Die Reihe hat neue Fans gewonnen!
Carli und Klecks gehen auf den SpielplatzCarli ist zwei Jahre alt, geht schon in die Kita und erlebt gemeinsam mit seinem besten Freund Kater Klecks viele Alltagsabenteuer. In diesem Band geht es für die beiden auf den Spielplatz, wo Carli gerne ...
Carli ist zwei Jahre alt, geht schon in die Kita und erlebt gemeinsam mit seinem besten Freund Kater Klecks viele Alltagsabenteuer. In diesem Band geht es für die beiden auf den Spielplatz, wo Carli gerne rutschen möchte. Anders als er sich das vorgestellt hat, spielen dort aber seine zwei älteren Brüder, die sich vordrängeln und ganz schön wild spielen. Da spielen die beiden doch lieber im Garten von Nachbarin Inga, vielleicht lässt es sich ja auch dort rutschen.
Das Buch ist altersgerecht in kurzen, einfachen Sätzen geschrieben und befasst sich mit einem Thema, dem die meisten kleineren Kinder auch schon selbst begegnet sind. Anderen Kindern, die zu wild und zu laut sind. Hier hätte man natürlich einen Weg gehen können, bei dem sich eine Erwachsene Person einmischt und vermittelt, ich finde es aber für einen Zweijährigen eine vollkommen schlüssige Handlung sich zurückzuziehen, statt die Konfrontation mit den älteren Brüdern zu suchen. Die Illustrationen sind sehr modern und unheimlich liebevoll gestaltet, beim Lesen fühlt man sich direkt wohl und möchte dort am liebsten auch leben - besonders, wenn man den liebevoll gepflegten Bücher- und Gemüsetauschstand im Park sieht.
Spannend finde ich auch, dass Carli nicht von seinen Eltern, sondern von einer Nachbarin betreut wird, das finde ich schön, denn so werden auch mal andere Betreuungsmodelle repräsentiert. Oft finde ich zudem, dass derartige Reihen mit Alltagsgeschichten eher veraltete Rollenbilder und wenig Diversität zeigen. Das ist hier definitiv nicht der Fall, besonders positiv ist mir aufgefallen, dass hier Behinderung nicht als Hindernis oder Besonderheit dargestellt wird, sondern ganz nebenbei existiert. Erst beim mehrmaligen Lesen ist mir daher aufgefallen, dass Carlis Bruder Junis eine Hand fehlt (im zweiten Buch sieht man das dann auch eindeutiger, da er dort eine Prothese für die Schule anzieht). Hier finde ich es auch gut, dass im Laufe der Reihe gezeigt wird, dass Menschen zwar eine Prothese haben können, sie aber nicht in allen Alltagssituationen nutzen. Schön finde ich auch, dass Nachbarin Inga im Hintergrund ihre Hochbeete selber baut und Carli dadurch dazu inspiriert wird sich seinen Spielplatz doch einfach selbst zu bauen.
Carli und Klecks gehen auf den Spielplatz ist ein wundervolles Buch, dass alltagsnahe Situationen zeigt, in denen sich die Kinder wiederfinden können, viele Sprechanlässe geschaffen werden und die Kreativität gefördert wird.
Die Reihe hat mit diesem wunderbaren Buch direkt neue Fans gewonnen und gefällt uns deutlich besser als viele vergleichbare Reihen für Kinder ab 2!