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Veröffentlicht am 12.07.2021

Zwei besondere Jugendliche und die Hürden der ersten Liebe - interessante Krankheitsgeschichten und Persönlichkeitsentwicklung, aber wenig emotionale Liebesgeschichte

Die Liebesbriefe von Abelard und Lily
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Die 16-jährige Lily leidet unter ADHS, weshalb sie Konzentrationsschwierigkeiten und eine gestörte Impulskontrolle hat. Insbesondere in der Schule macht ihr die Erkrankung zu schaffen, da sie trotz ihrer ...

Die 16-jährige Lily leidet unter ADHS, weshalb sie Konzentrationsschwierigkeiten und eine gestörte Impulskontrolle hat. Insbesondere in der Schule macht ihr die Erkrankung zu schaffen, da sie trotz ihrer Intelligenz aufgrund ihrer Unaufmerksamkeit schlechte Noten schreibt und als Sonderling gilt. Medikamente helfen zwar die Symptome zu lindern, Lily fühlt sich damit aber wie betäubt.
Als sie wegen einer demolierten Tür in der Schule nachsitzen muss, lernt sie Abelard näher kennen, der unter Asperger leidet und ähnlich wie sie ein Außenseiter ist. Die beiden finden einen Zugang über den Briefwechsel zwischen Abaelard und Heloise, einem Liebespaar aus dem Mittelalter, aus deren Texten sie zitieren. Jeden Abend schreiben sich Lily und Abelard Nachrichten, denn ein persönlicher Kontakt ist aufgrund Abelards Erkrankung, durch die es ihm schwerfällt mit anderen Menschen zu interagieren, geschweige denn zu berühren, schwierig.

Der Roman ist aus der Sicht von Lily geschildert. Die Geschichte ist deshalb etwas chaotisch beschrieben, denn Lilys Gedanken sind sprunghaft. Die Erzählung wirkt deshalb sehr authentisch, denn auf diese Weise kann man sich gut in die Teenagerin hineinversetzen und wie es ist, unter ADHS zu leiden und Legasthenikerin zu sein. Ihr fällt es oft schwer, andere Menschen zu verstehen, sich länger auf eine Sache zu konzentrieren und adäquat in bestimmten Situationen zu reagieren, insbesondere wenn diese Stress auslösen. Lily ist oft überfordert, wird schnell ungehalten und würde am liebsten weglaufen. Sie richtet unfreiwillig Chaos an und schämt sich dafür.

Durch die Zuneigung zu Abelard, der wie sie besonders ist, fühlt sich Lily nicht mehr ganz so falsch. Er akzeptiert sie, wie sie ist und auch sie nimmt seine Defizite hin, auch wenn sie nicht wirklich weiß, wie sie mit ihnen umgehen soll oder wie sie Abelard helfen kann.

Die Liebesgeschichte beschränkt sich lange auf einen SMS-Verkehr und wenige Besuche Lilys bei Abelard. Es ist keine leidenschaftliche oder sonderliche gefühlvolle Erzählung, erhält aber durch die Zitate aus den mittelalterlichen Liebesbriefen etwas Originelles, was zu den besonderen Protagonisten passt. Dass beide diese doch relativ unbekannten Texte kennen, fand ich allerdings etwas konstruiert. Auch dass sich ihre Gefühle so schnell so intensiv entwickelten, fand ich nicht glaubwürdig.

"Die Liebesbriefe von Abelard und Lily" ist eine warmherzige Geschichte, die dem/ der Leser*in die Erkrankungen ADHS und Asperger und welche Folgen sich daraus für die Betroffenen, aber auch ihre Angehörigen, ergeben, näher bringt. Mit der Liebesgeschichte als solche wurde ich nicht richtig warm, eine Freundschaft zwischen den beiden sensiblen Sonderlingen wäre vor dem Hintergrund ihrer sozialen Defizite glaubwürdiger gewesen. Insbesondere in Bezug auf Abelard verspürte ich keine Emotionen, weshalb es mir mit der Verliebtheit zu schnell gibt. Lilys Sehnsucht nach Liebe war dagegen nachvollziehbar, vor allem da sich auch ihre beste Freundin Rosalind frisch verliebt hatte.
Durch die Distanz, die sich im Verlauf des Romans zwischen Abelard und Lily ergibt, wird der Fokus weiter auf Lily gerückt. Ihre persönliche Weiterentwicklung, der Umgang mit ihren familiären Problemen und der Versuch einer neuen medizinischen Behandlung, um ihr in Bezug auf ADHS zu helfen, interessierte mich dagegen weitaus mehr und konnte mich im Vergleich zur holprigen und etwas unpersönlich textlastigen Liebesgeschichte mehr fesseln.

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Veröffentlicht am 10.07.2021

Vielschichtiger Roman über die erste Liebe, Trauer, Enttäuschungen, familiäre Konflikte, Lügen und Geheimnisse, der durch die vielen gemeinsamen Glücksmomente Hoffnung schenkt

So leise wie ein Sommerregen
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Als die 18-jährige Hope vom Tod ihres Vaters erfährt, bricht für sie eine Welt zusammen. Zeitgleich findet sie zudem heraus, dass ihre Mutter ihren Vater betrügt - und das vermutlich seit Jahren. Am Tag ...

Als die 18-jährige Hope vom Tod ihres Vaters erfährt, bricht für sie eine Welt zusammen. Zeitgleich findet sie zudem heraus, dass ihre Mutter ihren Vater betrügt - und das vermutlich seit Jahren. Am Tag der Beisetzung lernt Hope Cooper kennen, der völlig unvoreingenommen einfach für sie da ist und ihr in ihrer Trauer und Wut Halt gibt und Verständnis zeigt. Er selbst gerade erst zurück zu seinem Stiefvater nach Newport/ North Carolina gezogen, um nach einem schwerwiegenden Fehler neu anzufangen. Auch wenn beide anfangs noch nicht bereit für eine Beziehung scheinen, treffen sie sich bald täglich und können ihre Verbindung nicht mehr nur auf einer freundschaftlichen Basis belassen. Gemeinsam erleben sie eine unbeschwerte Zeit und können ihre Sorgen und Probleme für den Moment ausblenden und neue Kraft schöpfen. Doch das Glück ist fragil, denn ein Geheimnis drängt sich zwischen sie, das ihre junge Liebe gefährdet.

"So leise wie ein Sommerregen" ist ein Young Adult-Roman, der abwechselnd aus der Perspektive von Hope und Cooper geschrieben ist, so dass man als Leserin Einblicke in beider Gefühlswelten erhält und ihre Sorgen nachvollziehen kann. Hope ist voll Trauer und Wut, vermisst ihren Vater schrecklich und gibt ihrer Mutter indirekt die Schuld am Tod. Das Zusammenleben der beiden ist konfliktgeladen und als Hopes Mutter ihrer Tochter ihren neuen Lebenspartner vorstellt, wird es nicht einfacher. Cooper schottet sich dagegen von seinem Stiefvater ab, möchte niemandem zur Last fallen und bereut zutiefst, was er in jüngster Vergangenheit getan hat.

Die Liebesgeschichte zwischen Hope und Cooper entwickelt sich wenig überraschend, dafür jedoch glaubwürdig, denn die beiden nähern sich nur zögerlich an, fassen Vertrauen und kommen sich erst dann körperlich nahe. Wie sie die Zeit hinter dem Rücken ihrer Familien miteinander gestalten, ist romantisch und voller Emotionen beschrieben. Man spürt, wie die beiden aufblühen und sich gegenseitig aus ihren dunklen Löchern ziehen. Hope kann die Probleme mit ihrer Mutter bei Cooper abladen, während er Vertrauen fasst und Hope seine Vergangenheit offenbart.
Früh zeichnet sich ein Happy End ab, aber als Leser
in ahnt man, dass das noch nicht alles gewesen sein kann und dass es noch ein Detail geben muss, dass ihre noch junge Beziehung zerstören kann. Was dann jedoch zwischen ihnen steht, ist letztlich nicht so groß wie erwartet und wird für meinen Geschmack zu sehr aufgebauscht und dramatisiert. Coopers Angst, Hope zu verlieren, konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Seine Schlussfolgerungen empfand ich als übertrieben.
Die Geschichte ist bis zu diesem konstruierten Konflikt abwechslungsreich und vor allem sehr empathisch geschildert. Die Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit beider junger Protagonisten ist spürbar und glaubwürdig. Es sind zwei Teenager, die beide aus der Bahn geworfen worden sind und gemeinsam wieder in die Spur kommen.

"So leise wie ein Sommerregen" ist ein vielschichtiger Roman über die erste Liebe, über Trauer, Enttäuschungen, familiäre Konflikte, Lügen und Geheimnisse, der durch die vielen gemeinsamen Glücksmomente, die Hope und Cooper erleben, trotz aller Melancholie eine positive Atmosphäre vermittelt und Hoffnung schenkt.
Fazit: Ein Buch für junge Romantiker*innen, die das Drama lieben.

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Veröffentlicht am 09.07.2021

Eindrucksvoller Roman über Trauer und die Verarbeitung des Verlusts eines geliebten Menschen - lebensnah, ergreifend und dabei bewundernswert offen und ehrlich geschildert.

Betreff: Falls ich sterbe
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Wenige Wochen nach der Geburt ihres Sohnes Ivan erhält Carolina von ihrem Lebensgefährten Aksel eine verstörende E-Mail mit dem Betreff "Falls ich sterbe", in der er ihr seine Passwörter und Anweisungen ...

Wenige Wochen nach der Geburt ihres Sohnes Ivan erhält Carolina von ihrem Lebensgefährten Aksel eine verstörende E-Mail mit dem Betreff "Falls ich sterbe", in der er ihr seine Passwörter und Anweisungen im Fall seines Ablebens erteilt. Fünf Monate später stirbt Aksel tatsächlich unerwartet an Herzversagen.

"Betreff: Falls ich sterbe" ist eine autofiktionale Geschichte, in der Carolina rückblickend erzählt, wie sie Aksel kennengelernt, wie sie versucht hat, ihre Beziehung voranzutreiben und Aksel mehr oder weniger unter Druck gesetzt hat, mit ihr eine Familie zu gründen. Aksel war eher ein Leisetreter, der die Dinge langsam angehen lassen wollte und mit seinen Gefühlen hinter dem Berg hielt.
Der Tod ihres Lebensgefährten ist trotz der unterschiedlichen Vorstellungen, die sie in Bezug auf ihre Beziehung hatten, für die junge Mutter ein Schock. Sie weiß nicht, wie sie über den Verlust hinwegkommen und wie sie Ivan eine gute Mutter sein soll. Familie und Freunde werden zu einem Netz, das sie auffängt, während Carolina es als ihre Hauptaufgabe ansieht, Ivan glücklich zu machen und dabei ihre eigenen Bedürfnisse hinten anstellt.
Als Carolina Sehnsucht nach einem neuen Partner bekommt und tatsächlich einen alleinerziehenden Vater kennenlernt, der mit ihr sein Leben verbringen möchte, ist es Carolina, die sich zurückzieht und der es mit der neuen Familiengründung zu schnell geht.

"Betreff: Falls ich sterbe" ist ein eindrucksvoller Roman über Trauer und die Verarbeitung des Verlusts eines geliebten Menschen. Es ist spürbar, dass Carolina das alles selbst erlebt hat, denn der Roman ist lebensnah, ergreifend und dabei bewundernswert offen und ehrlich geschildert. Carolina wirft rückblickend auch einen kritischen Blick auf ihre Beziehung mit Aksel, beschönigt und verklärt nichts. Sie ist kritisch sich selbst gegenüber und hat mit Schuldgefühlen zu kämpfen, indem sie sich fragt, ob sie Aksel mit ihrer unnachgiebigen Art nicht überfordert hat. Sie merkt auch, dass es falsch ist, sich nach Aksels Tod abzuschotten und nur noch für Ivan zu leben, kann aber gleichzeitig nicht davon lassen, ihn als Schutzschild zu verwenden und all ihre Kraft aufzuwenden, um ihn glücklich zu machen.

Es ist ein persönliches Buch, in dem Carolina direkt Aksel anspricht, als wäre er noch bei ihr und könnte ihr sein Plazet für ihr Handeln erteilen. Die Autorin schafft es ihre Gefühle - von Trauer über Wut, Angst, Hoffnung bis hin zu Sehnsucht und Schuld - schonungslos ehrlich darzustellen und den Leser*innen ihre Geschichte zu vermitteln, als würde man ein Tagebuch lesen.
Ich konnte mich wunderbar in Carolina hineinversetzt und bewunderte ihre brutale Ehrlichkeit. Ihre Geschichte kann anderen Trauernden Kraft und Mut schenken, denn sie zeigt, dass alle widerstreitenden Gefühle erlaubt sind und dass es bei der Verarbeitung eines Verlusts kein Richtig und Falsch gibt und jeder ganz individuell seine Zeit braucht, um damit fertig zu werden.

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Veröffentlicht am 07.07.2021

Unrealistische Handlung, machohafter Erzählstil und enttäuschend banale Auflösung

WATCH – Glaub nicht alles, was du siehst
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Nachdem ihr Vater gestorben ist und Tina in finanziellen Schwierigkeiten ist, nimmt sie ein dubioses Angebot ein, das ihr überraschend eröffnet wird. Sie soll für eine größere Summe für ein paar Wochen ...

Nachdem ihr Vater gestorben ist und Tina in finanziellen Schwierigkeiten ist, nimmt sie ein dubioses Angebot ein, das ihr überraschend eröffnet wird. Sie soll für eine größere Summe für ein paar Wochen in London leben, ohne Bezug zu ihrem bisherigen Leben herzustellen. Tina fällt dies in ihrer Situation nicht schwer und lässt sich bereitwillig darauf ein. Schnell findet sie durch Bezirzen ihres Aufsehers heraus, dass sie das Double einer Tochter eines kriminellen arabischen Clan mimen soll, was ihr jedoch bald zu heiß wird.
Europol vermutet, dass der Clan, der von deutschen Neonazis Sprengstoff erworben hat, einen Terroranschlag plant und ist dabei, den Verdacht mittels des Überwachungssystems "Watch" aufzuklären.

Nach einem spannenden Einstieg mit dem ominösen Jobangebot, das Tina offeriert wird, war ich wenige Kapitel später kurz davor das Buch abzubrechen. Da mich die unnötig vulgäre Sprache der Charaktere nervte und ich gelangweilt von belanglosen und völlig überflüssigen Sexszenen und Sexfantasien der Protagonisten war. Da ich aber dennoch wissen wollte, was es mit der Strategie der Araber auf sich hatte, eine Doppelgängerin für Clan-Tochter Alia zu engagieren, habe ich weitergelesen.
Die Perspektive wechselte sodann weg von der schlüpfrigen Tina zu den Ermittlern von Europol, die im Rahmen ihrer Ermittlung gegen den arabischen Clan auf das Double stoßen. Dabei benutzen sie eine das System Watch eine Gesichtserkennungssoftware gekoppelt mit einem Zugriff auf offenbar alle Kameras der Welt. Sie beobachten damit, wen sie ins System einspeisen und können dabei ganze Bewegungsbilder erstellen, ohne dass der Betroffene etwas davon merkt.
Dieses Szenario, in dem Datenschutz und realistische Polizeiarbeit keine Rolle spielten, erinnerte mich mehr an einen Science-Fiction-Roman als an einen spannenden, glaubwürdigen Thriller.

Ich hatte ganz andere Erwartungen an das Buch und die Rolle von Tina, konnte mich in keine der zahlreichen handelnden Personen hineinversetzen und fand weder eines der Opfer noch einen der Ermittler sympathisch. Die Verfolgung der Doppelgängerin ist zwar spannend, aber da die Methode so an den Haaren herbeigezogen ist, konnte mich die Geschichte nicht wirklich fesseln. Die Erklärung am Ende, wie alles zusammenhängt, ist im Vergleich zum fortwährenden Terrorismusverdacht enttäuschend banal, Tinas Rolle im Showdown fernab jeder Realität.
Das Frauenbild, das vor allem zu Beginn vermittelt wird, ist zum Davonlaufen, aber auch Klischees gegenüber anderen Ethnien wie Arabern und Asiaten werden allzu plakativ plattgetreten.
Die Arbeit von Europol, kriminelle Clan-Strukturen, korrupte Ermittler - all dies hätte zu einem spannenden Kriminalfall beitragen können. Der machohafte Erzählstil hat mir aber leider gar nicht zugesagt und auch die Handlung war für mich nicht stimmig.

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Veröffentlicht am 05.07.2021

Strandlektüre mit einer langweiligen Geschichte und wenig interessanten Charakteren.

Der beste Sommer aller Zeiten
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Der Sommer 1969 ist für die Familie Levin anders als die Jahre zuvor. Bisher haben sie die Ferienzeit gemeinsam auf der Insel Nantucket bei der Matriarchin Exalta verbracht, doch im April wurde der einzige ...

Der Sommer 1969 ist für die Familie Levin anders als die Jahre zuvor. Bisher haben sie die Ferienzeit gemeinsam auf der Insel Nantucket bei der Matriarchin Exalta verbracht, doch im April wurde der einzige Sohn Tiger in die Armee eingezogen und muss in Vietnam seinen Dienst am Vaterland verrichten. Mutter Kate ist in großer Sorge um ihr liebstes Kind und auch Nesthäkchen Jessie, die Tiger näher steht als ihren Schwestern, kann den Sommer nicht so unbeschwert verbringen. Zu zweit sind sie bei der Großmutter auf Nantucket, wo Kate ihren Kummer sehr zum Missfallen ihres Mannes David im Alkohol ertränkt und Jessie Erfahrungen mit der ersten Verliebtheit macht. Die älteste Schwester Blair ist hochschwanger und kann deshalb nicht reisen, die rebellische Kirby möchte sich von der Familie abnabeln und hat sich einen Ferienjob in einer Pension auf der Nachbarinsel Martha's Vineyard besorgt.

Der Roman ist wechselnd aus der Perspektive der weiblichen Protagonisten geschrieben. Jede von ihnen hat mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen, so dass der Sommer 1969 nicht ganz so unbeschwert ist, wie der Titel des Buches suggeriert.
Die Charaktere bleiben dabei blass, keine der Frauen hat herausragende Eigenschaften oder entwickelt sich im Verlauf des Romans weiter. Auch ihre Schwierigkeiten - von Untreue, über Schuldgefühle und Verlustängsten bis hin zur Ungleichbehandlung von Schwarzen und Weißen bzw. Männern und Frauen, Rassismus und sexueller Übergriffe - werden lediglich oberflächlich behandelt.
Das Setting auf den Inseln, das sommerliche Gefühl von Sonne, Strand und Meer ist spürbar und macht aus dem Buch die perfekte Strandlektüre, das historische Setting ist dagegen weniger anschaulich umgesetzt. Ein Gefühl für den ereignisreichen amerikanischen "Summer of '69" mag sich nicht so richtig einstellen.
Die Geschichte ist durch die verschiedenen thematisierten Probleme und den Wechsel zwischen vier Charakteren zwar abwechslungsreich, plätschert aber inhaltlich vor sich hin. Neben einer einnehmenden Persönlichkeit fehlt es mir sowohl an einem roten Faden als auch an Spannung. Einzig die Aufdeckung eines lange gehüteten Familiengeheimnisses sorgte für ein wenig Aufregung.

Die anderen Sommerromane der Autorin "Inselschwestern" und "Ein neuer Sommer" haben mir wesentlich besser gefallen.

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