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Veröffentlicht am 19.02.2026

Leben im 16. Jahrhundert nahe Münster

Am Fluss der Zeiten
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In ihrem historischen Roman "Am Fluss der Zeiten" nimmt uns Ulrike Renk mit in das Münsterland auf den Hof Kalmule und lässt uns teilhaben am Leben der dort wohnenden Familie. Bei diesem Roman handelt ...

In ihrem historischen Roman "Am Fluss der Zeiten" nimmt uns Ulrike Renk mit in das Münsterland auf den Hof Kalmule und lässt uns teilhaben am Leben der dort wohnenden Familie. Bei diesem Roman handelt es sich um den ersten Teil der "Hof Kamule-Reihe". Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Protagonisten sind glaubwürdig und nachvollzuehbar.
Die Autorin beschreibt völlig unaufgeregt das Leben einer Bauernfamilie im 16. Jahrhundert. Sie beleuchtet das Leben der Menschen, die nicht eigenständig über ihr Leben bestimmen können, da sie nicht frei sind, nicht einmal frei entscheiden können sie, wenn sie heiraten wollen. Ihr Leben ist geprägt durch harte Arbeit und dem Wohlwollen der Grundeigentümer, die nach Lust und Laune über sie verfügen.
Das Zusammenleben mehrerer Generationen auf einem Hof ist nicht immer einfach. Da sind die Alten die nicht loslassen können und die Jungen, die noch viel lernen müssen. Nicht jeder möchte Bauer sein, sieht aber keine Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen, da dafür das Geld fehlt und eigentlich auch jede helfende Hand auf den Hof benötigt wird.
Geschichtlich korrekt wedergegeben ist das nach der Reformation in Münster errichtete Täuferreich und dessen Zerfall.
Bei mir hat die Autorin wenig Emotionen geweckt, so dass ich mich den handelenden Personen nicht nahe gefühlt habe. Nur ein einziger Mal habe ich mit der Protagonistin so richtig mitgelitten. Insgesamt hat mir der Spannungsbogen gefehlt und die Charaktere haben sich nicht wirklich weiterentwickelt.
Die Geschichte ist für meinen Geschmack etwas in die Länge gezogen, da hätte das eine oder andere gekürzt werden können.
Mein Fazit: Der Autorin ist ein solider Roman gelungen, der mich aber nicht wirklich überzeugt hat.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Berchtesgaden - Ein Teil deutscher Nachkriegsgeschichte

Berchtesgaden
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Carolin Otto nimmt uns in ihrem gleichnamigen Roman mit nach Berchtesgaden und lässt uns teilhaben am Leben der Menschen kurz nach Beendigung des 2. Weltkrieges. Der Schreibstil ist flüssig und lässt ...



Carolin Otto nimmt uns in ihrem gleichnamigen Roman mit nach Berchtesgaden und lässt uns teilhaben am Leben der Menschen kurz nach Beendigung des 2. Weltkrieges. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Leider ist er aber auch wenig bis völlig emotionslos, so dass ich zu den handelnden Personen keine Bindung aufbauen konnte,

Die Handlungen der Protagonisten sind in meinen Augen nicht immer stimmig und nachvollziehbar. Die Autorin hat zu viel gewollt und dabei den roten Faden aus den Augen verloren. Auch vermisse ich einen Spannungsbogen und eine Weiterentwicklung der Charaktere. Zum Teil liest sich der Roman wie ein Geschichtsbuch. Die wiedergegebenen geschichtlichen Ereignisse sind korrekt dargestellt. Den Zeitgeist hat die Autorin gut getroffen. Das reicht aber nicht für ein gutes Buch.

Interessant war es, die Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet zu sehen. Durch die verschiedenen Handlungsstränge, die leider nicht vertieft wurden und bei einigen habe ich mich gefragt: Was soll das?, ist die Tiefe komplett verloren gegangen. Vielleicht wäre es besser gewesen, sich auf Sophie und ihre Familie zu konzentrieren, da war genug Potential.

Schön wäre es gewesen, ein Personenverzeichnis zu haben, da die im Buch vorkommenden Personen doch sehr zahlreich sind.

Schön gestaltet ist das Cover. Zeigt es doch eine Frau in Kleidung und Frisur im Stil der 40iger Jahr, die ihren Blick auf die Berchtisgadener Berge richtet.

Am Ende bleiben viele Fragen offen. Da hat sich die Autorin eine Tür für eine Fortsetzung offengelassen.

Mich konnte der Roman leider nicht überzeugen. Mein Fazit: Weniger wäre mehr gewesen.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Irrungen und Wirrungen im Palais Heiligendamm

Palais Heiligendamm - Ein neuer Anfang
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Michaela Grünig nimmt uns im ersten Teil ihrer Heiligendamm-Trilogie mit dem Titel "Ein neuer Anfang" mit in das gleichnamige Palais in Doberan in das Jahr 1912 und lässt uns teilhaben am Leben der Hotelierfamilie ...

Michaela Grünig nimmt uns im ersten Teil ihrer Heiligendamm-Trilogie mit dem Titel "Ein neuer Anfang" mit in das gleichnamige Palais in Doberan in das Jahr 1912 und lässt uns teilhaben am Leben der Hotelierfamilie Kuhlmann und ihrer Angestellten.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Protagonisten sind stimmig und für die Zeit nachvollziehbar.
Besonders berührt haben mich die emotionalen Schilderungen über das Leben zu dieser Zeit. Frauen waren hauptsächlich schmückendes Beiwerk und wer etwas anderes wollte, hatte es nicht leicht und stieß auf Unverständnis und Ablehnung.. Das Festhalten an alten Konventionen führte dazu, dass das Leben von Menschen zerstört wurde. Auch die Schilderungen vom Leben während des ersten Weltkrieges sind der Autorin gut gelungen. Die Erlebnisse in den Schützengräben und das Leiden der Zivilbevölkerung in den Städten verleihen dem Roman eine gute Tiefe.
Der Autorin ist ein stimmiger historischer Familienroman gelungen der mich von der ersten. bis zur letzten Zeile gut unterhalten hat.
Das Cover ist schön gestaltet; es zeigt eine junge Frau in zeitgemäßer Kleidung auf der Seebrücke in Heiligendamm.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Toller Abschluss einer Familiensaga

Blankenese - Zwei Familien
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Michaele Grünig lässt uns im letzten Teil ihrer Blankenese-Trilogie – Zwei Familien – mit dem Titel “Zeitensturm” wieder teilhaben am Leben der Familien Casparius und Jacobsen. Die Geschichte beginnt im ...

Michaele Grünig lässt uns im letzten Teil ihrer Blankenese-Trilogie – Zwei Familien – mit dem Titel “Zeitensturm” wieder teilhaben am Leben der Familien Casparius und Jacobsen. Die Geschichte beginnt im Jahre 1968 und endet mit dem Epilog 1989.

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Protagonisten sind stimmig und nachvollziehbar.

Der Autorin gelingt es vortrefflich, die drei Erzählstränge von Ulrike und Sabine Casparius einerseits und Kurt Jacobsen andererseits miteinander zu verbinden. Vor unseren Augen entstehen Bilder der sechziger und siebziger Jahre mit all ihren gesellschaftlichen Umbrüchen. Sehr gut herausgearbeitet sind die Konflikte zwischen den Generationen. Einerseits soll an der Tradition festgehalten werden, andererseits steht ein Aufbruch in die Moderne bevor, was zu inneren und äußeren Konflikten führt.

In diesem Roman wird die deutsche Gegenwartsgeschichte so unglaublich spannend geschildert, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Die Geschichte hat mich unglaublich berührt, wie in diesem Jahr keine andere.

Die Autorin zeichnet ein authentisches Bild der Gesellschaft. Die einen wollen Vergessen und wieder andere suchen Gerechtigkeit für geschehenes Unrecht. Das Erstarken der Studentenbewegung und die furchtbaren Geschehnisse um die RAF sind von der Autorin hervorragend recherchiert und wiedergegeben. Der Roman hat eine tolle Tiefe und ist absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Intrigen im Mittelalter

Das Lied des Vogelhändlers
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Ralf H. Dorweiler nimmt uns in seinem historischen Roman “Das Lied des Vogelhändlers” mit auf den dritten Kreuzzug ins heilige Land unter Kaiser Friedrich Barbarossa und dann 10 Jahre später auf die Burg ...

Ralf H. Dorweiler nimmt uns in seinem historischen Roman “Das Lied des Vogelhändlers” mit auf den dritten Kreuzzug ins heilige Land unter Kaiser Friedrich Barbarossa und dann 10 Jahre später auf die Burg der Marktgrafen von Baden. Die beiden Zeitebenen gefallen mir sehr gut und werden vom Autor geschickt zusammengefügt. Am Buchanfang gibt es ein ausführliches Personenverzeichnis, welches sehr hilfreich ist. Etwas vermisst habe ich allerdings eine Landkarte, die den Weg der Kreuzritter zeigt. Dass jedes Kapitel mit einem Vogelnamen überschrieben ist, passt sehr gut zum Buchtitel. Auch die den Kapiteln vorangestellten Zitate sind mit sehr viel Bedacht ausgewählt. Das Buchcover ist schön gestaltet, zeigt es doch den Vogelhändler mit einem seiner gefiederten Freunde.

Die Handlungen der Protagonisten sind glaubhaft und nachvollziehbar. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Durch die bildhafte Sprache hat man den Eindruck, mitten im Geschehen zu sein.

Bindeglied in diesem Roman ist Franziska von Hellenau, eine junge Frau, die auf dem Kreuzzug schwere Schicksalsschläge erleidet, die durch Entschlossenheit ihr Leben meistert und so zu einer starken Persönlichkeit heranreift. Auf Burg Hachberg trifft sie auf den Vogelhändler Wigbert und den Gesandten des Königs, Walther von der Vogelweide. Gemeinsam versuchen sie, das Rätsel um mehrere Unglücksfälle zu lösen und so einem Spion auf die Schliche zu kommen. Wigberts Kenntnis der dort lebenden Menschen und seine Ortskenntnisse sind enorm wichtig. Umso näher sie der Lösung kommen, umso gefährlicher wird es für sie.

Die Geschichte ist spannend und hat ein – von mir nicht vorhergesehenes – Ende. Dass die Täter auch gleichzeitig Opfer sind, lässt ihre Handlungen in einem anderen Licht erscheinen, rechtfertigt ihre Taten jedoch nicht.

Der Autor hat mich sehr gut unterhalten. Durch den geschickten Spannungsaufbau ist es mir schwergefallen, das Buch aus der Hand zu legen.

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  • Historisch