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Veröffentlicht am 20.03.2021

Sarkastisches Jugendbuch mit tollem Worldbuilding

Scholomance – Tödliche Lektion
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Scholomance ist mein erstes gelesenes Buch von Naomi Novik, im Gegensatz zu ihren anderen Büchern hat mich der Klappentext aber auch wesentlich mehr ansprechen können.

Bücher über magische Schulen gibt ...

Scholomance ist mein erstes gelesenes Buch von Naomi Novik, im Gegensatz zu ihren anderen Büchern hat mich der Klappentext aber auch wesentlich mehr ansprechen können.

Bücher über magische Schulen gibt es wie Sand am Meer, doch die Scholomance schafft es endlich, sich von der Masse hervorzuheben, auch wenn natürlich nichts gänzlich neues geschaffen wurde. Die Schule hat keine Lehrer, die Schüler lernen aber trotzdem einen Großteil des Tages um ihr Überleben zu sichern, denn obwohl die Scholomance zum Schutz der jungen Magier gebaut wurde, wird sie von tödlichen Monstern heimgesucht, die die Schüler ohne Hemmung töten. Kein Weg durch die Schule, keine Unterrichtsstunde und keine Mahlzeit sind sicher vor ihnen, sodass die Schüler alles tun um die Schulzeit und die finale Abschlussprüfung zu überstehen.

Die Protagonistin El, gehört im Gegensatz zu einem Großteil der Schüler zu keiner mächtigen Enklave und ist dadurch auf sich selbst gestellt. Ihren Mitschülern gegenüber verhält sie sich ziemlich ablehnend und ist ein Außenseiter, obwohl sie dringend ein Zweckbündnis eingehen müsste um es durch die tödliche Abschlussprüfung zu schaffen. Ihre einzige Hoffnung fürs Überleben bildet ihre ihre Affinität zu Massenvernichtungszaubern, die sie sich problemlos merken kann. Gleichzeitig will sie aber ihre Kräfte sparen und niemanden mit ihrer Gabe verletzen. Als ihr der Held der Schule, Orion, mehrfach das Leben rettet und sich für sie interessiert ist sie plötzlich weniger unsichtbar als ihr lieb wäre.

El hat einen unheimlich sarkastischen Humor und war mir durch ihre Antihaltung direkt sympathisch. Sie macht während des Buches eine große Charakterentwicklung durch, die einen großen Fokus in der Story einnimmt, aber sehr glaubwürdig und langsam passiert. Ihre Motive und Entscheidungen sind nicht immer nachvollziehbar, aber genau deswegen, fand ich ihren Charakter besonders interessant. Orion fand ich anfangs ziemlich nervig und schlecht einzuschätzen. Da hätte ich mir mehr Informationen gewünscht, denn so blieben seine Charaktereigenschaften und Motive eher blass, während sein Dasein als Held gewollt sehr überspitzt dargestellt wurde. Zum Glück hat sich meine anfängliche Befürchtung, dass es zu Romance-lastig ist nicht erfüllt. Viele der anderen Protagonisten werden erst zum Ende des Buches hin relevanter, sodass man hoffentlich in Band 2 mehr über sie erfahren wird.

Die Story selbst ist trotz der Brutalität der Schule verhältnismäßig harmlos und mit viel sarkastischem Humor erzählt, der mir total zugesagt hat. Nicht nur Orion, sondern auch einige andere Aspekte der Handlung wurde stark überzeichnet, was jedoch den Humor der Story verstärkt hat und mich keineswegs gestört hat. Auch die Schule an sich ist natürlich weit entfernt von realistisch, das Worldbuilding fand ich aber einfach nur genial. Ich wollte unbedingt mehr über die Heimtücken der Schule erfahren und zum Glück kamen im Buch auch immer neue Informationen dazu. Anfangs fand ich das Magiesystem recht kompliziert, mit der Zeit wurde es aber verständlicher, sodass ich jetzt immerhin einen Großteil verstehe.

Insgesamt hat mir Scholomance wirklich gut gefallen, da ich an Worldbuilding, Schreibstil und den Charaktereigenschaften der Protagonistin wenig zu meckern habe. Schön fand ich auch die Art und Weise, wie die 2-Klassen-Gesellschaft der Schule dargestellt und kritisiert wird, sodass neben dem Spaß an der Story auch schwierigere Themen in Angriff genommen wurden. Scholomance war definitiv Jugendfantasy nach meinem Geschmack, sodass ich mich schon unheimlich auf die Fortsetzung freue und 4,5 Sterne gebe.

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Veröffentlicht am 07.03.2021

Mischung aus politischem Thriller und (Science)-Fiction

Der vierte Mond
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Bei diesem Roman fällt mir die Bewertung leider sehr schwer. Grund dafür sind hauptsächlich die falschen Erwartungen, die der Klappentext bei mir geweckt hat. Erhofft hatte ich mir eine spannende Story, ...

Bei diesem Roman fällt mir die Bewertung leider sehr schwer. Grund dafür sind hauptsächlich die falschen Erwartungen, die der Klappentext bei mir geweckt hat. Erhofft hatte ich mir eine spannende Story, die zu großen Teilen im Weltraum, bzw. auf Kallisto spielt, auch weil das Buch als „Science-Fiction“-Epos beworben wird. Leider weicht der tatsächliche Inhalt des Buches stark davon ab, denn die ersten 2/3 des Buches handeln fast ausschließlich von Ereignissen und Protagonisten auf der Erde. Erst das letzte Drittel entsprach meinen Erwartungen, da die Handlung dort endlich auf Kallisto wechselte und noch einige spannende Handlungsaspekte hinzukamen.

„Der vierte Mond“ spielt im Jahr 2104. Seit Generationen betreiben die Menschen Asteroiden Mining, erforschen die Planeten und so dreht sich für viele Menschen alles um ihre Arbeit als Spaceworker. Im Nachwort betont Weise, dass ihr Fokus nicht auf wissenschaftlicher Richtigkeit und Glaubwürdigkeit liegt, sodass komplizierte technische Beschreibungen in diesem Buch ausbleiben, was insbesondere für Laien sehr angenehm ist. Trotzdem habe ich mich daran gestört, dass mehrfach betont wird, wie viele Arbeiter bereits in 4. Generation Spaceworker sind, was auf Grund des gewählten Handlungszeitraums, der nur knappe 80 Jahre in der Zukunft liegt schon relativ unrealistisch ist und sich ja wirklich einfach durch eine andere Zeitangabe hätte lösen lassen können.

Der Roman ist sehr charakterbetont, in den ersten zwei Dritteln lernt der Leser die verschiedensten Persönlichkeiten kennen, von ehemaligen Spaceworkern, , der Callisto-Crew und ihren Verwandten, bis zu politischen Akteuren und anderen eher nebensächlichen Protagonisten. Einige dieser Handlungsstränge waren durchaus interessant zu verfolgen, die Verknüpfungen der Stränge sorgten dafür, dass ein Netz aus Geheimnissen, politischen Intrigen und Ermittlungen gespannt wurde und ersichtlich wurde welchen Einfluss die Raumfahrt auf die Menschen genommen hat. Einige Protagonisten machen eine starke Charakterentwicklung durch, am Ende hatte ich jedoch das Gefühl, dass viele Stränge einfach im Sand verlaufen sind und Potenzial verschenkt wurde. Der Abschnitt war zwar teilweise interessant, hat sich aber leider sehr gezogen.

Wirklich interessant fand ich die Szenen auf Kallisto, die ja leider bis zum Showdown eine Seltenheit waren. Diese konnten mich endlich packen, haben das Potenzial des Buches gezeigt und das geboten, was ich mir für das ganze Buch gewünscht hätte. Hier fand ich es aber sehr schade, dass der spannendste Handlungsstrang eben nicht wissenschaftlich beleuchtet wurde und der Fokus auf den Gefühlen und den Beziehungen der Crew lag.

Gut gefallen hat mir aber Weises Schreibstil. Dieser war sehr locker und flüssig zu lesen. Durch den Verzicht auf technische Beschreibungen ist zudem keinerlei Vorwissen über Physik, Raumfahrt oder Technik notwendig, sodass die Handlung sehr verständlich ist und insbesondere Sci-Fi-Laien hier vielleicht einen zaghaften Einstieg in das Genre finden können, denn die ersten 2/3 waren eher politischer Thriller, während man erst das Ende wirklich als Sci-Fi bezeichnen kann, wobei der Fiction-Aspekt, definitiv überwiegt. Für die Bewertung habe ich versucht mich von meinen Erwartungen zu trennen, kann aber auf Grund des schleppenden Mittelteils und der vielen Handlungsstränge, die sich verlaufen haben leider nur 3 Sterne geben.

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Veröffentlicht am 17.02.2021

Humorvolle Friends-to-lovers Story

The Secret Book Club – Liebesromane zum Frühstück
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Der dritte Band der Reihe nimmt sich der Geschichte von Alexis und Noah an. Beide sind dem Leser bereits aus den vorherigen Bänden bekannt und bringen jeweils sehr spannende Hintergrundgeschichten mit. ...

Der dritte Band der Reihe nimmt sich der Geschichte von Alexis und Noah an. Beide sind dem Leser bereits aus den vorherigen Bänden bekannt und bringen jeweils sehr spannende Hintergrundgeschichten mit. Alexis hatte ihren Chef der sexuellen Belästigung beschuldigt und führt seitdem ein Katzencafé, dass als Anlaufstelle für Frauen dient, die ähnliche Erfahrungen machen mussten. In diesem Zuge hatte sie auch Noah kennengelernt, der nach seiner Zeit als Hacktivist, nun als Computer-Sicherheitsberater arbeitet. Über die Zeit hat sich zwischen den beiden eine immer engere Freundschaft entwickelt, doch beide empfinden mehr füreinander, wehren sich aber gegen die Gefühle um ihre Freundschaft nicht zu gefährden. Und als wäre das noch nicht genug, erfährt Alexis plötzlich, dass sie einen schwerkranken Vater hat, während sich der Secret Book Club in die Beziehung der beiden einmischt.

Dieser Band gehört definitiv zu meinen Favoriten, denn Friends-to-Lover-Geschichten sind genau nach meinem Geschmack. Beide Protagonisten wurden detailliert gezeichnet, sodass ich schnell mit ihnen mitfiebern oder mitleiden konnte, auch wenn ich mir Noah nach dem 2. Band etwas anders vorgestellt hätte. Die Entwicklung ihrer Gefühle zueinander geschieht zunächst langsam und vorsichtig und wirkte realistisch auf mich.

Der Schreibstil von Adams ist wie schon in den Vorgängerbänden wieder sehr humorvoll und locker. Die Art und Weise, wie sie ein Gleichgewicht zwischen Liebesgeschichte, Buchclub-Nebenstory und den privaten Problemen der Protagonisten findet fand ich sehr gelungen.

Alexis fand ich bereits in den anderen Bänden als Charakter sehr spannend und war wirklich froh, dass ihre Geschichte nun nochmal richtig erzählt wird. Sie ist trotz ihrer Vorgeschichte unglaublich sympathisch und sehr fürsorglich gegenüber jedem der ihr nahe steht. Ich fand aber auch schön, wie gezeigt wird, wie viel Kraft sie aus der Beschuldigung ihres Chefs gewonnen hat, die sie nun nutzt um anderen Frauen zu helfen. Ihre Katze Beefcake ist zudem einfach der Hammer, denn während sie ihr „Kätzchen“ über alles liebt, jagt er ihren Besuchern Todesangst ein und hat mich jedes Mal wieder zum Lachen gebracht.

Noah war wie schon angedeutet irgendwie anders als ich es erwartet hatte. Endlich erfährt man, was es mit den vielen Andeutungen zu seinem Beruf auf sich hat, ich fand aber seinen Charakter irgendwie nicht fertig durchdacht. Er wurde als Nerd dargestellt, was aber auf einer einzigen Szene basierte, in der ich ihn auch super liebenswert fand, irgendwie sind seine Interessen und Eigenheiten dann aber komplett unter den Tisch gefallen. Klar er ist super fürsorglich, die Anziehung zu Alexis ist zu spüren, aber irgendwas fehlte mir da einfach noch.

Schön war es aber definitiv, die Mitglieder des Secret Book Clubs und die anderen Protagonisten der ersten Bände wiederzutreffen. Die Gruppe konnte mir durch ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten immer wieder Lacher entlocken, besonders wenn „der Russe“ mal wieder einen Auftritt hat und auch unabhängig vom eigentlichen Buchclub hatten sie durch eine Hochzeitsplanung diesmal mehr Szenen im Buch.

Insgesamt war es trotz meiner kleinen Kritik zu Noah eine gelungene Liebesgeschichte, die mir gut gefallen hat und die ich an einem Abend verschlungen habe. Wer Lust auf sehr humorvolle Liebesgeschichten hat sollte sich die Reihe definitiv ansehen. Von mir gibt es 4.5 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.02.2021

Absolut Lesenswert!

Concrete Rose
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Concrete Rose ist bereits der dritte Roman von Angie Thomas. Bereits „The hate you give“ und „On the come up“ konnten mich in den letzten Jahren bereits durch den eindrücklichen Schreibstil und die Themen, ...

Concrete Rose ist bereits der dritte Roman von Angie Thomas. Bereits „The hate you give“ und „On the come up“ konnten mich in den letzten Jahren bereits durch den eindrücklichen Schreibstil und die Themen, die aktuell wie nie sind, sehr berühren und absolut beeindrucken.

Während „The Hate you give“ die Geschichte von Starr erzählt, die miterleben muss, wie ihr bester Freund von Polizisten erschossen wird, spielt „Concrete Rose“ 17 Jahre davor und erzählt die Geschichte ihres Vaters Maverick. Das Buch lässt sich auch super als Einzelband lesen, ich kann aber jedem nur empfehlen „The hate you give“ in jedem Fall auch zu lesen.

Maverick hat es nicht leicht im Leben. Sein Vater sitzt im Knast, seine Mutter schafft es trotz ihrer zwei Jobs kaum die Rechnungen zu bezahlen und Mav ist auf Wunsch seines Vaters Teil der King Lords, einer Gang, die ihm Schutz bieten soll. Um seine Mutter zu unterstützen dealt er mit Drogen, doch als er plötzlich erfährt, dass er Vater geworden ist, steht die Welt für ihn Kopf. Plötzlich hat er die Verantwortung für ein Kind, möchte diesem etwas bieten können, träumt davon einen Ausweg aus der Gang zu finden, einen Beruf zu erlernen und ein guter Vater zu werden. Als dann auch noch eine ihm nahestehende Person ermordet wird muss er sich zwischen Rache und Verantwortung entscheiden.

„Concrete Rose“ hat mich wieder absolut von den Socken gehauen. Zunächst war ich mir unsicher, inwiefern die Vorgeschichte rund um Maverick „notwendig“ ist, ob mir das Setting Ende der 1990er Jahre gefallen würde, aber jede Seite war es absolut wert!

Ich finde es toll, dass Thomas nun auch einen schwarzen Mann in den Fokus eines ihrer Bücher stellt, denn dadurch werden nochmal ganz andere Aspekte des Ganglebens beschrieben. Zudem zeigt sie auf, dass Männer Gefühle zeigen können, zusammenbrechen können, aber gleichzeitig auch stark sein können, dass es okay ist Fehler zu machen und das man aus diesen Lernen kann. Maverick als alleinerziehender minderjähriger Vater, der quasi keine Perspektiven im Leben hat, es durch einen „ehrlichen“ Job nicht schafft seine Familie zu versorgen und dadurch immer wieder in die Kriminalität rutscht, ist einfach nochmal ein ganz anderer Ansatz als die beiden vorherigen Bücher von Angie Thomas. Ich finde es einfach toll, dass Angie Thomas nun auch männlichen Schwarzen Jugendlichen einen Protagonisten gibt mit dem sie sich identifizieren können, denn solche Bücher sind einfach absolut notwendig.

Viele Slang-Begriffe wurden aus dem Englischen direkt übernommen und meiner Meinung nach gut in die Übersetzung integriert, auch wenn es beim Lesen natürlich zunächst ungewohnt ist. Da es für diese jedoch keine deutsche Übersetzung gibt, finde ich es absolut richtig sie so zu lassen, ein Glossar hinten im Buch erklärt die Begriffe zudem nochmal, was sehr hilfreich sein kann, ich habe zum Beispiel viel über die unterschiedlichen Frisuren von Schwarzen lernen können.

Ihre Protagonisten wirken unglaublich real auf mich, selbst die Nebencharaktere bekommen sehr viel Leben eingehaucht und lassen den Leser auf ganz besondere Weise in die Geschichte eintauchen. Zudem war es einfach schön einige der Protagonisten aus THUG wiederzutreffen.

Insgesamt ist Concrete Rose ein sehr sensibler Roman über das Erwachsenwerden, das Übernehmen von Verantwortung und die Perspektivlosigkeit von vielen Schwarzen Jugendlichen. Es bringt genau das richtige Maß an Gesellschaftskritik mit, zeigt einerseits die Schattenseiten des Lebens in der „Hood“ auf, schafft es auf der anderen Seite aber auch ganz viel Hoffnung zu transportieren. Von mir gibt es daher 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung für JEDEN!

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Veröffentlicht am 16.01.2021

Durchschnittlicher Fantasyroman

Nocturna - Das Spiel des Fuchses
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Nocturna ist der Auftakt einer Trilogie, hat jedoch eine abgeschlossene Handlung, sodass ich insgesamt das Gefühl hatte, dass es ursprünglich mal als Einzelband geschrieben wurde. Das Buch spielt in dem ...

Nocturna ist der Auftakt einer Trilogie, hat jedoch eine abgeschlossene Handlung, sodass ich insgesamt das Gefühl hatte, dass es ursprünglich mal als Einzelband geschrieben wurde. Das Buch spielt in dem lateinamerikanisch inspirierten Land Castallan, was durch die Übernahme von zahlreichen spanischen Begriffen immer wieder deutlich gemacht wird. Das Setting war erfrischend, ich hätte mir neben den Begriffen aber noch mehr kulturelle Details gewünscht um das Ganze noch etwas mehr abzurunden.

Der Einstieg in die Geschichte war unheimlich viel versprechend. Der Leser lernt zunächst die beiden Protagonisten Alfie und Finn kennen und erfährt die grundlegenden Informationen über das Magiesystem. In Castallan gibt es Elementarmagie, bei denen jeder unterschiedliche Stärken hat, einige Menschen besitzen zudem aber auch ein sogenanntes Propio, eine individuelle magische Fähigkeit, die unabhängig von den Elementen ist.

Prinz Alfie, dessen Name dazu führt, dass ich ihn mir als kleinen Jungen vorstelle obwohl er definitiv erwachsen ist, fühlt sich unwürdig in der Rolle als neuer Thronfolger und würde alles dafür tun um seinen Bruder zurückzubekommen. Er ist ein sanfter und eher emotionaler Charakter, der durch seine Liebe zu seiner Familie und seinen Freunden oft unüberlegt handelt, was ich bei Protagonisten eher weniger mag. Er besitzt ein Propio, dass ihm erlaubt die magischen Fähigkeiten von anderen teilweise zu kopieren und kann zudem mit Hilfe von magischen Kanälen durch die Stadt reisen.

Finn hingegen war für mich die interessantere Protagonistin. Ihr Leben dreht sich darum irgendwie zu überleben. Nach dem Tod ihrer Eltern wurde sie von dem zwielichtigen Ignacio aufgenommen, vor dem sie zu Beginn des Buches erfolgreich fliehen konnte. Mit Hilfe ihres Propios, das ihr erlaubt ihr Gesicht beliebig zu verändern schlägt sie sich als Diebin durch und interessiert sich eigentlich nur wenig für andere Menschen.

Durch einen unglücklichen Zufall treffen diese beiden sehr unterschiedlichen Charaktere aufeinander und müssen sich zusammentun um eine böse Magie zu bändigen. Insbesondere in den ersten Szenen war dieses Zusammentreffen unheimlich lustig und hat viel Raum für interessante Charakterentwicklungen geboten. Ab der Hälfte hat sich die Geschichte dann leider zu einer recht durchschnittlichen Fantasystory entwickelt, die zwar solide war, aber auch nichts innovatives beinhaltete. Es gab keine nennenswerten Wendungen, die Protagonisten waren entweder gut oder böse und auch die Differenzen der Protagonisten haben sich für meinen Geschmack zu schnell in Luft aufgelöst. Das Ende war schließlich sehr einfach gestrickt und wäre für mich auch ein passender Abschluss der Geschichte gewesen, die zwei Fortsetzungen werden sich dann wohl einer komplett anderen Problematik zuwenden. Potenzial bietet aber definitiv noch die Feindschaft zum benachbarten Land Englass, die im ersten Band zunächst nur angeschnitten wird.

Insgesamt war es ein solider Fantasyroman mit interessanten Ansätzen, der nicht besonders komplex war und dadurch auf mich, wie ein klassischer Einzelband gewirkt hat. Es war keinesfalls schlecht, aber eher einfach gestrickt. Da mir das Setting, das Magiesystem und Finns Persönlichkeit aber sehr gut gefallen haben, gibt es von mir 3,5 Sterne.

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