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Veröffentlicht am 29.03.2025

Charmanter und tragikomischer Roman über versteckte Botschaften in Büchern und eine Jahrzehnte andauernde, besondere Liebe

Die Bibliothek der geborgten Herzen
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Chloe Sampson arbeitet in der Bibliothek in der Kleinstadt Colville und hat dort im Keller eine seltene Ausgabe des Romans "Wendekreis des Krebses" aus den 1960er-Jahren gefunden, in welche Anmerkungen ...

Chloe Sampson arbeitet in der Bibliothek in der Kleinstadt Colville und hat dort im Keller eine seltene Ausgabe des Romans "Wendekreis des Krebses" aus den 1960er-Jahren gefunden, in welche Anmerkungen von offenbar zwei Liebenden geschrieben wurden. Sie sucht nach weiteren Exemplaren mit ähnlichen Notizen, um die Kommunikation der beiden weiter zu verfolgen. Als ihr mürrischer alter Nachbar Jasper Holmes ihr einen Scheck in Höhe von mehreren tausend Dollar für das Buch ausstellt, wird ihr klar, dass Jasper ein sehr persönliches Interesse daran hat.
Trotz ihrer Geldsorgen, die Chloe als Verantwortliche für ihre drei Geschwister hat, löst sie den Scheck nicht ein und versucht herauszufinden, was mit den beiden tragischen Liebenden geschehen ist, für die es offenbar kein romantisches Happy End gab.

Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen und wird aus mehreren Perspektiven der handelnden Personen erzählt.
In der Gegenwart hat es die 24-jährige Chloe nicht einfach, die ihr Studium aufgegeben hat, um sich um ihre drei Halbgeschwister zu kümmern, die ihre Mutter im Stich gelassen hatte. Chloe kommt finanziell kaum um die Runden und wird von der Verantwortung erdrückt, die es ihr nicht erlaubt, ein unabhängiges Leben zu führen. Zudem hat sie noch regelmäßig Ärger mit ihrem griesgrämigen Nachbarn, der keine Menschenseele näher an sich heranlässt.
Das ändert sich mit dem Fund mehrere Bücher und den Liebesbotschaften, die darin enthalten sind und eine geheimnisvolle Affäre enthüllen. Jasper zeigt sich untypisch hilfsbereit, als er seine Tür für Chloes Geschwister öffnet und sie begibt sich neugierig geworden auf eine literarische Schnitzeljagd.

Rückblenden in die Vergangenheit in das Jahr 1960 zeigen, wie es zu den Randnotizen in den Büchern gekommen ist und wie sich die Liebe zwischen Jasper und Catherine entwickelte, die keine Zukunft hatte.

Die Geschichte ist durch die Perspektivenwechsel und Erinnerungen an vergangene Zeiten abwechslungsreich geschildert. Durch die etwas verschrobenen Charaktere, die witzigen Dialoge und die feine Ironie, die das Buch durchzieht, ist der Roman humorvoll geschrieben. Trotz vieler amüsanter Szenen entwickelt das Buch aber auch eine Tragik und hat ernsthafte Untertöne auf beiden Zeitebenen.
Es handelt von einer Liebesgeschichte, die - anders als in den romantischen Romanen, die Jasper gerne liest - nicht mit einem Happy End endete. Es geht um einsame Seelen und um eine unerwartete Freundschaft, um schmerzhafte Erfahrungen, Verbitterung, geplatzte Träume und schwere Entscheidungen, aber auch um Zusammenhalt, Hoffnung, Versöhnung und den individuellen Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit.
Die Charaktere sind liebevoll und individuell gezeichnet und auch wenn man wahrlich nicht jede Entscheidung nachvollziehen kann, macht genau das den Reiz der Geschichte aus, die damit weniger vorhersehbar wird, als man in dem Genre annehmen möchte.

"Die Bibliothek der geborgten Herzen" ist ein äußerst charmanter, tragikomischer Roman, der zeigt, wie Bücher Menschen zusammenbringen können und dass man die Hoffnung auf ein glückliches Ende - wie es in so vielen Romanen vorgelebt wird - nicht aufgeben sollte. Bezug genommen wird dabei auf verschiedene Klassiker der Literatur, wobei es nicht notwendig ist, die Geschichten im Detail zu kennen. Die Botschaften erschließen sich beim Lesen ganz von selbst. Eine Übersicht über die erwähnten Romane findet sich als Literaturliste im Anhang.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Spannende Mischung aus Thriller und Drama mit einer wendungsreichen Spurensuche vor malerischer Kulisse, die sehnsüchtig macht

The Surf House
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Nach einem Fotoshooting in Marrakesch schmeißt das unglückliche britische Model Bea Williams ihren Job hin und wird anschließend in den Gassen der marokkanischen Stadt von zwei Männern überfallen. Eine ...

Nach einem Fotoshooting in Marrakesch schmeißt das unglückliche britische Model Bea Williams ihren Job hin und wird anschließend in den Gassen der marokkanischen Stadt von zwei Männern überfallen. Eine fremde Frau kommt ihr zu Hilfe und bietet ihr einen Unterschlupf in ihrem Guest House an der Küste des Atlantiks in Mallah an. Ohne Reisepass und ungewiss über ihre Zukunft ist Bea froh, in dem Surf House unterzukommen und fühlt sich dort am Meer frei wie nie. Gegen Kost und Logis hilft Bea Marnie mit den Gästen aus, doch der Überfall zieht weitreichende Folgen nach sich.
Als sich ein solventer Amerikaner in einem Studio des Gästehauses einquartiert, der auf der Suche seiner Schwester ist, die vor einem Jahr bei Marnie gewohnt hatte, beschließt Bea ihm zu helfen. Gemeinsam fördern sie Ungereimtheiten über Savannahs Aufenthalt und anschließende Abreise zutage, die zeigen, dass Bea niemandem hier trauen kann.

Der Roman handelt in der Gegenwart ab September in Marrakesch und dem fiktiven Küstenort Mallah, der sich als Surf Hotspot für Urlauber und Aussteiger entpuppt hat. Darüber hinaus gibt es einzelne Rückblenden in das Jahr zuvor, als sich die amerikanische Tramperin Savannah am selben Ort wie Bea aufgehalten hat und letztlich spurlos verschwand.

Bea hat unter dem Druck ihrer Mutter erfolgreich gemodelt, ist um die Welt gereist und hat keinen Ort, den sie Zuhause nennen kann. In Mallah fühlt sie sich geborgen, nicht mehr eingeengt in ein Leben, das nicht zu ihr passt und liebt es, die Meeresluft zu atmen und auf den Wellen zu reiten. Das Surferparadies ist für sie der Inbegriff von Freiheit, doch der Friede ist trügerisch. Bea wird erpresst, eine Frau in ihrem Alter wird vermisst und einer der Gäste kommt beim Surfen ums Leben. Die Polizei erscheint korrupt und auch in dem Gästehaus, wo Surfer aus aller Welt ein- und ausgehen und abends feiern, weiß Bea bald nicht mehr, wem sie trauen kann.

Die Geschichte ist eine Mischung aus Thriller und Drama vor malerischer Kulisse. Durch die bildhaften Beschreibungen wird man unmittelbarer nach Marokko versetzt, hat das Meer und die Wüstenlandschaft vor Augen, spürt die Sehnsucht der Figuren nach selbst bestimmten Leben in Freiheit und den Adrenalinrausch beim Surfen.
Geschildert wird eine Spurensuche, wobei Vergangenheit und Gegenwart durch offenkundige Parallelen geschickt miteinander verbunden werden. Es entsteht eine andauernde unterschwellige Spannung und das Gefühl einer drohende Gefahr bei der Suche nach Wahrheit.
Neben der Erpressung, die Bea zwingt zu bleiben und ihre selbst gewählte Freiheit doch wieder begrenzt, sind es die Nachforschungen zu der vermissten Amerikanerin und die Geheimnisse, die Beas neue Freunde bergen, die fesseln.

Die gefährliche Spurensuche ist wendungsreich und gipfelt in einem Drama, das eine Verkettung falscher und verzweifelter Entscheidungen entschlüsselt und aufzeigt, wozu Menschen bereit sind, um ihre Träume und Geheimnisse zu schützen.

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Veröffentlicht am 25.03.2025

Ein Familiendrama mit atmosphärischem Setting, geprägt von Geheimnissen und fatalen Fehlentscheidungen über Generationen hinweg

Stromlinien
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Die 17-jährigen Zwillingsschwestern Enna und Jale leben bei ihrer schweigsamen Oma Ehmi in einem Dorf an der Lühe im Alten Land. Gespannt zählen sie die letzten Tage und Stunden hinunter bis ihre Mutter ...

Die 17-jährigen Zwillingsschwestern Enna und Jale leben bei ihrer schweigsamen Oma Ehmi in einem Dorf an der Lühe im Alten Land. Gespannt zählen sie die letzten Tage und Stunden hinunter bis ihre Mutter Alea aus dem Gefängnis entlassen wird. Sie kennen ihre Mutter nur als Insassin und wissen noch nicht einmal, warum sie zu einer so hohen Haftstrafe verurteilt wurde. Als der Tag der Entlassung gekommen ist, erscheint Alea nicht am vereinbarten Treffpunkt und auch Jale ist spurlos verschwunden. Während ein Boot sinkt und die Polizei nach Alea als mutmaßlich Schuldiger sucht, sucht Enna verzweifelt nach ihrer Schwester, der sie so nah war und die doch Geheimnisse vor ihr hatte.

Der Roman wird in der Gegenwart im August 2023 aus der Perspektive der unangepassten Enna geschildert, die nicht nur aufgrund der Inhaftierung ihrer Mutter schon immer eine Außenseiterin war. Sie kann nicht verstehen, wo ihre Schwester ohne sie hingegangen ist, macht sich Sorgen und sucht sie mit Hilfe eines Mitschülers, der sich als treuer Freund herausstellt. Während ihrer Suche zwischen Verzweiflung und Wut erfährt sie endlich den Grund für die Haft ihrer Mutter und warum sich ihre Oma und Großtante entzweit haben.

Daneben gibt es gleich mehrere Erzählstränge der Vergangenheit, die wenige Monate zuvor, Mitte der 1980er, Ende der 1970er und bis ins Jahr 1923 zurückreichen und dabei Ereignisse schildern, die die Leben der Vorfahren von Enna und Jale geprägt haben und aufgrund der Schuld und der Geheimnisse, die sie auf sich geladen haben, bis in die Gegenwart wirken und für neue Konflikte sorgen, die Enna noch nicht versteht.

Die Geheimnisse werden nur sehr allmählich gelüftet. Lange tappt man als Lesender im Dunkeln und fragt sich, wie die einzelnen Erzählstränge zusammenhängen und was die handelnden Personen in der Vergangenheit getan haben. Die Undurchsichtigkeit sorgt zwar für Spannung, aber auch für eine Unruhe, da viele Details unnötig lange im Verborgenen bleiben und die Handlung in der ersten Hälfte des Romans kaum voranschreitet und mit vielen Fragezeichen belegt ist.
Erst als sich im zweiten Teil die Handlungsstränge verknüpfen und bisher Unausgesprochenes offenbart wird, können die Geschichte und die Figuren auch Emotionen wecken und entfalten passend zur Elbströmung einen Lesesog.

Die Geschichte ist voller Dramatik und falscher Entscheidungen, wobei man sich mehr als einmal fragt, warum die Protagonisten so handeln wie sie es tun. Auch wenn es Erklärungen durch vorangegangene Traumata und schreckliche Tragödien gibt, die mitunter historische Vorbilder haben, stören die ewigen Geheimnisse den Lesefluss und lassen mitunter an der Glaubwürdigkeit der Figuren zweifeln.

Neben den folgenschweren Geheimnissen handelt der Roman von schwierigen Schwesternbeziehungen, von Buße, Einsamkeit, Vergeltung und dem engen Band einer Familie. Die Geschichte besticht durch bildhafte Naturbeschreibungen, die für Atmosphäre sorgen und wird mit sanfter Melancholie erzählt. Es ist ein Familiendrama, das seine Wurzeln tief in der Vergangenheit hat und von einer fatalen Verkettung von Fehlentscheidungen handelt, die den Roman am Ende fast zu einem Thriller werden lassen.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Feel-Good-RomCom mit wenig Gefühl, die durch die übertriebenen Aktionen der Protagonisten wenig authentisch wirkt

Note to myself: Liebe ist keine Option
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Alice wurde von ihrem Freund, mit dem sie drei Jahre zusammen war, betrogen und möchte sich deshalb erst einmal auf sich konzentrieren und nicht so schnell eine neue Beziehung eingehen. Sie hat jedoch ...

Alice wurde von ihrem Freund, mit dem sie drei Jahre zusammen war, betrogen und möchte sich deshalb erst einmal auf sich konzentrieren und nicht so schnell eine neue Beziehung eingehen. Sie hat jedoch nicht mit Lennon gerechnet, den sie unmittelbar nach der Trennung von Bennet kennenlernt und der sich mächtig ins Zeug legt, um sie davon zu überzeugen, dass nicht alle Männer Schweine sind.
Probleme in Sachen Männer hat auch Alices beste Freundin Zara, in deren Buchhandlung in Manhattan Alice arbeitet. Ihr Loveinterest Fred ist so schüchtern, dass sie einfach nicht an ihn herankommt. Alices Kollege Tobey sabotiert hingegen seine eigene Beziehung. Er scheut Liebeszuneigungen in der Öffentlichkeit und riskiert damit die Trennung von Matt.

"Note to myself: Liebe ist keine Option" ist der erste Band einer Liebesromanreihe mit dem Schauplatz New York.

Trotz des Betrugs und der unmittelbar daran anschließenden Trennung beginnt der Roman amüsant und unterhaltsam. Der Schreibstil ist lebendig und das Setting mit dem süßen Kinderbuchladen, in dem Alice nicht nur arbeitet sondern auch gleichzeitig mit ihrer besten Freundin zusammen sein kann, passt zudem gut zu dem Feel-Good-Roman.

Dass die Geschichte in Bezug auf Alices Liebesleben vorhersehbar ist, ist nicht weiter störend. Bei einem Liebesroman dieser Art ist schließlich der Weg das Ziel.
Die Umsetzung ist jedoch nur teilweise gelungen. Ein Leben mitten in Manhattan passt nicht wirklich zu den jungen Protagonisten, die allesamt nicht im Finanzsektor arbeiten. Zudem merkt man schon allein an der falschen Schreibweise der Straßenbezeichnungen ("23th Street"), dass das Buch nicht von einer Amerikanerin geschrieben ist. Ein Kleinstadtsetting, da sich ohnehin alle kennen (selbst in Restaurants und Bars werden die Charaktere namentlich begrüßt), wäre stimmiger.
Der Gegensatz Bennet: Red Flag, Lennon: Green Flag wird bis ins Absurde ausgereizt. Während Betrüger Bennet sich reichlich dumm ins Abseits manövriert, ist der gut aussehende Lennon mit seinen unaufhörlichen romantischen Überraschungen für Alice einfach nur aalglatt.
Die Nebenhandlungen wie Tobeys Beziehungsprobleme, Freds Schüchternheit oder der Wettbewerb von Macy`s werden uninspiriert mit Alices Geschichte verbunden. Ein Fokus auf nur einen weiteren Aspekt hätte dem Roman mehr Tiefe geben können. Gerade die Spendenaktion wäre eine Möglichkeit gewesen, dass sich Alice und Lennon auf andere Art und Weise näher kommen als nur das Umgarnen von Lennon.

"Note to myself" beginnt humorvoll und ist mit Alices Listen vor jedem Kapitel ein origineller Aufhänger, aber die Liebesgeschichte kommt ohne jegliche Gefühle aus und das Verhalten der Charaktere ist im weiteren Verlauf so überzogen, dass die Geschichte in ihrem Kern wenig authentisch wirkt. Gelungen ist jedoch die Darstellung der Freundschaft von Alice und Zara, denn die beiden sind bedingungslos für einander da.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Eine sichere Welt für Frauen? Originelle Dystopie um die massive Einschränkung der Rechte von Männern, gekoppelt an einen spannenden Kriminalf

After Dark
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Im Jahr 2023 wurde gesetzlich die Ausgangssperre für Männer zwischen 19 Uhr und 7 Uhr in Großbritannien eingeführt. Zur Kontrolle müssen alle Männer und Jungen ab 10 Jahre eine elektronische Fußfessel ...

Im Jahr 2023 wurde gesetzlich die Ausgangssperre für Männer zwischen 19 Uhr und 7 Uhr in Großbritannien eingeführt. Zur Kontrolle müssen alle Männer und Jungen ab 10 Jahre eine elektronische Fußfessel tragen. Das System hat sich seit Jahren etabliert. Frauen können nun endlich wieder sicher und angstfrei auch nachts auf den Straßen sein - bis eine Frauenleiche in einem Park gefunden wird.
Pamela, die kurz vor dem Ruhestand steht, nimmt die Ermittlungen auf. Das Gesicht der Frau ist grauenvoll zugerichtet und an der Leiche werden DNA-Spuren eines Mannes gefunden. Schon aufgrund der körperlichen Gewalteinwirkung kann sich Pamela nicht vorstellen, dass die Frau von einer anderen Frau getötet wurde. Ihr Ermittlungsansatz gerät allerdings ins Hintertreffen, denn es kann nicht sein, was nicht sein darf.
Vier Wochen zuvor arbeitet Sarah als Controllerin im Frauenschutzamt. Sie fürchtet die Entlassung ihres Ex-Ehemannes aus dem Gefängnis und ist mit der Erziehung ihrer siebzehnjährigen Tochter Cass überfordert, die rasend vor Wut auf ihre Mutter ist.
Helen ist Lehrerin und unterrichtet Frauengeschichte. Sie träumt davon Mutter zu werden und ist der Meinung mit Tom endlich den richtigen Partner gefunden zu haben. Ihre Freundin Mabel ist hingegen skeptisch und auch Helen spürt nach der Bewilligung der Lebensgemeinschaft, dass Tom doch nicht so perfekt ist.

"After Dark" ist eine Dystopie, die ungefähr 20 Jahre in der Zukunft handelt. Sie wird in der Gegenwart aus der Ich-Perspektive der Ermittlerin Pamela geschildert, die noch weiß, wie das Land vor der Ausgangssperre für Männer aussah und im Gegensatz zu ihren jüngeren Kolleginnen eine unvoreingenommene Sicht auf die Ermittlungen hat.

Vier Wochen vor dem Leichenfund werden die Lebensumstände abwechselnd aus den Perspektiven von Sarah, Cass und Helen geschildert. Auf diese Weise erhält man einen umfassenden Einblick in ein Land, in der Männer nachts eingesperrt werden und in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden, was massive Auswirkungen auf den Arbeitsalltag und die Gesellschaft hat.
Die Geschichte ist abwechslungsreich und lebendig und es fällt nicht schwer, sich eine derartige Situation nach einer entsprechenden Gesetzesänderung vorzustellen. Auch ist anhand der Darstellung aus vier unterschiedlichen Perspektiven anschaulich dargestellt, wie die Frauen sich fühlen, wie sie sich mit einem solchen System auseinandersetzen, es widerspruchlos akzeptieren, es unterstützen oder dagegen rebellieren.
Die Ereignisse in der Vergangenheit erzeugen gleichzeitig eine fesselnde Spannung, welcher Zusammenhang zu der toten Frau besteht und welche der Frauen aus welchem Grund sterben musste.

Die Ausgangssituation ist originell und die Umsetzung gelungen. Die Geschichte ist eindringlich und spannend aufgebaut und stimmt nachdenklich, ob man selbst als Frau in einer solchen Welt leben möchte. Sicherheit um jeden Preis? Und kann es eine 100%ige Sicherheit überhaupt geben?

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