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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2025

5 ⭐

Hunting down the Huntress
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"Hunting Down the Huntress" ist für mich bislang ganz klar das Highlight der "Prophecy of Destiny and Time"-Reihe. Sarah Baines widmet sich hier Nikaia, der Göttin der Jagd, und Onys, dem Gott des Wahnsinns ...

"Hunting Down the Huntress" ist für mich bislang ganz klar das Highlight der "Prophecy of Destiny and Time"-Reihe. Sarah Baines widmet sich hier Nikaia, der Göttin der Jagd, und Onys, dem Gott des Wahnsinns – und erschafft eine Geschichte, die ebenso verstörend wie berührend, ebenso wild wie überraschend zärtlich ist.

Was zunächst wie eine klassische Entführungsgeschichte wirkt, entpuppt sich schnell als vielschichtige Auseinandersetzung mit Legenden, Wahrheit und Perspektive. Die Gerüchte um Onys und Nikaia stehen im starken Kontrast zu dem, was sich zwischen den Seiten tatsächlich entfaltet. Gerade dieses Spiel mit Erwartung und Twist macht die Geschichte so faszinierend – besonders für Fans des hunter becomes the hunted-Tropes (wie mir haha), der hier schlicht perfekt umgesetzt ist.

Onys’ Reich ist eines der eindrucksvollsten Worldbuilding-Elemente der Reihe: surreal, schillernd, manchmal verstörend, aber voller Wärme und Akzeptanz. Der "Wahnsinn" wird nicht als Chaos, sondern als alternative Ordnung erzählt – als ein Ort, an dem das Anderssein endlich Raum bekommt. Das ist mutig, poetisch und erstaunlich philosophisch.

Die Dynamik zwischen Nikaia und Onys lebt von Spannung, Machtverschiebung und emotionaler Tiefe. Ihre Entwicklung – von Angst und Misstrauen hin zu Verständnis, Nähe und echter Verbundenheit – fühlt sich intensiv, aber glaubwürdig an. Die Romance ist düster, aufgeladen und dennoch von Respekt getragen.

Sarah Baines verbindet hier gekonnt Romance, Mythologie, Intrigen, Action und eine klare emotionale Botschaft. "Hunting Down the Huntress" hat mich gefordert, verwirrt, berührt und begeistert – und genau deshalb ist es mein bisheriger Lieblingsband der Reihe.

Ein absolutes Must-Read für alle, die düstere Fantasy Romance mit Tiefe lieben.

Veröffentlicht am 19.12.2025

0 ⭐

Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen
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Ich lese durchaus gern Erotika, weshalb ich diesem Buch trotz anfänglicher Skepsis eine Chance geben wollte. Etwa zur Hälfte habe ich jedoch abgebrochen.

Ausschlaggebend dafür war weniger der explizite ...

Ich lese durchaus gern Erotika, weshalb ich diesem Buch trotz anfänglicher Skepsis eine Chance geben wollte. Etwa zur Hälfte habe ich jedoch abgebrochen.

Ausschlaggebend dafür war weniger der explizite Inhalt als vielmehr die dargestellte Beziehungsdynamik. Die Beziehung wird als reizvoll und begehrenswert inszeniert, basiert jedoch auf einem deutlichen Machtungleichgewicht, emotionalem Druck und wiederholter Manipulation. Zwar wird formell über Zustimmung gesprochen, diese wird jedoch durch Anas Unerfahrenheit und Unsicherheit narrativ entwertet. Für mich wirkte das nicht provokant, sondern problematisch.

Auch die Charakterzeichnung konnte mich nicht überzeugen. Ana bleibt über weite Strecken passiv und inkonsequent, während Christians Verhalten trotz kontrollierender und psychisch bedenklicher Züge romantisiert wird. Die Anziehung zwischen den beiden erschien mir nicht organisch, sondern konstruiert.

Stilistisch empfand ich den Text als repetitiv und unnötig ausufernd. Die innere Monologführung ist ermüdend, Tonfall und Sprache schwanken, und das Buch hätte deutlich von einer strafferen Redaktion profitiert.

Insgesamt war diese Lektüre nichts für mich. Ich kann nachvollziehen, warum das Buch Aufmerksamkeit erlangt hat, empfand es jedoch eher als verstörend denn fesselnd und habe mich bewusst gegen eine Weiterführung entschieden.

Veröffentlicht am 19.12.2025

3 ⭐

Shadow Games. Spiele aus Blut und Schatten
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Der Roman überzeugt in erster Linie durch seine dichte, düstere Atmosphäre. Lisa Schubert gelingt es, eine Welt zu erschaffen, in der Macht, Gewalt und Verführung eng miteinander verwoben sind. Das Setting ...

Der Roman überzeugt in erster Linie durch seine dichte, düstere Atmosphäre. Lisa Schubert gelingt es, eine Welt zu erschaffen, in der Macht, Gewalt und Verführung eng miteinander verwoben sind. Das Setting – eine von Vampiren dominierte Gesellschaft und die brutalen Shadow Games – ist wirkungsvoll umgesetzt und trägt die Geschichte über weite Strecken.

Fayna ist eine grundsätzlich starke Protagonistin, deren innere Konflikte nachvollziehbar dargestellt werden. Ihre Abneigung gegenüber Vampiren wirkt begründet, und positiv fällt auf, dass sie trotz emotionaler Anziehung ihre Handlungsfähigkeit behält. Die Dynamik zwischen ihr und Nicholas lebt von Spannung, Misstrauen und moralischen Gegensätzen, bleibt jedoch insgesamt vorhersehbar. Auch Nicholas wirkt stellenweise zu naiv für seine Rolle, was seine Autorität und Tiefe etwas schmälert.

Der Schreibstil ist bildhaft und atmosphärisch, neigt jedoch dazu, sich im Mittelteil zu verlieren. Längere Passagen innerer Monologe bremsen den Erzählfluss, sodass Tempo und Spannung zeitweise deutlich abfallen. Zudem erinnert die Grundidee stark an bekannte Dystopie- und Romantasy-Motive, ohne ihnen konsequent eine eigene Richtung zu geben.

Insgesamt ist das Buch solide umgesetzt und gut lesbar, bietet jedoch wenig Überraschendes. Ein ordentlicher Auftakt mit starken Momenten, aber auch klaren Schwächen in Originalität und Erzählökonomie.

Veröffentlicht am 19.12.2025

2 ⭐

Deepest Emotion
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Der Roman verfügt über einen grundsätzlich guten Schreibstil, konnte mich inhaltlich jedoch nicht überzeugen. Die Charaktere wirkten auf mich zunehmend anstrengend, zudem störten häufige Wiederholungen, ...

Der Roman verfügt über einen grundsätzlich guten Schreibstil, konnte mich inhaltlich jedoch nicht überzeugen. Die Charaktere wirkten auf mich zunehmend anstrengend, zudem störten häufige Wiederholungen, die die Geschichte unnötig in die Länge zogen. Eine straffere Erzählweise hätte dem Buch spürbar gutgetan.

Obwohl die Grundidee und die behandelten Themen Potenzial besitzen, fiel mir der Zugang schwer – insbesondere die Darstellung häuslicher Gewalt empfand ich als belastend und habe entsprechende Passagen übersprungen. Auch insgesamt blieb die Handlung für mich zu vorhersehbar und emotional überladen.

Bereits der erste Band hatte mich nur bedingt abgeholt, und leider konnte auch der zweite Teil meine Erwartungen nicht erfüllen. Insgesamt vergebe ich daher erneut 2 ⭐.

Veröffentlicht am 19.12.2025

4 ⭐

The Jewel Secrets (1). Um dieses Spiel zu gewinnen, musst du dich in deinen größten Feind verlieben
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Der Auftakt dieser Dilogie verbindet das beliebte Motiv eines Erbschaftsspiels mit Suspense- und Romance-Elementen und entfaltet daraus eine insgesamt fesselnde, wenn auch nicht durchgehend fokussierte ...

Der Auftakt dieser Dilogie verbindet das beliebte Motiv eines Erbschaftsspiels mit Suspense- und Romance-Elementen und entfaltet daraus eine insgesamt fesselnde, wenn auch nicht durchgehend fokussierte Geschichte. Die Grundidee – ein Wettstreit um ein Vermögen, verknüpft mit Rätseln, Geheimnissen und emotionalen Abhängigkeiten – erzeugt von Beginn an Neugier und eine dichte Atmosphäre.

Besonders das Setting überzeugt: Die abgeschiedene Insel und die weitläufige Villa mit ihren verschlossenen Räumen schaffen ein wirkungsvolles Spannungsfeld, das konsequent genutzt wird. Die Rätsel sind kreativ gestaltet und fügen sich stimmig in das Gesamtbild ein. Gleichzeitig bleibt jedoch der Eindruck, dass dieses Element zugunsten zahlreicher Nebenhandlungen stellenweise in den Hintergrund rückt. Eine stärkere Konzentration auf das zentrale Geheimnis hätte der Erzählung zusätzliche Klarheit verliehen.

Die Protagonistin Darcy ist glaubwürdig gezeichnet. Ihre psychische Verletzlichkeit und die Spuren ihrer Vergangenheit werden sensibel in die Handlung eingebettet und verleihen ihrem Charakter Tiefe. Ihr innerer Konflikt steht in einem spannenden Kontrast zu der glamourösen, aber feindseligen Umgebung, in die sie gerät. Die Nebencharaktere bleiben bewusst ambivalent; Loyalitäten sind schwer einzuordnen, was das Misstrauen innerhalb der Gruppe verstärkt und die Spannung trägt.

Die romantische Komponente entwickelt sich zurückhaltend und ist von Skepsis geprägt. Die Dynamik zwischen Anziehung und Vorsicht wirkt dabei nachvollziehbar, bleibt jedoch klar in das größere Machtspiel eingebettet. Liebe erscheint hier weniger als Zuflucht denn als potenzielles Risiko.

Insgesamt überzeugt der Roman durch Atmosphäre, Tempo und eine geschickt aufgebaute Unsicherheit. Kleinere strukturelle Schwächen – insbesondere die Vielzahl paralleler Handlungsstränge – trüben den Gesamteindruck nur geringfügig. Der offene Schluss verstärkt den Eindruck eines bewusst angelegten Spannungsbogens und macht neugierig auf die Fortsetzung, die zahlreiche offene Fragen aufgreifen muss.