Düsternis, die märchenhaft eingewoben wird
Aus Zauberseide und Schwanenfedern„Er las ihnen Ninas Worte vor, verpackte jedes einzelne in seinen eigenen Zauber. Er machte die traurigen Wörter trauriger und die schönen noch schöner.“ (Tanja Voosen)
Eine gute Prise Magie geht bei ...
„Er las ihnen Ninas Worte vor, verpackte jedes einzelne in seinen eigenen Zauber. Er machte die traurigen Wörter trauriger und die schönen noch schöner.“ (Tanja Voosen)
Eine gute Prise Magie geht bei dieser Anthologie Hand in Hand mit Märchenelementen. Erneut eignet sich diese Kurzgeschichtensammlung für das Entdecken von neuen Autor:innen und kann besonders mit einer vielfältigen Auswahl verzaubern.
Das Cover: Die Farben dieses Cover leuchten die Betrachtenden förmlich an. Die warme Kupferfarbe und dazu das konträre Türkis bilden eine angenehme Mischung und lassen das Cover zu einem Blickfang werden. Zwar gefallen mir Personen auf Buchgewänden nicht so sehr, doch das hat eher was mit meinem eigenen Geschmack zu tun. Allgemein wurde hier ein ansprechendes Cover gestaltet.
Die Handlung: In dieser Anthologie spielen Entwicklungen, Verwandlungen und Märchen eine zentrale Rolle. 16 Kurzgeschichten wechseln sich jeweils mit einer kurzen Autor:innenvita ab und geben der Anthologie noch eine persönliche Note.
Meine Meinung: Mit viel Liebe und Magie wurde diese Kurzgeschichtensammlung zusammengestellt. Erneut merkt man, dass diese die Herzensstücke des Verlags sind, da die Begeisterung mit jeder Seite zu spüren ist. Viele Geschichten weisen ähnliche Themen auf, andere wirken dahingehend gegensätzlich und dennoch greifen sie fast alle ein großes Thema auf: Märchen. Ob im urbanen Setting, in einer fiktiven Welt oder gar Paralleluniversen - immer schleichen sich Märchenelemente mit ein und werden geschickt mit der Geschichte verwoben. Ganz an die vorherige Anthologie über Wasserwelten konnte sie nicht heranreichen, da es hier doch ein paar Geschichten gab, die mich als moderne Märchenadaption nicht überzeugen konnten oder mich nicht völlig ansprachen. Dennoch gab es ein paar Geschichten, die sich direkt in mein Herz geschlichen haben und an welche ich noch immer gerne zurückdenke und mit großer Wahrscheinlichkeit noch einmal lesen werde. Meine Favoriten in dieser Anthologie sind folgende:
- Anna Jane Greenville: Birkott – Das Geheimniss der Highlands (Mysteriös, angenehm geschrieben in einem ansprechenden, historischen Setting)
- Regina Meißner: Der Schrecken des Waldes (An manchen Stellen sehr düster und makaber, jedoch überraschend berührend und tiefgründig)
- Daeny Levi: Der Wunsch des Prinzen (Ebenfalls düster, mit gut integrierten Elementen des Märchens „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ und einem schönen Ende)
- Kai Spellmeier: Siebenrauh (Unglaublich atmosphärisch mit einer beeindruckenden Steigerung)
Fazit: Eine empfehlenswerte Kurzgeschichtensammlung, die mir märchenhafte Lesestunden bescherte und in vielen Punkten überzeugen konnte. Ich freue mich bereits auf jede weitere und vergebe hier 4/5 Sternen.