Nostalgie trifft Ernüchterung
Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)“Ich spreche durch dich zu den Menschen” - Das Känguru
Kurzmeinung:
Mit Witz und Sarkasmus führt das Känguru eine Rebellion an – doch für mich fühlte es sich diesmal eher wie eine moralische Anleitung ...
“Ich spreche durch dich zu den Menschen” - Das Känguru
Kurzmeinung:
Mit Witz und Sarkasmus führt das Känguru eine Rebellion an – doch für mich fühlte es sich diesmal eher wie eine moralische Anleitung an als wie die gewohnt bissige Satire.
Das Känguru ist zurück – und diesmal bereit zu rebellieren. In seinem neuesten Werk greift Marc-Uwe Kling erneut aktuelle politische und gesellschaftliche Themen auf und verpackt sie, wie gewohnt, in satirische Dialoge zwischen ihm und dem ikonischen Beuteltier. Im Zentrum steht dabei der Versuch, gegen bestehende Zustände aufzubegehren und Menschen nicht nur zum Mitmachen, sondern zumindest zum Nachdenken zu bewegen. Auch bekannte Figuren wie Herta, Friedrich-Wilhelm und Krapotke sind wieder mit dabei, was zunächst ein vertrautes Gefühl erzeugt.
Und genau dieses Gefühl hat mich zu Beginn auch direkt abgeholt: Schon auf den ersten Seiten wurde ich zurückversetzt in die Zeit, als ich vor über zehn Jahren zum ersten Mal in die Welt der Känguru-Chroniken eingetaucht bin. Dieses besondere Flair, dieser Mix aus Absurdität, Gesellschaftskritik und trockenem Humor, ist grundsätzlich noch da.
Doch leider blieb genau das für mich auch das größte Problem: Es wirkte eher wie ein Echo vergangener Stärke als wie eine Weiterentwicklung.
Was mir diesmal deutlich gefehlt hat, war der ursprüngliche, unberechenbare Humor. In den früheren Büchern gab es immer wieder Momente, die mich wirklich laut zum Lachen gebracht haben – dieses spontane, ehrliche Lachen, das einen überrascht. In Die Känguru-Rebellion blieb genau das aus. Viele Gags wirkten auf mich vorhersehbar oder zumindest nicht mehr so treffsicher wie früher.
Noch stärker fiel mir allerdings auf, dass sich der Ton verändert hat. Während die früheren Werke oft subtil zum Nachdenken angeregt haben, hatte ich hier über weite Strecken das Gefühl, eher belehrt zu werden. Die satirischen Elemente sind zwar weiterhin vorhanden, doch sie wirken weniger verspielt und dafür deutlich direkter in ihrer Aussage. Für mich fühlte es sich stellenweise an, als würde ich einem gutmeinenden, leicht ironischen Onkel zuhören, der mir erklärt, wie die Welt funktioniert – unterhaltsam, aber gleichzeitig auch etwas trocken und nicht unbedingt inspirierend.
Hinzu kommt, dass mir einige Passagen überraschend bekannt vorkamen. Offenbar wurden bereits veröffentlichte Kurzgeschichten in das Buch integriert. Das hat meinen Lesefluss etwas gestört und den Eindruck verstärkt, dass hier nicht alles wirklich neu oder frisch ist.
Am Ende bleibt bei mir leider Enttäuschung zurück. Der Versuch, die Welt des Kängurus wieder aufleben zu lassen, ist für mich nur bedingt gelungen. Gerade als langjähriger Fan der Känguru-Reihe hatte ich große Erwartungen – vielleicht zu große. Aber genau deshalb fällt mein Urteil auch umso kritischer aus.
Fazit:
Für Neueinsteiger mag das Buch durchaus unterhaltsam sein, doch wer – so wie ich – mit den Känguru-Chroniken groß geworden ist, könnte hier etwas vermissen. Mich hat Die Känguru-Rebellion leider nicht überzeugt.