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Veröffentlicht am 09.08.2025

Wallis und die Windsors

Wallis Simpson
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Als Enkelin meiner von den britischen Royals begeisterten Oma bin ich mit dem ganzen Klatsch und Tratsch aufgewachsen und die Geschichte von Wallis war mir nicht fremd.
In diesem Buch habe ich noch neue ...

Als Enkelin meiner von den britischen Royals begeisterten Oma bin ich mit dem ganzen Klatsch und Tratsch aufgewachsen und die Geschichte von Wallis war mir nicht fremd.
In diesem Buch habe ich noch neue Details über ihren Background und ihre Verbindung zu Edward erfahren. Dabei ist es zwangsläufig dass die Autorin natürlich auch einen Schwerpunkt auf Edward setzt.
Großbritannien müsste Wallis dankbar sein, dass dieser naive, realitätsfremde und alltagsuntaugliche König für sie abgedankt hat (was sie ja gar nicht mal wollte). Sie rechnete mit einem baldigen Ende der Affäre, schließlich war sie keine Prinzessin im gebärfähigen Alter und wollte die ihr verbleibende Zeit möglichst ausnutzen. Nicht auszudenken in welche Lage der deutschfreundliche (und naiv mit Hitler sympathisierende) Edward sein Land im zweiten Weltkrieg gebracht hätte.
Wallis war immer nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht, mit ihrer selbstbewussten Haltung ihrer Zeit voraus und eine Meisterin der Manipulation. Ihr höchstes Ziel, den Prinzen von Wales, hat sie erobert - doch letztlich zu welchem Preis? Ihr bisheriges eher unbeschwertes und relativ freies Leben musste sie aufgeben um Edward zu betreuen. Die gewünschte Anerkennung in höchsten Kreisen zerbrach durch seine Abdankung.
Ich schätze sie ist nur bei ihm geblieben weil eine Scheidung das größere Übel, der Verlust von finanzieller Absicherung gewesen wäre (im Gegensatz zu den beiden vorherigen). Liebe war zumindest von ihrer Seite aus nicht im Spiel. Viele Gemeinsamkeiten hatten sie ohnehin nicht, das war ein Trugschluss von Edward der auf Wallis' Art des Umgarnens hereingefallen war.
Ob der im Buch genannte gesundheitliche Aspekt bei Wallis tatsächlich vorhanden war? Durchaus möglich aber meiner Meinung nach nachrangig. Sie entsprach nicht dem üblichen "Beuteschema" hatte aber aufgrund ihrer für den Prinzen überraschenden unkonventionellen Art schnell Erfolg.
Auch wenn dies (zum Glück) nur am Ende ganz kurz Thema des Buches war - ich finde die Parallelen zu Harry und Meghan so deutlich, leider.

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Skurril, eigenwillig und unterhaltsam

Dr. Siri sieht Gespenster
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Auf diese Reihe muss man sich einlassen können, dann ist Dr. Siri äußerst unterhaltsam und extrem witzig.

Laos in den 70iger Jahren. Dr. Siri ist eigentlich im Rentenalter, arbeitet jedoch als einziger ...

Auf diese Reihe muss man sich einlassen können, dann ist Dr. Siri äußerst unterhaltsam und extrem witzig.

Laos in den 70iger Jahren. Dr. Siri ist eigentlich im Rentenalter, arbeitet jedoch als einziger Leichenbeschauer des Landes und darf sich täglich mit den Widrigkeiten seines Berufes und Landes herumschlagen. So findet man z.B. Mitarbeiter eines Ministeriums als Fischverkäufer auf dem Markt und der Polizist fährt mit einem pinken Motorrad (wenigstens hat er eins). Zur Hand gehen ihm Krankenschwester Dtui und Herr Geung, der einzige Mitarbeiter mit Down Syndrom. Dass Siri dank eines vor Jahrhunderten verstorbenen Schamanen Zugang zur Geisterwelt hat macht die Sache oft nicht einfacher.

Die Darstellung von Laos zu jener Zeit finde ich äußerst gelungen. Die Menschen sind so pragmatisch und arrangieren sich mit der Situation auf witzige Art und Weise - dabei ist vieles (gerade aus heutiger Sicht) ja überhaupt nicht lustig.

Wo steckt der verschwundene Bär? Wer ist für die bestialischen Morde zuständig? Was befindet sich in der mysteriösen Truhe? Wer ist der Gärtner? Dr. Siri findet die Antworten auf diese und viele weitere Fragen.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Spannender und hochwertiger Mix aus Roman und Comic

Aristide Ledoux – Meisterdieb wider Willen
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Wenn der erste Kommentar nach dem Lesen lautet "und wann erscheint die Fortsetzung?" handelt es sich definitiv um tolles Leseerlebnis.
Waisenjunge Aristide lebt in Paris Anfang des 20. Jahrhunderts und ...

Wenn der erste Kommentar nach dem Lesen lautet "und wann erscheint die Fortsetzung?" handelt es sich definitiv um tolles Leseerlebnis.
Waisenjunge Aristide lebt in Paris Anfang des 20. Jahrhunderts und verwandelt sich nachts in den gesuchten Meisterdieb "die Katze". Nach einem Sturz mit seiner Kutsche in die Seine wird er vom Taschendieb Julien gerettet, leidet allerdings unter Amnesie. Gut das Julien mit Leontine befreundet ist - die unternehmungslustige Tochter aus reichem Hause hat viele Ideen. Zusammen kommen sie der Auflösung näher.
So ganz nebenbei werden ein paar historische Dinge im Text untergebracht, was mir sehr gut gefallen hat.
Das Buch (Hardcover) ist sehr hochwertig gestaltet, das Cover absolut ansprechend. Gefallen hat uns die gelungene Mischung aus Roman und Comic - die manchmal über mehrere Seiten gehenden Illustrationen von Maleek sind ein Highlight und ergänzen den Text hervorragend. Die Story ist kurzweilig und spannend geschrieben.
Was mir persönlich nicht so passend erschien war das Ende. Im Gegensatz zum restlichen Teil des Buches war die Story auf einmal sehr dicht (viele Personen, ganz neue Entwicklungen und Informationen), fast schon gehetzt zum quasi offenen Ende. Leider gibt es keinen Hinweis auf einen Folgeband, dies drängt sich aber auf.

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Der American Dream für eine Föhrer Bauerntochter

Das Licht in den Wellen
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Eine Hundertjähige die (gemeinsam mit ihrer Urenkelin) von Föhr nach New York abhaut. Klingt schon mal gut und ist auch interessant geschrieben.
Als junge Frau hat die Bauerntochter Inge Föhr zum ersten ...

Eine Hundertjähige die (gemeinsam mit ihrer Urenkelin) von Föhr nach New York abhaut. Klingt schon mal gut und ist auch interessant geschrieben.
Als junge Frau hat die Bauerntochter Inge Föhr zum ersten Mal verlassen, sucht und findet ihr Glück in New York. Mir war gar nicht bewusst dass es dort eine so große Gemeinschaft von Föhrern gab (die Gesellschaft existiert übrigens noch heute). Ebenso der Dialekt Fehring, mehr als eine Gemeinsamkeit und Verbindung in die Heimat.
Ja, bei Inge lief vieles rund und ja, die Zeitebene mit Swantje (insbesondere ihr Charakter) kommen für meinen Geschmack etwas zu kurz. Das große Geheimnis am Ende war für mich keine wirkliche Überraschung dennoch mochte ich den Schreibstil und die vermittelten Informationen über Inges Zeit in New York sehr. Schade, dass es kein Rezept ihres Salates gab...

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Ähnlich schwach wie der erste Teil

American Crown – Samantha & Marshall
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Ich war schon lange nicht mehr so enttäuscht von einem Buch - bedeutet meine Erwartungen aufgrund des Klappentextes wurden kaum erfüllt.
Punkte gibt es für die grundsätzlich tolle Idee (die USA sind eine ...

Ich war schon lange nicht mehr so enttäuscht von einem Buch - bedeutet meine Erwartungen aufgrund des Klappentextes wurden kaum erfüllt.
Punkte gibt es für die grundsätzlich tolle Idee (die USA sind eine Monarchie, Beatrice die erste Königin überhaupt) die auch sehr gut und konsequent durch das ganze Buch ausgestaltet wurde. Der Schreibstil ist gut, das Cover wunderschön.
Band zwei schließt sich nahtlos an den ersten Teil der Reihe an.
Aber (ein großes aber)... die Charaktere nerven, es gibt nur vier weibliche Perspektiven. Beatrice konnte nicht überzeugen auch wenn ihr Part als Königin zwangsläufig in diesem Band größer ist. Ihre Schwester Sam hat sich positivweiterentwickelt. Nina eine bodenständig aber unsichere bürgerliche Freundin von Sam und dann noch die interessanteste - Daphne. Intrigant auf dem Weg nach oben. Die typische Bitch aus Teenie Serien. Die Männer bleiben schwach, eher unscheinbar bis zur absoluten Lusche (Prinz Jeff), auch diesmal konnte keiner wirklich überzeugen. Warum gibt es denn kein Kapitel aus Sicht von Marshal (oder Theodore bzw. Connor)?? Schade, viel Potential verschenkt.

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