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Veröffentlicht am 02.02.2022

Spannendes Familiendrama mit dunklen Geheimnissen, die schrittweise entschlüsselt werden und Erschütterndes einer dysfunktionalen Familie offenbaren.

Das Geheimnis des Sturmhauses
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Rita Murphy arbeitet als Kindermädchen bei der Familie Harrington. Nach einem Brand müssen sie ihr Haus verlassen und ziehen in das abgelegene Haus Foxcote Manor in den Wäldern Englands. Jeannie Harrington ...

Rita Murphy arbeitet als Kindermädchen bei der Familie Harrington. Nach einem Brand müssen sie ihr Haus verlassen und ziehen in das abgelegene Haus Foxcote Manor in den Wäldern Englands. Jeannie Harrington versinkt nach einer Tragödie in Trauer und blüht erst wieder auf, als ihre Tochter ein wenige Wochen altes Baby auf dem Anwesen findet, das offenbar von einer verzweifelten Mutter abgelegt worden war. Rita möchte die Behörden verständigen, aber Jeannie möchte das Geheimnis wahren. Rita kümmert sich liebevoll um die drei Kinder, verurteilt aber das Verhalten Jeannies, die noch mehr zu verbergen hat. Das junge Kindermädchen fühlt sich zunehmend unwohler und dann wird auch noch ein Toter auf dem Anwesen aufgefunden.
Jahrzehnte später versucht Ritas Tochter Sylvie, als deren Mutter einen Unfall erleidet und schwer verletzt bewusstlos im Krankenhaus ist, herauszufinden, was sich im Sommer 1971 in Foxcote Manor ereignet hat und warum ihre Mutter ihr insbesondere nie von dem Todesfall erzählt hat.

Der Roman wird aus drei Perspektiven geschildert. In der Vergangenheit ist es die Sicht von Rita und Jeannies Tochter Hera in dritter Person, in der Gegenwart die Sicht von Sylvie als Ich-Erzählerin.
Die 46-jährige Sylvie wird nach der Trennung von ihrem Ehemann mit mehreren einschneidenden Ereignissen konfrontiert. Ihre Mutter befindet sich nach einem Unfall im Krankenhaus und ihre 18-jährige Tochter Annie ist ungewollt schwanger. Beides trägt dazu bei, dass Sylvie endlich mehr über ihre Herkunft herausfinden möchte, denn die Umstände ihrer Adoption sind mehr als ungewöhnlich. Parallel dazu erzählen Rückblenden in die Vergangenheit die Ereignisse des Sommers 1971, die peu à peu zur Aufklärung von Sylvies Wurzeln beitragen. Rita ist jung und unerfahren und hat mit einem Gewissenskonflikt zu kämpfen. Einerseits kann sie das Verhalten ihrer Arbeitgeberin nicht gutheißen, andererseits empfindet sie eine Solidarität für sie, nachdem ihre Ehemann Rita als Spitzel benutzen möchte. In erster Linie möchte sie allerdings für die Kinder des Ehepaars da sein. Die ältere Hera leidet darunter von ihrer depressiven Mutter kaum wahrgenommen zu werden und entwickelt in ihrer Sehnsucht nach Liebe gefährliche Züge, um Aufmerksamkeit zu erregen.
In Bezug auf den Todesfall verrät der Klappentext fast zu viel, denn die Geschehnisse in der Vergangenheit entwickeln sich eher gemächlich. Die Atmosphäre ist dabei unheimlich und mysteriös. Es ist zu spüren, dass ein Sturm aufzieht und dass die Ereignisse in dem Herrenhaus zu einer Katastrophe führen werden und man fiebert unweigerlich darauf hin.
Mini-Cliffhanger am Ende der Kapitel auf beiden Zeitebenen sorgen für Spannung, genauso wie die Frage, was die Herkunft des Findelkindes betrifft und bei wem es sich um den Toten handeln mag.

"Das Geheimnis des Sturmhauses" ist ein spannendes Familiendrama mit dunklen Geheimnissen, die in der Vergangenheit ruhen, die durch die Verknüpfung beider Erzählebenen schrittweise entschlüsselt werden. Die Offenbarungen sind erschütternd und zeugen von einer verzweifelten, dysfunktionalen Familie. Selbst als man denkt, alle Geheimnisse zu kennen, wird man am Ende noch mit einem Plottwist überrascht.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2022

Mischung aus Thriller, Krimi und Familiendrama - keine komplexe Handlung und etwas überzogene Verhaltensweisen der Protagonisten, aber dennoch spannend und schlüssig.

Perfect Day
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Seit vierzehn Jahren verschwinden in Berlin Mädchen im Grundschulalter und werden wenig später tot aufgefunden. Der Täter markiert den Weg zu den Leichen mit roten Schleifen, um die Polizei darauf aufmerksam ...

Seit vierzehn Jahren verschwinden in Berlin Mädchen im Grundschulalter und werden wenig später tot aufgefunden. Der Täter markiert den Weg zu den Leichen mit roten Schleifen, um die Polizei darauf aufmerksam zu machen.
Beim Fundort der letzten Leiche wird ein Mann von einem Zeugen gesehen und als dringend tatverdächtig verhaftet. Es handelt sich um den Philosophieprofessor und Anthropologen Walter Lesniak, der bislang ein unbescholtenes Leben führte. Seine Tochter Ann kann sich nicht vorstellen, dass ihr Vater etwas mit den Taten zu tun hat und versucht seine Unschuld zu beweisen, als dieser schweigend in Untersuchungshaft sitzt. Während der Anwalt ihres Vaters Ann zu passiv ist, erhält sie Unterstützung von einem Journalisten, der eine große Story wittert.

Der Roman ist überwiegend aus der Ich-Perspektive der Tochter des mutmaßlichen Täters geschrieben. Ihr ganzes Leben ist seit der Verhaftung ihres Vaters ins Ungleichgewicht geraten. Sie verstrickt sich in Lügen und Legenden, um sich zu tarnen und gleichzeitig für die Freilassung ihres Vaters zu kämpfen. Sie ist nervös und reagiert fahrig, neigt zu übertriebener Aggressivität. Ihre Wut und ihre Verzweiflung sind spürbar.
Neben der Sicht Anns gibt es eine "Wir"-Perspektive, bei der es sich um den mutmaßlichen Täter und sein Opfer handelt. Die Beschreibungen sind nicht detailliert, aber dennoch grausam. Man mag sich nicht vorstellen, was die jungen Mädchen vor ihrem Tod durchmachen mussten.
Weiterhin erhält man Einblicke in Anns Kindheit, die wie ein Tagebuch verfasst sind und die für ihr Alter als Sieben- bis Elfjährige sehr reif wirken und nachdenklich stimmen.
Durch ein Gespräch mit dem Täter dreieinhalb Jahre nach der Verhaftung von Walter Lesniak erhält man Gewissheit, dass der wahre Täter gefasst wurde. Es ist jedoch unklar, um wen es sich handelt. In der Befragung wirkt er eloquent und fast schon überheblich. Er fühlt sich dem Gesprächspartner überlegen und zeigt keinerlei Emotionen oder gar Schuldgefühle.

Die unterschiedlichen Abschnitte sind klar gekennzeichnet, so dass die Perspektivwechsel nicht verwirrend wirken. der Leser wird bei der Tätersuche, die nicht aus der Sicht der Polizei, die bereits einen Täter verhaftet hat, sondern allein aus Anns Sicht geschildert ist, mehrfach auf falsche Fährten geführt. Anns Handlungen sind unüberlegt und unorthodox. Während ihrer Recherchen begegnet sie verschiedenen Personen, die sich seltsam verhalten und verdächtig machen.

Auch wenn vieles in der Geschichte überzogen wirkt und sich nicht nur Ann mitunter extrem verhält, ist der Thriller fesselnd geschrieben. Durch das beharrliche Schweigen des mutmaßlichen Täters, die Undurchsichtigkeit der Charaktere sowie zahlreiche Wendungen fesselt die Suche Anns nach dem Schleifenmörder unwillkürlich, wobei man sich bis zum Schluss nicht sicher sein kann, ob Ann nicht zumindest mittelbar mit dem Schleifenmörder verstrickt ist.

Der Thriller ist zwar nicht wirklich komplex und die Charaktere alles andere als sympathisch, aber dennoch entwickelte die Geschichte eine Sogwirkung, weshalb sie mich insgesamt fesseln, gut unterhalten und mit einer schlüssigen Auflösung überzeugen konnte. Die Geschichte zeigt eindrücklich, wie sehr die Angehörigen - seien es die der Opfer oder die der Täter - unter den Taten leiden und welche krassen Auswirkungen sie auf ihr Verhalten und ihr Leben haben kann. Die Mischung aus Thriller, Krimi und Familiendrama hat mir gut gefallen.

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Veröffentlicht am 29.01.2022

Jahrzehntelange Freundschaft dreier Frauen mit all ihren Höhen und Tiefen - abwechslungsreich, lebendig und emotional.

Nur wir drei
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Nach einem Prolog in der Gegenwart wird die/ der Leser*in 31 Jahre zurück in das Jahr 1986 versetzt. Catrin Kelly, Judith Harris und Lana Llyod sind beste Freundinnen seit sie fünf Jahre alt sind und reisen ...

Nach einem Prolog in der Gegenwart wird die/ der Leser*in 31 Jahre zurück in das Jahr 1986 versetzt. Catrin Kelly, Judith Harris und Lana Llyod sind beste Freundinnen seit sie fünf Jahre alt sind und reisen nach ihrem Schulabschluss gemeinsam nach Griechenland, um noch einmal Zeit miteinander zu verbringen, bevor sich ihre Wege trennen werden. Während die bodenständige Catrin in Wales bleibt, um in Cardiff Medizin zu studieren, zieht die von einer instabilen Familie geprägte Judith für ein Studium der Wirtschaftswissenschaften nach London und die quirlige Lana besucht eine Schauspielschule in Guildford.
Auch wenn sich die drei Freundinnen nicht mehr jeden Tag sehen können, bleiben sie eng miteinander verbunden und treffen sich häufig. Dass alle drei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten sind und ganz eigene Erwartungen an ihr Leben haben, wird nach der unbeschwerten Kinderfreundschaft als Erwachsene deutlich. Geprägt von Problemen in der Familie und dem Eingehen neuer Beziehungen verändert sich auch das Verhältnis der Freundinnen untereinander. Sie werden sich fremd, finden jedoch immer wieder zueinander zurück und geben sich in schwierigen Zeiten Halt und verbringen die schönen Momente des Lebens gemeinsam.

Der Roman ist abwechselnd aus der Sicht einer der drei Freundinnen geschildert, so dass man sich in jede von ihnen gut hineinversetzen und ihr weiteres Leben verfolgen kann. Catrin ist geradlinig und hat in der Freundschaft die Rolle der Vermittlerin inne, während Lana selbstbewusst und hedonistisch veranlagt ist und Judith eher in sich gekehrt ist und nicht schnell Vertrauen fassen kann.

Die Geschichte beschreibt den Urlaub in Griechenland, die Folgen der Erlebnisse vor Ort und die Zeit der Abnabelung von Zuhause und das Erwachsenwerden nach der gemeinsamen Schulzeit ausführlich. Durch die unterschiedlichen Entwicklungen von Catrin, Judith und Lana kommt es zu Konflikten und Geheimnissen zwischen ihnen, was für Zündstoff sorgt. Sodann erfolgt ein Zeitsprung in das Jahr 2005, als die Freundinnen in den 30ern jeweils sesshaft geworden sind, bevor die Geschichte in der Gegenwart knapp zwanzig Jahre später im Jahr 2017 endet und den Kreis zum Prolog schließt.

"Nur wir drei" beschreibt die jahrelange Freundschaft dreier Mädchen aus einem fiktiven Ort in Wales, die nach einem letzten gemeinsamen Urlaub als Erwachsene ihre eigenen Wege gehen, die Freundschaft durch eine zunehmende Entfremdung gefährdet wird, jedoch nie ganz zerbricht. Das Band zwischen den Frauen wird nach all den Jahren und erfolgten Verletzungen brüchig, ist aber letztlich so dick, dass sie trotz unterschiedlicher Ansichten und Lebenswege auf die anderen beiden nicht verzichten möchten.
Man erlebt alle Höhen und Tiefen mit, leidet mit den dramatischen und freut sich über die glücklichen Momente, die sie teilen. Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen - alle wichtigen Stationen im Leben der Freundinnen erlebt man anschaulich mit.
Aufgrund des unterschiedlichen familiären Hintergrunds und der individuell gezeichneten Persönlichkeiten ist die Geschichte abwechslungsreich und entwickelt sich dynamisch weiter. Als Erwachsene rückt der Fokus weg allein von der Beschreibung der Freundschaft hinzu weiteren emotional besetzten Themen wie Liebe, Familie, Zusammenhalt und Vertrauen und geben der Erzählung Tiefe.
Die Geschichte ist lebendig geschildert und es ist eine Freude, die drei auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Trotz Enttäuschungen und trauriger Erlebnisse hinterlässt der Roman am Ende ein gutes Gefühl, indem er zeigt, was Freundschaft alles aushalten kann, aber dass es auch Differenzen geben kann, die selbst die innigste Freundschaft nicht kitten kann.

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Veröffentlicht am 28.01.2022

Berührende Lebens- und Liebesgeschichte einer jungen Deutschen, die 1939 in New York neu anfangen muss, verwoben mit den ersten Schritten in der Neonatologie.

Das Leben in unseren Händen
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1939 flüchten die beiden Jüdinnen Ada und Hannah Rosenbaum von Deutschland nach Amerika, um in New York ein neues Leben zu beginnen. Während sie auf ihre Eltern und ihren jüngeren Bruder warten, werden ...

1939 flüchten die beiden Jüdinnen Ada und Hannah Rosenbaum von Deutschland nach Amerika, um in New York ein neues Leben zu beginnen. Während sie auf ihre Eltern und ihren jüngeren Bruder warten, werden sie von ihrer Tante Judith und ihrem Onkel Simon aufgenommen, die sie bisher nicht kannten. Kurz nach ihrer Ankunft bringt Ada im siebten Monat ein Kind zur Welt. Das Krankenhaus gibt dem Frühchen keine Chance, aber Hannah kann das Mädchen zu einem Arzt bringen, der sich auf Frühgeburten spezialisiert hat und den Säugling unentgeltlich bei sich aufnimmt.
Während Ada sich heimlich gewünscht hat, dass das uneheliche Kind nicht überleben würde, kümmert sich Hannah liebevoll um ihre Nichte. In Deutschland hatte sie gerade noch ihre Ausbildung als Krankenschwester beenden können und träumt nun davon Ärztin zu werden. Sie ist jedoch schon glücklich, eine Anstellung bei Dr. Couney zu erhalten, um die Frühgeburten zu versorgen. Ada hingegen versucht durch eine möglichst baldige Heirat Fuß in New York zu fassen.

"Das Leben in unseren Händen" ist ein Roman, der historische Fakten um den Arzt Martin Couney mit einer fiktiven Geschichte um die beiden jüdischen Schwestern Ada und Hannah Rosenbaum verbindet.
Hannah ist die Protagonistin, aus deren Sicht der Roman geschildert ist und die nicht nur aufgrund der Erzählweise sondern insbesondere aufgrund ihrer Persönlichkeit viel nahbarer wirkt, als Ada. Hannah ist eine warmherzige junge Frau, die sich gewissenhaft auf den Neuanfang in New York vorbereitet hat und ambitioniert von einem Beruf als Ärztin träumt. Ada ist mehr auf ihren eigenen Vorteil bedacht und gibt sich damit zufrieden, "die Frau von" zu sein.

Der Schreibstil der Autorin ist anschaulich und lebendig. Medizinische Fakten und die Entwicklungen im Hinblick auf die Behandlung von Frühgeburten oder in Bezug auf psychische Erkrankungen werden reibungslos mit den Lebensgeschichten der beiden Schwestern verbunden. Selbst die Ortsbeschreibungen sind so liebevoll bis ins Detail verfasst, dass man sich bildhaft in das New York der damaligen Zeit versetzt fühlt.

Hannah ist ein einnehmender Charakter, den man gern auf seinem Neuanfang in New York begleitet. "Das Leben in unseren Händen" ist ein hervorragend recherchierter Roman, der vor dem Hintergrund des beginnenden Zweiten Weltkrieges interessante Einblicke zur Stadtgeschichte, der Situation von Einwanderern und den Entwicklungen in der Medizin mit einer berührenden Lebens- und Liebesgeschichte einer jungen Deutschen einfließen lässt, die es durch ihre Zielstrebigkeit, ihr Engagement und ein unheimlich großes Herz schafft, in der Fremde neu zu beginnen.

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Veröffentlicht am 26.01.2022

Spannender, undurchsichtiger Fall mit individuell gezeichneten Hauptcharakteren - charmante Krimireihe mit einem noch besseren zweiten Band.

Grenzfall - Ihr Schrei in der Nacht
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In der Jachenau im Tölzer Land verschwindet eine junge Frau nachts im Schneetreiben spurlos, als sie auf dem Weg zum Hof ihrer Eltern ist. Wenig später werden zwei weitere junge Menschen vermisst, die ...

In der Jachenau im Tölzer Land verschwindet eine junge Frau nachts im Schneetreiben spurlos, als sie auf dem Weg zum Hof ihrer Eltern ist. Wenig später werden zwei weitere junge Menschen vermisst, die aus der Nähe stammen.
Zeitgleich werden zwei Studentinnen aus einem Studentenwohnheim in Innsbruck vermisst. Die Spuren dort weisen allerdings eindeutig auf einen brutalen Überfall hin.
Auf der deutschen Seite ermittelt Oberkommissarin Alexa Jahn zusammen mit ihrem Kollegen Florian Huber von der Kripo Weilheim, während in Österreich Inspektor Bernhard Krammer und Roza Szabo vom LKA Tirol die Ermittlungen übernommen haben. Unabhängig von einander suchen sie nach den vermissten jungen Menschen, bis sie durch ein in Deutschland gestohlen gemeldetes Fahrzeug, das in Innsbruck in der Nähe des Tatorts gefunden wird, auf die Fälle und mögliche Parallelen aufmerksam werden.

Kramer fühlt sich an einen lange zurückliegenden Fall ermordeter junger Menschen aus Wien erinnert, bei dem der Täter nicht gefasst werden konnte. Krammer verdächtigt erneut den mutmaßlichen Täter von damals, auch wenn seine Kollegin Szabo befürchtet, dass sich Krammer verrennt. Doch schon im letzten grenzüberschreitenden Fall in der Region Karwendel war es die Intuition Krammers, die letztlich zur erfolgreichen Aufklärung führte.

"Grenzfall - Ihr Schrei in der Nacht" ist der zweite Band nach dem Auftakt "Grenzfall - Der Tod in ihren Augen" um das grenzübergreifende Ermittlerteam Alexa Jahn und Bernhard Krammer. Der neue Fall handelt nur eine Woche nach dem erfolgreichen Abschluss des ersten Falls, der gleichzeitig der erste Einsatz von Alexa Jahn bei der Kripo Weilheim war, wo sie sich als Neue noch bewähren muss.
Der zweite Band lässt sich ohne Vorkenntnisse des Auftaktbandes lesen, auch wenn das wissen zu den Figuren und zum besonderen Verhältnis zwischen Alexa und Krammer zum besseren Verständnis beiträgt. Die Aufklärung des Falls ist davon unberührt.

Der neue Fall handelt lange parallel in Deutschland und Österreich und ist abwechselnd aus der Perspektive von Alexa bzw. Krammer geschildert. In beiden Ländern verschwinden junge Menschen, wobei auf Anhieb keine Gemeinsamkeiten zu erkennen sind. Es ist lange unklar, ob es sich um unabhängig voneinander erfolgte Beziehungstaten handelt oder ob ein Verrückter am Werk ist.
Die Perspektive der Opfer, die deren Pein darstellt und die Gedanken des Täters, die zwischen den Kapiteln in kursiver Schrift abgedruckt sind, deuten jedoch in eine Richtung, so dass man den Ermittlern einen Schritt voraus ist.

Während Alexa in ihrer ersten Woche bei der Kripo Weilheim dazugelernt hat und bemüht ist, mit ihrem Kollegen und Konkurrenten Huber als Team zu arbeiten, zeiht sich Krammer in sich zurück und versteift sich auf einen Cold Case aus seiner Zeit als Inspektor in Wien, der ihn nicht ruhen lässt. Erst nach gut zwei Dritteln des Romans beginnt die gemeinsame Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Österreich. Dabei bleibt spannend, ob und wie die Fälle zusammenhängen könnten und ob Krammer mit seiner Intuition Recht behält, die schon in Band 1 hilfreich war.

Wie schon in Band 1 haben mir die individuell gezeichneten, sympathischen Hauptcharaktere gut gefallen. Ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten und Herangehensweisen an die Fallaufklärung wirken authentisch und geben der Reihe, zusammen mit den Beschreibungen der Umgebung und den Eigenheiten der Landbevölkerung, ihren eigenen Charme.

"Grenzfall - Ihr Schrei in der Nacht" ist ein spannender, undurchsichtiger Fall, der mich gut unterhalten hat, auch wenn ich frühzeitig einen Verdächtigen im Visier hatte. Das Motiv konnte ich dabei jedoch nicht erahnen und ist am Ende schlüssiger als die Auflösung in Band 1, weshalb mit dieser Nachfolgeband noch besser gefallen hat. Mit Freude blicke ich schon auf das Frühjahr 2023, wenn mit "Grenzfall - In der Stille des Waldes" Band 3 erscheint.

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