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Veröffentlicht am 16.12.2025

Irre letzte Tage

Not Quite Dead Yet
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Margaret „Jet“ Masons letzte Tage beginnen auf einem Hollywood Markt in ihrer Heimatstadt Woodstock. Als sie zu Hause ankommt wird sie von einem Unbekannten niedergeschlagen und schwer verletzt. Im Krankenhaus ...

Margaret „Jet“ Masons letzte Tage beginnen auf einem Hollywood Markt in ihrer Heimatstadt Woodstock. Als sie zu Hause ankommt wird sie von einem Unbekannten niedergeschlagen und schwer verletzt. Im Krankenhaus stellt man ein Aneurysma fest. Sie hat zwei Optionen eine Operation, die sie umbringt oder die letzten Tage zu Hause zu verbringen im Kreise der Familie. Sie weiß, dass ihr Leben in ca. sieben Tagen enden wird und entscheidet sich die Zeit zu nutzen, um ihren Angreifer zu finden. Denn sie ist noch nicht Tod jetzt.
„Not quite dead yet“ von Holly Jackson ist der erste Roman für „Erwachsene“ von Jackson, ein überwiegend gelungenes Vorhaben. Schon das Cover hat mich angesprungen und zeigt eine Röntgenaufnahme eines Gehirns und zeigt somit auch ein zentrales Thema des Romans. Die Frage danach, wie verbringe ich im Angesicht des Todes den Rest meines Lebens ist schon sehr ungewöhnlich und so scheint es auch für die Hauptperson zu sei, denn sie liebte eigentlich das Aufschieben von Dingen, also die Prokrastination. Das ist sicher eine spannende Wendung in diesem Thriller, aber lange nicht die einzige, denn es kommen noch einige. Wie man allerdings mit einem Aneurysma im Kopf auf Verbrechersuche gehen kann, ist und bleibt in der Fantasie der Autorin begraben. Natürlich ist das Umfeld von Jet Manson wichtig für ihr Tun, aber auch die Familie kann hier an die Grenzen kommen. Die Sprache die Jackson hier an den Tag legt ist äußerste spannend gehalten und an Spannung fehlt es in diesem Buch sicher nicht. Allerdings schießt sie manchmal über das Ziel hinaus. Dem Spannungsbogen schadet das allerdings nicht.
Ich finde diesen Thriller lesenswert, aber auch etwas unglaubwürdig und würde genau da die Einschnitte setzen. Wer Hochspannung mag der wird diesen Thriller mögen. Bei mir bleiben ein paar Fragezeichen zurück.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.12.2025

Bis an die Grenze

Wolfskälte
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Die DI´s Richard and Georgina fahren zu einem möglichen Mordfall nach Eilean Eadan, um der Staatsanwalt zu genügen. Diese Insel liegt irgendwo vor der Küste Schottlands und beherbergt ca. 200 Menschen. ...

Die DI´s Richard and Georgina fahren zu einem möglichen Mordfall nach Eilean Eadan, um der Staatsanwalt zu genügen. Diese Insel liegt irgendwo vor der Küste Schottlands und beherbergt ca. 200 Menschen. Der Tote wurde unterhalb des Leuchtturms gefunden und alles spricht für Selbstmord. Das typische für diese Insel ist das schlechte Wetter und damit werden die beiden DI ´s umgehend konfrontiert. Ansonsten werden sie von Kathy der Postmeisterin der Insel umsorgt mit allem, was notwendig ist für ihre Ermittlungen, die ca. eine Woche dauern sollen. Sie bekommen eine Kate in der sie schlafen und sich besprechen können. Ansonsten sind die Bewohner der Insel sehr verschlossen, nur Pater Ross und Kathy erscheinen ihnen zugänglich. Also beginnen sie ihre Ermittlungen und bemerken gleich wie ihre Beziehungen zu den Inselbewohnern aussehen werden.
„Wolfskälte“ von Laura McCluskey ist ein Krimi, der an einem ganz besonderen Ort spielt. Die Kargheit, die auf dem Cover dargestellt wird, kann man im ganzen Krimi nachvollziehen. Die Einwohner werden als Einsiedler dargestellt, die in einer eingeschworenen Gemeinschaft leben. Es sind nur einige wenige Personen, die die beiden DI´s begrüßen. Kathy, die Postmeisterin, die sie mit allem notwenigen ausstattet. Pater Ross das geistliche Oberhaupt der Insel ist eine der anderen Personen. George und Richard, sind in dieser Einöde auf sich selbst gestellt. George schleppt noch ein Geheimnis mit sich herum, denn sie hat ihre Verletzung noch nicht überwunden, denn sie braucht starke Schmerzmittel und Schlafmittel und scheint nur bedingt einsatzbereit. Die Kälte, die das Klima ausstrahlt, wird auch von den Einwohner des Eilands verstärkt. Die Autorin schafft es diese Atmosphäre sprachlich sehr gut zu unterstützen. Beim Lesen konnte ich die Kälte förmlich spüren. Die Darstellung der Ermittlungen sind sehr zäh dargestellt. Für mich ist das komplett nachvollziehbar und realistisch, denn die Bewohner wollen nicht mit den DI´s reden. Deutlich wird das, wenn selbst die Kinder sagen, dass sie nicht mit ihnen reden sollen. Geschickt baut die Autorin noch keltische Bräuche in die Erzählung ein, die auf der Insel natürlich zu Hause sind. Die Spannung steigt im Laufe der Geschichte merklich an und der Spannungsbogen wird bis zum Ende gut entwickelt.
Ich finde diesen Krimi ungewöhnlich und sehr spannend. Manchmal kommen mir die Abläufe als sehr stockend vor, doch wenn ich mich in die Ermittler versetze, kann ich deren Frust auch gut vorstellen. Ich mag das Buch auch zum Weiterempfehlen.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 13.12.2025

Künstliche Intelligenz

Thanatopia
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Wir schreiben das Jahr 2095 als in Wien an der Donau zwei Leichen gefunden werden, sind die Ermittler um Kommissar Landauer sehr irritiert, denn die beiden Toten sind identisch. Für die Polizisten beginnt ...

Wir schreiben das Jahr 2095 als in Wien an der Donau zwei Leichen gefunden werden, sind die Ermittler um Kommissar Landauer sehr irritiert, denn die beiden Toten sind identisch. Für die Polizisten beginnt eine schwierige Recherche, denn sie müssen tief in die künstliche Unterwelt von Wien eintauchen, um ihre Fragen zu klären. Es sind, so wie es aussieht künstliche Wesen, die wohl zu einem Todeskult gehören. Hier bedarf es auch externer Informationen, wobei die Tochter des Kommissars Landauer helfen kann. Es wird auch deutlich, dass es einen Bezug zu einer künstlichen Intelligenz gibt, die man schon lange eingeschlossen hatte. Doch wie es aussieht, gibt es den Verdacht, dass sie immer noch aktiv ist. Das erleichtert sie Arbeit Polizei überhaupt nicht.
„Thanatopia“ von Tom Hillenbrand ist ein Thriller, der im Jahr 2095 spielt und beschreibt, wie Kriminalfälle in der Zeit aussehen können. Aber das ist nur eine Randnotiz. Der Autor beschreibt, wie Künstliche Intelligenz das Leben beeinflusst. Schon das sehr kryptische Cover gibt einen Eindruck, von in meinen Augen, geordneter Unordnung. Es ist alles nicht so wie es scheint. Menschen sind nicht unbedingt Menschen, sondern Gefäße oder solche, die noch ihr Gehirn haben und nicht austauschbar sind, die Schwammköpfe genannt werden. Es gibt Deather und eine davon ist ein Hauptcharakter dieses Buches. Stasja, die auf der Suche nach dem Todeserleben und den was uns erwartete. Für mich ist das schon eine schräge Sicht. Aber längst nicht die einzige. Der Kommissar Wenzel Landauer ist ebenso eine Hauptfigur, die allerdings gänzlich anders unterwegs, jedenfalls oberflächlich gesehen. Aber auch hier ist nicht alles, wie es scheint. Es geht um übernatürliches oder auch künstliches und auch absurdes, das die ganze Zeit auf den Leser einströmt. Der Autor hat auch geschickt am Ende ein Glossar eingefügt, damit man weiß, wovon er spricht. Denn das ist nicht ganz einfach zu verfolgen. Ich habe auch schon einen anderen Band aus dieser Zeit vom Autor gelesen, sodass ich ein wenig anknüpfen konnte. Die Auflösung oder auch der Spannungsbogen am Ende ist gut ausgestaltet und auch die Sprache ist für das Thema passend. Es ist alles aus meiner Sicht etwas unverständlich, da ich mich so gar nicht in diese Zeit versetzen kann.
Ich finde den Thriller lesbar, aber ich habe mich manchmal etwas verloren gefühlt in dieser Thematik. Die Idee dieses Themas finde ich gut umgesetzt, aber ich gestehe meins ist es nicht. Für Leser, die Thriller in einer Utopie mögen ist das einer, den es zu lesen gilt. Für andere ist er nur schwer verdaulich.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Ein sehr empathisches Thema

Glimmer
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Das Buch bietet einen guten Überblick über das, was der Autor Glimmer und Trigger nennt. Es ist ein sehr gute Zusammenstellung über ein interessantes Thema, das sich mit uns selbst, mit Interaktionen und ...

Das Buch bietet einen guten Überblick über das, was der Autor Glimmer und Trigger nennt. Es ist ein sehr gute Zusammenstellung über ein interessantes Thema, das sich mit uns selbst, mit Interaktionen und mit der Präsenz in unserem Leben beschäftigt. Es werden Situationen beschrieben, die von eigenem Erleben handeln, aber auch um Berichte über Menschen und deren Erlebnisse. Diese kommen sicherlich aus der Hypnosepraxis des Autors. Bernhard Tews schreibt ab nicht nur über andere, sondern auch über seine Erfahrungen mit sich selbst und sein Weg, bis er seine eigen Praxis eröffnete. Dieses sind Beispiele und der Leser ist aufgefordert, das zu ihm passende anzunehmen, etwas anders zu tun oder auch nichts. Denn der Autor kann nur Anstöße liefern und die sind reichlich und vielfältig vorhanden.
Ich finde es ist auch ein sehr emotionales Buch, denn der Autor versteht es diese auch anzusprechen und sie schon weit in das Blickfeld zu rücken. Dieses Buch baut auch immer wieder Methoden und einen kleinen wissenschaftliche Background ein. Die Methoden sollen auch gleich ausprobiert werden, um sie dann auch parat zu haben, ähnlich wie er Tool Boxen und Videoclips anbietet, die man über QR-Code sich ansehen kann. Diese einzelnen Teile sind sehr gut aufeinander aufgebaut. Vom Selbst, in dem er seine Anfänge in diesem Format beschreibt, kommt er zu Interaktionen, in denen er sehr gute Beispiele wählt, die eigentlich auch viele Menschen aus ihrem eigenen Leben kennen könnten. Im letzten Abschnitt werden spezielle Glimmer Momente beschrieben, wie Musik, Tanz; Yoga und anderes. Es werden hier und an anderen Stellen Techniken aus der Hypnose (-oder Trance) Arbeit dargestellt und auch die Neurolinguistische Programmierung, NLP, ist mit einigen Methoden vertreten. Die Inhalte werden in einer sehr empathischen Sprache beschrieben.
Ich habe, wie ich den Titel das erste Mal gehört habe gedacht, was kann dieses Glimmern für eine Bedeutung haben. Doch jetzt muss ich sagen sie fast die positiven Gefühle, die jeder Mensch braucht in einem glücklichen Wort zusammen. Wer sich selbst noch ein bisschen besser auf die Spur kommen möchte, für den ist dieses Buch genau das richtige.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Vergangenheit und Gegenwart auf Island

Zerbrochene Stille
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Konrad, ein pensionierter Polizeibeamter wird durch den Fund eines Toten an einem der größten Seen Islands, an eine alten Fall erinnert den er und sein ehemaliger Kollege Leo bearbeitet haben. Bei dem ...

Konrad, ein pensionierter Polizeibeamter wird durch den Fund eines Toten an einem der größten Seen Islands, an eine alten Fall erinnert den er und sein ehemaliger Kollege Leo bearbeitet haben. Bei dem Fall sind Zweifel geblieben, ob sie damals den richtigen Täter eingesperrt hatten. Also macht er sich auf die Suche nach Informationen, die Aufklärung in den Fall bringen könnten und er muss sehr tief graben, um das Rätsel lösen zu können.
Der Island Krimi „Zerbrochene Stille“ von Arnaldur Indridason ist ein sehr dicht geschriebener Krimi, der sich sehr intensiv mit der Story auseinandersetzt und man braucht beim Lesen sehr viel Konzentration, um sich durch die vielen beteiligten Namen zu wühlen und dem Handlungsstrang zu folgen. Indridason versteht es wie kein zweiter die Handlung in mehrere verschieden Erzählstränge laufen zu lassen. Diese Erzählungen sind alle sehr wichtig für den Handlungsverlauf, doch manchmal kam es mir, dass der Autor Spaß daran hat, immer wieder hin und her zu springen. Das verbindende Glied in diesem Krimi ist der Hauptcharakter Konrad, der die Stränge in der Hand hält und immer wieder an einem anderen Strang zieht, um am Ende einen abgeschlossenen Fall zu bekommen. Es ist auch nicht ganz einfach nachzuvollziehen, was denn nun die Hauptachse des Krimis ist, doch es baut alles sehr logisch aufeinander auf. Das ist es, was mich an Indridason fasziniert, die Themen und wie er die Geschichte erzählt. Außerdem wird die Handlung natürlich auch durch die isländische Gegenwart und Vergangenheit geprägt und da muss ich sagen, fehlen mir doch einige Informationen. Doch in diesen Romanen erfahre ich immer wieder Neues aus und über Island und nicht nur Stereotype, wie das Haus am einsamen See, das auf dem Cover abgebildet wird. Die Spannung wird in diesem Roman immer hochgehalten und der Spannungsbogen ist bis zum Ende sehr gut aufgebaut.
Mir gefällt dieser Band sehr gut, da er für mich neben der Spannung auch viele Informationen über Island bereithält. Es ist schon eine Zeitlang her, das ich einen Band von Indridason gelesen haben, doch auch dieser hat mich überzeugt.

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