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Veröffentlicht am 15.03.2026

Spannende Ermittlungen mit Längen

Einsames Watt
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Die Flensburger Kripo um Lilly Velasco und John Benthien werden nach Amrum gerufen, da es dort einen Todesfall gibt, der Anzeichen eines Mordes hat. Die junge Paula Lemmer wird aus der Nordsee gezogen ...

Die Flensburger Kripo um Lilly Velasco und John Benthien werden nach Amrum gerufen, da es dort einen Todesfall gibt, der Anzeichen eines Mordes hat. Die junge Paula Lemmer wird aus der Nordsee gezogen in den Nähe eines havarierten Segelboots und sie weist eine klaffende Kopfwunde auf, die sehr wahrscheinlich von einem Schlag herrührt. John erinnert sich an seine ersten Schritte als Kommissar mir dem erfahrenen Cornelis Litmanen zusammen, die sie zu einem Mord auf Amrum führte. Auch da war eine junge Frau ermordet worden, deren Mörder aber schnell gefunden schien. Anschließend verschwand Litmanen allerdings spurlos, da er noch etwas ohne John auf der Insel ermitteln wollte. Jetzt tauchen natürlich Fragen auf, ob die Fälle etwas gemeinsam haben, denn abschließend wurde nie geklärt, wer für den Mord im Jahre 2005 verantwortlich war.
Der Nordsee-Krimi „Einsames Watt“ von Nina Ohlandt/Jan F. Wiefelpütz behandelt zwei Mordfälle, die zwar zeitlich auseinander liegen, aber unter Umständen etwas gemeinsam haben. Das Cover weist auf jeden Fall auf eine Begebenheit hin, die im Krimi eine Rolle spielt. Ein havariertes Segelboot am Strand spielt eine wichtige Rolle. Das wird auf den erste Seiten schon klar. Die Hauptakteure sind die Kommissare der Flensburger Kripo, die in den vorherigen Romanen auch schon für die Ermittlungen tätig waren. Also ein eingespieltes Team, das hier ermittelt. John Benthiern kommt noch eine spezielle Rolle zu, denn er ermittelt zusätzlich in einem alten Fall an gleicher Stelle, in dessen Verlauf sein ehemaliger Kollege Litmanen spurlos verschwand. Es ist sehr interessant und spanend zu verfolgen, wie der alte Fall wieder aufgerollt wird, und mit dem neuen Fall verknüpft wird. Gleichzeitig wird noch der Mörder aus dem alten Fall in diesen Fall eingebaut. Das hört sich langatmig an, ist es an manchen Stellen auch. Das ist jetzt Kritik auf hohem Niveau, aber die Ermittlungen ziehen sich, fast so wie im echten Leben. Spannend ist es allemal sorgt aber manchmal für etwas Chaos im Kopf und stört so ein wenig den Lesefluss. Eine neue Hauptperson wird im Laufe des Krimis eingebaut. Dabei handelt es sich um Jaane, die Schwester einer ermordeten Staatsanwältin, der John versprochen hat sich um die Schwester zu kümmern. Das tut John natürlich gerne, gerade weil diese Schwester auch über exzellente IT-Fähigkeiten verfügt, die schon wichtig sind. Der Schreibstil gefällt mir gut, da er mein Kopfkino gut bedient und ich die Story gut nachverfolgen kann, bis auf die Phasen, wo es manchmal so aussieht, als wenn sich der Autor verzetteln würde. Der Spannungsbogen ist konsequent bis zu Ende durchgeführt worden, vielleicht ein bisschen zu gut nachvollziehbar, aber das liegt im Auge des Betrachters.
Ich habe mich von diesem Krimi sehr gut abgeholt gefühlt und auch die Beschreibungen von Amrum habe ich gerne zur Kenntnis genommen, ebenso wie das Thema des Buches. Abzüge gibt es für die Längen, die das Buch hat und das kleine Chaos, dass es angerichtet hat. Empfehlenswert ist es für mich trotzdem, da es sehr individuell ausgelegt werden kann. Die Realität von Ermittlungen kann manchmal viel chaotischer sein.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 11.03.2026

Odessa, ich kann dich nicht vergessen

Zugwind
0

Mira Zehmann, ihr Mann Andryi und ihre Tochter Rosa, sind nach Deutschland übersiedelt, um einen Neuanfang zu starten. Mira und ihr Mann sind beide Ärzte und leben nun in der Stadt N. Mira ist in einer ...

Mira Zehmann, ihr Mann Andryi und ihre Tochter Rosa, sind nach Deutschland übersiedelt, um einen Neuanfang zu starten. Mira und ihr Mann sind beide Ärzte und leben nun in der Stadt N. Mira ist in einer Praxis Hausärztin, ihr Mann arbeitet am Krankenhaus. Allerdings schreibt Mira auch Gedichte und diese Fertigkeit ist ihr abhandengekommen und sie möchte sie wiederfinden. Sie stammen beide aus Odessa und nach dem Beginn des Krieges spürt Mira eine Zugwind in sich, den sie nicht deuten kann. Sie fährt ab und zu nach Odessa, um sich an ihr altes Leben zu erinnern und die Stadt und ihre Besonderheiten in sich aufzunehmen. Die Stadt in der ihre Großeltern leben und ihre Vergangenheit.
„Zugwind“ von Iryna Fingerova ist ein Roman, der von einer Frau handelt, die in Deutschland lebt und arbeitet, aber immer noch durch ihren Glauben und ihre Freunde und Verwandten sich in ihre Heimatstadt Odessa zurückgezogen fühlt. Die Autorin schreibt beeindruckend ihre Situation als Hausärztin in der Stadt N, in der auch viel Freundinnen von ihr leben und auch sehr viele Ukrainerinnen und Ukrainer, die sie sehr häufig aufsuchen, da sie sie an ihre Heimat erinnert. Die Patientinnen haben manchmal nur Symptome, die sie behandeln muss, und zwar Heimatverlust durch den Krieg. Es sind Einzelschicksale, die sie beschreibt, die entwurzelt wurden und sie fühlt sich manchmal genauso. Sie spürt dann am ganzen Körper einen Zugwind, der sie an ihre Heimat erinnert und sie auch immer wieder in die alte Heimat zurückzieht. Sie ist nicht unglücklich in Deutschland, aber manchmal fühlt sie sich nicht ganz komplett. Das sind dann die Zeiten, in denen sie sich auf den Weg macht. Auch eine Liebschaft könnte den Zugwind stoppen. Sie ist zufrieden und unzufrieden zugleich. Als sie das Schreiben von Gedichten wieder findet, fühlt sie das der Zugwind abnimmt. Es ist eine eindrucksvolle Beschreibung, die die Autorin hier vornimmt und man kann mit ihr fühlen, wie ihre Sehnsucht immer wieder aufflackert.
Das Buch ist für mich eine sehr eindrucksvolle Beschreibung einerseits der Situation von Flüchtlingen, über die die Autorin schreibt und ein Leben in einem fremden Land mit Wurzeln in einem anderen. Solche Gedankengänge helfen sich immer wieder zu erden, wie es auch die Autorin immer wieder tut.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.03.2026

Mord im Naturreservat

Strandgut
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Das Reservat Euronat ist ganz etwas besonderes an der französischen Atlantikküste. Es ist ein großer Campingplatz, abgeschlossen von seiner Umwelt, nur für Nudisten. Der größte seines Zeichens in Europa ...

Das Reservat Euronat ist ganz etwas besonderes an der französischen Atlantikküste. Es ist ein großer Campingplatz, abgeschlossen von seiner Umwelt, nur für Nudisten. Der größte seines Zeichens in Europa und natürlich den Bewohnern von Grayan-et-l´Hopital ein Dorn im Auge. Deshalb hat auch die Bürgermeisterin des Ortes den Pachtvertrag gekündigt, denn sie hat etwas anderes mit diesem Gelände vor. Auf einer Bürgerversammlung tritt dann auch ihr Parteifreund und Staatssekretär im Verteidigungsministerium Guy Martinez auf, um sie zu unterstützen. Ein voller Erfolg war diese Versammlung, doch am nächsten Morgen findet man Martinez tot am Strand von Euronat auf. Das gibt Commissaire Luc Verlain und seinem Team ein großes Rätsel auf. Keiner wusste was der Staatssekretär dort am Strand zu suchen hatte. Also starte das Team die Ermittlungen und entdeckt etwas sehr Merkwürdiges.
Der Aquitane-Krimi „Strandgut“ von Alexander Oetker spielt hauptsächlich in einem Naturreservat für Nackttourismus an der Atlantikküste. Einführend ist das Cover gut geeignet, um den Ort zu beschreiben, einem Strandabschnitt dieses riesigen Campingplatzes. Euronat ist ein großer Wirtschaftsfaktor für diese Region, denn es zieht jedes Jahr mehrere tausend Besucher an und auch Häuser auf dem Platz werden von Einheimischen vermietet. Für Moralisten ist dies ein Schrecken und so ist es auch normal das die Bürgermeisterin, ein Konservative, diesem Schauspiel ein Ende machen möchte. Natürlich stecken da auch wirtschaftliche Interessen hinter. Dann kommt der tote Parteifreund hinzu und es werden polizeiliche Ermittlungen durchgeführt. Hier kommen dann die Hauptpersonen Commissaire Luc seine Chefin und Lebensgefährtin Anouk und seine Mitarbeiterin Rose Schellinger hinzu. Es ist schon ein besonderes Team, das dort ermittelt und so decken sie nach und nach Umstände auf, die diesen Todesfall in ein anderes Licht rücken. Diese Ermittlungen werden vom Autor sehr gut entwickelt und Schritt für Schritt zum Erfolg geführt. Es ist kein gerader Weg, der sich ihnen bietet, aber es werden auf dem Weg Erkenntnisse hinzugefügt, die die Spannung und diesem Krimi immer wieder anfachen. Diese Art und Weise finde ich spannend und es tut dem Spannungsbogen sehr gut, der mit einigen Überraschungen gespickt ist. Die Sprache, die der Autor verwendet ist sehr bildhaft und macht das Geschehen erlebbar. Das Ende ist nachvollziehbar, aber hier bleibt bei mir ein wenig Stirnrunzeln zurück.
Ich mag diese Krimis, da sie immer in einer tollen Atmosphäre spielen und diese Sommer, Sand Frankreich Feeling durchsickert. Aber auch die Spannung bleibt nicht auf der Strecke. Ich mag auch Luc Verlain und sein Team, die immer für Überraschungen gut ist, Ich finde diesen Krimi empfehlenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2026

Offshore Ermittlungen

Trügerisches La Rochelle
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Commissaire Chevalier wird zu einem sehr ungewöhnliche Toten geführt, der auf einem Installationsschiff für Windanlagen gefunden wurde. Es war schon schwierig auf dieses Schiff zu gelangen und genauso ...

Commissaire Chevalier wird zu einem sehr ungewöhnliche Toten geführt, der auf einem Installationsschiff für Windanlagen gefunden wurde. Es war schon schwierig auf dieses Schiff zu gelangen und genauso schwierig entwickeln sich die Ermittlungen. Es war anfangs gar nicht klar, ob es ein Unfall oder Mord war. Doch nach und nach kristallisierte sich heraus, dass es sich um Mord handelte. Die Ermittlungen auf dem Schiff erwiesen sich als erschwert, weil die Arbeiter nicht mit ihnen sprechen wollten. Da der Tote auch nicht viele Sympathisanten auf dem Schiff hatte, kamen auch viele als Verdächtige in Frage.
„Trügerisches La Rochelle“ von Jean-Claude Vinet ist ein Krimi, dessen fall sich diesmal hauptsächlich im Atlantik auf einem Schiff handelt. Ein sehr spannender Fall im Umfeld von Gewinnmaximierung und ökonomischen Interessen, in dem Menschen nur Marionetten in einem großen Spiel sind. Tote und Verletzte werden hier scheinbar in Kauf genommen. In diesem Milieu muss nun Chevallier und sein Team ermitteln. Unter erschwerten Bedingungen und der Autor versteht es sehr gut die beklemmende Atmosphäre fühlbar zu beschreiben. Die Ermittlungen ziehen sich sehr in die Länge, was allerdings auch kein Wunder ist, da die Aussagen nur spärlich gemacht werden und es auch einige Zeit dauert bis alle Informationen an die Polizei gegeben werden, um nicht gegen wirtschaftliche Interessen zu verstoßen. Zum Ausgleich beschreibt der Autor die private Situation von Chevallier und seiner Frau und ich habe manchmal den Eindruck, er möchte hier ein bisschen die andere Welt zeigen neben den Kriminalfällen. Ich finde diese Mischung sehr interessant, da sie auch immer wieder die trockenen Ermittlungen unterbrechen und so für den Fluss der Geschehnisse sorgen. Die Sprache ist sehr bildhaft, die Story sehr authentisch und der Spannungsbogen sehr gut entwickelt. Überraschungen sind mit eingepreist und halten die Story am Leben.
Ich finde diesen Krimi sehr gut und ich habe auch schon andere Fälle von Commissaire Chevallier verfolgt und finde seine unaufgeregte Ermittlungsarbeit sehr interessant. Ich finde ein sehr gelungener Krimi und gut zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Ein unwiderstehliches Angebot

Grand Cru
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Im Perigord ist viel los. Erst brennt eine Versuchsanlage komplett ab, dann taucht noch ein reicher Amerikaner auf, der Weinberge kaufen will und in sein Imperium einsortieren will. Bruno der Ortspolizist ...

Im Perigord ist viel los. Erst brennt eine Versuchsanlage komplett ab, dann taucht noch ein reicher Amerikaner auf, der Weinberge kaufen will und in sein Imperium einsortieren will. Bruno der Ortspolizist von Saint-Denis hat alle Hände voll, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. In seiner ruhigen Art und Weise sucht er für Ausgleich, da die ehemalige Kommune unter Verdacht steht für den Brand gesorgt zu haben. Bruno hat auch schon einen Verdacht, wer dafür in Frage kommt, da er natürlich alle Leute kennt. Dann kommen auch noch zwei Tote dazu und alles wird auch für Bruno undurchschaubarer.
Der Krimi „Grand Cru“ von Martin Walker ist der zweite Krimi aus dem Perigord mit dem Ortspolizisten von Saint-Denis Bruno als Hauptdarsteller. Dieser Ortspolizist Bruno ist ein sympathischer und immer auf Ausgleich bedachter Polizist, der seinen Ort und die Bewohner kennt, wie kein zweiter. Auch bei diesem Fall ist er wieder mit seiner Ortskenntnis für seine Kollegen ein guter Ansprechpartner. Der Autor zeichnet hier einen bodenständige und schlauen Menschen, der alles für die Gerechtigkeit, aber auch seinen Ort tun würde und immer mit Augenmaß handelt. Natürlich sind auch Emotionen im Spiel, wenn er hingerissen von der Liebe zu einer Frau und zu seinem Ort steht und eigentlich kann ich das gut nachvollziehen. Es menschelt also sehr in Saint-Denis und das ist gut so. Aber auch der Fall ist spannend und hat einen guten Spannungsbogen. Die Story wird sehr behutsam und in einer leichten Bildsprache erzählt, der mich zumindest sehr in den Ort eintauchen lässt.
Ich mag diese Art von regionalen Krimis und ich kann mir gut vorstellen das dieser Bruno auch noch eine Menge neuer Freunde finden wird.

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