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Veröffentlicht am 15.01.2022

Emotionale Geschichte über vier Frauen und ihre unterschiedlichen Lebenswege Anfang des 20. Jahrhunderts - dramatisch und spannend mit wenigen Längen.

Alle meine Schwestern
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Die Familie Maclise hat sieben Kinder, darunter vier Töchter, die ganz unterschiedliche Persönlichkeiten sind und verschiedene Erwartungen vom Leben haben. Iris ist die Älteste, die gerne flirtet und kokettiert. ...

Die Familie Maclise hat sieben Kinder, darunter vier Töchter, die ganz unterschiedliche Persönlichkeiten sind und verschiedene Erwartungen vom Leben haben. Iris ist die Älteste, die gerne flirtet und kokettiert. Sie weist die Avancen vieler Männer und ihre Heiratsanträge zurück, um sich am Ende in einen Mann zu verlieben, den ihre oberflächliche Art vor den Kopf stößt. Für ihre Familie unerwartet, macht sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und findet darin tatsächlich ihre Berufung. Marianne ist die erste der Schwestern, die heiratet, ihren geliebten Ehemann jedoch bereits nach wenigen Monaten nach kurzer Krankheit verliert. Nach einer langen Trauerphase wird die Sehnsucht nach einem Kind so groß, dass sie einen Teeplantagenbesitzer heiratet, den sie kaum kennt und nach Ceylon auswandert. Eva zieht von Sheffield nach London, um an der Kunstakademie zu studieren. Sie verliebt sich in einen Maler, deren Muse sie wird. Doch der Mann ist verheiratet und Eva für ihn nur eine Frau von vielen. Die jüngste der Schwestern, Clemency, wäre gerne wie ihre jüngeren Brüder noch weiter zur Schule gegangen, doch sie sieht sich gezwungen, sich um die kränkelnde Mutter zu kümmern, die seit der Geburt ihres letzten Kindes kaum mehr ihr Zimmer verlässt.

Der Roman beginnt im Jahr 1909 und erzählt die unterschiedlichen Lebenswege der vier Maclise-Schwestern bis zum Sommer 1917. Dabei wechseln die Perspektiven innerhalb der Kapitel, was ich oft als zu abrupt empfunden habe. Um den Lesefluss nicht zu sehr zu unterbrechen, hätte ich es angenehmer empfunden, wenn die Autorin jeder Schwester abwechselnd ein Kapitel gewidmet hätte, insbesondere da es nach dem Auszug der drei älteren Schwestern aus ihrem Elternhaus kaum mehr Überschneidungen oder Interaktionen zwischen ihnen gibt. Jede lebt ihr eigenes Leben und dies auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

Die Charaktere sind individuell gestaltet und wirken mit ihren Stärken und Schwächen authentisch. Alle vier Schwestern machen während der Geschichte eine charakterliche Weiterentwicklung durch, lernen aus ihren Fehlern, haben aber stetig mit Schicksalsschlägen zu kämpfen, die sie wieder zurückwerfen und ihren Traum vom Glück zu verhindern scheinen.

Der Roman tritt phasenweise auf der Stelle, da sich nicht immer viel im Leben der jeweiligen Protagonistin ereignet, die Autorin aber dennoch sehr ausschweifend erzählt.
Der Roman handelt von der Rolle der Frau Anfang des 20. Jahrhunderts, von einem Kampf nach Unabhängigkeit und Gleichberechtigung, von den Unterschieden zwischen Arm und Reich, aber auch von der Sehnsucht nach Liebe. Jede der Schwestern verliebt sich - die eine früher, die andere später - und keine von ihnen scheint auf Anhieb die richtige Wahl zu treffen. Marianne, die nach dem Verlust ihrer großen Liebe in einer Phase der Trauer versinkt, entscheidet sich verblendet für den falschen Mann, während Iris durch ihre Arroganz den Mann verprellt, den sie liebt. Eva lässt sich von einem Bohemian auszunutzen und stellt ihre eigenen Ambitionen zurück. Auch Clemency verzichtet auf die Verwirklichung ihrer Träume, denkt, ein Leben als alte Jungfer wäre vorgezeichnet und verwendet ihre Zuneigung auf einen verheirateten Musiker, der sich in ihrer Bewunderung sonnt, aber keinerlei Ambitionen hat, mit ihr eine Familie zu gründen.

Den die Titel "Alle meine Schwestern" empfinde ich als nicht passend, denn dieser wirkt, als würde eine der Schwestern oder ein Bruder über ihre bzw. seine Geschwister erzählen. Tatsächlich spielt das Gefüge als Familie eine sehr untergeordnete Rolle, die Mutter, aber insbesondere der Vater und die Brüder, bleiben Statisten.

Der historische Kontext kommt gerade zu Beginn wenig zum Tragen, auch wenn einzelne geschichtliche Ereignisse Erwähnung finden. Das Verhältnis zwischen Arm und Reich Anfang des 20. Jahrhunderts, der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen und eine gerechtere Bezahlung sowie die Forderungen eines Wahlrechts für Frauen werden angerissen, aber nicht vollumfänglich mit den Hauptcharakteren verknüpft. Erst nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges hat auch das Zeitgeschehen Auswirkungen auf die Geschichte und das Leben der Schwestern.
Als Leser bangt man mit ihren Schicksalen, leidet mit den Dramen und den Intrigen, die sie ertragen müssen und gibt dennoch die Hoffnung nicht auf, dass jeder von ihnen ein glückliches Ende vergönnt sein mag. "Alle meine Schwestern" ist eine emotionale Geschichte über vier Frauen und ihre unterschiedlichen Lebenswege, die zwar Längen aufweist, durch ihre Vielseitigkeit aber dennoch gut unterhält.

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Veröffentlicht am 13.01.2022

Für Leser*innen mit einem Faible für kanadische Literatur und (angehende) Literaturwissenschaftler*innen

Survival
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Mir fällt es schwer, dieses Sachbuch zu bewerten, da ich mir nicht anmaßen möchte, eine Arbeit zu kritisieren, von deren Inhalt ich schlicht zu wenig Ahnung haben.

Ich habe dem Buch und den zwölf Thesen ...

Mir fällt es schwer, dieses Sachbuch zu bewerten, da ich mir nicht anmaßen möchte, eine Arbeit zu kritisieren, von deren Inhalt ich schlicht zu wenig Ahnung haben.

Ich habe dem Buch und den zwölf Thesen Margaret Atwoods eine Chance gegeben, aber schnell festgestellt, dass ich mit ihren Theorien wenig anfangen konnte, da ich die Literatur, die sie beispielhaft erwähnt, nicht kenne. So konnte ich ihre Ansichten weder bestätigen noch hinterfragen oder widerlegen.

Ich würde das Buch deshalb nur Leser*innen empfehlen, die sich mit kanadischer Literatur auskennen oder die eine Freude darin finden, sich sehr theoretisch mit Geschichten, deren Analyse und Interpretationsmöglichkeiten, auseinanderzusetzen. Ich schwanke zwischen Langeweile und Überforderung.

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Veröffentlicht am 12.01.2022

Tragische Geschichte um das Suchen nach Anerkennung und dem gleichzeitigen Wunsch nach Unabhängigkeit. Auch wenn es einem die Charaktere nicht leicht machen, ist die Geschichte emotional packend.

Das Haus der Libellen
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Als Sophie von ihrer ehemals besten Freundin Emilia einen Anruf erhält, dass ihre Eltern gestorben sind und ihr Bruder Noah seitdem verschwunden ist, kehrt Sophie nach fünf Jahren wieder an den Ort ihrer ...

Als Sophie von ihrer ehemals besten Freundin Emilia einen Anruf erhält, dass ihre Eltern gestorben sind und ihr Bruder Noah seitdem verschwunden ist, kehrt Sophie nach fünf Jahren wieder an den Ort ihrer Kindheit zurück, um Emilia beizustehen. Das Haus ihrer Nachbarn, der von Gutenbachs, war ein Zuhause für sie und ist nun ein trauriger Ort geworden. Emilia hat sich im Keller ihres Elternhauses ein Libellenbiotop eingerichtet und reagiert kaum auf die Ankunft von Sophie. Sie beantwortet keine Fragen und ist Sophie keine Hilfe bei der Suche nach Noah.

Sophie war seit ihrem siebten Lebensjahr in Noah verleibt und überglücklich, als sie später ein Paar wurden. Nach fünf Jahren Beziehung hat er ihr einen Heiratsantrag gemacht, bevor er anschließend ohne ein Wort verschwunden ist. Sophie weiß bis heute nicht, warum er sich damals von ihr getrennt hat. Die Suche nach Noah unternimmt sie insofern nicht (nur) Emilia zuliebe, sondern um selbst eine Erklärung von Noah zu bekommen und mit der Vergangenheit abschließen zu können.

Sophie ist inzwischen 28 Jahre alt und studierte Kunsthistorikerin, aber durch die Rückkehr in die Villa der von Gutenbachs fällt sie wieder in alte Muster zurück. Sie ist abhängig von der Gunst der Geschwister, die seit jeher eine Faszination auf sie ausübten. Durch Rückblenden in die Vergangenheit, vom Kennenlernen bis zur Trennung, werden Details aus ihrer gemeinsamen Kindheit und Jugend bekannt. Emilia und Noah wirkten aus Sophies Erinnerungen wenig sympathisch. Sie vermittelten den Stereotyp reicher, verwöhnter Kinder, verhielten sich selbstgefällig, arrogant und gemein. Sie heischten um Aufmerksamkeit und insbesondere Emilia stand gerne im Mittelpunkt. Die Freundschaft mit Sophie schien nicht auf Augenhöhe zu sein und noch heute verhält sich Emilia extravagant und exzentrisch und mit ihrem Faible für tote Insekten etwas unheimlich.
Sophie war und ist sich diese Ungleichgewichts in der Beziehung zu den Geschwistern nicht wirklich bewusst und scheint vor Begehren nach Noah jede Selbstachtung verloren zu haben. Als Leser*in erhält man das Gefühl, dass in der Konstellation der drei einer zu viel war und dass die Beziehung von Sophie und Noah deshalb zum Scheitern verurteilt war.

Zu Beginn des Romans fällt es schwer, die Geschwister einschätzen zu können. Emilia ist Sophie keine Hilfe bei der Suche nach Noah und scheint sich in ihre eigene Welt der Libellen zurückgezogen zu haben. Sie wirkt undurchsichtig, nicht vertrauenswürdig und ein klein wenig verrückt. In Bezug auf Noah kann nur vermutet werden, was er mit seinem erneuten Verschwinden bezweckt und ob er lediglich ein Spiel mit Sophie spielt.

Durch Rückblenden in die Vergangenheit und die Geheimnisse, die sich Sophie in der Gegenwart offenbaren, wirken die Geschwister bald schon nicht mehr so anziehend und mystisch. Peu à peu entschlüsselt sich eine tragische Geschichte um das Suchen nach Anerkennung und dem gleichzeitigen Wunsch nach Unabhängigkeit. Der Roman wird von Anbeginn von einem Gefühl der Melancholie begleitet, das zu der Rätselhaftigkeit der Charaktere und ihren toxischen Beziehungen passt. Auch wenn es schwerfällt, sich mit den Figuren zu identifizieren, ist die Geschichte emotional packend und die Suche nach Noah und den Hintergründen für sein Verschwinden spannend geschildert.

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Veröffentlicht am 10.01.2022

Gelungene Mischung aus Drama und Kriminalroman, Emotionen und Spannung. Schuld und Sühne, Buße und Vergeltung sowie der schier aussichtslose Kampf um Gerechtigkeit sind die zentralen Themen.

Von hier bis zum Anfang
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Cape Haven ist ein malerischer Ort an der Küste Kaliforniens, eine Kleinstadt, in der jeder jeden kennt und die Nachbarn ein Auge auf den anderen haben.

Vor 30 Jahren ist dort ein Mädchen ums Leben gekommen. ...

Cape Haven ist ein malerischer Ort an der Küste Kaliforniens, eine Kleinstadt, in der jeder jeden kennt und die Nachbarn ein Auge auf den anderen haben.

Vor 30 Jahren ist dort ein Mädchen ums Leben gekommen. Der Täter, Vincent King, hat seine Strafe abgesessen, wird entlassen und kehrt als verurteilter Mörder zurück nach Cape Haven.
Dort lebt Duchess mit ihrem Bruder Robin und ihrer Mutter Star Radley, die den Tod ihrer jüngeren Schwester nie verkraftet hat. Duchess ist erst 13 Jahre alt, fühlt sich jedoch verpflichtet, ihrem Bruder die Mutter zu ersetzen und ihre Familie zu schützen. Sie bezeichnet sich selbst als Outlaw und geht mir unerbitterlicher Härte gegen jeden vor, der sich ihr in den Weg stellt.
Provinzpolizist Walk hat in Cape Haven bisher nur mit Bagatelldelikten zu tun gehabt und versucht zu verhindern, dass Duchess auf die schiefe Bahn gerät.

Als jedoch sein ehemaliger bester Freund Vincent aus dem Gefängnis entlassen wird, ereignet sich wenig später ein Verbrechen, das die Kleinstadt erschüttert. Vincent ist der Hauptverdächtige, aber Walk glaubt an seine Unschuld und möchte diese beweisen. Er bittet seine Exfreundin die Verteidigung für Vincent zu übernehmen und ermittelt eigenmächtig weiter, obwohl die State Police den Fall übernommen hat.

Der Roman wird abwechselnd aus der Perspektive der 13-jährigen Duchess und des Polizisten Walk erzählt. Duchess ist ein starkes Mädchen, ein trotziger Teenager, das viel zu reif für ihr Alter ist. Sie kümmert sich rührend um ihren Bruder und versucht ihre Mutter vor übergriffigen Männern zu schützen. Sie nimmt keine Hilfe an und möchte alles alleine schaffen, da sie kein Vertrauen in die Erwachsenen hat. Sie hat ein gutes Herz, das man vor Hass und Verbitterung aber kaum sieht.

Walks Aufgaben als Polizist sind auf Ordnungswidrigkeiten beschränkt. Er kennt die Kleinstadt und ihre Einwohner sehr gut und greift dort ein, wo es nötig ist. Er glaubt an das Gute im Menschen, weshalb er seinen ehemals besten Freund Vincent auch nie als Mörder angesehen hat. Nachdem er als Jugendlicher bei dem Prozess vor dreißig Jahren gegen ihn ausgesagt hat, möchte er ihn nun unterstützen, denn in diesem Fall glaubt er an seine Unschuld.
"Von hier bis zum Anfang" ist eine Familientragödie, die zwar nüchtern, aber auf diese Art dennoch sehr eindringlich und bewegend geschildert ist. Die Geschichte ist fesselnd und die deprimierenden Schicksale der genannten Figuren berühren. Auch wenn die Geschichte an einem malerischen Ort spielt, wo Häuser mit bestem Ausblick stehen und der Wert der Immobilien stetig steigt, ist die Atmosphäre dort beklemmend. Der Ort wirkt verloren, Hoffnungslosigkeit macht sich breit. Das Schicksal der Figuren erscheint vorgezeichnet, als könnten sie ihm nicht entgehen.

Cape Haven wird von seiner Vergangenheit eingeholt, als ein vermeintlicher Mörder zurückkehrt und sich ein neues Unglück mit weitreichenden Folgen ereignet. Das Drama entwickelt sich zunehmenden zu einem spannenden und wendungsreichen Krimi. Auch wenn ein Täter schnell gefunden ist, fragt man sich nach dem Motiv und warum sich der in Walks Augen Unschuldige nicht gegen die Vorwürfe wehrt, die rein auf Indizien beruhen.
Die Mischung aus Drama und Kriminalroman, Emotionen und Spannung ist gelungen. Es ist eine authentische Geschichte mit individuell gestalteten, vielschichtigen Charakteren, die zeigt, wie sehr die Vergangenheit auch nachfolgende Generationen belastet, wenn das Leid unverarbeitet bleibt. Sehr eindringlich und nachvollziehbar ist zudem geschildert, wie weit Menschen gehen, um die, die sie lieben zu schützen. Schuld und Sühne, Buße und Vergeltung sowie der schier aussichtslose Kampf um Gerechtigkeit sind die zentralen Themen in einem komplexen Handlungsgefüge, das immer wieder aufs Neue überrascht.

Und auch wenn gerade zu Beginn das Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Ausweglosigkeit überwiegt und die Hauptfiguren durch Rückschläge zurückgeworfen werden, schwingt doch eine Spur Hoffnung und die Chance auf einen Neuanfang mit, die eine Abwärtsspirale verhindern kann, denn selbst die offensichtlich Bösen haben ihre guten Eigenschaften.

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Veröffentlicht am 08.01.2022

Mischung aus Familiengeschichte, Thriller und Romanze - mit klischeehaften, oberflächlichen Charakteren und ermüdenden Details über das Leben auf der Ranch.

Licht in tiefer Nacht
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Bodine Longbow ist die Geschäftsführerin des Ferienresorts der familiengeführten Ranch in Montana. Sie hat mehrere Angestellte und geht ihrer Arbeit leidenschaftlich nach, vernachlässigt dabei jedoch ihr ...

Bodine Longbow ist die Geschäftsführerin des Ferienresorts der familiengeführten Ranch in Montana. Sie hat mehrere Angestellte und geht ihrer Arbeit leidenschaftlich nach, vernachlässigt dabei jedoch ihr Privatleben. Dies ändert sich, als der beste Freund ihres älteren Bruders, ihr Jugendschwarm Callen Skinner, aus Kalifornien zurückkehrt und von ihr als Reitlehrer eingestellt wird. Sie beiden kennen sich seit ihrer Kindheit und fühlen sich, nachdem sie beide erwachsen geworden sind, zueinander hingezogen.
Das harmonische Leben auf der Ranch wird jedoch vom Mord an einer jungen Angestellten überschattet, die im Saloon als Kellnerin arbeitete. Kurze Zeit später ereignet sich nur wenige Kilometer entfernt ein weiterer Mord an einer jungen Frau. Der Hilfssheriff, der aus der Vergangenheit noch eine Rechnung mit Callen offen hat, verdächtigt diesen der Morde.
Fast zeitgleich kehrt Alice, die Tante von Bodine, nach 26 Jahren zurück. Sie hatte die Ranch im Alter von 18 Jahren im Streit verlassen und war bei ihrer Rückkehr unerkannt verschleppt und all die Jahre in Gefangenschaft gewesen.

Der Roman enthält zwei Handlungsstränge, die im Verlauf der Geschichte miteinander verbunden werden. Die Gegenwart handelt von dem Leben auf der Bodine Ranch, die zu einem luxuriösen Feriendomizil ausgebaut worden war dem familiären Zusammenleben in dem Mehrgenerationenhaus und den Events, die dort für Touristen veranstaltet werden. Die Familie - von Urgroßmutter Miss Fancy bis zu den Urenkeln lebt idyllisch zusammen. Alle haben sich gern und es gibt nur harmlose Streits. Auch die Angestellten sowie die Pferde des Gestüts fühlen sich wohl und werden wie Familienmitglieder behandelt. Jeder möchte einfach gern mit dieser reichen, zufriedenen Familie befreundet sein. Einzig das Verschwinden von Alice ist ein Tabuthema, das vor allem ihre Mutter Cora traurig macht und Bodine Rätsel aufgibt.

Ich empfand diesen Handlungsstrang als typisch amerikanisch und zu übertrieben harmonisch beschrieben. Das Familien- und Arbeitsleben auf der Ranch war mir von zu viel Gutmenschentum geprägt und viele Beschreibungen des Alltags zu detailverliebt.

Weitaus mehr Spannung hatte die Erzählung um Alice zu bieten, die gekidnappt wurde, als sie reumütig zu ihrer Familie zurückkehren wollte. Ihre Gefangenschaft war grausam und unfassbar, wie viele Jahre sie bei ihrem Peiniger verbringen musste. Leider nimmt der Part nur den geringeren Umfang der Geschichte ein, während die Vorgänge auf der Ranch im Vordergrund stehen. Erst als die erste tote Frau gefunden wird und die beiden Handlungsstränge sich mit der Rückkehr von Alice vereinen, nimmt der Roman auch in der Gegenwart an Fahrt auf, um sich dann jedoch in quälend einfältigen Dialogen zu verlieren.

"Licht in tiefer Nacht" ist eine Mischung aus Familiengeschichte, Thriller und Romanze. Der Roman ist phasenweise langatmig beschrieben und langweilt mit ermüdenden Details aus dem Familien- und Arbeitsalltag auf der Ranch. Zudem sind die Charaktere klischeehaft und oberflächlich beschrieben. Es erfolgt eine einfach zu durchschauende Einteilung in Gut und Böse, so dass das Potenzial des eigentlich interessanten Plots um Alices mysteriöses Verschwinden und die gegenwärtigen Mordfälle nicht voll ausgeschöpft wird. Der Liebesgeschichte mangelte es an Emotionalität und wirkte auf mich zu verspielt, was aber wiederum zu den heldenhaften Cowboys und dem zuckersüßen Happy End allerorts passte.

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