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Veröffentlicht am 20.12.2025

Die Insel Berlin

Kein Wunder
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Fränge, Förster und Brocki, die sich schon seit Schulzeiten kennen und auch vieles gemeinsam haben. Fränge ist zum Studium nach Berlin gegangen, auch um der Bundesweht zu entgehen. Förster und Brocki fahren ...

Fränge, Förster und Brocki, die sich schon seit Schulzeiten kennen und auch vieles gemeinsam haben. Fränge ist zum Studium nach Berlin gegangen, auch um der Bundesweht zu entgehen. Förster und Brocki fahren nach Berlin, um ihn zu besuchen. Sie gehen natürlich mit Fränge auch nach Ostberlin. Dort bemerken sie das Fränge eine Freundin hat, Rosa, die er immer wieder besucht. Die Finanzierung der Fahrten, die immerhin 25 DM Eintritt kosten, erledigt er durch den Kauf von DDR Mathe Büchern und dem Verkauf vom Camping Kocher Juwel. Zurück in Berlin stellen die beiden Freunde fest, dass Fränge auch in Berlin West eine Freundin hat. Das antwortet Fränge ist seine Freiheit auch die Liebe zu leben. Verständlich ist das da im Jahr 1989 noch eien Mauer zwischen den beiden Teilen war, doch bald sollte die Mauer fallen:
Frank Goosen beschreibt in seinem Roman "Kein Wunder" drei Freunde, die ihre Jugend auf sehr unterschiedliche Weise leben. Fränge nutzt sein Leben in Berlin auf seine Weise. Der Autor beschreibt sehr unterhaltsam die Beziehungen untereinander. Der sehr liberale Fränge, der genau das tut, eas ihm nutzt. Der konservative Brocki, der immer wieder sehr intensive Diskussionen mit Fränge auslebt und der ruhige Förster, der an einem Drehbuch für einen Film schreibt.Das Abenteuer Berlin nehmen alle drei sehr unterschiedlich wahr, aber es ist halt eine unbekannte Welt für die beiden Bochumer. Der Aufenthalt in Berlin ist die eine Seite und auch die Beziehungen der beiden Teile, Ost und West, beschreibt Goosen sehr launig, spricht aber auch genau die Problematik des Lebens in Berlin an. Rosa, die Freundin von Frängen zeigt ihnen ihr Berlin und die Vergangenheit holt auch mich wieder ein, die die Geschichte des Jahres 1989 erzählt. Die Story spielt sich aber nicht nur in Berlin ab, sondern auch in Bochum, der Heimatstadt des Autors und natürlicherweise auch die der drei Freunde. Hier erfährt der Leser auch über die Familienverhältnisse und die Herausforderungen der drei mit ihren Familien.
Ich finde den vorliegenden Roman sehr unterhaltsam und die Story der drei Freunde auch sehr passend. Die Situation zwischen Ost und West wurde mir wieder sehr klar vor Augen geführt und so war es für mich auch möglich, die Wege der drei nachzuvollziehen. Ich kann das Buch gut weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Die Optimierung des Denkens

Besser denken
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Der Autor Henning Beck hat in seinem Buch „Besser denken – fokussieren, verstehen, entscheiden“ den neuesten Stand der Wissenschaft in diesen Feldern zusammengestellt und seine Sicht auf die Ergebnisse ...

Der Autor Henning Beck hat in seinem Buch „Besser denken – fokussieren, verstehen, entscheiden“ den neuesten Stand der Wissenschaft in diesen Feldern zusammengestellt und seine Sicht auf die Ergebnisse beleuchtet. Das sehr eindrucksvolle Titelbild, das nur aus dem Titel und einer Glühbirne besteht, ist für dieses Buch bezeichnend. In dem ein oder anderen Kapitel soll uns eine Lampe angehen. Es sind teilweise sehr alltägliche Dingen, die er mit sehr vielen Beispielen unterlegt, beschreibt. Dieses Buch ist daher auch sehr launig zu lesen, denn es sind keine Beispiele, die wir nicht ebenfalls aus unserem Leben kenne, aber noch nie ins Licht gestellt haben, bzw. uns darüber klar geworden sind, aus welchem Grund wir diese Dingen tun. Im Vorwort und im Nachwort hat er nochmal seine Stellung begründet und sie verständlich gemacht.
Dieses Buch hat 9 Kapitel, die unser tägliches Leben in ihren einzelnen Feldern in den Fokus stellt. Es hat alles mehr oder weniger direkt mit dem Denken zu tun, aber beschreibt auch Dinge, die wir ohne Nachdenken tun und die es lohnt zu verändern oder sich wenigstens klarzumachen, dass man das tut. Hier sind die Kapitel „Planen und Aufschieben“, „Gewohnheiten“ und „Entscheidungen“ zu nennen. Diese würde ich betrachten, wenn es um mich geht, aber so sind natürlich auch viele Themen dabei, die anderen Menschen am wichtigsten erscheinen, wie z.B. „Widerstandsfähigkeit“; „Anpassungsfähigkeit“ und „kritisches Denken“. Dieses Buch ist durch seine vielfältigen Themen für jeden gut geeignet, da es einzelne Bereiche des Lebens unter die Lupe nimmt und immer Anregungen gegeben werden, sein eigenes Handeln zu durchforsten und vielleicht am Ende bewusster mit diesen Inhalten umzugehen oder gar Veränderungen einzuleiten. Auf jeden Fall gibt es zu all diesen Ausführungen auch wissenschaftliche Artikel, die das Ganze unterstreichen.
Ich habe dieses Buch mit großem Interesse gelesen und in vielen Kapiteln mich auch wiedergefunden. Da ich mit diesen Themen schon länger beschäftige, war es für mich bereichernd noch einmal etwas darüber gelesen. Auch die wissenschaftlichen Artikel sind sicherlich interessant für viel Menschen. Ich fand es etwas überfrachtet. Nichts desto trotz ein Buch, das für dieses Thema eine Menge Anregungen gibt und es sich lohnt sich damit zu beschäftigen.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Irre letzte Tage

Not Quite Dead Yet
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Margaret „Jet“ Masons letzte Tage beginnen auf einem Hollywood Markt in ihrer Heimatstadt Woodstock. Als sie zu Hause ankommt wird sie von einem Unbekannten niedergeschlagen und schwer verletzt. Im Krankenhaus ...

Margaret „Jet“ Masons letzte Tage beginnen auf einem Hollywood Markt in ihrer Heimatstadt Woodstock. Als sie zu Hause ankommt wird sie von einem Unbekannten niedergeschlagen und schwer verletzt. Im Krankenhaus stellt man ein Aneurysma fest. Sie hat zwei Optionen eine Operation, die sie umbringt oder die letzten Tage zu Hause zu verbringen im Kreise der Familie. Sie weiß, dass ihr Leben in ca. sieben Tagen enden wird und entscheidet sich die Zeit zu nutzen, um ihren Angreifer zu finden. Denn sie ist noch nicht Tod jetzt.
„Not quite dead yet“ von Holly Jackson ist der erste Roman für „Erwachsene“ von Jackson, ein überwiegend gelungenes Vorhaben. Schon das Cover hat mich angesprungen und zeigt eine Röntgenaufnahme eines Gehirns und zeigt somit auch ein zentrales Thema des Romans. Die Frage danach, wie verbringe ich im Angesicht des Todes den Rest meines Lebens ist schon sehr ungewöhnlich und so scheint es auch für die Hauptperson zu sei, denn sie liebte eigentlich das Aufschieben von Dingen, also die Prokrastination. Das ist sicher eine spannende Wendung in diesem Thriller, aber lange nicht die einzige, denn es kommen noch einige. Wie man allerdings mit einem Aneurysma im Kopf auf Verbrechersuche gehen kann, ist und bleibt in der Fantasie der Autorin begraben. Natürlich ist das Umfeld von Jet Manson wichtig für ihr Tun, aber auch die Familie kann hier an die Grenzen kommen. Die Sprache die Jackson hier an den Tag legt ist äußerste spannend gehalten und an Spannung fehlt es in diesem Buch sicher nicht. Allerdings schießt sie manchmal über das Ziel hinaus. Dem Spannungsbogen schadet das allerdings nicht.
Ich finde diesen Thriller lesenswert, aber auch etwas unglaubwürdig und würde genau da die Einschnitte setzen. Wer Hochspannung mag der wird diesen Thriller mögen. Bei mir bleiben ein paar Fragezeichen zurück.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Bis an die Grenze

Wolfskälte
7

Die DI´s Richard and Georgina fahren zu einem möglichen Mordfall nach Eilean Eadan, um der Staatsanwalt zu genügen. Diese Insel liegt irgendwo vor der Küste Schottlands und beherbergt ca. 200 Menschen. ...

Die DI´s Richard and Georgina fahren zu einem möglichen Mordfall nach Eilean Eadan, um der Staatsanwalt zu genügen. Diese Insel liegt irgendwo vor der Küste Schottlands und beherbergt ca. 200 Menschen. Der Tote wurde unterhalb des Leuchtturms gefunden und alles spricht für Selbstmord. Das typische für diese Insel ist das schlechte Wetter und damit werden die beiden DI ´s umgehend konfrontiert. Ansonsten werden sie von Kathy der Postmeisterin der Insel umsorgt mit allem, was notwendig ist für ihre Ermittlungen, die ca. eine Woche dauern sollen. Sie bekommen eine Kate in der sie schlafen und sich besprechen können. Ansonsten sind die Bewohner der Insel sehr verschlossen, nur Pater Ross und Kathy erscheinen ihnen zugänglich. Also beginnen sie ihre Ermittlungen und bemerken gleich wie ihre Beziehungen zu den Inselbewohnern aussehen werden.
„Wolfskälte“ von Laura McCluskey ist ein Krimi, der an einem ganz besonderen Ort spielt. Die Kargheit, die auf dem Cover dargestellt wird, kann man im ganzen Krimi nachvollziehen. Die Einwohner werden als Einsiedler dargestellt, die in einer eingeschworenen Gemeinschaft leben. Es sind nur einige wenige Personen, die die beiden DI´s begrüßen. Kathy, die Postmeisterin, die sie mit allem notwenigen ausstattet. Pater Ross das geistliche Oberhaupt der Insel ist eine der anderen Personen. George und Richard, sind in dieser Einöde auf sich selbst gestellt. George schleppt noch ein Geheimnis mit sich herum, denn sie hat ihre Verletzung noch nicht überwunden, denn sie braucht starke Schmerzmittel und Schlafmittel und scheint nur bedingt einsatzbereit. Die Kälte, die das Klima ausstrahlt, wird auch von den Einwohner des Eilands verstärkt. Die Autorin schafft es diese Atmosphäre sprachlich sehr gut zu unterstützen. Beim Lesen konnte ich die Kälte förmlich spüren. Die Darstellung der Ermittlungen sind sehr zäh dargestellt. Für mich ist das komplett nachvollziehbar und realistisch, denn die Bewohner wollen nicht mit den DI´s reden. Deutlich wird das, wenn selbst die Kinder sagen, dass sie nicht mit ihnen reden sollen. Geschickt baut die Autorin noch keltische Bräuche in die Erzählung ein, die auf der Insel natürlich zu Hause sind. Die Spannung steigt im Laufe der Geschichte merklich an und der Spannungsbogen wird bis zum Ende gut entwickelt.
Ich finde diesen Krimi ungewöhnlich und sehr spannend. Manchmal kommen mir die Abläufe als sehr stockend vor, doch wenn ich mich in die Ermittler versetze, kann ich deren Frust auch gut vorstellen. Ich mag das Buch auch zum Weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Künstliche Intelligenz

Thanatopia
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Wir schreiben das Jahr 2095 als in Wien an der Donau zwei Leichen gefunden werden, sind die Ermittler um Kommissar Landauer sehr irritiert, denn die beiden Toten sind identisch. Für die Polizisten beginnt ...

Wir schreiben das Jahr 2095 als in Wien an der Donau zwei Leichen gefunden werden, sind die Ermittler um Kommissar Landauer sehr irritiert, denn die beiden Toten sind identisch. Für die Polizisten beginnt eine schwierige Recherche, denn sie müssen tief in die künstliche Unterwelt von Wien eintauchen, um ihre Fragen zu klären. Es sind, so wie es aussieht künstliche Wesen, die wohl zu einem Todeskult gehören. Hier bedarf es auch externer Informationen, wobei die Tochter des Kommissars Landauer helfen kann. Es wird auch deutlich, dass es einen Bezug zu einer künstlichen Intelligenz gibt, die man schon lange eingeschlossen hatte. Doch wie es aussieht, gibt es den Verdacht, dass sie immer noch aktiv ist. Das erleichtert sie Arbeit Polizei überhaupt nicht.
„Thanatopia“ von Tom Hillenbrand ist ein Thriller, der im Jahr 2095 spielt und beschreibt, wie Kriminalfälle in der Zeit aussehen können. Aber das ist nur eine Randnotiz. Der Autor beschreibt, wie Künstliche Intelligenz das Leben beeinflusst. Schon das sehr kryptische Cover gibt einen Eindruck, von in meinen Augen, geordneter Unordnung. Es ist alles nicht so wie es scheint. Menschen sind nicht unbedingt Menschen, sondern Gefäße oder solche, die noch ihr Gehirn haben und nicht austauschbar sind, die Schwammköpfe genannt werden. Es gibt Deather und eine davon ist ein Hauptcharakter dieses Buches. Stasja, die auf der Suche nach dem Todeserleben und den was uns erwartete. Für mich ist das schon eine schräge Sicht. Aber längst nicht die einzige. Der Kommissar Wenzel Landauer ist ebenso eine Hauptfigur, die allerdings gänzlich anders unterwegs, jedenfalls oberflächlich gesehen. Aber auch hier ist nicht alles, wie es scheint. Es geht um übernatürliches oder auch künstliches und auch absurdes, das die ganze Zeit auf den Leser einströmt. Der Autor hat auch geschickt am Ende ein Glossar eingefügt, damit man weiß, wovon er spricht. Denn das ist nicht ganz einfach zu verfolgen. Ich habe auch schon einen anderen Band aus dieser Zeit vom Autor gelesen, sodass ich ein wenig anknüpfen konnte. Die Auflösung oder auch der Spannungsbogen am Ende ist gut ausgestaltet und auch die Sprache ist für das Thema passend. Es ist alles aus meiner Sicht etwas unverständlich, da ich mich so gar nicht in diese Zeit versetzen kann.
Ich finde den Thriller lesbar, aber ich habe mich manchmal etwas verloren gefühlt in dieser Thematik. Die Idee dieses Themas finde ich gut umgesetzt, aber ich gestehe meins ist es nicht. Für Leser, die Thriller in einer Utopie mögen ist das einer, den es zu lesen gilt. Für andere ist er nur schwer verdaulich.

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