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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.11.2019

Kale und Jass - als ob du mich liebst

Als ob du mich liebst
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Ich schreibe selten etwas über das Cover, aber das hier hat mich sofort angesprochen. Ich glaube, ich hätte schon allein wegen des Covers zum Buch gegriffen.
Der Schreibstil der Autorin ist locker, flüssig ...

Ich schreibe selten etwas über das Cover, aber das hier hat mich sofort angesprochen. Ich glaube, ich hätte schon allein wegen des Covers zum Buch gegriffen.
Der Schreibstil der Autorin ist locker, flüssig und humorvoll. Die Story lässt sich super lesen, man taucht direkt nach ein paar Seiten ab in die Welt von Jass und Kale.
Die Story ist aus Jass‘ Sicht geschrieben, so dass man einen ziemlich guten Einblick in ihr Gefühlsleben und in ihre Gedankengänge bekommt.

Kale ist Jasmin einen Gefallen schuldig, im Gegenzug möchte sie, dass er so tut, als ob er sie liebt. Sie gibt ihm eine Liste mit Dingen, die sie gerne erleben würde. Dazu gehören Sachen wie küssen, einen Post veröffentlichen, ein romantisches Date oder tanzen Regen. Einzige Bedingung: er darf sich nicht verlieben. Das deckt sich mit Kales Vorstellungen und so geht er auf den Deal ein.

Kale fand ich gleich bei der ersten Begegnung prickelnd, geheimnisvoll, interessant und sympathisch. Und das hat sich auch im Lauf des Buchs nicht mehr geändert. Kale hat eine bewegte Vergangenheit und einen Grund, warum er so ist, wie er ist. Auch sind seine Motive, seine Gedanken und sein Handeln absolut nachvollziehbar. Ein Kerl, den man einfach ins Herz schließt und lieben muss.

Jass fand ich auch direkt sympathisch. Ihren Drang, von zu Haus auszuziehen, kann ich gut nachvollziehen. Die Liste ist eigentlich eine coole Sache und das Motiv dahinter kann ich gut verstehen. Leider konnte ich nicht alle ihre Handlungen nachvollziehen, gerade deswegen, weil sie weiß, wie wichtig manche Dinge sind. Und aus dem Teenageralter ist sie schon heraus. Da wäre ich manchmal echt gerne ins Buch gesprungen, um Jass durchzuschütteln.

Inhaltlich hat die Autorin das alles extrem gut umgesetzt, das Buch hat sich super lesen lassen. Weglegen ging nicht, wollte man doch unbedingt wissen, wie es mit den beiden weitergeht. Mich hat die Geschichte berührt, sie wurde gefühlvoll geschrieben, auch wenn der Inhalt sehr ernster Natur ist. Nicht weniger berührt hat mich das Nachwort, das war sehr bewegend.

Allerdings hätte ich mir noch ein, zwei Kapitel mehr gewünscht, denn ich fand das Ende leider etwas zu abrupt und ich hätte gerne noch mehr über Kale erfahren.

Fazit:
Ein faszinierendes Buch, das mitten ins Herz geht und dabei einen so ernsten Hintergrund hat.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Kihrins Geschichte

Der Untergang der Könige
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Die Autorin Jenn Lyons hat mich mit in ihrem Debüt-Roman "Der Untergang der Könige - Drachengesänge 1", einem faszinierenden Fantasy-Epos, begeistert. Das Epos ist auf mehrere Bände angelegt und ich freue ...

Die Autorin Jenn Lyons hat mich mit in ihrem Debüt-Roman "Der Untergang der Könige - Drachengesänge 1", einem faszinierenden Fantasy-Epos, begeistert. Das Epos ist auf mehrere Bände angelegt und ich freue mich schon auf die nächsten.
Bereits der Prolog hat mich in Bann gezogen. In der „Untergang der Könige – Drachengesänge“ wird Kihrins Geschichte erzählt. Und die ist wahrlich nicht kurz mit über 800 Seiten. Die Autorin hat mich mit dieser Story gefesselt. Das lang vor allem am Erzählstil von Jenn Lyons. Ihr Schreibstil ist locker-leicht, flüssig, fesselnd und mitreißend. Einmal angefangen, kann man das Buch nur schlecht aus der Hand legen.
Kihrin, ein Junge aus dem Elendsviertel von Quur, sitzt in einem Gefängnis, bewacht von einem Monster, das ihn zwingt, seine Geschichte zu erzählen. Und diese Geschichte wird abwechselnd aus Kihrins Sicht und aus der Sicht seiner Gefängniswärterin Klaue, die die Gabe hat, in seinen Geist zu blicken und seine Gedanken zu sehen, erzählt.
Zudem finden sich immer wieder Fußnoten mit Bemerkungen eines Unbekannten. Diese drei Perspektiven versprechen Abwechslung und doch werden sie im Laufe der Story immer mehr ineinander verflochten.
Bereits die Sklavenauktion, bei der Kihrin versteigert wird, war ereignisreich. Der anfangs unscheinbare Junge erzielte einen Höchstpreis. Wir erfahren viel von Kihrins Leben: Seine Zeit als Dieb und Musiker, sein Aufstieg zum Erblord eines sehr mächtigen Adelshauses, aber auch wie Kihrin als junger Dieb unfreiwillig einen Mord beobachtet hat. Kihrin ist außerdem Kern eine Prophezeiung. Und mit jeder Seite, die wir mehr über Kihrin erfahren, erhält sein Charakter mehr an Tiefe und wirkt interessanter als es zunächst den Anschein hatte. Neben Kihrin finden sich noch jede Menge anderer Charaktere, die zunächst unscheinbar wirken, aber im Lauf der Geschichte dann doch eine immer größere Rolle einnehmen.
Kihrins Welt ist sehr detailliert und bildgewaltig dargestellt, was bei dieser Komplexität von Vorteil ist. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Kreaturen: Zauberer und Dämonen, Völker und Götter, die in ihrer Gesamtheit den Leser verzaubern.
Fazit:
Ein faszinierender Auftakt eines Fantasy-Epos, kurzweilig erzählt – ein unterhaltsamer Pageturner, der Lust auf die weiteren Bände macht!

Veröffentlicht am 02.11.2019

Zimmer 19 - spannend, rasant und komplex

Zimmer 19 (Tom Babylon-Serie 2)
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Die Eröffnung der Berlinale verläuft anders als in den Vorjahren. Es geschieht ein Mord vor laufender Kamera – und Tom Babylon, ein Ermittler des LKA Berlin wird auf den Plan gerufen. Das Opfer ist die ...

Die Eröffnung der Berlinale verläuft anders als in den Vorjahren. Es geschieht ein Mord vor laufender Kamera – und Tom Babylon, ein Ermittler des LKA Berlin wird auf den Plan gerufen. Das Opfer ist die Tochter des Bürgermeisters, doch Tom Babylon trifft auf eine Mauer des Schweigens. Da geschieht ein weiterer Mord.

Marc Raabe hat einen flüssigen und fesselnden Schreibstil und hat das Buch absolut spannend geschrieben. Die Geschichte startet packend und der Autor hat es geschafft, im Laufe der Geschichte die Spannung noch zu steigern.
Die Kapitel werden hauptsächlich aus der Sicht von Tom Babylon, aber auch aus der Sicht von Sita Johanns erzählt. Außerdem gibt es noch Einblicke in andere Perspektiven sowie Rückblicke in Sitas Vergangenheit.
Schlüssel 17 habe ich nicht gelesen, und das ist auch gar nicht notwendig, denn der Autor hat die relevanten Informationen in diesem Band mit eingeflochten. Aber ich bin nach dieser Lektüre neugierig geworden auf den Vorgängerband geworden.
Und nicht nur Tom Babylon hat eine besondere Vergangenheit, sondern auch Sita Johanns. Von ihrer Vergangenheit erfährt der Leser in Rückblenden ins Jahr 2001.
Nach dem Mord beginnen die Ermittlungen von Tom Babylon, eine sympathischen und geradlinigem Ermittler, und der Psychologin Sita Johanns. Die interessanten Charaktere hat Marc Raabe vielschichtig gezeichnet.
Als sie auf eine Zeugin treffen, die Ähnlichkeiten mit Toms verschwundener Schwester aufweist, reißt das alte Wunden auf. Und es wird noch unheimlicher, denn die Ermittlerin Sita Johanns beschleicht ein unglaublicher Verdacht.
Die Handlung des Thrillers ist komplex, es gibt einige unerwartete Wendungen, so dass die Spannung hochgehalten wird. Am Ende werden zwar viele Fragen beantwortet, aber halt nicht alle – was die auf den nächsten Band hoffen lässt.
Ich habe mir „Zimmer 19“ als Hörbuch mit dem Sprecher Sascha Rotermund angehört, der den Hörer mit seinem Vortrag fesselt. Er liest atmosphärisch und setzt die Gegebenheiten super um, da fällt es schwer, die Pausetaste zu drücken.

Fazit:
Ein komplexer, temporeicher, rasanter und unterhaltsamer Thriller, der als Hörbuch genial umgesetzt wurde. Von mir gibt’s eine absolute Hörempfehlung.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Bis ihr sie findet - ein spannendes Krimidebüt

Bis ihr sie findet
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Inhalt:
Aurora geht mit Freunden ihrer großen Schwester zelten und kehrt nie zurück. Als Auroras Leiche dreißig Jahre später gefunden wird, rollt Detective Chief Inspector Jonah Sheens den Fall neu auf, ...

Inhalt:
Aurora geht mit Freunden ihrer großen Schwester zelten und kehrt nie zurück. Als Auroras Leiche dreißig Jahre später gefunden wird, rollt Detective Chief Inspector Jonah Sheens den Fall neu auf, um ihn endgültig aufzuklären. Eine großangelegte Suche kurz nach Auroras Verschwinden blieb damals erfolglos. Auch haben die sechs Jugendlichen alle ihre Unschuld beteuert. Doch wer ist der Täter?

Meine Meinung:
Der Schreibstil der Debütautorin Gytha Lodge ist angenehm und packend, die Story liest sich flüssig.
Erzählt wird die Geschichte in zwei Handlungssträngen. Zum einen erlebt der Leser in Rückblicken Auroras letzte Stunden vor ihrem Tod. Der andere Handlungsstrang betrifft die aktuellen Ermittlungen. Was haben die sechs Freunde mit dem Tod zu tun? Diese Frage drängt sich auf, denn auch noch 30 Jahre später haben die sechs scheinbar eine starke Verbindung.
Die Autorin hat berührend von Aurora erzählt, was für ein Mensch sie war und wie es letztendlich zu dem Verbrechen gekommen ist.
Die Charaktere hat die Autorin vielschichtig gezeichnet. Die Jugendlichen von damals sind erwachsen und jeder hat einen Ruf zu verlieren. Die Ermittler sind auch nicht fehlerfrei und jeder hat sein Päckchen zu tragen.
Es hat auch Spaß gemacht, Jonah Sheen über die Schulter zu schauen. Und der hat auch so seine Geheimnisse, war mir aber als Ermittler sympathisch, auch wenn es etwas gedauert hat, bis ich mit ihm warm wurde. Er hat viel Erfahrung und ist sehr intelligent und nach und nach erfahren wir mehr über seine Gefühlswelt sowie seine vorhandenen Zweifel. Doch er hat den unbedingten Willen, den Fall aufzuklären.
Die Autorin hat geschickt verschiedene Spuren gelegt, die sich aber alle als nicht als richtig erwiesen haben, um dann am Ende dem Leser einen Täter zu präsentieren, den man so nicht wirklich auf dem Schirm hatte.
Die Story war durchweg spannend und gegen Ende hat sich diese Spannung dann nochmals gesteigert.

Fazit:
Ein klassischer Krimi, der ohne großartiges Blutvergießen auskommt und eher auf leisen Sohlen daher kommt. Trotzdem baut er eine faszinierende Spannung auf, die einen nicht mehr loslässt.
Von mir gibt’s eine absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 20.10.2019

Ein Hörgenuss für alle Sinne

Der Geschmack unseres Lebens
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Ella liebt Schokolade und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie betreibt in Alba, im Piemont gelegen, eine Chocolaterie, in der sie ihre Pralinen anbietet. Und allein schon vom Zuhören, wie die Pralinen ...

Ella liebt Schokolade und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie betreibt in Alba, im Piemont gelegen, eine Chocolaterie, in der sie ihre Pralinen anbietet. Und allein schon vom Zuhören, wie die Pralinen zubereitet werden, läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Wenn man dann so wie ich noch ein Haselnussfan ist, dann würde man sich wünschen, dass man das Hörbuch auch riechen kann.
Aber Ella war nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens. Sie hat gerade mal mit 5 Jahren ihre Mutter verloren. Doch um ihren Tod rankt sich ein Familiengeheimnis, das keiner gerne lüften mag. Ella hat noch mehr Verluste zu verkraften, musste ihre Hochzeit wegen der Erkrankung Ihres Vaters immer wieder verschoben werden. Und dann war ihr Verlobter ganz weg, trotz der Zwillinge, die die beiden hatten. Ihr Bruder hat sich in Ellas Leben auch rar gemacht, denn der kehrte nach dem Wehrdienst lange nicht zurück. Als Danilo dann doch eines Tages vor ihrer Tür steht und ihr im Laufe der Zeit mehr über ihre Mutter und deren Tod erzählt, wird Ellas Leben nochmals durcheinander gewirbelt. Und wenn Änderungen anstehen, dann sicher nicht eine alleine, denn Ella wird eine berufliche Partnerschaft angeboten mit der sie nicht gerechnet hat.
Ich höre eher selten Romanbiographien und hatte keine großen Erwartungen. Julia Fischer hat mich mit dieser Familiengeschichte absolut begeistert und ich bin bereits nach kürzester Zeit völlig in der Story, die authentisch, interessant, berührend und spannend ist, versunken. Die Autorin hat das Buch selber gelesen und das so gefühlvoll und emotional vorgetragen, dass es eine Freude war, ihr zuzuhören. Man merkt, dass sie mit Herzblut geschrieben und gelesen hat. Die Orte und Geschehnisse wurden anschaulich geschildert, sodass man direkt meint, dabei gewesen zu sein.
Aber es wird nicht nur die Geschichte der Familie erzählt, es wird die Geschichte der Region Piemont erzählt und diese reicht bis zum Krieg und dem Widerstand zurück. Dabei hat die Autorin die beiden Erzählstränge der Gegenwart und der Vergangenheit geschickt miteinander verwoben und ich muss sagen, die Vergangenheit war nicht minder spannend als die Gegenwart.
Ich kann diesen Roman jedem empfehlen. Als Hörbuch klasse gelesen und für mich ein absoluter Hörgenuss. Leider hatte ich am Ende des Hörbuchs total Lust auf eine Torta die Nocciole von Ella.
Fazit:
Eine hörenswerte, bittersüße und fesselnde Familiengeschichte im italienischen Piemont. Ein Genuss für alle Sinne. Von mir gibt’s eine absolute Hörempfehlung.