Cameron, du hast mein Herz (und diese Rezension) gerettet! 🔪🖤
Your Knife, My HeartNachdem ich den ersten Teil beendet hatte, war ich unglaublich gespannt, wie es in der Welt von K.M. Moronova weitergeht. Ich muss sagen: Das Setting hat mich auch dieses Mal wieder total abgeholt! Diese ...
Nachdem ich den ersten Teil beendet hatte, war ich unglaublich gespannt, wie es in der Welt von K.M. Moronova weitergeht. Ich muss sagen: Das Setting hat mich auch dieses Mal wieder total abgeholt! Diese düsteren Militär-Vibes, die Grobheit und die allgemeine Brutalität mochte sich wieder total und ich fand es richtig stark, dass dieses Buch kein bloßer Abklatsch des Vorgängers war.
Trotzdem saß ich während des Lesens oft da und dachte mir: Da fehlt doch noch was! Mir hat ganz grundsätzlich der „Pfeffer“ gefehlt – ein bisschen mehr Spannung, ein bisschen mehr Liebe und vor allem noch eine ordentliche Schippe mehr von dieser ungeschönten Brutalität, die ich mir gerade bei den Prüfungen und im Unter erhofft hatte.
Mein größtes Problem waren allerdings die Charaktere, zu denen ich – bis auf eine große Ausnahme – einfach nicht die gleiche Bindung aufbauen konnte wie im ersten Band. Die „Guten“ waren mir nicht sympathisch oder interessant genug, und die „Bösen“ hätten für meinen Geschmack noch viel faszinierender und abgründiger sein können. Bree war zwar cool, aber ihr Potenzial wurde für mich nicht voll ausgeschöpft. Und dann ist da Emery... ich finde sie als Hauptcharakter wirklich schwierig. Mir ist klar, dass Dark Romance von komplexen Charakteren lebt, aber bei ihr bin ich einfach nicht durchgestiegen. Viele ihrer Handlungen und Gedanken wirkten auf mich widersprüchlich und ließen sich auch durch ihre Vergangenheit für mich nicht ganz logisch untermauern. Das hat es mir zum Ende hin immer schwerer gemacht, richtig mit ihr mitzufühlen.
Aber – und das ist ein riesiges Aber – dann ist da Cameron! Er ist für mich der beste Charakter des Buches und sogar noch um Einiges besser als Bones im ersten Teil. Er ist alles, was dem restlichen Buch manchmal gefehlt hat: Er ist kaputt, er ist brutal, er ist lustig, irgendwie sogar lieb und gleichzeitig so unfassbar interessant geschrieben. Es gab Momente, da fand ich ihn schrecklich, und im nächsten Moment tat er mir einfach nur unendlich leid. Er versucht auf seine ganz eigene, verdrehte Art, nicht mehr so „kaputt“ zu sein, und genau das macht ihn so menschlich und greifbar. Ohne ihn hätte das Buch von mir wahrscheinlich nur dreieinhalb Sterne bekommen, weil er einfach jede Szene an sich reißt und die Story für mich erst richtig lebendig gemacht hat. 🔥🖤
Trotz meiner Kritikpunkte, gab es Momente, die wirklich herzzerreißend waren und mich kurz innehalten ließen. Das Ende hat mich dann doch noch mal komplett überrascht! Der unerwartete Trope am Schluss hat meine Neugier auf jeden Fall wieder voll entfacht und ich bin extrem gespannt, wie sich das im nächsten Band weiterentwickelt.
Es hat trotz meiner Kritikpunkte total Spaß gemacht, das Buch zu lesen, und wegen des genialen Worldbuildings und vor allem wegen Cameron vergebe ich am Ende doch sehr solide 4 von 5 Sternen. ⭐⭐⭐⭐