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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.02.2023

einfach gut

Uns bleibt immer New York
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In dem Werk von Mark Müller fließen tiefe Liebe, Geheimnisse aus der Vergangenheit, Stalking, tiefe und feste Freundschaft aber auch Gewalt und das Wissen um eine tödliche Krankheit in einer absolut gekonnten ...

In dem Werk von Mark Müller fließen tiefe Liebe, Geheimnisse aus der Vergangenheit, Stalking, tiefe und feste Freundschaft aber auch Gewalt und das Wissen um eine tödliche Krankheit in einer absolut gekonnten Symbiose zusammen. Neben der Handlung wird immer wieder die große Liebe des Autors zu New York deutlich. Lichtermeer, wahnsinnig Panoramen, das Leben und die Dynamik auf den Straßen zeigen dies. Aber auch Beschreibungen von Wegstrecken, versteckte Lokale mit kulinarischen Köstlichkeiten usw. usw. beweisen seine Kenntnis in diesem Milieu. Das Verständnis und der Einblick für und in die Welt der Malerei zeigt der Autor ebenfalls. (Leider bin ich auf diesem Gebiet ein totaler Laie.) Die Liebesgeschichte, die hier erzählt wird, fesselt den Leser zweifellos. Lorraine und Leo – diese beiden Menschen lieben sich bis zur Aufgabe. Viele mysteriöse Ereignisse stehen ihrem gemeinsamen Leben im Weg. Doch alles kann irgendwie be- und verarbeitet werden. Bis dann die Nachricht von der unheilbaren Krankheit, die Leo in ihren Fängen hält, ins Spiel kommt. Leo erliegt dieser. Doch ein Stückchen dieser großen Liebe macht das Leben auch nach seinem Tod lebenswert. Lorrain und Leo haben einen gemeinsamen Sohn. Er wird seinen Vater nie kennenlernen und trägt doch sein Vermächtnis weiter. Ich finde diesen Roman einfach sehr schön. Ich empfehle allerdings, ihn nicht vor dem Schlafengehen in die Hand zu nehmen. Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen und die Nacht war viel zu kurz! Das Cover spiegelt viele der Gefühle wider, die den Leser während der Geschichte auch bewegen.

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Veröffentlicht am 04.02.2023

Ein Leben ist zerstört

Macht
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Der erste Eindruck, dass es sich um eine Horrorgeschichte handelt, hat nicht zugetroffen. Jedenfalls nicht im langläufigen Sinn. Für unsere Protagonistin hat sich der Horror schon vor langer Zeit vollzogen. ...

Der erste Eindruck, dass es sich um eine Horrorgeschichte handelt, hat nicht zugetroffen. Jedenfalls nicht im langläufigen Sinn. Für unsere Protagonistin hat sich der Horror schon vor langer Zeit vollzogen. Sie wurde vergewaltigt. Obwohl nie genau auf dieses Ereignis eingegangen wird, bleibt für den Leser das Gefühl, ein solches Erlebnis kann nie ganz verarbeitet werden. Gleichgültig ob psychologische Betreuung erfolgt oder nicht. Unser Opfer ist Mitte dreißig, Altenpflegerin, scheinbar recht hübsch, sehr auf ihr Erscheinungsbild bedacht und Mutter zweier Kinder. Ihr Mann erfährt erst im Laufe der Handlung von dem schrecklichen Erlebnis, das Liv in ihrer Jugend hatte. Sie versucht ständig, das Erlebte zu verdrängen. Analysiert den Ablauf jedoch immerzu von verschiedenen Seiten. Kämpft mit sich, ob sie ihrem Vergewaltiger offen gegenübertreten soll, um ihn zu brüskieren, verwirft diese Möglichkeit immer wieder. Die Erniedrigung, in dieser Nacht jede Macht über sich verloren und die Gestaltung ihres weiteren Lebens verloren zu haben, macht Liv angreifbar. Sie gibt sich selbst die Schuld, gibt dem Mann die Schuld und kann sich so nicht befreien. Ständig wird sie durch irgendwelche Banalitäten im Alltag an dieses Erlebnis erinnert. Sie kämpft. Am Ende unternimmt sie mit einer Freundin eine Reise nach Italien. Dort scheint sie für kurze Zeit zu entspannen. Ob diese Zeit reicht? Der Roman ist definitiv keine leichte Literatur. Der Leser muss sich einfühlen, kann nur so die Tragweite des Erlebnisses einer Vergewaltigung nachvollziehen. Wie viele Leben von Frauen auf diese Weise wohl vergiftet sind. Ich wage gar nicht darüber nachzudenken. Das Buch kommt als kleines Werk mit nur 173 Seiten daher. Das Cover in unaufdringlicher Farbe mit dem Titel „MACHT“ und Scherben eines Lebens (was erst nach Ende des Lesens klar wird) ist absolut treffend. Der Stil ist teilweise etwas verwirrend und kompliziert. Die Seiten am Anfang und Ende der Handlung mit der jungen Frau, der Schusswaffe und dem chaotischen Umfeld, zeigen genau den seelischen Zustand von Liv. Ganz tolle Darstellung!

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Veröffentlicht am 22.01.2023

Krieg und Liebe

Am Ende dunkler Tage
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Mein erster Eindruck von „Licht der Hoffnung“ hat sich nicht ganz bestätigt. Interessant war, wie ich schon vorausgesehen hatte, wie sich die Jüdin Margarete mit ihrer „gestohlenen“ Identität in dem judenfeindlichen ...

Mein erster Eindruck von „Licht der Hoffnung“ hat sich nicht ganz bestätigt. Interessant war, wie ich schon vorausgesehen hatte, wie sich die Jüdin Margarete mit ihrer „gestohlenen“ Identität in dem judenfeindlichen Deutschland durchschlägt und ein wenig Sicherheit im besetzten Frankreich findet. Spätestens ab hier, wird die Handlung doch reichlich unglaubwürdig. Natürlich verlieben sich junge Menschen nicht nach sozialer Herkunft oder gar nach ethnischen Vorurteilen. Doch dass ein deutscher Angehöriger einer Spezialeinheit, der komplett im nazistischen System erzogen wurde, sich auf solche Intrigen einlässt und sich in einem Gewirr aus Lügen sein eigenes Grab schaufelt, kann ich einfach nicht nachvollziehen. Ansonsten hat die Autorin natürlich versucht, Zusammenhänge und die Verwerflichkeit der Hitlerdiktatur zu erläutern und zu verurteilen. Alles in Allem ist der Roman eine Liebesgeschichte mit traurigem Ausgang bei erster Betrachtung. Da die Protagonistin sich jedoch in Sicherheit bringen kann und nach Kriegsende wohl zu einem neuen Leben übergehen kann, ist das Licht, das sie sich wirklich schwer erkämpfen muss, ihre verdiente Belohnung. Dass sie mit dem Geld, welches ihr dann zur Verfügung steht, gutes für andere gefährdete Juden tut, ist positiv. Das Cover ist, wie schon nach der Leseprobe vermerkt, erste Sahne. Auch der Schreibstil von Frau Kummerow ist ansprechend.

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Veröffentlicht am 10.12.2022

Thriller mit asiatischen Tönen

Die tausend Verbrechen des Ming Tsu
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Der große Eisenbahnbau im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist der Ausgangspunkt der Handlung. Tausende asiatische Arbeiter schufteten unter unmenschlichen Bedingungen für einen Hungerlohn. Nicht wenige ...

Der große Eisenbahnbau im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist der Ausgangspunkt der Handlung. Tausende asiatische Arbeiter schufteten unter unmenschlichen Bedingungen für einen Hungerlohn. Nicht wenige starben durch Unfälle, Krankheiten oder einfach an den menschenunwürdigen Bedingungen, die durch herrschsüchtige Vorarbeiter noch verschlimmert werden. Ein chinesischer Junge, der in seiner Kindheit von einem gewalttätigen Mann sozusagen adoptiert und erzogen wurde, bekommt diese Diskriminierungen hart zu spüren und wehrt sich. Er ist ein eiskalter Killer. Nun muss ich zur Handlung sagen: Sie ist stark durch asiatische Denkweisen, den Glauben an alte Mächte, Sitten und Verhaltensweisen geprägt. Ein alter Prophet, der in die Zukunft sehen kann. ja er steht nach seinem Tod sogar in Gestalt eines vollkommen anderen Menschen von den Toten wieder auf. Eine Gruppe Gaukler in einer Art Wanderzirkus mit übernatürlichen Kräften, an die ich nicht recht glauben kann, erweist sich als freundschaftliche Wegbegleitung für unseren Protagonisten. Auch hier scheinen mir die zwischenmenschlichen Beziehungen kaum nachvollziehbar. Sie könnten aber der Zeit geschuldet zu sein und der Hilflosigkeit, der diese Menschen allein ausgesetzt wären. Lange Schilderungen der Anstrengungen auf der Reise dieser Gruppe durch den Kontinent Nordamerika bestimmen einen Großteil der Handlung. Oftmals wird diese Eintönigkeit ganz plötzlich von einem unverhofften Ereignis unterbrochen, bei dem es zu Schießereien mit Todesfolgen kommt. Es geschehen Morde, ohne dass unser Protagonist Ming Tsu auch nur den geringsten Skrupel hat. Er hat auch eine Art Ehrenkodex, der vom Leser erst verstanden werden muss. Das ist nicht einfach. Am Ende bleibt die Hoffnung, dass Ming Tsu trotz all++ seiner Verbrechen, aus diesem Teufelskreis ausbricht und mit einer jungen Frau aus der Zirkusgruppe glücklich wird. Der Stil ist, nachdem man sich eingelesen hat, durchaus angenehm. Das Cover trifft genau die Stimmung des Thrillers. Jeder Leser, der nicht nur oberflächliche Entspannung sucht, hat sicher Freude an Ming Tsu`s Geschichte.

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Veröffentlicht am 03.12.2022

total fesselnd

Wintersterben
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Mein Eindruck aus der Leseprobe hat sich voll und ganz bestätigt. Der Thriller ist mitreißend. Endlich habe ich einmal einen deutschen Schriftsteller gefunden, der erstklassige Thriller schreibt. Martin ...

Mein Eindruck aus der Leseprobe hat sich voll und ganz bestätigt. Der Thriller ist mitreißend. Endlich habe ich einmal einen deutschen Schriftsteller gefunden, der erstklassige Thriller schreibt. Martin Krüger hält, bis auf wenige Passagen eine sagenhafte Spannung in der Handlung aufrecht. Eigentlich sehe ich vor meinem inneren Auge für dieses Genre sowie für Krimis immer so eine Art Spannungskurve vor mir. Diese steigt, sinkt wieder etwas ab, springt zu einem Höhepunkt, fällt ab usw. Herr Krüger hat das nicht geschafft. Er bleibt zu 85 Prozent auf hohem Level. Einfach toll! Der Großteil der Charaktere ist gut vorstellbar dargestellt. Allerdings ist Ravelli eine Frau, die ich mir im normalen Leben einfach nicht vorstellen kann. Sie bewegt sich in total anderem Umfeld. Ravelli ist eben eine Powerfrau. Sie ist total abgebrüht, beherrscht und kann eiskalt reagieren. Trotzdem zeigt sie ab und zu doch auch einen Funken Mitgefühl und ein ganz klein wenig Nerven. Abschließend doch noch eine klitzekleine Kritik. Den Schluss fand ich unspektakulär. Das ist aber im Verhältnis zum Gesamtwerk total nebensächlich.

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