Profilbild von sasa_moon9

sasa_moon9

Lesejury Star
offline

sasa_moon9 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sasa_moon9 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2021

Geheimnisse, Intrigen und Mord am Hof

The Second Princess. Vulkanherz
8

„The Second Princess“ ist das erste Buch, welches ich von Christina Hiemer gelesen habe und es wird nicht das Letzte gewesen sein. Diese Geschichte baut sich ganz langsam auf, beinhaltet einige überraschende ...

„The Second Princess“ ist das erste Buch, welches ich von Christina Hiemer gelesen habe und es wird nicht das Letzte gewesen sein. Diese Geschichte baut sich ganz langsam auf, beinhaltet einige überraschende Wendungen, die ich sehr gelungen fand und bleibt dabei durchgehend spannend. Auch wenn mich das Buch nicht vollends überzeugen konnte, habe ich die Geschichte gerne gelesen und innerhalb eines Tages verschlungen.

Das Cover: ich liebe dunkle Cover, weswegen ich auch in der Buchhandlung dazu gegriffen hätte, jedoch finde ich dieses hier nur gut. Es wurde passend zur Geschichte gewählt, auch wenn es für mich das Inselfeeling nicht ganz einfangen konnte. Anhand des Covers würde ich auf eine Berglandschaft und eine dunkle, gedrungene Burg tippen, jedoch nicht auf die karibischen Inseln. Außerdem wirken die Schriften ziemlich unruhig, da insgesamt drei verschiedene genutzt wurden. Zwei verschiedene Schriften finde ich absolut in Ordnung, aber drei unterschiedliche Typografien können etwas durcheinander wirken.

Handlung und Schreibstil: hierbei verfolgen wir Saphina, die dritte Tochter der herrschenden Königin von St. Lucien. Eigentlich stand ihr kein Titel zu, sondern ihren älteren Schwestern, doch durch ein tragisches Ereignis rückt sie plötzlich in der Thronfolge nach oben und muss ein wichtiges und düsteres Erbe antreten. Dabei merkt sie jedoch, dass sie längst nicht alles über ihre Insel und das System wusste und sieht sich ungeahnten Gefahren ausgesetzt.

Die Handlung hat überwiegend zum Lesevergnügen beigetragen. Von Anfang an wird die lesende Person mit Geheimnissen und Intrigen gefüttert, die erst nach und nach aufgelöst werden. Somit blieb es durchgehend spannend und man musste einfach weiterlesen. Auch hätte ich zu Beginn des Buches nicht gedacht, was die Handlung noch alles für uns bereithalten würde. Nach und nach dehnt sich das Worldbuilding aus und bietet Platz für weitere Handlungsstränge und offenbart das wohlgehütete Geheimnis von St. Lucien. Mit vielen Wendungen hätte ich teilweise nicht gerechnet – das wurde wirklich raffiniert gelöst! Außerdem weist St. Lucien auch Parallelen zu unserer Welt auf, jedoch haben manche Handlungseinschübe wie Gespräche über Ed Sheeran oder andere radiotaugliche Lieder, die vor ein paar Monaten hoch und runter gespielt wurden, mir ein bisschen den Zauber der Welt genommen. Ich habe nichts gegen Urban Fantasy, aber irgendwie wurde es hier in meinen Augen nicht so gelungen umgesetzt.

Die Charaktere: konnte mich die Geschichte begeistern, so blieben leider die beiden Protagonist:innen in meinen Augen etwas blass. Saphina sollte eine starke, unabhängige Prinzessin verkörpern, die sich nicht den Mund verbieten lässt, jedoch hat sie in meinen Augen teilweise eine Grenze überschritten. Sie wirkte aufbrausend, handelte unüberlegt und war wirklich unhöflich zu Menschen, die ihr eigentlich nur helfen wollten. Sie macht im Laufe der Geschichte zwar eine Entwicklung durch, jedoch war es ein langer Weg dahin und ich fand es doch sehr nervenauftreibend über ihre unüberlegten Entscheidungen zu lesen, die sie erst ganz zum Schluss reflektierte. Manchmal hätte ich sie wirklich gerne geschüttelt. Dante, den männlichen Protagonisten, fand ich ganz nett, jedoch hat er bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mir hat bei beiden etwas die Tiefe gefehlt und ich hätte mir gewünscht, dass sie noch mehr Facetten aufgezeigt hätten, die leisen Zwischentöne und nicht immer nur die eine extreme Emotion oder die andere. Dafür hat mir Cael sehr gut gefallen, Dieser taucht zwar nicht oft in der Geschichte auf, jedoch hat er binnen der wenigen Seiten gleich einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ebenso fand ich die Gegenspieler sehr gelungen und spannend.

Insgesamt konnte mich die Geschichte überzeugen, jedoch mit einigen Abstrichen. Vorwiegend hatte das Buch meine Aufmerksamkeit erlangt, nachdem ich gelesen hatte, dass die Frauen in St. Lucie über das Reich regierten. Hier wurden die Geschlechterrollen mal ausgetauscht und ich war sehr gespannt auf die Abwechslung. Mir hat letztendlich das gewisse Etwas gefehlt, die es zu einem Highlight gemacht hätten, dennoch spreche ich hier eine Leseempfehlung aus und vergebe 3/5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Fantasie
Veröffentlicht am 29.03.2021

Hier träumt man mit offenen Augen

Das wandelnde Schloss
1

Wahrscheinlich bin ich in der Minderheit, wenn ich sage, dass ich den Roman gelesen habe, bevor ich den passenden Film dazu sah. Doch dies war der Fall und ich kann nicht beschreiben, wie froh ich bin, ...

Wahrscheinlich bin ich in der Minderheit, wenn ich sage, dass ich den Roman gelesen habe, bevor ich den passenden Film dazu sah. Doch dies war der Fall und ich kann nicht beschreiben, wie froh ich bin, dass ich diese beiden kleinen Schätze das erste Mal entdecken durfte. Beide sind auf ihre eigene Art und Weise besonders, im Folgenden werde ich jedoch nur auf das Buch eingehen. Letzteres war für mich eine absolute Überraschung und zählt nun zu meinen absoluten Lieblingsfantasygeschichten!

Das Cover: so stelle ich mir ein gelungenes Fantasycover vor! Das laufende Schloss ist schön zentral und abstrahiert abgebildet, sodass man noch genug Platz zur Eigeninterpretation bekommt, die Farben harmonieren miteinander und das Verhältnis von Schrift und Bild ist ausgewogen. Es ist nicht zu voll, gleichzeitig sprüht es aber vor Dynamik - ich finde es unfassbar gelungen.

Handlung und Schreibstil: Sophie lebt ein bescheidenes Leben als Hutmacherin. Dieses ist jedoch sehr eintönig und wirklich viel geschieht nicht um sie herum, bis sie eines Tages eine Hexe verärgert und von ihr verflucht wird. Sie sieht im wandelnden Schloss ihre letzte Rettung, denn in Letzterem wohnt der herzenskalte Zauberer Howl. Ärgerlich nur, dass, sobald sie jemandem von ihrem Fluch berichten will, immer etwas dazwischengerät, weswegen sie sich notgedrungen als seine Hausdame ausgibt und währenddessen versucht, nach einer Lösung zu suchen.

Niemals hätte ich gedacht, wie viel Inhalt sich in diesem Büchlein verbergen würde. Man wird sofort in das Geschehen hineingeworfen und sogleich mit einer liebevoll ausgearbeiteten Welt konfrontiert. Es ist alles so herrlich skurril, sodass ich mich nur in die Geschichte verlieben konnte. "Das wandelnde Schloss" ist mit keiner anderen Fantasygeschichte zu vergleichen, die ich bisher gelesen habe: sie ist einzigartig, unvorhersehbar und sprüht vor Ideenreichtum. Der Schreibstil ist ebenfalls außergewöhnlich und zieht einen tänzelnd durch die Geschichte. Ich konnte mich völlig in der Geschichte fallen lassen und hatte zu jeder Zeit Kopfkino.

Die Charaktere: diese waren ebenfalls unfassbar genial. Wir haben hier wirklich einen bunten Haufen, der nur so vor Charme sprüht. Sophie, unsere Protagonistin, war einfach nur klasse. Sie wurde verflucht, aber anstatt in Trauer und Verzweiflung zu versinken, macht sie das Beste daraus und wird von Kapitel zu Kapitel stärker. Howl hält ebenfalls einige Überraschungen bereit. Das Bild, welches man anfangs noch von ihm hat, wird letztendlich komplett über Bord geworfen und auch ihn habe ich in mein Bücherherz geschlossen. Doch auch Michael und Calcifer waren aus der Geschichte nicht wegzudenken.

Dieses Buch konnte mich völlig an die Seiten fesseln und wirklich begeistern. Es ist für mich tatsächlich ein Herzensbuch geworden, welches mich nicht so schnell loslassen wird. Die Geschichte ist originell, bedient sich an keinen Klischees und die Charaktere sind facettenreich. Für mich ein absoluter Muss für Fantasyliebhaber:innen! 5/5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.03.2021

Eine ganz große Leseempfehlung, für mich jetzt schon ein Jahreshighlight!

Fadeaway
0

Dieses Buch habe ich innerhalb einer Sitzung gelesen - bis in die frühen Morgenstunden, aber wer braucht schon Schlaf, wenn man stattdessen diese wundervolle Geschichte das erste Mal erleben darf? Damals ...

Dieses Buch habe ich innerhalb einer Sitzung gelesen - bis in die frühen Morgenstunden, aber wer braucht schon Schlaf, wenn man stattdessen diese wundervolle Geschichte das erste Mal erleben darf? Damals bin ich erst auf die Away-Reihe aufmerksam geworden, nachdem ich den Klappentext zu diesem Band gelesen hatte. "Fadeaway" hat mich in der Vergangenheit letztendlich nach Breakaway greifen lassen und mich total überrascht. Auf den 2. Band habe ich lange hingefiebert und wurde nicht enttäuscht!

Das Cover: gefällt mir besser, als das Erste, da ich die Farbkombination aus dem Altrosa und dem Grau-Blau ansprechender finde. Das Cover ist zwar sehr schlicht gehalten und weniger knallig, aber es versprüht seinen ganz eigenen Charme. Ich bevorzuge sowieso die etwas zurückhaltenden Cover. Ebenso mag ich das Papier, welches für die Klappenbroschur verwendet wurde, da dieses deutlich rauer ist und nicht so glatt, wie bei anderen Titeln des Verlages.

Handlung und Schreibstil: in diesem Band verfolgen wir Kyra, welche wir bereits in Band 1 kennengelernt haben. Sie hat gerade ihr Psychologiestudium in Berlin angefangen, doch kann die Vergangenheit nicht vergessen und möchte sich daher für andere einsetzten, damit ihnen nicht dasselbe passiert, wie ihr. Daher startet sie, unter falschem Namen, einen feministischen Podcast und versucht auf Sexismus im Alltag, Queerfeindlichkeit, Selbstzweifel und Rassismus aufmerksam zu machen - denn Feminismus ist für alle da. Kaum jemand weiß, wer sich hinter der Podcasterin verbirgt, bis sie auf Milan trifft. Jemanden, auf den sie sich eigentlich nicht einlassen wollte...

Der Klappentext hatte mich sofort überzeugt, es brauchte nur die Worte: Feminismus. Podcast. Ich war sofort Feuer und Flamme für das Buch und hatte es mir gleich vorbestellt, da ich sehr gespannt war, inwiefern Anabelle hier feministische Themen aufgreifen würde. Und ich war erstaunt, wie viele Themenfelder hier abgedeckt wurden. Die Podcastkapitel habe ich wirklich gerne gelesen - da ich mich in meiner Freizeit auch viel mit Feminismus auseinandersetze -und mich mehrmals dabei erwischt, wie ich mir gewünscht hatte, dass es diesen Podcast auch in Wirklichkeit gäbe. Abseits des Podcast baut die Geschichte auch einen tollen Spannungsbogen auf. Es startet sehr ruhig, bis alle am Ende in einem Knall endet. Ich habe das Buch wirklich für drei Pausen aus der Hand gelegt und ansonsten nur: gelesen, gelesen und gelesen. Ich könnte mir vorstellen, dass sie manchen Leser:innen zu ruhig sein könnte - ich liebe aber gerade diese realitätsnahen und ohne viel Drama auskommenden Geschichten, weswegen es genau das richtige NA-Buch für mich war. Ich würde sogar sagen, dass es nun zu meinen liebsten Büchern in diesem Genre zählt!

Der Schreibstil war auch angenehm. Ich hätte mir manchmal gewünscht, dass man etwas mit den Worten gespielt hätte, wie zum Beispiel im Podcast, wo man an manchen Stellen nicht nur einen Prosatext hatte, aber er ließ sich flüssig lesen und man wurde sogleich in die Geschichte hineingezogen. (Die Podcastkapitel waren mein persönliches Highlight, besonders das über Selbstzweifel und den sozialen Druck)

Die Charaktere: Kyra war eine tolle Protagonistin. Ihre Entwicklung mitzuerleben war unglaublich spannend und ich habe mich jedes Mal selbst dabei erwischt, wie ich sie angefeuert habe, wann immer sie mehr Mut gewonnen hat. Ja, sie ist nicht vollkommen und hat durchaus auch ein paar Fehler gemacht im Laufe der Geschichte, aber sie hat sie eingesehen. Sie ist stark, lässt sich nicht den Mund verbieten und steht für sich und andere ein - top! Milan hat mir auch gefallen, er stand für mich zwar etwas im Schatten von Kyra, aber wie er sich für sie eingesetzt hat war einfach herzerwärmend. Meine Favoritin war jedoch Phuong. Sie war eine geballte Ladung an Sonnenschein und hat ihre Freund:innen tatkräftig unterstützt. Miriam, die Protagonistin für "Runaway" haben wir diesmal auch etwas besser kennenlernen können und in diesem Band wird etwas zu ihrer Hintergrundgeschichte enthüllt, was mich direkt nach dem nächsten Band schreien lässt. Ich hatte nicht damit gerechnet, aber ich bin froh, dass Anabelle dieses Thema im nächsten Band einfließen lässt. Noah, Elias und Lia kommen übrigens auch wieder vor und einige neue Gesichter wie Lukas oder Sebastian.

Diese Geschichte hat es in sich. An manchen Stellen ist sie nicht wirklich leicht zu lesen, aber dafür fühlt man umso mehr mit. Ich hatte anfangs kleinere Schwierigkeiten in die Geschichte hereinzukommen, aber auch diese hatte ich relativ schnell überwunden. Die Liebesgeschichte war sehr zart und hat sich schön langsam entwickelt. Ebenso einen Pluspunkt für das Setting, Berlin hat sich für mich näher angefühlt und ich hatte alles irgendwie bildlicher vor Augen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass einigen, die vom 1. Band etwas enttäuscht waren, diesen Band mehr mögen. Ich mochte beide Bücher und vergebe hier eine klare Leseempfehlung. 5/5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2021

Dieses Buch ist wie eine Umarmung

Cinder & Ella
0

"Cinder und Ella" war vor zwei Jahren ein Jahreshighlight von mir - womit ich jedoch überhaupt nicht gerechnet hatte. Das Cover hatte mich nicht wirklich angesprochen und der Klappentext schrie förmlich ...

"Cinder und Ella" war vor zwei Jahren ein Jahreshighlight von mir - womit ich jedoch überhaupt nicht gerechnet hatte. Das Cover hatte mich nicht wirklich angesprochen und der Klappentext schrie förmlich nach Kitsch. Nachdem jedoch meine Lieblingsautorinnen und meine liebste Buchbloggerin dieses Buch in den Himmel gelobt haben, wurde ich doch neugierig und gab der Geschichte eine Chance. Und was soll ich sagen - auch nachdem ich sie jetzt ein zweites Mal gelesen habe konnte sie mich immer noch berühren und an die Seiten fesseln.

Das Cover: wie bereits oben erwähnt, hat mich das Cover nicht wirklich umgehauen. Es ist ganz nett, aber etwas nichtssagend. Jedoch finde ich die Farbkombination sehr knallig und gewagt, sodass es immerhin heraussticht.

Handlung und Schreibstil: nachdem Ella ein schweres Jahr hinter sich hat und zu ihrem Stiefvater und dessen Familie ziehen muss, gibt es kaum noch etwas, was ihr den Alltag etwas erleichtern könnte. Bis auf ihren Chatfreund, Cinder, hat sie keine Freunde mehr und selbst bei Letzterem hat sie sich nach dem furchtbaren Autounfall nicht mehr gemeldet. Als sie sich jedoch ein Herz fasst und wieder Kontakt zu ihm aufnimmt, nimmt alles wieder seinen gewohnten Lauf und die beiden schreiben, als hätte es die Funkstille nie gegeben. Doch Ella ahnt nicht, dass Cinder einer der bekanntesten Hollywoodschauspieler derzeit ist...

So richtig angesprochen hatte mich die Geschichte (vorerst) nicht. Doch nachdem ich meine Vorurteile abgelegt hatte und mich auf die Geschichte einließ, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Ja, sie ist kitschig und auch ziemlich unrealistisch, aber solche Bücher darf es doch auch geben! Außerdem ist diese nicht nur oberflächlich, sondern weist auch eine gewisse Tiefe auf, denn Ella hat bleibende Narben von ihrem Unfall davongetragen, die ihr das Leben zusätzlich erschweren. Gerade durch diese ernste Thematik beweist die Geschichte, dass sie nicht nur zuckersüß sein kann, sondern auch einen ernsten Ton anschlägt. Gerade die Mischung macht es, man ist immer abwechselnd am Dauergrinsen oder unglaublich berührt. Auch die Liebesgeschichte war sehr zart und zu keiner Zeit zu präsent. Persönlich habe ich ebenso die neue Familiensituation sehr gerne beobachtet und wie sich diese im Laufe der Geschichte entwickelt hat. Es hat einfach alles gepasst! Der Schreibstil war ebenso sehr angenehm und flüssig, locker und jugendlich - er passte also perfekt zur Geschichte.

Die Charaktere: alle waren so facettenreich und hatten ihre Ecken und Kanten - sie waren wirklich das Herz des Buches. Ella wurde gebrochen und hat sich wieder hochgekämpft. Sie ist eine so starke und emotionale junge Frau - sie war eine tolle Protagonistin! Auch Cinder ist so viel mehr, als die Medien behaupten. Anfangs wirkte er noch sehr oberflächlich auf mich, aber man hat schnell gemerkt, dass dies nur eine Fassade war und so viel mehr in ihm steckte. Am liebsten mochte ich jedoch Juliette. Ihre Entwicklung war unfassbar schön und ich liebe ihre Freundschaft zu Ella. Aber auch Vivian, Vivians Väter und Rob konnten mich überzeugen.

Dieses Buch ist keinesfalls perfekt, aber gerade in seiner Imperfektion ist es so wunderbar. Ich habe die Geschichte geliebt und habe absolut nichts auszusetzten. Von mir gibt es 5/5 Sternen und eine klare Leseempfehlung, obwohl das Buch wahrlich kein Geheimtipp mehr ist. (zurecht!)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2021

Wenn Lieder Schatten in die Knie zwingen

Das Lied der Nacht
0

C.E.Bernard ist schon lange keine unbekannte Autorin in der Phantastik. Die Palace-Saga habe ich bisher leider noch nicht gelesen, jedoch war ich schon lange an ihr interessiert. Daher war ich sehr gespannt ...

C.E.Bernard ist schon lange keine unbekannte Autorin in der Phantastik. Die Palace-Saga habe ich bisher leider noch nicht gelesen, jedoch war ich schon lange an ihr interessiert. Daher war ich sehr gespannt auf ihre neuste Trilogie und ging völlig unvoreingenommen an "Das Lied der Nacht" heran. Ich muss zugeben, dass ich lange gebraucht habe, bis ich vollständig in der Geschichte angekommen war, jedoch nahm die Geschichte im letzten Viertel enorm an Fahrt auf, sodass ich das Buch doch noch verschlungen habe.

Das Cover: spricht mich sehr an. Es wirkt unglaublich dynamisch und verspricht gleich eine spannende Geschichte. Die Farben harmonieren miteinander und besonders mag ich die Idee, dass alle drei Bände der Reihe ein zusammenhängendes Cover bilden.

Handlung und Schreibstil: in einer Welt, in der mörderische Schatten für Angst und Schrecken sorgen, sind Lieder die letzte Rettung. Doch das Singen dieser ist seit langer Zeit verboten, weswegen die Schatten die Menschen und Tiere seit jeher tyrannisieren. Die letzte Rettung scheint nun eine Bardin, ein einsamer Wanderer und ihre Freund:innen zu sein, die sich auf den Weg machen, die Schatten zu bekämpfen. Doch diese sind nicht ihre einzigen Feinde...

Der Klappentext gibt zwar nicht zu viel vorweg (was ich persönlich sehr gerne mag), aber man bekommt gleich eine leise Vorstellung der Handlung und diese hat mich sofort angesprochen. Geschichten, in denen Musik eine wichtige Rolle spielt, habe ich schon immer unglaublich gerne gelesen und war gespannt, wie das Thema in "Das Lied er Nacht" eingewoben wurde. Jedoch gab es zu Anfang gleich einen kleinen Dämpfer: ich habe sehr lange gebraucht in das Buch einzufinden. Man wird direkt in das Geschehen hineingeworfen, ohne große Erklärungen und ich konnte zu keiner Zeit eine Verbindung zu den Charakteren aufbauen. Ich musste es zwischenzeitlich pausieren, weil ich mich einfach nicht zwischen den Zeilen fallen lassen konnte. Doch diese Pause hat mir gutgetan, denn ab der Hälfte nahm das Buch richtig an Fahrt auf. Ich konnte es danach kaum aus der Hand legen und besonders das Finale hatte es in sich. Das Buch beinhaltet zum Teil grausame und sehr brutale Szenen, darauf würde ich gerne noch einmal hinweisen! Ich denke auch, dass mein holpriger Einstieg etwas dem Schreibstil zu verschulden war. C.E.Bernard spielt viel mit der Formatierung, schreibt poetisch und nutzt viele Anaphern. Das muss man mögen. Ich liebe poetische Schreibstile, jedoch hatte ich hier teilweise das Gefühl, dass die Handlung durch diese Schreibweise etwas dahinschwand und wichtige Informationen nicht bei mir ankamen. Doch nachdem ich mich daran gewöhnt habe, konnte auch ich den Schreibstil genießen, es hat nur seine Zeit gebraucht.

Die Charaktere: da habe ich auch eine Weile gebraucht, bis ich einen Bezug zu ihnen aufbauen konnte. Die Interaktionen untereinander waren in der ersten Hälfte sehr spärlich und es wirkte beinahe so, als wären sie nur nettes Beiwerk zur Geschichte. Doch auch das hat sich ab der zweiten Hälfte geändert. Caer habe ich ab da sehr gerne verfolgt. Sie ist eine wirklich mutige und starke Bardin, der man so schnell nicht das Wasser reichen kann. Weyd, ein Wanderer, zeigte plötzlich immer mehr Facetten auf, weswegen auch er mir positiv im Gedächtnis blieb. Auf alle einzeln einzugehen würde den Rahmen sprengen, aber mein Highlight war wohl Bellitas, der Fuchs, denn manche Menschen verfügen über die Fähigkeit mit Tieren kommunizieren zu können. Das hat mir wirklich gut gefallen und der kleine Fuchs war durchaus ein toller Nebencharakter. Der Gegenspieler in dem Buch ist hingegen wirklich grausam. Ihn habe ich wirklich abgrundtief verabscheut und ich denke, dass ich mit dieser Meinung nicht alleine war.

Ich war wirklich etwas zwiegespalten, was die Geschichte angeht, doch ich muss wirklich die Entwicklung loben, die dieses Buch durchgeht. Mich hat sie am Ende noch einmal richtig packen können, weswegen ich 3,5 Sterne vergebe. Auf die Folgebände bin ich schon sehr gespannt!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere