leben zu erwecken, die vor ein paar Jahren noch nicht funktioniert hätten. Schreiben kann er zweifellos, Bilder in meinem Kopf erzeugen auch und mir eine Gänsehaut machen sowieso.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Reihenauftakt

Die Brandung – Moorengel
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Fria Svenson stammt aus einer Polizistenfamilie und hat auch selbst ursprünglich diese Laufbahn für sich angestrebt. Schnell merkt sie allerdings, dass das nicht das Richtige für sie ist und so arbeitet ...

Fria Svenson stammt aus einer Polizistenfamilie und hat auch selbst ursprünglich diese Laufbahn für sich angestrebt. Schnell merkt sie allerdings, dass das nicht das Richtige für sie ist und so arbeitet sie als Archäologin in einem dänischen Museum nahe der Grenze zu Deutschland. Als an einem Opferplatz ein Finger gefunden wird, ist schnell klar, das dieser nicht von Bedeutung ist für das Museum, er ist schlichtweg nicht alt genug und somit ein Fall für die örtliche Polizei. Die findet dann zwar nicht den Besitzer des Fingers, dafür aber sechs Moorleichen, die mit viel Aufwand auf dem Grund eines Sees fixiert worden sind.

Moorengel ist das erste Buch aus der Krimi-Reihe um die dänische Archäologin Fria Svenson und Hauptkommissar Ohlsen auf der deutschen Seite. Ich kannte das ungleiche Ermittlerteam schon aus dem zweiten Buch "Leichenfischer", das ich vorher gelesen hatte. Hier sei direkt gesagt, dass man die Bücher durchaus auch unabhängig voneinander lesen kann, die Fälle sind in sich abgeschlossen, es fehlen einem dann vielleicht nur ein paar persönliche Hintergründe zu den Figuren. Persönliches fließt vor allem bei Fria in die Geschichte ein, allerdings nicht so extrem, dass es vom eigentlichen Kriminalfall ablenkt. Gerade Fria, die ja keine Polizeibeamtin ist, wird dadurch einfach sympathischer.

Obwohl ich den Schreibstil der Autorin und auch die Hauptfiguren schon kannte, ist der Einstieg ins Buch erstmal etwas holprig gewesen. Das liegt vor allem daran, dass die Autorin doch recht schnell zwischen den einzelnen Figuren und Situationen hin und her springt. Es ist da leider nicht immer ganz einfach den Überblick zu behalten und man kann da schon auch durcheinander kommen beim - wer ist wer und wo sind wir jetzt gerade. Karen Kliewe füllt ihr Buch mit vielen Figuren und eben auch den dazugehörigen Schauplätzen. Zum Glück hat sich das bei mir relativ schnell eingepegelt und ich war gut in der Story drin. Die Geschichte wird spannend erzählt, natürlich gibt es im Mittelteil, wenn die Ermittlungsarbeit ins Stocken gerät ein paar klitzekleine Längen, hier ist es dann aber gerade wieder das Persönliche rund um die Figuren, das die Geschichte am Laufen hält. Zudem wird es mit dem Verschwinden eines kleinen Mädchens auch recht schnell emotional und die Story bekommt eine zweite Ebene.

Die einzelnen Elemente der Geschichte werden gut zusammengeführt und man kann als Leser die ganze Zeit über mitermitteln. Ich hatte bei einigen Aspekten recht schnell eine Vermutung, andere Zusammenhänge sind mir erst später klar geworden, wobei es die Autorin geschafft hat mich bis zum Ende hin zweifeln zu lassen. Für mich eine spannende Lektüre im Stil des deutschen Sonntagabend-Krimis und das meine ich durchaus positiv.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Geheimnisse

Das Nest
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Fran betreibt seit einigen Jahren einen Wohnwagenpark und kommt mit Mann und Sohn so ganz gut über die Runden. Ihre große Leidenschaft sind die Seevögel, die sie in jeder freien Minute beobachtet. Sohn ...

Fran betreibt seit einigen Jahren einen Wohnwagenpark und kommt mit Mann und Sohn so ganz gut über die Runden. Ihre große Leidenschaft sind die Seevögel, die sie in jeder freien Minute beobachtet. Sohn Bruno bleibt da oft sich selbst überlassen und verbringt die Zeit mit seiner Cousine Sadie, die mit ihren Eltern in einem von Frans Mobilheimen untergekommen ist. Als Brunos Lehrerin verschwindet gerät Frans Alltag immer mehr aus den Fugen.

Wenn man das Cover von Sophie Morton-Thomas Buch sieht denkt man nicht direkt an eine Art Krimi und so wird das Buch ja auch nicht klassifiziert, obwohl der Klappentext dies vermuten lässt. "Vorstadt-Noir" ist dort zu lesen, was immer das bedeuten soll. Dunkel wird es in der Geschichte allerdings schon, melancholisch, fast schwermütig könnte man die Stimmung beschreiben, beim Lesen hat man manchmal das Gefühl festzustecken, nicht vorwärts zu kommen in dieser dichten und zähen Geschichte. Dieses Gefühl wird auch dadurch verstärkt, dass man eben so gar nicht weiß wo es hingeht, es wird sovieles angedeutet, aber eben nicht konkret ausgesprochen, dass man als Leser die verschiedensten Szenarien im Kopf hat, die sich alle am Ende als falsch herausstellen sollen. Ein Ende, das überrascht, sprachlos macht, unvorhersehbar war (für mich) und auch irgendwie nicht wirklich logisch und überzeugend ist. Leider.

Der Schreibstil der Autorin ist im Grunde sehr leichtgängig, daran liegt es also nicht, wenn man etwas Probleme mit dem Buch hat. Es sind eher die Figuren, die es dem Leser schwer machen, allen voran Fran, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird und Tad, der Älteste einer Romagruppe, die auf dem Nachbargrundstück der Familie ihr Lager aufschlagen und der ebenfalls mit seinen Gedanken zur Geschichte beiträgt. Beide sind recht unzuverlässige und subjektive Erzähler, die einen natürlich nur an bestimmten Dingen teilhaben lassen und so ein eher einseitiges Bild der Ereignisse liefern. Sympatisch sind Beide nur bedingt, dafür aber recht undurchschaubar. Auch sonst liefert die Story wenig sympathische Figuren, am ehesten ist da noch der kleine Bruno, den der Leser ein wenig bemitleidet und um den er Angst hat.

Die Geschichte wird sehr bruchstückhaft und bedingt durch die Erzählform, einseitig erzählt. Von Beginn an ist eine eher dunkle, bedrückende Grundstimmung zu spüren. Selbst wenn im Buch die Sonne scheint, wird einem beim Lesen nicht warm, eigentlich sollte man Mitgefühl für die Figuren entwickeln, kann dies aber nicht wirklich.

Das Nest ist definitiv kein Mainstream Buch, man muss sich auf die Geschichte und die besondere Erzählweise einlassen. Eigentlich waren wir uns in der Leserunde alle einig, dass man dieses Buch eher in der dunklen Jahreszeit lesen sollte, gut eingemummelt mit einer Tasse Tee. Sommerlektüre ist diese triste Familiengeschichte, in der es um Geheimnisse, Missverständnisse, aber vor allem ums Schweigen nämlich geht so gar nicht.

Ich habe das Buch trotz allem recht schnell gelesen, war, wie schon erwähnt die ganze Zeit am Szenarien spinnen. Am Ende war ich ungläubig frustriert und auch ein wenig enttäuscht, denn nicht nur hätte ich dieses Ende nicht erwartet, es ergibt für mich schlichtweg keinen wirklichen Sinn, obwohl ich die Intention dahinter durchaus verstehe. Ich glaube der Autorin ist ein Buch gelungen, das polarisiert, Viele werden es mögen, genauso viele ihm aber eher mit Unverständnis begegnen. Hier muss sich wohl jeder selbst ein Bild machen.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Brutale Verbrechen

Alex Brandt
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Alexander Brandt ist Chefermittler bei der Polizei in Frankfurt und macht es seinen Vorgesetzten mit seiner Art nicht immer leicht, die Mitglieder seines Teams allerdings vertrauen auf seinen Instinkt. ...

Alexander Brandt ist Chefermittler bei der Polizei in Frankfurt und macht es seinen Vorgesetzten mit seiner Art nicht immer leicht, die Mitglieder seines Teams allerdings vertrauen auf seinen Instinkt. Als es zu einer blutigen Mordserie kommt, stehen alle vor einem Rätsel, den Opfern wurde brutal das Herz entfernt und trotzdem liegt auf ihrem Gesicht ein seliges Lächeln.

Ich bin ja bekennender Fan von schwierigen Ermittlerfiguren und so eine ist Alex Brandt definitiv. Hart und kompromisslos was seine Arbeit betrifft, ebenso hart und kompromisslos, wenn eine Person in seinem Umfeld nicht loyal ist, oder seine Arbeit vernachlässigt. Direkt und oft hart an der Grenze in seiner Kommunikation, fordernd seinem Team gegenüber und sich selbst. Eine wirklich starke Figur, die mich als Leser aber eher abgeschreckt und selbst in den emotionaleren Momenten nur wenig berührt hat. Rein vom Lesen her ist Alex ein Mensch, mit dem ich persönlich so überhaupt nicht zusammenarbeiten könnte, wenig bis gar nicht empathisch, egozentrisch, aufbrausend, draufgängerisch, ungeduldig, unnachgiebig, stur und, und, und. Natürlich ist er loyal seinem Team gegenüber, aber trotzdem alles andere als ein Teamplayer. Eine absolut besondere Figur, durchaus dafür geschaffen Kult zu werden, aber wohl leider nicht bei mir.

Der Fall ist von Beginn an spannend inszeniert und liefert durch die Umstände auch direkt eine gehörige Portion Mystik, was ich sehr mag. Ich liebe ja solche Szenarien, bei denen sich eine eher unreale Situation aus der völligen Normalität heraus aufbaut. Hier läuft die Geschichte, bis auf wenige Ungereimtheiten erstmal in Richtung Thriller und ich hätte sie dem Autor auch so absolut abgenommen. Als dann das Mystische dazu kommt, ist auch das für mich erstmal total spannend und interessant, es kommt für mich aber keine richtige Verbindung zur restlichen Geschichte zustande. Beide Elemente für sich genommen, klasse, als Ganzes aber irgendwie unrund, da gibt es zu viele Punkte, an denen die Geschichte hakt. Leider ist es schwierig hier ins Detail zu gehen, ohne zu spoilern, aber es gibt einige Situationen im Bezug auf das Verhalten des Täters, in denen mir beim Lesen die Fragezeichen im Kopf geleuchtet haben.

Das Buch lässt sich gut lesen, allerdings war mir der Schreibstil in Teilen doch sehr opulent, fast theatralisch, etwas das zu Mystik und Fantasy super passt, für einen Thriller aber eben eher weniger. Schon der erste Satz - "Die Zeit war gekommen, endlich jene Qualen auf Papier festzuhalten, die Alex tief in seiner Seele versengten." - lässt erahnen, wie es weitergeht. Das Ganze hat für mich etwas von einer Inszenierung, die aber eben nicht ganz in den Rahmen passt. Vielleicht hätte ich mich noch eher damit angefreundet, wenn die Story irgendwo in Amerika angesiedelt gewesen wäre, oder in einer Metropole in Asien, aber Frankfurt Am Main, puh, das bekomme ich im Kopf leider nicht richtig zusammen.

Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich hier nicht das Skript für den nächsten Sonntagabend-Tatort vorliegen habe, aber es gibt noch mehrere Punkte, die es mir schwer machen, Handlung und Handlungsort miteinander zu verbinden, da ist zum einen die Art und Weise der Ermittlungsarbeit, die doch mehr von CSI hat, als von Kripo in Deutschland und zu einem ganz großen Teil auch der Umgangston innerhalb des Teams. Hier musste ich manchmal schon schlucken, fand es oft etwas unter der Gürtellinie und ich bin echt nicht empfindlich.

Meine Erwartungen an das Buch konnten nicht ganz erfüllt werden, es bildet den Auftakt zu einer Reihe und das Ende liefert eine spannende Wendung für die weitere Geschichte, allerdings weiss ich noch nicht, ob ich dann wieder dabei sein werde.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Klassentreffen

Haus Waldesruh
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Eine Gruppe Schulfreunde trifft sich in einer abgelegenen Jagdhütte, um die alte Verbundenheit wieder aufleben zu lassen. Anna, Marco, Ferdinand und Lea haben sich nach der Schulzeit aus den Augen verloren, ...

Eine Gruppe Schulfreunde trifft sich in einer abgelegenen Jagdhütte, um die alte Verbundenheit wieder aufleben zu lassen. Anna, Marco, Ferdinand und Lea haben sich nach der Schulzeit aus den Augen verloren, das gemeinsame Wochenende über wollen sie nun in Erinnerungen schwelgen, vor allem in denen an Max, Annas Ex-Freund, der sich kurz nach dem Abitur das Leben genommen hat. Das Wiedersehen entwickelt sich aber anders als geplant und reißt viele alte Wunden auf.

Tatsächlich habe ich aufgrund des Settings mit einem Krimi gerechnet, die Geschichte geht zwar teilweise auch in diese Richtung, ist aber vielleicht eher noch als Charakterstudie zu sehen. Es herrscht von Beginn an eine sehr angespannte, fast feindselige Grundstimmung zwischen den doch sehr unterschiedlichen Figuren. Dem Leser ist schnell klar, dass hier kein freudiges Wiedersehen zu erwarten ist, sondern, das hier Altlasten aufgearbeitet werden sollen. Eigentlich rechnet man jeden Augenblick mit einem Mord und der Autor tut alles, um diesen Eindruck aufrecht zu halten. Ein abgelegener Ort, das merkwürdige Verhalten von Marco, der neue Bekannte von Lea, der sich wie selbstverständlich selbst einlädt und noch so einige Details mehr, die eine Erwartungshaltung schüren, die aber dann irgendwie nicht erfüllt wird.

Recht schnell wird klar, dass einige der Figuren eine Aufarbeitung der Vergangenheit herbeiführen wollen. Warum allerdings gerade zu diesem Zeitpunkt, ist mir aber ebenso wenig plausibel, wie die generelle extreme Fixierung auf den Selbstmord des Freundes. Im Verlauf des Treffens werden wir Zeugen von diversen Streitereien, es kommen alte Konflikte zum Vorschein, die Person Max wird aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln heraus erinnert und während ihn die Einen glorifizieren, sehen ihn die Anderen auch mit seinen negativen Seiten. Irgendwie trudelt die Geschichte so ein bisschen rum, hat was von Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, strebt dabei aber unaufhaltsam auf einen Höhepunkt zu. Dieser überrascht kurz, läuft dann aber irgendwie aus dem Ruder und endet so ganz anders als erwartet.

Das Buch lässt sich an sich gut und schnell lesen, die Geschichte liefert eine gewisse Spannung, ist mir aber in der Gesamtheit etwas zu unausgegoren. Die Figuren sind durch die Bank eher unsympatisch, konnten mich nicht überzeugen und agieren teilweise eher unglaubwürdig. Die finale Auflösung ist irgendwie nicht meins.

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