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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.01.2020

toller Schmöker für gemütliche Lesestunden

Hinter den Spiegeln - Das Wiener Vermächtnis
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Als Komptess Louise von Waldenberg nach einem schweren Reituntfall wieder zu sich kommt, kann sie sich zunächst an nichts erinnern. Nicht einmal ihren eigenen Namen kennt sie noch. Nur langsam findet sie ...

Als Komptess Louise von Waldenberg nach einem schweren Reituntfall wieder zu sich kommt, kann sie sich zunächst an nichts erinnern. Nicht einmal ihren eigenen Namen kennt sie noch. Nur langsam findet sie sich wieder zurecht, doch ihr Blick auf die höfischen Strukturen hat sich verändert. Mit Hilfe ihres Freundes, dem Zuckerbäcker Stephan deckt sie so einige Intrigen bei Hofe auf.
Ulrike Schweikert entführt den Leser mit ihrem Roman in ein Wien Ende des 19. Jahrhunderts. Sie erzählt sehr atmosphärisch und detailreich. Immer wieder werden historische Begebenheiten zur Geschichte Wiens eingestreut, die einerseits sehr interessant sind, andererseits aber auch die eigentliche Handlung etwas aufgehalten haben.
Sehr spannend waren für mich die gesellschaftlichen Umgangsformen. Es gibt eine große Diskrepanz zwischen Bediensteten und Adel. Die Vorschriften für die junge Louise sind zu steif gefährden ihre Freundschaft zu Stephan, doch die Verbindung zwischen den beiden hat Louise für mich sympathischer gemacht.
Stück für Stück blickt der Leser hinter die Kulissen (oder Spiegel) der schillernden Adelswelt und deckt Intrigen und Lügen auf. Es liegt fast ein bisschen Krimistimmung in der Luft.
Ein perfekter Schmöker für gemütliche Winterstunden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.09.2019

super Herbstlektüre

Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse
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Als Charlotte von einem unerwarteten Erbe ihrer Tante erfährt, die sie jedoch nie kennengelernt hat, reist sie sofort nach London. Die Schwedin ist erfolgreiche Unternehmerin, hat aber schwer mit dem ...

Als Charlotte von einem unerwarteten Erbe ihrer Tante erfährt, die sie jedoch nie kennengelernt hat, reist sie sofort nach London. Die Schwedin ist erfolgreiche Unternehmerin, hat aber schwer mit dem Tod ihres Mannes zu kämpfen. Charlotte will sich den geerbten Buchladen nur einmal kurz ansehen und am liebsten auch sofort verkaufen, umso schnell wie möglich wieder nach Schweden zurückkehren zu können, doch es kommt natürlich anders als geplant. Der alte, aber sehr gemütliche Laden mit seinen liebenswerten Mitarbeitern steht kurz vor dem Konkurs, doch Charlottes Herz beginnt an dem Buchgeschäft zu hängen und sie gibt alles, um ihn zu erhalten. Die neue Herausforderung, die Begeisterung der Mitarbeiter und der störrische Buchhandlungskater geben Charlotte allmählich wieder ihren Lebensmut zurück.

Frida Skybäck hat einen Roman fürs Herz geschrieben. Perfekt für einen Herbsttag, mit Decke, Tee und am besten noch einer Katze auf dem Schoß.
Der Leser erlebt nicht nur die gegenwärtigen Anstrengungen um die kleine Buchhandlung, sondern bekommt auch in Rückblenden Einblicke aus dem Leben von Charlottes Mutter Kristina und ihrer Tante Sara. Ein schwerer Streit hat die Beziehung der Beiden für immer zerstört. Stück für Stück erfährt der Leser den Grund für das Zerwürfnis.
Die Autorin erzählt sehr liebevoll und warmherzig von den Bewohnern der Buchhandlung, ihren schrulligen Eigenschaften, ihren Sorgen und der Liebe zum Lesen. Die Charakterzeichnungen sind einfach super gelungen und das Buch vermittelt eine gemütliche Atmosphäre.
Die Geschichte war für mich jedoch ein Stück weit zu vorhersehbar und wurde dadurch stellenweise etwas langatmig.
Dennoch ein schöner Schmöker für die Seele.

Veröffentlicht am 07.09.2019

gefällt mir besser als Band 1

Elfenkönig
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Nur fünf Monate nach Cadens Thronbesteigung sieht sich Jude neuen Intrigen gegenüberstehen. Caden wehrt sich wo er nur kann und versucht sich Judes Macht über ihn zu entziehen. Jude jedoch setzt alles ...

Nur fünf Monate nach Cadens Thronbesteigung sieht sich Jude neuen Intrigen gegenüberstehen. Caden wehrt sich wo er nur kann und versucht sich Judes Macht über ihn zu entziehen. Jude jedoch setzt alles daran, den König weiter wie eine Marionette zu dirigieren. Doch dann müssen sich die beiden Kontrahenten einer neuen Gefahr stellen – und die kommt diesmal aus dem Meer…
Band zwei der Elfenreihe von Holly Black hat mir deutlich besser gefallen als sein Vorgänger. Jude ist mir sympathischer geworden. Sie wirkt erwachsener, handelt durchdachter und lässt sich nicht in die Karten gucken. Ihre Beziehung zu Caden ist immer noch heikel, denn auch der König ist weiterhin undurchschaubar – auch wenn er etwas freundlicher wirkt, als zuvor. Die bissigen Dialoge zwischen den beiden Kontrahenten lockern die Story super auf. Natürlich knistert es auch ein bisschen, aber Judes Pläne stehen meist im Vordergrund.
Holly Black schafft es wieder einmal eine sehr lebendige und detailreiche Elfenwelt zu erschaffen. Die Story ist durch Intrigen und Verrate unvorhersehbar und hält einige Überraschungen parat. Das macht das Buch schön spannend und abwechslungsreich.
Nach dem fiesen Cliffhanger freue ich mich umso mehr auf den nächsten Band.

Veröffentlicht am 26.08.2019

perfekte Strandlektüre

Something in the Water – Im Sog des Verbrechens
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Dieses Buch beginnt mit dem Ende und gerade weil es danach so harmonisch doch noch von Anfang an erzählt, wollte ich unbedingt erfahren, wie es zu diesem dramatischen Ende kommen konnte.
Erin und Mark ...

Dieses Buch beginnt mit dem Ende und gerade weil es danach so harmonisch doch noch von Anfang an erzählt, wollte ich unbedingt erfahren, wie es zu diesem dramatischen Ende kommen konnte.
Erin und Mark sind glücklich verliebt. Obwohl Mark seinen Job verloren hat und Selbstzweifel hegt, will das junge Pärchen sich nicht unterkriegen lassen. Ihre Flitterwollen sollen etwas ganz besonderes werden. Geld hin oder her. Doch auf Bora Bora machen die Beiden beim Tauchen einen erschreckenden – und für sie auch sehr verlockenden Fund, der sie immer weiter in den Abgrund zieht. Denn wie weit ist der Einzelne bereit zu gehen, zerbricht daran eine Beziehung, setzten sie vielleicht sogar ihr Leben aufs Spiel?
Mich hat dieser Thriller von Anfang bis Ende wirklich gut unterhalten, obwohl er eine relativ lange Anlaufphase hat und zunächst nicht viel Thrillerstimmung aufkommt. Er ist nicht Actionreich und blutig, wie man das von manch anderen kennt. Doch nach und nach kommen dann doch einige Spannungselemente hinzu.
Eine schöne Urlaubslektüre, bei der man sich immer Fragen kann: Was hätte ich getan?

Veröffentlicht am 26.08.2019

spannender Thriller mit Gänsehautgarantie

Kalte Wasser
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Lauren erwacht nachts im Krankenhaus als sie eine Frauenstimme grausame Reime singen hört. Sie ist noch erschöpft von der Geburt ihrer Zwillinge und doch glaubt sie nicht an einen Albtraum als die unheimliche ...

Lauren erwacht nachts im Krankenhaus als sie eine Frauenstimme grausame Reime singen hört. Sie ist noch erschöpft von der Geburt ihrer Zwillinge und doch glaubt sie nicht an einen Albtraum als die unheimliche Frau ihr einen Tausch vorschlägt. Eins ihrer kranken Kinder gegen eins von Laurens gesunden.
Die junge Mutter ist außer sich. Bei ihrem Mann Patrick ist nichts von seiner verständnisvollen Art übrig geblieben. Einzig Polizistin Harper scheint Laurens Geschichte ein wenig Glauben zu schenken…
Autorin Melanie Golding spielt mit den Gedanken ihrer Leser. Nie kann man sich ganz sicher sein, was Wahrheit ist und was Fiktion. Erlebt Lauren diesen Albtraum wirklich, oder ist sie einfach durch die Geburt so erschöpft, dass sie sich alles nur einbildet? Bis zum Ende war ich mir nicht sicher und total in dieser gruseligen Stimmung gefangen.
Erzählt wird die Geschichte aus Laurens und Jo Harpers Sicht. So kann man sowohl die mystische, als auch die analytische Stufe der Handlung super miterleben und vielleicht auch besser einordnen. Während Jo wohl der Sympathieträger der Story ist, schwanken Laurens Gemütszustände derart, dass man sie nicht wirklich ins Herz schließen, aber durch den eindringlichen Schreibstil sehr wohl mit ihr fühlen kann.
Ein toller Thriller mit Gänsehautfaktor.