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sam36

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2022

Krimifans kommen auf ihre Kosten

Rachejagd - Gequält
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Als die Journalistin Anna Jones eines Tages einen Brief geschrieben mit ihrem eigenen Blut erhält, ist klar: Edward Harris, der Mann, der sie 3 Jahre zuvor zusammen mit ihrer Freundin Natalie entführt ...

Als die Journalistin Anna Jones eines Tages einen Brief geschrieben mit ihrem eigenen Blut erhält, ist klar: Edward Harris, der Mann, der sie 3 Jahre zuvor zusammen mit ihrer Freundin Natalie entführt und gequält hat, ist wieder da. Anna konnte damals fliehen, musste ihre Freundin allerdings zurücklassen und fühlt sich wegen deren Tod unendlich schuldig. FBI Agent Nick Coleman, Annas Jugendliebe, übernimmt den Fall zusammen mit IT Experte Zane und Profilerin Lynette. Doch nichts ist wie es scheint und eine überraschende Wendung folgt der nächsten.

Anna und Nick sind sympathische Protagonisten, wobei die toughe Anna nach den vielen Ereignissen eigentlich ein Wrack sein müsste. Die Story enthält ein paar überraschende Wendungen und ist ab Seite 1 spannend. Ungefähr in der Mitte des Buches bricht die Spannung für einige Zeit ab, die Story dümpelt dahin und man fragt sich wie das Autorenduo die restlichen Seiten noch füllen will. Die beiden bekommen die Kurve und schaffen es, auch in der zweiten Hälfte wieder Spannung aufzubauen. Das große Finale war mir persönlich ein wenig zu übertrieben, musste aber wohl so sein um einen Übergang zu den beiden Nachfolgerbüchern zu schaffen.

Insgesamt ist Rachejagd ein spannender Thriller, flott geschrieben, und für Krimifans ein gutes Buch für ein regnerisches Wochenende.

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Veröffentlicht am 03.10.2022

Spannender Zeitreiseroman - absolute Leseempfehlung

Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit
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Es ist lange her, dass es mein Buch mich so fesseln und mitreißen könnte ! Joe Tournier steigt im Jahr 1898 im Londoner Bahnhof Gare du Roi aus dem Zug und kann sich außer an einigen Allgemeinheiten und ...

Es ist lange her, dass es mein Buch mich so fesseln und mitreißen könnte ! Joe Tournier steigt im Jahr 1898 im Londoner Bahnhof Gare du Roi aus dem Zug und kann sich außer an einigen Allgemeinheiten und seinen Namen, an nichts mehr erinnern. Alles kommt ihm falsch vor - warum haben die Bahnhöfe französische Namen, warum ist die Zeitung auf Französisch und warum reden alle auf Französisch ? Er landet in einer psychiatrischen Klinik, in der man ihm epileptische Anfälle bescheinigt, eine zu der Zeit wohl weit verbreitete Krankheit. Wenig später stellt sich heraus, dass er ein Leibeigener ist und verheiratet. Doch leider können weder seine Frau noch sein Zuhause seine Erinnerungen wiederbeleben. Als er eine 90 Jahre alte Postkarte mit einer merkwürdigen Botschaft bekommt, bricht er auf nach Eilean Mor, in der Hoffnung dort Antworten auf seine Fragen zu bekommen.

Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit ist, wie der Titel schon verrät, eine Zeitreisegeschichte, und dabei keine einfache. Die Geschichte spielt auf 2 Hauptzeitebenen, jedoch wird zwischendurch immer wieder zu anderen Zeiten gewechselt wodurch man ab und zu kurz den Faden verliert. Also nichts für schnell, schnell zwischendurch. Dafür wird man mit einer absolut lesenswerten und runden Geschichten belohnt, die einem im Gedächtnis bleibt. Joes anfängliche Verwirrung geht auf den Leser über, da man sehr lange keine Erklärung bekommt, warum die Welt Kopf steht. Daher rätselt man genauso wie Joe, was wiederum der Spannung in der Story zu Gute kommt.

Joe ist ein liebenswürdiger Protagonist, der versucht aus seiner Situation das Beste zu machen und sehr rational reagiert. Man kann als Leser seine Verzweiflung spüren und seinen Entscheidungen nachvollziehen. Kite als zweite Hauptperson ist längst nicht so liebenswürdig, aber auch er wächst einem irgendwann, ohne dass man es groß merkt ans Herz.

Wer Lust auf eine Geschichte der etwas anderen Art hat, ist hier gut aufgehoben. Wie anfangs bereits erwähnt, es ist lange her, dass es mein Buch mich so fesseln und mitreißen könnte !

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Veröffentlicht am 26.08.2022

Spannend und kurzweilig

Die Filiale
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Die Wertpapierberaterin Laura Jacobs hält gerade noch das Kündigungsschreiben für ihr Mietshaus in der Hand, als ihre Bankfiliale überfallen wird. Durch ihr besonnenes Handeln wird das Schlimmste vermieden, ...

Die Wertpapierberaterin Laura Jacobs hält gerade noch das Kündigungsschreiben für ihr Mietshaus in der Hand, als ihre Bankfiliale überfallen wird. Durch ihr besonnenes Handeln wird das Schlimmste vermieden, wodurch sie sogar eine Beförderung erhält. Als sie jedoch versucht den Verkauf ihres Hauses zu verhindern, gerät sie immer tiefer in die Machenschaften ihres Arbeitgebers.

Ich habe bereits einige Bücher des Autors gelesen und war immer vom Schreibstil und der Spannung der Geschichten begeistert. Auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Quasi ab der ersten Seite wird Spannung aufgebaut und Schlag auf Schlag tun sich neue Probleme für die Protagonistin auf. Laura ist eine vernünftige und sympathische Hauptperson, deren Gedanken und Handlungen man gut nachvollziehen kann. Die Filiale bildet der Auftakt zu einer Reihe von Büchern um Laura, was mich sehr freut.
Ein wenig Hintergrund zu Aktien, Kryptowährung usw. kann bei der Lektüre nicht schaden, da dies ein wichtiger Faktor in der ganzen Geschichte darstellt. Ich denke aber, dass auch ein absoluter Laie gut mitkommt.

Insgesamt ist die Filiale ein richtig spannendes Buch, das von mir de volle Punktzahl bekommt !

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Veröffentlicht am 26.07.2022

hochaktuell

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Um ihre Schulden abzuzahlen nimmt Kayleigh einen recht gut bezahlten Job als Qualitätsmanagerin bei der Firma Hexa an. Sie soll Texte, Fotos und Videos, die von Usern einer Plattform als anstößig gemeldet ...

Um ihre Schulden abzuzahlen nimmt Kayleigh einen recht gut bezahlten Job als Qualitätsmanagerin bei der Firma Hexa an. Sie soll Texte, Fotos und Videos, die von Usern einer Plattform als anstößig gemeldet wurden, nach teilweise absurden Kriterien beurteilen und ggf. löschen. Dieser "Content" ist teilweise erschreckend und verstörend, doch Kayleigh schafft es das Ganze von sich weg zu schieben. Es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen ihr und einige Kollegen und sogar eine Romanze mit Kollegin Sigrid. Doch die Beiträge und die unmenschlichen Arbeitsbedingungen setzen alle, scheinbar bis auf Kayleigh, immer weiter zu.

Vom Klappentext her habe ich einen Roman über Kayleigh erwartet, der Fokus liegt jedoch auf das Aufzeigen der harten Arbeitsbedingungen und auf die psychologischen Folgen vom Sichten des verstörenden Contents. Ein absolut wichtiges Thema, das nicht nur hochaktuell ist aber auch generell viel zu kurz kommt. Das Buch zählt nur 112 Seiten und bei einer solch geringen Seitenanzahl muss man sich natürlich für einen Schwerpunkt entscheiden. Dieser Part wird auch ausreichend beleuchtet. Allerdings bricht der Roman abrupt ab und lässt einen mit sehr vielen Fragen zurück. Das mag Absicht sein, mir wären allerdings weitere 20 Seiten mit einem rundem Abschluss lieber gewesen.
Die Protagonistin selbst wirkt distanziert, nicht nur in der Geschichte, auch dem Leser gegenüber. Sie war mir weder sympathisch noch unsympathisch, was gar nicht so einfach zu realisieren ist als Autor/in.
Aufgrund der geringen Seitenanzahl ist man mit der Lektüre recht schnell durch, dafür hallt der Inhalt noch eine Weile nach. Kann man mal schnell zwischendurch lesen, damit hätte man das Ziel der Autorin wohl verfehlt, die zum Nachdenken anregen möchte.
Mein Fazit: interessant, hochaktuell und spannend, wenn auch weitere 20 Seiten der Geschichte (nicht dem Thema) gut getan hätten.

Veröffentlicht am 26.07.2022

nicht nur für Bergsteigerfans

Der Aufstieg – In eisiger Höhe wartet der Tod
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Die Journalistin Cecily Wong berichtet in ihren Blogs von ihren Erfolgen und Misserfolgen beim Bergsteigen. So wird der weltberühmte Charles McVeigh auf sie aufmerksam und bittet sie, ihm zusammen mit ...

Die Journalistin Cecily Wong berichtet in ihren Blogs von ihren Erfolgen und Misserfolgen beim Bergsteigen. So wird der weltberühmte Charles McVeigh auf sie aufmerksam und bittet sie, ihm zusammen mit einem kleinen Team bei seiner Besteigung des Manaslu zu begleiten. Wenn sie es auf dem Gipfel schafft, bekommt sie ein Exklusivinterview, das ihre Karriere als Journalistin einen richtigen Schubs geben würde. Trotz ihrer Bedenken, ob sie diesem achthöchsten Berg der Welt gewachsen ist, sagt Cecily zu. Schnell jedoch häufen sich die Todesfälle, sodass nicht nur der Berg eine Gefahr darstellt.

Cecily ist eine glaubwürdige Hauptfigur. Ihre Selbstzweifel und Gedanken wirken authentisch und nachvollziehbar. Auch die anderen Personen, Charles, Doug der Anführer des Kletterteams, die Mitglieder Elise, Grant und Zak sowie die Sherpas werden schön ausgearbeitet. Die Beschreibungen der einzelnen Etappen am Berg wirken sehr authentisch und zeigen, dass die Autorin selbst Bergsteigerin ist und weiß, worüber sie berichtet: die Kälte, die Angst, die Gefahren und der Zusammenhalt.
Die Geschichte an sich ist spannend, wenn auch immer mal wieder Längen auftauchen. Das Finale macht dies aber wieder wett.
Insgesamt ein spannender Thriller, nicht nur für Bergsteigerfans.