Ein starkes Buch mit kleinen schwächen
Run so FarRun So Far wird überwiegend aus Alinas Sicht erzählt, was einen tiefen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle ermöglicht. Dennoch hätte ich mir gewünscht, mehr von Rayns Perspektive zu lesen – seine Sicht ...
Run So Far wird überwiegend aus Alinas Sicht erzählt, was einen tiefen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle ermöglicht. Dennoch hätte ich mir gewünscht, mehr von Rayns Perspektive zu lesen – seine Sicht hätte der Geschichte noch zusätzliche Tiefe gegeben.
Peters Rolle hat bei mir besonders am Anfang stark eingeschlagen. Seine Geschichte hat mich emotional direkt gepackt – nicht unbedingt, weil ich ihn als Figur besonders beeindruckend fand, sondern weil die Art, wie er eingeführt wird und welche Entwicklungen angedeutet werden, sofort etwas in mir ausgelöst hat. Auch wenn man schon früh eine Ahnung davon bekommt, wohin es gehen könnte, schafft es das Buch dennoch, in entscheidenden Momenten zu schockieren.
Der Einstieg ins Buch ist spannend und atmosphärisch dicht. Durch die nach und nach aufgedeckten Informationen über Alinas Vergangenheit wird ihr Verhalten gut nachvollziehbar. In der Mitte der Geschichte verliert die Handlung allerdings für mich etwas an Zielstrebigkeit. Alina wirkt in dieser Phase oft zu naiv, was die Spannung zeitweise dämpft.
Im letzten Viertel nimmt die Geschichte jedoch wieder deutlich Fahrt auf. Die Dynamik steigt, Alinas Entwicklung wird spürbarer, und die Ereignisse werden mitreißender. Das Ende hat mich begeistert und konnte vieles, was zwischendurch gefehlt hat, ausgleichen.
Insgesamt ein emotionales Buch mit kleineren Schwächen, das vor allem durch seinen starken Anfang und ein intensives Ende überzeugt.